Antifa ist Liebe!

Friedliche Demokraten unter sich (Foto:Jouwatch)

Allerlei Kurioses ließ sich in den sozialen Medien in den letzten Tagen wieder vernehmen. Zum Beispiel fand eine Dame aus Hagen auf ihrer weißen Couch ein schlafendes Wildschwein vor, das sich dortselbst nach einer Verwüstungstour durch ihre Wohnung erschöpft niedergelassen hatte. Eine Situation, in der man sich gern ungläubig mit einem Cognac auf sein Sofa fallen lassen würde – wenn dort nicht das besagte Wildschwein schnarchte. Die Polizei Mittelfranken – zugegebenermaßen nicht für Hagen zuständig – hätte jedenfalls nicht zur Hilfe eilen können, denn sie war mit einem Notfall nationaler Tragweite beschäftigt: Ein Unhold hatte einen Stapel pornografischen Heftguts auf der Straße entsorgt; aus den Neunzigern, das kommt strafverschärfend hinzu. Der arme Polizist, der diese Meldung verfassen musste, welche eine Welle der Heiterkeit auslöste, hatte bestimmt eine Wette verloren.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Wildschwein, Pornografie und dem nachfolgenden Zeugnis der antifaschistischen Alltagspoesie, die sich unter einem Tweet des Berliner AfD-Abgeordeneten Gunnar Lindemann einfand?

(Screenshot:Twitter)

Vielleicht hatte sich das Wildschwein nach der Entsorgung seiner nicht mehr benötigten Hefte und der Verwüstung der Hagener Wohnung auch noch an den Rechner der Dame gesetzt und ein wenig getwittert? Erzürnt über die allgemeine Neigung, seine Gattung mit dem gemeinen Wald-und-Wiesen-Nazi in Verbindung zu bringen, beschloss es eventuell, in elaborierter Wildsau-Prosa seinen Unmut darüber in die Tastatur zu ergießen…

Oder ist unser Wildschwein gänzlich unschuldig und das in der bodenständig-ehrlichen Sprache der ethnisch herausgeforderten Stadtviertel Deutschlands verfasste Manifest stammt von einem Vertreter der Gattung Homo antifantiosus marxii? Das ist nur schwer zu glauben – denn bekanntlich finden sich Drohungen, Beschimpfungen und Bodyshaming ja nur in den Tweets von rechten „Hassern und Hetzern”. Es müsste sich demnach um einen absoluten Einzelfall handeln – vielleicht von jemandem, der noch nicht weiß, dass Antifa Liebe und Gerechtigkeit bedeutet? Die aufrechten Demokraten von der Antifa fallen auf keinen Fall derart aus der Rolle! Da könnte man ebenso gut behaupten, es gäbe muslimische Attentäter – das ist doch einfach lächerlich!

Aber mal im Ernst: Sind sie nicht ganz reizend, unsere selbsternannten Hüter von Gerechtigkeit und Wahrheit? Mittlerweile vom einstigen Erzfeind SPD für stubenrein erklärt, jäht und zornt man sich fröhlich durch das Internet. Gunnar Lindemann, der sich durch das gelassene Verzehren einer Currywurst inmitten eines Antifa-Trubels – man sollte ihn dafür zum Ehrenbürger Bottrops ernennen – einen gewissen Kultstatus erworben hat, wird derzeit besonders häufig Opfer solch „liebenswürdiger“ Pöbeleien.

Stolperfallen im PC-Irrgarten

Einmal abgesehen davon, dass die Antifa oft selbst Gerüchte streut, um ihre Gegner bezüglich ihrer Strukturen aufs Glatteis zu locken und anschließend vorzuführen: Mal ist sie „die Antifa“, wenn es um politische Unterstützung geht, dann wieder erklärt sie sich zum unvernetzten Häuflein, das nur hin und wieder zufällig auf Gesinnungsgenossen zur gemeinsamen Demo trifft und dabei ebenso „zufällig“ eine Art Uniform trägt. Aber auch wenn sie mal nichts anzündet, benimmt sie sich ungeniert wie die Axt im Wald – obwohl doch angeblich allen so sehr daran gelegen ist, „den Hass” aus unserer Gesellschaft zu verbannen. Jedem, der über ein wenig gesunden Menschenverstand verfügt, muss klar sein, wie aussichtslos so etwas ist, weil man niemandem ein Gefühl verbieten kann, sondern lediglich das Ausleben desselben.

Im Irrgarten der politischen Korrektheit lauern an jeder Ecke Stolperfallen, aber innerhalb der eigenen Blase muss man schließlich das Wettrennen um den Posten des „Mr. Woke” gewinnen. Auf den ersten Blick erscheint es widersprüchlich, wie ein derart „Aufgeweckter“ gleichzeitig so aggressiv sein kann; doch eigentlich ist es nur die Konsequenz – denn irgendwo muss die unterdrückte Aggression hin. Und da totalitär veranlagte Charaktere ohnehin dazu neigen, ihre Gegner nicht mehr als vollwertige Menschen wahrzunehmen, entlädt sich der gesamte aufgestaute Aggressionsvorrat über letzteren. Fast könnte man Mitleid mit diesen Typen haben – aber nur fast. Anstatt sich zu empören, kann man ihnen zwar deutlich machen, dass man sie für erbärmliche Würstchen hält. Aber das tröstet nur wenig darüber hinweg, wie unschön es ist, immer wieder ihr Boxsack zu sein. An die groß angekündigte „Anti-Hass”-Kampagne glaube ich jedenfalls erst, wenn die NetzDG-Sperre und Zensur auch einmal hier zuschlägt – oder noch besser gleich die Justiz.

Doch während die Polizei anrüchige Hefte aufklaubt und Querdenker in Häschen-Kostümen als Gefährder überwacht, sind hierfür wohl keine Kapazitäten vorgesehen. Da kommt einem ein Wildschwein auf dem Sofa fast harmlos vor – denn das ist sicherlich nicht das Irrste, was einem in Deutschland passieren kann.

1 Kommentar

  1. Schönes Bild über dem Artikel! Ist das bei einem Betriebsausflug des BfV entstanden? Die Ausdrucksweise in dem Twitterbeitrag ist auch nicht überraschend, wenn man weiß das sich das BfV bei seinen IM’s überwiegend bei Klein- und Großkriminellen bedient… .

Kommentarfunktion ist geschlossen.