50 Jahre Münchner Olympia-Terror: Deutschlands blamiert sich vor aller Welt

Gedenktafel im Olympischen Dorf München (Foto:Imago)

Die geplante Gedenkfeier zum 50. Jahrestag des Münchner Olympia-Attentats vom 5. September 1972 könnte für die Bunderegierung zum peinlichen Eklat werden. Damals waren Angehörige der palästinensischen Terrororganisation „Schwarzer September“ ins olympische Dorf eingedrungen und hatten zwei israelische Sportler ermordet, die Widerstand geleistet hatten. Die anderen neun Geiseln, fünf Terroristen und ein deutscher Polizist fielen der Inkompetenz und Sturheit der damaligen deutschen Verantwortlichen zum Opfer, die darauf bestanden hatten, einen Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck zu starten – obwohl man damals gar nicht über ein Anti-Terror-Kommando verfügte. Die Terroristen hatten die Freilassung von 232 palästinensischen Gefangenen in Israel, der beiden deutschen Terroristen Andreas Baader und Ulrike Meinhof und des japanischen Linksterroristen Kozo Okamoto gefordert.

Der für das Desaster damals hauptverantwortliche Münchner Polizeipräsident Manfred Schreiber sagte später: „Wir waren von der Munition, vom Recht, aber auch von der Psyche und von der Absicht, die Spiele als friedliebende Spiele eines friedliebenden Deutschlands zu gestalten, überhaupt nicht vorbereitet.“ Allerdings hatte Schreiber unzählige Warnungen vor einem Terroranschlag zuvor arrogant beiseite gewischt. Bei den Angehörigen der israelischen Opfer sitzt die Verbitterung über die damalige deutsche Inkompetenz und das Verhalten der Bundesregierungen bis heute immer noch so tief, dass sie in der „New York Times” jetzt mitteilten, der Gedenkveranstaltung fernzubleiben. Die angebotenen Entschädigungszahlungen von zehn Millionen Euro, von denen jedoch die bereits 1972 und 2002 gezahlten 4,6 Millionen Euro abgezogen werden sollen, hatten sie als „Trinkgeld“ zurückgewiesen.

Angebot „ein Witz“

Auch der israelische Staatspräsident Isaac Herzog soll das Angebot als „Witz“ bezeichnet haben, weshalb man nun befürchtet, dass auch Herzog die Gedenkveranstaltung boykottieren wird. Die Bundesrepublik, die sonst für alles in der Welt bereitwillig die Schuld auf sich nimmt, verweigert dieses Eingeständnis für die Vorfälle von 1972 bis heute. Die bisherigen Zahlungen erfolgten formal nicht als Entschädigung, sondern als „humanitäre Geste“, wobei die erste Zahlung über das Rote Kreuz abgewickelt wurde, um ein offizielles Schuldeingeständnis zu verweigern. In einem Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder schrieben die Hinterbliebenen: „50 Jahre Schmähung, Lügen, Erniedrigung und Abweisung durch die deutsche Regierung und insbesondere bayerische Behörden sind mehr als genug für uns.Sie fordern eine Entschuldigung für „all die Fehler, Unterlassungen und Lügen“, die Offenlegung sämtlicher Archive und eine angemessene Entschädigung nach internationalen Standards.

Weil dies allerdings zwangsläufig dazu führen würde, dass dann etwa auch die Zahlungen an Angehörige der RAF-Opfer erheblich angehoben werden müssten, widersetzt sich die Bundesregierung diesen Bestrebungen beharrlich. Mit der Folge, dass nun die gesamte Gedenkveranstaltung auf der Kippe steht. In Berlin versucht man nun mit allerlei rhetorischen Ausflüchten und formalen Zugeständnissen Schadensbegrenzung zu betreiben. Die Regierung ließ gegenüber dem „Spiegel” auf Anfrage ihr „Bedauern” mitteilen, dass es „bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht gelungen ist, (…) mit allen Hinterbliebenen zu einem Konsens zu kommen“, und betonte ausdrücklich ihre Bereitschaft, die laufenden Gespräche fortzuführen: „Die Bundesregierung würde sich wünschen, wenn an der Gedenkveranstaltung am 5. September auch Hinterbliebene teilnehmen würden.“ Sie wolle die Voraussetzungen schaffen, ein dunkles Kapitel in der deutsch-israelischen Geschichte aufzuarbeiten und angemessen zu würdigen.

Wenigstens klammheimliche Entschädigungen?

Zudem wurde die Gründung einer Stiftung als „private Initiative unter Beteiligung deutscher Unternehmen, sich ebenfalls finanziell einzubringen“, ins Spiel gebracht. Unter diesem Deckmantel könnten dann vielleicht auch weitere Zahlungen erfolgen – wohl in aller Stille. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist offensichtlich bereit, auf der Gedenkfeier zumindest eine „deutsche Mitverantwortung” einzuräumen. Außerdem wurde auch die Einsetzung einer deutsch-israelischen Historikerkommission angeboten, um die damaligen Ereignisse endlich lückenlos aufzuarbeiten. Ob dies jedoch genügen wird, um eine erneute Demütigung Deutschlands vor aller Welt abzuwenden, bleibt abzuwarten.

Die Hinterbliebenen der israelischen Opfer haben jedenfalls eine Einladung zu einer Gedenkveranstaltung in London erhalten. Ob sie sie annehmen werden, ließen sie offen. Sollten sie teilnehmen, während die Münchner Zeremonie mangels Teilnehmern abgesagt werden müsste, wäre dies ein weiterer diplomatischer Super-GAU für Deutschland und eine Fortsetzung des ungeheuerlichen Dilettantismus, der 1972 begann. Scholz‘ peinliches Schweigen bei der Israel-Hassrede des Palästinenserpräsidenten Abbas vorgestern Abend in Berlin passt dazu wie die Faust aufs Auge.

15 Kommentare

  1. Also geht es wieder einmal um Geld. Die interessiert wohl sonst nichts? Natürlich wird die Gedenkveranstaltung auch ohne die Geier stattfinden! Die gehen mir nur noch auf den Sack.

  2. „Die angebotenen Entschädigungszahlung von zehn Millionen Euro, von denen jedoch die bereits 1972 und 2002 gezahlten 4,6 Millionen Euro abgezogen werden sollen, hatten sie als „Trinkgeld“ zurückgewiesen.“
    Na da fehlen mir doch fast die Worte.Trinkgeld in Millionenhöhe,und wenn ein Deutscher, der ja hier schon immer lebte eine EU Rente beantragt, dann kriegt er einen Tritt in seinen Arsch. Beispiel hier mein Frau. Arbeitete in einem Schuhgeschäft als Filialleiterin. Musste zweimal erleben, das am Montagmorgen sie das Geschäft aufschloss und der Laden verwüstet, der Tresor aus der Wand gerissen, die Einnahmen gestohlen, die Markenartikel gestohlen und der Rest der Ware mit Messern zerschlitzt war. Das führte dazu, das meine Frau psychisch sehr krank wurde, nicht mehr arbeiten konnte. Nach den Krankschreibungen folgte die Aussteuerung. In einem Gutachten wurde ihr ein § anerkannt, der aussagte, das sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen würde, da sie nicht länger als 3 Stunden in der Lage wäre zu arbeiten. Bei dem weiteren Verlauf dieser Posse verschwand erst einmal der §.Einfach gestrichen.Einfach so. Nun forderte man sie auf, eine Rhea anzutreten. Das hat sie 5 Wochen lang über sich ergehen lassen, bei Dresden. Dort entließ man sie als nicht geheilt, nicht arbeitsfähig. Und schlug ihr vor, eine Erwerbsunfähigkeits Rente (EU) zu beantragen. Das geschah in Berlin, wurde aber in Gera bearbeitet. Warum, keiner weiß es. Da durch die Aussteuerung keiner mehr Geld zahlte musste sie einen Antrag im Sozialamt stellen. Eine weitere Schikane. Das Jobcenter hatte das gefordert, weil man ja erst prüfen musste, wer meiner Frau weiterhin Geld zahlen würde. Ich sagte, das das garantiert das Jobcenter sein wird. Und es kam so. Das Sozialamt lehnte den Antrag einfach ab. Zudem muss ich noch hinzufügen, das meine Frau immer noch einen Arbeitsvertrag hat, der aber nun seit Jahren ruht. Die Rentenversicherung in Gera, die warum auch immer den Antrag bearbeiteten sind nun ganz Perverse. Schickten sie doch meiner Frau eine Berechnung vor knapp 2 Jahren, was ihr bei einer vollen EU Rente zustehen würde ,inkl. den Nachzahlungen ab 2019, wo der Antrag gestellt wurde. Ganz am Ende steht dann handschriftlich „Probeberechnung“! Ist doch lustig, oder.Laufend mussten Gutachten vom Hausarzt, ihrer Psychologin erbracht werden. alles für den Arsch. Meine Frau wird von der Rechtsabteilung des DGB vertreten, und die kommen auch keinen Schritt weiter. Vor 14 Tagen sollte dann wiederum ein Gutachten erstellt werden. Der Arzt hat letztendlich wirklich meine Frau als voll arbeitsfähig eingeschätzt und ihr eine Arbeitszeit von 8 Stunden täglich bescheinigt. Somit hat das wiederum das Sozialgericht den Antrag abgelehnt. Sie hat immer gearbeitet, ihre Jahre für eine Rente erarbeitet und bekommt nichts als Schmähungen. Aber Dinge, die vor 50 Jahren in Deutschland geschahen, da stehen 10 Millionen bereit. Meine Schwester schrieb mir kurz, da diese Entscheidungen Methode haben.Wo Nachzahlungen anstehen, da werden die Anträge einfach unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt. Das hier ist kein Land mehr, das ist nur noch krank.

    • Zu Ihrer Schilderung des erschütternden Marathonlaufs, den Sie und Ihre Frau hinter sich haben:

      Sollten Sie noch Kraft und Zuversicht haben, dann gehen Sie in die nächste Instanz und verlangen, daß diesmal das Gericht(!) einen Gutachter beauftragt. Nach meiner Erfahrung (ich habe denselben Prozeß hinter mir wie Sie) sind die von den Gerichten hinzugezogenen Gutachter objektiver als die Gutachter des Rentenversicherungsträger, mit denen ich ebenfalls unsägliche Erfahrungen machte.
      Zudem sollten Sie wissen (auch wenn es jetzt vermutlich dafür zu spät ist), daß Sie nicht auf die Gutachter angewiesen waren, welche Ihnen der Rentenversicherungsträger benannte, sondern Sie hätten jederzeit auf einen von Ihnen gewählten Gutachter bestehen können. Zudem hätten Sie nach der Begutachtung durch einen Gutachter des Rentenversicherungsträgers jedesmal einen eigenen Bericht einreichen können, wie (womöglich einseitig und manipulierend) die angebliche Begutachtung ablief.

      Ich hatte Glück, weil ich an eine Sozialgerichtsrichterin geriet, die den Vertretern des Rentenversicherungsträgers am Schluß der Verhandlung die Leviten las. Ohne Hilfe eines einsichtigen Richters hat Ihre Frau nach meiner Erfahrung keine Chance, ihren Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente von der Rentenversicherung anerkannt zu bekommen. Die Entscheider dort sind knüppelhart und drehen und wenden sich in ihrer Argumentation, wie sie es für eine weitere Ablehnung gerade brauchen.

      Alles Gute für Sie beide und vor allem doch noch Erfolg!

    • Wenn ich das lese, bekomme ich dermaßen Wut, es überrollt mich geradezu! Ich lebe hier in Berlin unter einer der elendigsten Regierungen Weltweit und kann Ihre Verzweiflung gut verstehen! Bitte, wie auch immer: Bewahren Sie Ihre stärke und halten Sie aus…ich bin sicher, so sehr lange geht das mit diesen verlödeten Gestalten nicht mehr…wir müssen zu einander stehen und diesen ganzen Dreck beenden! Freundliche Grüße aus Berlin
      PS.: Das ist KEINE Hassrede, sondern absolute Verachtung…

    • Ich empfehle Ihrer Frau (als Frührentner mit Schwerbehinderung) dringend in den VDK einzutreten. Da kann sie nach 6 Monaten Mitgliedschaft deren Rechtschutz in Anspruch nehmen. Ohne jetzt näher auf meine Erfahrungen einzugehen. Bei der Gewerkschaft fand ich nur unfähige Penner und würde heute keiner mehr beitreten. Der VDK dagegen hat fähige Spezialisten. Die kennen sich aus und oftmals reicht schon ein Anruf an der richtigen Stelle, oder ein Briefkopf von denen. Die sind mit sämtlichen wichtigen Stellen vernetzt, auch in der Politik. Mir haben die schon mehrmals geholfen.

  3. Die RAF wurde und wird von der Stasi geführt, unter wohlwollender Billigung der deutschen Linken. Heute heißt sie Antifa und die Stasi Verfassungsschutz. Tarn NGO: Amadeo Antonio Stiftung.
    Letztlich: Deutschland wird beherrscht von Stasi, SED, RAF.
    Das war keine Unfähigkeit, sondern auch durchaus angeordnete Untätigkeit damals.
    Ich erinnere: Zu dieser Zeit tobten Titos Geheimdienstler durch Deutschland und ermordeten Dissidenten des damaligen Jugoslawien.
    Schmidt, etwas später, billigte und rechtfertigte die Pol Pot Junta als „einzig legitimierte Regierung“ Kambodschas.
    Schmidt rechtfertigte später auch das Verhalten Chinas 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens. Zusammen mit Ceausescu und Honecker!

  4. Es gibt Menschen(leben), die sind wertvoller als andere: besagte Vertreter lehnen 10 Mio als Trinkgeld für 2 Sportler- und 9 andere Geiselleben ab. Breitscheidtplatzopfer können davon nur träumen. Und den Opfern und Hinterbliebenen der Messerattacken „psychisch gestörter“ EinMänner bleiben selbst keine Trinkgeldträume. Sondern nur Albträume.

  5. Irgendjemand sagte einmal, daß das Gedächtnis von Manfred Schreiber („Kugelschreiber“) in Bezug auf die Ereignisse in München und Fürstenfeldbruck mehr weiße Flecken aufweise als eine frühneuzeitliche Karte von Afrika …

  6. Folgt dem Plan insbesondere Deutschland zu vernichten. Allgemeine VSA-Hörigkeit, Buntland war nie ein souveräner Staat.
    Aber schon bald…
    Wenn’s in Ostasien nicht auch noch eskaliert, sprich viell. 3. Wk (der bereits läuft; ich meine hier aber atomar), dann ist das „beste Deutschland, daß wir je hatten“ bald Geschichte.
    Ich freu mich drauf! Bin top motiviert und optimistisch wie nie zuvor.
    Die Welt, wie wir sie kennen, wird sich ändern, richtig. Allerdings nicht in Schwabs, Gates, Rothschilds usw. Sinne.
    In Bälde wird gründlich aufgeräumt…

  7. Gibt es eigentlich überhaupt noch irgendein Land auf der Erde, mit dem es sich diese (sogenannte) Regierung nicht verscherzt hat oder gerade dabei ist, das zu tun?
    Wer unseren Politikern noch zuhört, der macht das nur, weil er weiß, dass er wieder irgendwelche Gelder erhält. Der Rest der Welt lacht sich über uns kaputt oder ignoriert und einfach. Gerade unsere Beziehungen zu Israel sollten doch immer gepflegt werden – wie es oben im Artikel schon steht, wir nehmen sonst weltweit jede „Schuld“ auf uns, aber ausgerechnet diese nicht?!?

  8. Der dubiose, massig Steuergelder verbrennende „Staatssicherheitsbunker“ ist ein Beweis für die dem Volk weit entfernten Politiker, so frisch nach ihrem obersten Gebot:

    „odi profanum vulgus et arceo“
    (ich hasse das gemeine Volk und halte es mir fern)

    Ich darf ergänzen:
    ….hasse das gemeine Volk und halte es mir direkt nach der Wahl
    bis kurz vor Neuwahl fern

  9. Wann hören die deutschen Regierungen endlich auf, ständig den Forderungen Geschädigter und/oder ihrer Familien selbst noch Jahrzehnte nach dem schrecklichen Geschehen nachzukommen. Was geschehen ist, ist geschehen, und weder durch Geld noch auf andere Weise werden wir jemals zu einer Befriedung des gegenseitigen Verhältnisses kommen, solange die Opferseite dies verweigert.

    Die Familien der Opfer haben offenbar bereits zwei Zahlungen erhalten. Diesmal geht es offenbar auch wieder um Geld, aber um eine höhere Summe als von Deutschland angeboten. Diese Forderungen werden nie aufhören, wenn Deutschland sich nicht ermannt, nach 50 Jahren nunmehr einen klaren Strich zieht. Gedenkveranstaltungen können ja weiterhin stattfinden, dies aber dann unabhängig davon, ob die Nachkommen der Opfer daran teilnehmen wollen oder nicht.

    Ja, die Verantwortlichen 1972 müssen sich Naivität und vermutlich auch Leichtfertigkeit vorwerfen lassen. Aber es war keinerlei negative Absicht im Spiel.
    Ich will gar nicht bestreiten, daß die Kinder der ermordeten Athleten ihre Väter zeitlebens vermißten und auch weiterhin vermissen werden. Aber Deutschland kann sie auch durch noch so viel Geld oder Entschuldigungen nicht mehr lebendig machen. Es gibt keine andere Lösung, als daß die Nachkommen der Ermordeten die Situation so hinzunehmen lernen, wie sie nun mal leider ist. Und daß Deutschland lernt, hier eine klare Linie zu fahren und sich eine möglicherweise negative Reaktion des Auslands nicht mehr anzuziehen. Die bisherige Liebedienerei Deutschlands hat uns keinen Funken echter Sympathie und Anerkennung vonseiten des Auslands und der Nachkommen der Opfer gebracht. Ganz im Gegenteil: was immer Deutschland leistet, ist entweder das Falsche oder zu wenig.

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