American Club of Hamburg: Ein Medienmanager und die alternativen Medien

Die personifizierte Lauterkeit: Hans Demmel (Foto:Imago)

Der „American Club of Hamburg e.V.” hat eine Facebookseite, auf welcher er wiederum auf eine Veröffentlichung der Seite „Eventbrite.de” verweist. Dort heißt es unter der Schlagzeile „Hans Demmel: Anderswelt – was ‚alternative Medien‘ mit uns machen”, der Journalist Demmel habe einen Selbstversuch unternommen und ein halbes Jahr lang ausschließlich alternative Medien konsumiert. Demmel (65) ist ein deutscher Journalist, Medienmanager und Geschäftsführer der TV-Produktions- und Beratungsfirma ONE STOP. Von 2007 bis Februar 2019 war Demmel Geschäftsführer von n-tv (RTL-Group, Bertelsmann) und bis September 2020 zugleich Vorstandsvorsitzender des VAUNET, einem Verband privater Medien in Berlin. Zuvor war er als freier TV-Mitarbeiter beim „Bayerischen Rundfunk“ und hat dort u.a. für die „Rundschau“, die „Tagesschau“ und die „Abendschau“ gearbeitet. Dann war er noch bei SAT.1 und RTL und lehrte parallel dazu an der bayerischen Akademie für Fernsehen in München. Er saß in der Jury bei der Wahl des „CNN-Journalist of the year“. Wikipedia schreibt über ihn: „2021 veröffentlichte er zusammen mit dem Journalisten Friedrich Küppersbusch eine Mischung aus Tagebuch, Dokumentation, Reportage und Interviews über rechte Medien in Deutschland. Demmel konsumierte dazu selbst über 5 Monate primär diese „alternativen Medien“. Demmel und Küppersbusch kamen zu dem Schluss, dass das Gefährdungspotential für die Demokratie nicht nur unbekannt ist, sondern sträflich unterschätzt wird.

Hans Demmel, Journalist (Foto: Screenshot Facebook)

Erste Gegenüberstellung: Beim „American Club of Hamburg e.V.“ heißt es, Demmel habe sechs Monate lang „ausschließlich (rechte) alternative Medien” konsumiert. Bei Wikipedia heißt es, es seien fünf Monate gewesen, in denen er nicht „ausschließlich“, sondern „primär“ alternative Medien konsumiert habe. Ansonsten: Das Unbekannte wird seit jeher sträflich unterschätzt.

Aber der Reihe nach: Als der „American Club of America e.V.“ mit diesem Beitrag bei Facebook herauskam, konnte man ihn noch kommentieren, was ich getan habe. Wenig später war mein Kommentar weg – und die Kommentarfunktion komplett abgeschaltet. Das ist aus Sicht des „American Club of Hamburg e.V.“ verständlich. In meinem Kommentar hatte ich die völlige Nutzlosigkeit von Demmels Selbstversuch unwiderlegbar nachgewiesen – und das war noch nicht einmal schwierig.

Als erstes nahm ich die Schlagzeile auseinander. „Hans Demmel: Anderswelt – was ‚alternative Medien‘ mit uns machen„. Moniert hatte ich, daß alternative Medien „mit uns“ gar nichts machen, weil Demmel der einzige ist, der sechs Monate (oder fünf?) „ausschließlich“ alternative Medien konsumiert hatte. Wenn alternative Medien also etwas gemacht hätten, dann ausschließlich mit ihm selbst – und mit niemandem sonst. Kein Mensch außer Demmel konsumiert ein halbes Jahr lang ausschließlich (oder „primär“?) alternative Medien.

Ausweichen ist unmöglich

Gerade in den sozialen Netzwerken, über die sich alternative Medien verbreiten, ist es schier unmöglich, dem ganzen Presse-Mainstream aus dem Weg zu gehen. ARD & ZDF, Spiegel, Zeit, FAZ, RND, Madsack, t-online, BILD u.v.a.m. werden in den sozialen Netzwerken so oft verlinkt und geteilt, daß es schier unmöglich ist, sie zu ignorieren. Niemand außer Demmel konsumiert „ausschließlich“ alternative Medien.

Sein Selbstversuch war also hinsichtlich eines Erkenntnisgewinns zu der Frage, was alternative Medien „mit uns“ machen, vollkommen nutzlos. Wenn sie etwas „gemacht“ haben, dann ausschließlich mit Demmel und mit niemandem sonst. Und selbst das hat er sich ganz alleine ausgesucht. Vielmehr ist es so, daß Sinn und Zweck der alternativen Medien ist, dem Medien-Mainstream eine alternative Berichterstattung, alternative Meinungen und Kommentare gegenüberzustellen, so daß ein Abgleich hinsichtlich der Plausibilität von Mainstream-Meldungen unter Einbeziehung der je eigenen Lebenserfahrung durch den „Gesamtmedienkonsumenten“ vorgenommen wird, was der allgemeinen Meinungsbildung nur förderlich sein kann, keinesfalls aber abträglich. Bereits die Schlagzeile war von mir also als beispielhaftes Framing entlarvt worden. Von wegen „machen mit uns“. Allenfalls mit Demmel haben sie etwas „gemacht“, die „(rechten) alternativen Medien“.

Eventbrite und das Aspen-Institut

„Eventbrite“ – der Firmenname verrät es schon – ist gar nicht so sehr ein Medienunternehmen, sondern eine Eventagentur, die nach eigener Aussage Menschen zusammenbringt und sie gemeinsam am Liveerlebnis teilhaben läßt. Wie kommt Demmel mit seinem „Anderswelt-Selbstversuch“ also ausgerechnet auf so eine Seite – und wieso wird die wiederum vom „American Club of Hamburg e.V.“ bei Facebook verlinkt und mit einem einführenden Kommentar versehen? Womöglich liegt das an der Gründerin von „Eventbrite“, der 1979 in Santa Cruz geborenen Julia Hartz. Sie hat einen „Bachelor of arts“ in Telekommunikation und fand den Wohlgefallen des Aspen Instituts, welches sie 2018 als einen Fellow der „Class of Henry Crown“ akzeptierte. Das „Henry Crown Fellowship Program“ des Aspen Instituts wurde 1997 ins Leben gerufen und hat es sich offiziell zur Aufgabe gemacht, die „nächste Generation“ von „gemeinschaftsorientierten Führern“ (was auch immer das sein soll) heranzuziehen, um sie mit den „Werkzeugen“ auszurüsten, die sie brauchen, um die Herausforderungen von „business leadership“ (Schwammerlzucht?) im 21sten Jahrhundert zu bewältigen.

Claus Kleber, am 31.12.21 in den „Ruhestand“ getretener Ex-Anchorman der ZDF-Nachrichten ist übrigens Kuratoriumsmitglied der Berliner Dependance des amerikanischen Vereins „Aspen-Institut“. Das Aspen Institut wiederum verleiht den „Shepard Stone Award for Outstanding Transatlantic Leadership“. Preisträger sind u.a. Mathias Döpfner (Springer CEO, hat BILD-Chefredakteur Reichelt entlassen) und – man glaubt es kaum: Wolf Biermann! Auf welche Weise ausgerechnet der Gitarrenprofi und Linkenlyrik-Produzent Wolf Biermann zu einem herausragenden transatlantischen Führer geworden sein könnte, bleibt dem Unbedarften ein völliges Mysterium. Ob es wohl ausgereicht hat, daß er seinen 85sten Geburtstag mit der ehemaligen FDJ-Sekretärin Merkel und dem Pahl-Rugenstein-Autor Steinmeier gefeiert hat? Sei es wie es sei: Das Aspen Institut Deutschland e. V. wiederum wird von einem „Verein der Freunde des Aspen Instituts“ unterstützt. Diesem Verein gehören als Firmenmitglieder u. a. die Deutsche Bank AG und die Daimler AG an. Aber auch öffentliche Einrichtungen zählen dazu. Laut dem Jahresbericht 2018/2019 waren das u. a. das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die Open Society Foundation von George Soros, die Dürr Stiftung und das Land Baden-Württemberg. Außerdem Microsoft (Impfstoff-Billy) und Telefonica. Langjähriger Vorsitzender des Aspen Instituts war übrigens der Ex-CNN-Chef Walter Isaacson.

Gehaltloser Selbstversuch

Und dann das: „Hans Demmel: Anderswelt – was ‚alternative Medien‘ mit uns machen.“ – Das ist alles ein derartiger Sumpf, in dem sich Demmel tummelt, daß er eigentlich ausgetrocknet gehört. Wenn überhaupt eine solche Schlagzeile, dann hätte das „mit uns“ in Anführungszeichen gesetzt werden müssen, nicht das „alternative Medien“. Aber zurück zur eigentlichen Angelegenheit.

Wenn also feststeht, daß der Selbstversuch von Hans Demmel keine für die allgemeine Praxis relevanten Erkenntnisse liefern konnte, weil schon die Prämisse, daß außer ihm selbst sonst noch jemand „ausschließlich“ alternative Medien konsumiert, völlig an den Haaren herbeigezogen war, – warum hat Demmel dann diesen Selbstversuch überhaupt unternommen? Fest steht, daß er einer Absicht gefolgt sein muß. Sehr wahrscheinlich war es Demmels Absicht, die alternativen Medien grundlos zu diskreditieren. Vielleicht wollte er jemandem einen Gefallen tun damit. Vielleicht wurde er von jemandem diskret dafür bezahlt, daß er einen derartig irrelevanten Versuch aufzieht, um als nächstes über seine „Erkenntnisse“ zu berichten – wer weiß? Aber allein schon die Tatsache, daß es ausgerechnet Demmel, eine der führenden „Sumpffiguren“ aus dem Medien-Mainstream gewesen ist, die geglaubt haben muß, sie käme damit durch, irgendwem zu erklären, was die alternativen Medien „mit uns“ machen, obwohl inzwischen immer mehr Medienkonsumenten klar ist, was der Medien-Mainstream mit seinen zahlreichen „Demmels“ tatsächlich „mit uns“ macht, zeugt von einer derartigen Abgehobenheit, daß man nur noch in schallendes Gelächter ausbrechen könnte, würde man nicht zugleich auch unterstellen müssen, daß selbst ein derartig bescheuertes Kalkül noch aufgehen könnte in einem völlig in die doktrinäre Desinformiertheit geschickten Massenmedienvolk.

Sprachlos?

Festzuhalten ist: Bei Facebook hatte ich den Hinweis und die einführenden Worte des „American Club of Hamburg e.V.“ zum Demmel-Artikel bei „Eventbrite“ sinngemäß so kommentiert wie gerade beschrieben – und keinen ganzen Tag später waren sowohl mein Kommentar verschwunden sowie die Kommentarfunktion deaktiviert. Kann es möglich sein, daß den Herrschaften keine plausible Gegenrede mehr eingefallen ist, von der sie hätten begründet annehmen dürfen, daß sie geeignet sein könnte, meine Argumentation zu zerstören? Hatten sie Angst vor der Blamage? Der „American Club of Hamburg e.V.“, „Eventbrite“, das „Aspen Institut“, die deutsche „Linke“ (Biermann!) – das ist alles nur noch eine derartig inzestuöse Polit- & Medienveranstaltung, daß mit dem Klammerbeutel gepudert sein muß, wer immer noch glaubt, der Medien-Mainstream liefere objektiv wahre Berichterstattung.

Dabei habe ich von Sascha Lobo und seinem jüngsten Anfall in „Billys Impfstoff-Postille“, die sich noch immer „Spiegel“ nennt (zuletzt 2,9 Mio. Dollar von Impfstoff-Billy-Gates zur Erhaltung der journalistischen Unabhängigkeit kassiert), noch gar nicht geredet. Der reaktionäre Sascha hat nämlich außer der einen „Pandemie“ noch eine weitere ausgemacht. Er nennt sie die „Denkpest“ – und wenn man das richtig interpretiert, meint er wieder das Gegenteil von dem, was zutreffend wäre. Von Lobos „Denkpest“ sind nicht die befallen, die jedes Vertrauen in Politik und Medien verloren haben, sondern die anderen. Das sind die, die sich dieses Vertrauen partout nicht ausreden lassen wollen. Das ist die wahre Denkpest. Demmel, Lobo, Kleber, Biermann, Döpfner – und die „Denkpest“ der anderen. Es ist nur noch grotesk.

Um es rustikal auszudrücken: Wenn schon Dritter Weltkrieg, dann bitte gegen diese inzestuöse Schlangengrube und ihr mediales Natterngezücht aus Stiftungen und NGOs samt der ganzen Vielzahl an „Journalisten“, die sich peu a peu allem möglichen verpflichtet haben, außer eben einer möglichst objektiven Darstellung der Realität. Das sind die Totengräber jeder demokratischen Meinungsbildung. Das ist eine einzige gigantische Illusionsfabrik. Die kann nicht nur weg, sondern die muß weg, bevor es endgültig gar zappenduster wird im Hirn des demokratischen Souveräns.

9 KOMMENTARE

  1. Alternativ scheint in den Augen der politisch Korrekten gleichbedeutend mit „rechts“ zu sein. Die vorgefertigte Meinung dieser stromlinienförmigen Berichterstatter und sonstiger Speichellecker, die in Wirklichkeit nichts weiter als Influencer, nämlich Beeinflusser, sind interessiert selbständig denkende Menschen so gut wie überhaupt nicht, so gerne sie sich auch als maßgebliche Meinungsmacher sehen würden. Dieser Artikel lässt noch einmal ein Stück tiefer in die Medien oder solche, die sich dafür halten, blicken https://www.publicomag.com/2021/12/biete-wahrheitsbollwerk-brauche-sehr-dringend-steuermillionen/

  2. „Früher machte man sich Sorgen um Jugendliche, die Videospiele konsumieren. Heute macht man sich Sorgen um Erwachsene, die ‚Tagesschau‘ gucken.“

    (Boris Reitschuster / Jüdische Rundschau)

  3. Alternativ ist ganz viel Nazi, deshalb muss es weg. Denn die Wahrheit kann man nicht zulassen, sie muss alternativ bekämpft werden.

  4. ZITAT: „Der „American Club of Hamburg e.V.“, „Eventbrite“, das „Aspen Institut“, die deutsche „Linke“ (Biermann!) – das ist alles nur noch eine derartig inzestuöse Polit- & Medienveranstaltung, daß mit dem Klammerbeutel gepudert sein muß, wer immer noch glaubt, der Medien-Mainstream liefere objektiv wahre Berichterstattung.“

    Kennt jemand noch das Wort Seilschaften?

  5. Demmel: einer dieser alternden Folterknechte der Kriegsverbrecherpropaganda, welche ihren Bedeutungsverlust nicht ertragen und die eignen Schandtaten nun auf die alternativen Medien projizieren.

  6. Nun, da muss ich zumindest diesem Satz widersprechen: „Kein Mensch außer Demmel konsumiert ein halbes Jahr lang ausschließlich …“ Ich bin einer derjenigen, der seit Jahren alternative Medien nicht konsumiert, sondern liest und zwar ausschließlich. Erstaunlicherweise halten meine Kollegen und Freunde mich für einen der bestinformiertesten Menschen, den sie kennen. Weil seltsamerweise die Fakten, die ich nennen kann, überprüfbar und korrekt sind. Die meisten alternativen Medien nennen (meistens sogar verlinkt) ihre Quellen, sind also überprüfbar. Etwas, was man von ZDF,ARD und wie sie alle heißen, nur selten sagen kann.
    Zitate werden korrekt wiedergegeben, ohne aus dem Zusammenhang gerissen zu werden, meistens ebenfalls mit Quelle. Immer öfter scheint mir, dass die meisten Mainstreamjournalisten nicht einmal wissen, dass das RKI, das PEI, die CDC und andere Gesundheitsdatenbanken öffentlich zugängliche Websiten haben, denn sobald ich diese studieren (was ich regelmäßig tue) komme ich meisten zu ganz anderen Ergebnisse als besagte Mainstreamjournalisten. Nun ja, ich habe halt nicht Journalistik studiert, nur Informatik …
    Ach so, einen Facebookaacount habe ich seit zwei Jahren nicht mehr. Ich will nicht Mitglied einer „Community“ sein, deren Hauptstandard das maschinelle Löschen unliebsamer Beiträge ist.
    Schönen Abend noch. Muss lesen, Ansorge, TK, PI, Tichy, Achgut, Cashcurs, reitschuster, science files. Nur um nur ein paar wenige zu nennen.

  7. @Rainer Sonnberg: …………me too 😉
    Ich verweigere mich seit über 10 Jahren diesen „Dreck“ zu konsumieren und auch bei mir kommen mittlerweile die Leute und fragen nach diesem oder jenem, weil laut deren eigener Aussagen, ich sehr gut und sehr detailliert informiert bin.
    Mein Umfeld (und das ist kein Kleines) weis seit Langem, dass wir (auch meine Gattin) seit Jahren weder ÖR oder Mainstream im TV schauen und auch keine Blätter von Krone,Kurier,BILD,Presse usw usf in die Hand nehmen.
    Einen wesentlichen Unterschied gibt es für mich auf alle Fälle, denn in den alternativen Medien findest du fast immer gute Quellenangaben, was für mich sehr wichtig ist, denn Stellung nehme ich nur, wenn ich direkt die Quelle gelesen und verifiziert habe. Was im Gegenzug bei den ÖR und Mainstream fast schon lustig anmutet, wenn sie z.b schreiben „aus anonymen Geheimdienstquellen“ oder sich gegenseitig als Quellen angeben.
    Ach und noch etwas Herr Demmel, Frazenbook als alternatives Medium zu bezeichnen ist ein Witz in sich 😉

    p.s.: ja ich habe auch einen Facebook acc; dieser war aktiv von 2004 bis 2007 und seit dem Erkennen in welche Richtung es geht, wurde er still gelegt.

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