Alle Jahre wieder: Reichen-Bashing im linken Blätterwald

Feindbild Geldadel (Symbolbild:Pixabay)

Die üblichen Verdächtigen im deutschen Medienbetrieb lassen kaum eine Gelegenheit aus, plumpe Klassenkampfparolen und Sozialneid alljährlich neu aufzukochen und ihrer in ökonomischen Zusammenhängen eher simpel gestrickten Leserschaft empörungsgerecht zu servieren. Vor allem derzeit wieder, pünktlich zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos, werden alljährlich die Forderungen nach einer „Reichensteuer” erneuert. Dazu gehören natürlich deftiges Schüren von Missgunst und Stimulation der bewährten Feindbilder. Was deren holzschnittartige Darstellung betrifft, nehmen sich deutsche Journalisten dann wenig im Vergleich zu den Feindbildern der ansonsten so geschmähten Verschwörungstheoretiker, nur dass, politisch opportuner, dann eben kein Rothschild oder Rockefeller, sondern ein Elon Musk am Pranger steht.

In seiner Titelstory dieser Woche fabulierte der „Spiegel” von einem „neuen Klassenkampf“, weil „Supermilliardäre wie Jeff Bezos und Elon Musk einen neuen globalen Geldadel“ bildeten und außerdem „immer mehr vom Wohlstand der Welt hamstern“ würden. Abgesehen davon, dass mit Bill Gates ein weiterer Hamsterer von Weltwohlstand in dieser Aufzählung fehlte – und zwar zufällig der, der alleine im vergangenen Jahr über seine Stiftung dem „Spiegel“ nicht weniger als 2,5 Millionen Euro spendiert hatte: Das Wehklagen über diese Konzentrationsprozesse kommt wahrlich aus berufenem Munde just von den Medien, die Lockdowns, wirtschafts- und freiheitsfeindlichen Maßnahmen und damit der Zerstörung des Einzelhandels zwei Corona-Jahre lang blindlings das Wort geredet haben und so ihren Teil dazu beitrugen, dass Amazon und andere Big-Tech-Giganten ihren Reichtum aufs Perverseste mehren konnten.

Die unselige Gerechtigkeitsdebatte

Doch nicht nur Medien, auch die globalen Umverteilungslobbyisten stoßen munter ins antikapitalistische Horn. Bereits zu Jahresbeginn forderten mehrere internationale Organisationen – darunter die NGO Oxfam – und greenwashing-affine Multimillionäre in taktischem Zweckmasochismus eine weltweite „Vermögenssteuer zur Corona-Bekämpfung”. Während Milliarden von Menschen während dieser Pandemie ums Überleben kämpfen müssten, klagte etwa Jenny Ricks von der linksglobalistischen Aktivistenbewegung „Fight Inequality Alliance”, gerate das Vermögen der Milliardäre außer Kontrolle. „Das kann nicht gerecht sein”, so Ricks. Und Oxfam – eine führende Welthungerhilfsorganisation – veröffentliche auch dieses Jahr wieder seine „Studie“,
die die angeblich explosionsartige Zunahme von Superreichen und die angeblich zugleich anschwellende Armut bejammert.

Allerdings ist gerade Oxfam seit Jahren geradezu berüchtigt dafür, falsche Zahlen in die Welt zu setzen, um seine eigene Agenda zu befördern, die in der angeblichen Bekämpfung „sozialer Ungleichheit“ besteht. Sicher ist nicht alles daran falsch: Die Kritik an den Corona-Impfstoffherstellern, die mit ihren mehr als fragwürdigen Erzeugnissen Milliardengewinne einfahren, trifft fraglos ins Schwarze.

Allerdings kritisiert Oxfam hier auch eher die angeblich ungleiche Verteilung der Impfstoffe. Außerdem wird nicht problematisiert, dass in erster Linie die durch die Corona-Politik angerichteten Produktionsrückgänge und unterbrochenen weltweiten Lieferketten schuld an Millionen von zusätzlichen Hungertoten waren (und nach wie vor sind) – und nicht das explodierende Vermögen von Superreichen, das zudem meist in Firmenbeteiligungen und volatilen Aktienwerten steckt und somit virtuell ist.

Nicht fehlen darf im alljährlichen Oxfam-Lamento auch die angeblich ubiquitäre und prinzipiell überall bestehende massive Ungleichbehandlung von Frauen. So wächst sich der alljährliche Bericht zur vorhersehbaren Litanei mit passend gemachten Zahlen aus, die immer die vorgefertigte Ideologie bestätigen. Positive Entwicklungen in der Armutsbekämpfung werden dabei grundsätzlich ausgeblendet.

Betteln der Magnaten um höhere Steuern

Was am Ende bleibt, sind Forderungen nach allen Arten von Steuererhöhungen und Sonderabgaben (obwohl diese an den eigentlichen Problemen, sofern sie überhaupt existieren, nicht das Geringste ändern würden). Auch auf dem diesjährigen Davos-Treffen stimmten einige Millionäre bereits wieder in den Besteuerungschor ein und forderten, dass man sie doch bitte gefälligst höher besteuern möge. Was sie allerdings davon abhält, ihr Vermögen einfach aus freien Stücken sinnvoll zu spenden und warum sie darauf bestehen, es ausgerechnet ineffizient operierenden und misswirtschaftenden Regierungen in den Rachen zu werfen, erklären sie jedoch nicht.

Der Selfmademillionär Rainer Zitelmann hat diese Heuchelei
bereits mehrfach kritisiert: „Was mich richtig ärgert, sind Multimillionäre, die selbst alle Steuergestaltungen exzessiv ausnutzen und dann öffentlich verkünden, sie würden gerne mehr Steuern zahlen.“ Und weiter: „Obwohl einige Millionäre darunter leiden, zu wenig Steuern zu bezahlen, bleibt eigenartigerweise das Konto der Finanzverwaltung, auf das man freiwillig Geld an den Fiskus überweisen kann, Jahr für Jahr fast leer.“ Außerdem sei der antikapitalistische Meinungsdruck auch auf Milliardäre so groß, dass viele wohlfeil darin einstimmten – vor allem auch weltbekannte Superreiche wie Bill Gates, Warren Buffett oder Michael Bloomberg; diese allerdings hätten ihre Schäfchen längst im Trockenen und könnten es sich bequem leisten, noch höhere Steuersätze zu fordern. Das Ganze ist also alter Wein in neuen Schläuchen, der jedes Jahr aufs Neue ausgegossen wird, um die ewig gleichen unnützen Forderungen zu begründen.

9 Kommentare

  1. https://youtu.be/DhU2jw8oPkA

    Möglicher Wahlbetrug in Berlin – Wahlwiederholung?
    Schaut und hört das Video bis zum Ende !

    Es sollen bereits Klagen eingereicht worden sein?
    Welche Chancen sollen in dem „Kartel Berlin“
    denn solche Klagen auf Ermittlungsaufnahmenhaben?
    Staatsanwälte sind in den Bundes-Ländern den jeweiligen
    Jusitizministerien unterstellt.
    Was soll denn dort ein Staatsanwalt machen, wenn
    er auf dem kurzen Dienstweg vom Justizministerium
    den Auftrag erhält, das „Ding“ auszusitzen?
    Berlin, dort wo es sich für grün-rot bestens auf Kosten
    der Steuerzahler leben lässt !

  2. Diesen Beitrag des Autors finde ich mehr als einseitig.

    BioNTech hat 2021 einen Nettogewinn in Höhe von 10,3 Milliarden Euro erzielt. Im Jahr zuvor hatte das Plus noch bei 15,2 Millionen Euro gelegen. Der Umsatz sprang von 482 Millionen Euro auf knapp 19 Milliarden Euro.

    Dieses Geld sucht gewinnträchtige Anlagemöglichkeiten, die mit Sicherheit nicht dem Interesse der deutschen Bevölkerung dienen.

  3. Legitime Vermögenszuwächse?

    Es gibt Reiche und es gibt Superreiche. Letztere sind häufig Hedgefonds oder (Ex-)CEOs großer Techunternehmen, welche die Welt wie ein Kartell unter sich aufgeteilt haben. Durch das Kartellrecht gab es früher noch zaghafte Bemühungen solche Unternehmen (aus gutem Grund) zu zerschlagen, denn ohne derartige Monopolisten gäbe es diese Zugewinne der Privatvermögen von CEOs wohl kaum. Was passiert, wenn man Alphabet, Amazon und Microsoft gewähren lässt, können wir gerade erleben. Wir erleben eine Verfilzung von Politik und großem Geld, was man gemeinhin als Korruption begreift. Es ist kein Gewinn für die (Welt-)Gemeinschaft, wenn das in private Stiftungen investierte Geld, in der ganzen Welt für eine verzerrte Politik sorgt.

    Wer sich auch nur kurz mit Public Private Partnerships befasst, sollte bemerken, dass uns der Kapitalismus in seiner neoliberalen Ausprägung gerade sehr große Probleme bereitet und – ich weiß, dass es auf diesen Seiten hier vermutlich nicht gerne gesehen wird – selbst Marx stellte in seinem unvollendeten Spätwerk Maschinenfragment nahezu genüßlich fest, dass der Kapitalismus in letzter Konsequenz zu einem Kommunismus transformieren müsse, spätestens wenn der Mensch selbst, also Körper, Geist und Seele, von der Maschine verschlungen würde, nachdem seine Arbeit mehr oder minder überflüssig wurde.
    Selbst in der Vergangenheit verrückteste Verschwörungstheorien sind aufgrund der ungezügelten Entwicklungen der letzten Jahrzehnte mittlerweile denkbar.

    So fallen bislang abwegige Ideen auf immer fruchtbareren Boden, wenn z.B. Vertreter malthusianischer Lehren davon reden, die Mutter Erde „leide“ unter zunehmender „Überbevölkerung“. Dahinter steckt nicht nur eine implizierte „ökologische Katastrophe“ durch uns „CO²-Schleudern“, sondern einfach die Überflüssigkeit der menschlichen Arbeitskraft, da in der Verwertungslogik der monopolistischen Unternehmer diese ausschließlich von Maschinen übernommen wird.
    Ich sag es mal ganz drastisch: „Wir“ brauchen, solange Maschinen dies nicht von selbst können, nur noch Ingenieure zur Wartung und Konstruktion. Das wars. Der Rest kann (und soll?) sterben. Gerade für Deutsche, die sich gerne über ihre (teils sinnlos in Büros abgesessene und zum Selbstzweck reduzierten) Arbeit definieren, kommen harte Zeiten zu. Versprochen.

  4. Absolut unterirdischer Artikel, weil nicht nur einseitig, sondern auch noch falsch. Hätte der Autor sich einmal mit der sog. steuerlichen Inzidenztheorie beschäftigt, wäre ihm aufgefallen, dass die Hauptlast durch die kleinen und mittleren Einkommen getragen wird, während die großen Einkommen und Vermögen weitestgehend verschont werden. U.a. liegt das an dem unverhältnismäßig hohen Anteil an verbrauchsbasierten Steuern, als da sind im besonderen Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Ökosteuer, CO2-Abgabe etc.

  5. Macht ist Geld, der leidente Mittelstand u. die Werktätigen, Leiharbeiter, Rentner, Alleinerziehende mit ihren
    täglich schrumpfenden Mini-netto-Einkommen, denen künftig die Wahl bleibt warme Wohnung oder voller
    Bauch, beides zusammen ist für die o.g. Bevölkerungsgruppe i.d. BRD unmöglich geworden ! Öffentl. Unmuts-Demos zeigen dies den selbstzufriedenen, diätengeschwängerten Dt. Politikern an !!!

  6. Ewiges Argumentieren hin und her: Geht es den Reichen gut, geht es allen gut; die Reichen bestehlen die Armen!

    Es kotzt mich langsam an: Kein Mensch sollte über ein Vermögen von mehr als 3 Milliarden verfügen und keiner – auch nicht ein ausgemachter Faulenzer – sollte weniger haben, als es eine faire Berechnung ergibt!
    Das Geld und die wirtschaftliche Produktivität sind allemal da – wenn man die ideologischen Scheuklappen mal absetzt!

    Diese Rahmenvorstellung könnten sich im Grunde – jedenfalls nach ihrem Geschwätz – alle Parteien auf die Fahnen schreiben und gleichwohl innerhalb dieses Rahmens ihre ideologischen Streitereien austragen.

    Geld ist nicht nur Ausdruck von Lebensqualität, sondern eben auch von Macht. Vermögen ist auch nicht unbedingt Ausdruck besonderer Gemeintauglichkeit oder besonderer Verdienste. Selbst wenn, ist der Rahmen noch allemal ausreichend. Das gilt für Manager, Fussballspieler oder wen auch immer.

    Ausschließlich wegen der damit verbundenen und damit auch unkontrollierbaren Macht gehören die Vermögensverhältnisse in einen Rahmen gestellt, der dem menschlichen Streben und Wirken einen Rahmen setzt.

    Aber wer interessiert sich schon für eine menschengerechte Gesellschaft? Offenbar niemand – von man von Show-Effekten und Phrasendrescherei absieht. Die einen, weil sie nichts abgeben und die anderen, weil sie nichts dafür tun wollen. Das erklärt zwar noch nicht alles, aber vieles!

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