Afghanistan: Weltweit das Land mit der stärksten Christenverfolgung

Taliban feiern den ersten Jahrestag ihrer Machtübernahme in Kabul (Foto:Imago)

Knapp 39 Millionen Menschen leben im Afghanistan, aber nur noch ein paar tausend Christen. In dem dauerhaft krisen- und kriegserschütterten Land ist der totalitäre Islam dank der Taliban-Machtübernahme letztes Jahr längst zur Staatsform erhoben worden. Dort werden nun die letzten verbliebenen Christen umso systematischer verfolgt, zu Regime-Gegnern erklärt und zu Feinden des Islams gemacht. In Deutschland sieht man das umgekehrt alles ein wenig anders: Hier gelten Afghanen – fast alle Muslime – gemeinhin als Schutzsuchende, Traumatisierte und Entwurzelte. Jedoch gibt es unter denen, die von dieser rücksichtsvollen Einstufung und Umsorgung hierzulande profitieren, nicht wenige, die in ihrer alten Heimat zu den schlimmsten Verfolgern von Minderheiten gehören würden. Kein Wunder: Afghanistan ist laut der Menschenrechtsorganisation „Open Doors“ derzeit das schlimmste Land in Sachen weltweiter Christenverfolgung.

Dort wird man nach muslimischem Recht bereits mit dem Tod bestraft, wenn man sich vom Islam abwendet und zu einer anderen Religion – etwa zum Christentum – konvertiert. Für Muslime ist dies eine finale Schande. Doch auch angestammte christliche „Kuffar”, „Ungläubige”, werden gnadenlos verfolgt –  weshalb afghanische Christen ihren Glauben nicht praktizieren können und außer Landes fliehen müssen. Mit dem endgültigen Abzug der westlichen Militärallianz Mitte August letzten Jahres hat sich die Situation sogar nochmals verschärft. Die Gesellschaftsformen werden immer strenger und rigider, das „Sich-Entledigen” aller Christen wird als allgemein verpflichtender Akt der nationalen Ehrenrettung angesehen.

Alter neuer Alptraum seit der erneuten Taliban-Machtergreifung

Bereits von 1996 bis 2001 hatten die Taliban über drei Viertel eines Landes beherrscht, dass seit 40 Jahren keinen Frieden mehr gesehen hat und sowohl wirtschaftlich als auch politisch völlig in Trümmern liegt. 54,4 Prozent aller Afghanen leben unterhalb der Armutsgrenze. Korruption, eine immense Verbrechensrate sowie die anhaltende islamische Radikalisierung sind das Ergebnis. 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes stammen aus der Schattenwirtschaft, zu der auch der florierende Opiumanbau als eine der Hauptsäulen der Landwirtschaft zählt. Mit dessen Erlösen werden bewaffnete Milizen finanziert und immer mehr Koranschulen errichtet, während die Christen marginalisiert werden und zu den einkommensschwachen Schichten des Landes gehören. Die Regierung hat weder Interesse an Frauenrechten noch daran, sich mit irgendwelchen ethnischen oder sexuellen Minderheiten zu arrangieren. Man geht davon aus, dass sich die Situation noch verschlechtern wird – und im Winter etwa 23 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein werden.

Wer immer sich vom Islam ab- und dem Christentum zuwendet, wird als Bedrohung für die muslimische Identität Afghanistans angesehen. Das Christentum wird generell als etwas Westliches wahrgenommen, das mit dem mohammedanischen Weltbild, dem „Haus des Islam”, als nicht vereinbar gilt. Seit der Wiedererlangung der Macht durch die Taliban gehen ausländische Beobachter von regelrechten Säuberungen aus, zumal diese nun an der Regierung über alle notwendigen Mittel verfügen und schon in der Vergangenheit mit radikaler Härte gegen die Feinde des Islams vorgegangen waren. Ferner existieren vor allem in den ländlichen Regionen sehr starke soziale Überwachungen und Kontrollen. Viele Christen müssen daher eine Art Doppelleben führen oder ein Dasein unter einer Tarnidentität fristen, stets in der Angst, denunziert zu werden. Fliegen sie auf, sind Leib und Leben ihrer ganzen Familie in akuter Gefahr.

Das Gegenteil des westlichen Verständnisses von Religionsfreiheit

Sogar Handykontrollen wurden von den Taliban bereits eingeführt, um Staatsfeinden und Andersdenkenden auf die Schliche zu kommen. Alleine der Verdacht auf christliche Glaubenszugehörigkeit kann Verhaftungen, die Zerstörung der Wohnung oder Beschlagnahme des gesamten Besitzes nach sich ziehen. Die Folgen für Betroffene: Familienmitglieder wenden sich aufgrund des gesellschaftlichen Drucks von ihnen ab, um die eigene Haut zu retten; das Sorgerecht über ihre Kinder wird ihnen entzogen. Der Zugang zur Bildung oder einem normalen Berufsleben bleibt ihnen verwehrt. Während Muslime bei uns in Deutschland auf eine freie Religionsausübung pochen und umso mehr „islamophobe“ Diskriminierung wittern, je mehr auf ihre Forderungen eingegangen wird, wird Religionsfreiheit in der muslimischen Welt systematisch unterbunden und sogar mit dem Tod bestraft, wenn es um Andersgläubige geht. Auch die Re-Konvertierung zurück zum Islam ist als Druckmittel sehr beliebt.

In Afghanistan herrscht bereits die Scharia ohne Wenn und Aber – dieselbe Scharia, die Grüne und Multi-Kulti-Linkspolitiker gerne hierzulande, zumindest in Teilen, eingeführt sähen. Christliches Leben und Treffen der Gemeinden müssen dort deshalb in den Untergrund oder ins Geheime verlegt werden – zumal es keine einzige offizielle christliche Kirche mehr im Land gibt. Die Möglichkeit zum Kauf von Bibeln oder andern christlichen Materialien existiert ebenfalls nicht, auch hier ist mit lebensbedrohlichen Konsequenzen sowohl für Käufer als auch Verkäufer zu rechnen. Wer sich nicht an die Scharia-Regeln hält oder „westlich” lebt, riskiert sein Leben, gegen Frauen wird massive körperliche Gewalt ausgeübt, sie werden zur Sklaverei oder in die Prostitution gezwungen, Mädchen werden im Kindesalter zwangsverheiratet. Männer werden oftmals gefoltert oder sexuell missbraucht. Junge Männer sollen hingegen in den Militärdienst einberufen werden, um für die Taliban zu kämpfen. Die gesellschaftliche Diskriminierung ist allgegenwärtig.

Dieser Beitrag erschien auch auf beischneider.

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7 Kommentare

  1. wenn genügend afghanen hier sind … geht es hier weiter… der islam gehört ja zu deutschland… im moment ist er leider noch etwas schwach vertreten…
    vieleicht könnten die grünrotzigen weiber ja bisschen mithelfen… da und dort ein bisschen sex mit messer am hals… dann schaffen wir das…
    ok die mord- und vergewaltigungsrate kommt dem heimatland schon ziemlich nahe… aber es darf schon noch etwas mehr sein… wen stört es …. inshallah …
    do guck na:
    In Afghanistan herrscht bereits die Scharia ohne Wenn und Aber – dieselbe Scharia, die Grüne und Multi-Kulti-Linkspolitiker gerne hierzulande, zumindest in Teilen, eingeführt sähen.

  2. Dem würde ich widersprechen – der Vatikan schlägt alle Länder.
    Ob mit C-19 Impferei oder mit Waffenlieferungen in die Kriesengebiete. Der Vatikan unternimmt
    NICHTS um Christen zu schützen – im Gegenteil. Für den Vatikan sind Christen nur noch ………!
    Vornehm gesagt “ Mittel zum Zweck „

  3. Afghanistan – hat da nicht auch die bunte Wehr Brunnen gebohrt und Mädchenschulen gebaut ?
    Ich meine – bevor sie dann heldenhaft geflitzt sind !

    Dumme Sache, wenn man auf unbewaffnete und unorganisierte Spaziergänger vorbereitet ist und sich dann plötzlich mit bewaffneten und engagierten Gegnern auseinandersetzen muß – die dann auch noch zurückschießen!

  4. Da gerade im Nahen Osten seit Jahren sehr viele im Namen des Christentums – gerade aus God’s own country mit ihren Vasallen unterwegs waren – auch wenn ihre Politik so überhaupt nichts mit Christentum zu tun hat/hatte-, muss man sich nun nicht wundern, wenn man derartige Reaktionen bei schlichten Gemütern hervorruft!

    Auch welch kultureller Stufe stehen denn die Taliban und ihre unmittelbaren Erschaffer?

    USA und Taliban sind vermutlich die einzigen Mächte auf der Welt, die nur „Weiß“ (sie selbst) und „Schwarz“ (alle andern) sehen. Und da „Grau“ schon die Vorstufe zu Schwarz ist, gilt es diese vorsorglich zu beaufsichtigen und ggf. zu vernichten.

    So lange die USA das politische Weltklima bestimmen, sind nachhaltig friedliche Lösungen ausgeschlossen!

  5. So lange die USA das politische Weltklima bestimmen, sind nachhaltig friedliche Lösungen ausgeschlossen!

    Dem stimme ich voll und ganz zu! Allerdings würde ich das nicht den Amerikanern anlasten, sondern einer geheimen Weltregierung, von Gottes Gnaden mit dem Segen des Papstes.

  6. Was steht denn in Bezug auf die Christen im Koran? Sie sind ja in den Augen der Muslime auch Kuffare, also Ungläubige.

    In Bezug auf die Juden steht folgendes im Koran:

    Sure 5

    [5:32] Deshalb haben Wir den Kindern Israels verordnet, daß, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne daß dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne daß ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land.

    [5:31] Der Lohn derer, die gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, daß sie getötet oder gekreuzigt werden oder daß ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder daß sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein, und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.

    https://islam.de/1410.php

    • Das Problem dürfte vor allem sein, dass der Islam von Menschen „gelebt“ wird, die vermutlich nicht mal lesen und schreiben können. Woher auch?
      Sowohl das Judentum als auch das Christentum sind für theologisch geschulte Mohammendaner ebenfalls „Buchreligionen“ und insoweit durchaus mehr geschützt als „Ungläubige“ – soweit eben die Theorie. Ein Jesus und eine Maria genießen sogar im Islam hohes Ansehen – wenn natürlich auch nicht das eines Mohammeds.
      Dass die Praxis – gegen Israel und gegen Christen – anders aussieht, hat eben andere Gründe als die „aus dem Koran“ .

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