
Bei immer mehr Meldungen drängt sich der Eindruck auf, diese Republik sei endgültig zu einer pädagogischen Satire mutiert: Ein Berliner SPD-Politiker fordert nun ironiefrei ein “Antirassismus-Training” für ZDF-Moderatorin Andrea Kiewel, weil diese im Fernsehgarten beim Betrachten einer japanischen Pokémon-Karte erst „Chinesisch“ sagte und dann „Ching Chong Chang“. Das ZDF ließ bereits pflichtschuldig bierernst ausrichten, die Äußerung sei nicht rassistisch gemeint gewesen; Kiewel bedauere ihre Worte und entschuldige sich. Doch damit ist es natürlich nicht getan, denn in der neuen deutschen Moralordnung ist die Entschuldigung nur der Vorraum der Läuterung: Es braucht nun auch noch Schulung, Sensibilisierung, Förderung des Problembewusstseins. Kurzum: Nachsitzen im Gesinnungsfach!
Das eigentlich Interessante ist dabei gar nicht der Vorfall selbst. Andrea Kiewel hat einen flapsigen Satz gesagt; das kommt live schon mal vor, zumal in jenem eigentümlichen Biotop namens Fernsehgarten, in dem seit jeher ein Gemisch aus Schlagermoderation, Sommerlaune und kleinen bis mittleren Fremdschammomenten kultiviert wird. Keine Sau hätte noch vor 10, 15 Jahren von dieser Bemerkung auch nur Notiz genommen. Doch die woke Sensibilisierungsgehirnwäsche hat ganze Arbeit geleistet – und eine Hypervigilanz für moralische Scheinverfehlungen herangezüchtet, die auf jeden Anflug eines Verstoßes anspringt. Interessanter ist daher vielmehr die Reaktion auf “Kiwis” Worte, denn sie verrät mit bewundernswerter Deutlichkeit, wie das politmediale Establishment heute tickt: Nicht Fehler sollen eingeordnet, sondern Personen nachbehandelt werden. Nicht der Lapsus wird kritisiert, sondern der Mensch wird zum Fortbildungsfall. Der Pädagoge lauert bereits hinter jeder missglückten Pointe.
Eine Live-Show als Erziehungsanstalt
Der Berliner SPD-Abgeordnete Marcel Hopp formuliert es in einem Instagram-Video ganz offen: Ihm reiche die Entschuldigung nicht; er fordert vom ZDF mehr als nur ein Statement und verlangt “Antirassismus-Seminare” und “Schulungen” für Kiewel, um ihre „interkulturelle Kompetenz“ und “Sensibilität“ nachzurüsten. Das ist die Sprache eines Milieus, das Politik längst nicht mehr als Austragung widerstreitender Interessen begreift, sondern als Dauertherapie der Gesellschaft – und damit die eigene dringende Therapiebedürftigkeit unterstreicht. Der Mensch irrt nicht mehr einfach bloß; er offenbart Defizite. Und Defizite verlangen Maßnahmen. Allein die Formulierung der Stellungnahme, so begründet Hopp seine Forderung, mache deutlich, dass es weder beim ZDF noch bei Andrea Kiewel selbst ein ausreichendes Maß an „Problembewusstsein für rassistische Äußerungen“ gebe. Er selbst bezeichnet sich übrigens als einer von bundesweit nur zwei „ostasiatisch gelesenen“ Abgeordneten und ist gerade auf Lesereise mit seinem Buch „Was geht mich das an? – Warum wir den Rechtsruck nur gemeinsam stoppen können“.
Man muss sich das einmal vorstellen: Andrea Kiewel, Moderatorin einer Sonntagssendung, sitzt bald in einem Seminarraum und lernt unter PowerPoint-Anleitung, dass „Ching Chong Chang“ problematisch ist. Vielleicht gibt es Fallkarten, vielleicht Rollenspiele, vielleicht eine Abschlussrunde, in der alle erzählen dürfen, wann sie sich schon einmal kulturell unsensibel fühlten? Das wäre dann nicht mehr Fernsehen, sondern spätbundesrepublikanische Bußliturgie. Und gerade daran zeigt sich die Lächerlichkeit des Vorgangs. Denn der Fernsehgarten ist seit jeher kein Ort der weltanschaulichen Hochpräzision. Er ist eine Art öffentlich-rechtliches Biotop der Harmlosigkeit, eine Mischung aus Reisebusästhetik, Sommerfest und bundesdeutschem Dauergrinsen. Dass ausgerechnet hier nun ebenfalls die bleierne Schwere des antirassistischen Umerziehungsdiskurses einzieht, hat etwas unfreiwillig Komisches. Es ist, als wolle man in der Kleingartenkolonie plötzlich ein postkoloniales Begleitstudium einführen.
Kiewel und die kleinen Staatsaffären
Und doch ist es ernst gemeint – und eben das macht es so aufschlussreich. Die moderne Moral kennt keinen Maßstab mehr; sie kennt nur noch Eskalationsstufen. Wo früher ein misslungener Scherz vielleicht eine Augenbraue hob, beginnt heute sofort die institutionelle Bearbeitung. Aus dem Fauxpas wird ein strukturelles Problem, aus dem Problem ein Schulungsbedarf und aus dem Schulungsbedarf am Ende ein kleiner Sieg der Gesinnungsverwaltung. Nun gehört Andrea Kiewel ohnehin zu jenen Fernsehfiguren, an denen sich die Republik gern ihre kleineren Erregungen abarbeitet. Wir erinnern uns etwa an die Debatte um ihre Israel-Kette, die im Fernsehgarten als politisch interpretierbarer Schmuck galt und die sie nach Kritik nicht mehr in der Sendung tragen sollte. Auch damals zeigte sich bereits das eigentümliche Zusammenspiel von Symbolik, Empfindlichkeit und öffentlich-rechtlicher Nervenflatter. Nicht einmal ein Schmuckstück darf einfach nur Schmuckstück sein, wenn es sich in den Betrieb der deutschen Haltungsverwaltung verirrt. Über „Nippelgate“ und weitere Skandälchen breiten wir hier den Mantel des Schweigens.
Kiewel ist eben nicht bloß Moderatorin; sie ist Projektionsfläche. Ein wenig peinlich, ein wenig volkstümlich, ein wenig zu ungebrochen für das feine Milieu – und gerade deshalb ideal, um die kleineren Exerzitien des deutschen Besserwissens an ihr durchzuspielen. Mal ist es eine Kette, mal ein Busenblitzer, mal die falsche Lautmalerei. Immer aber geht es um mehr als um den Anlass. Es geht um die Lust, den populären Rest des alten Fernsehens unter die Kuratel des neuen Moralbetriebs zu stellen.
Die neue deutsche Beichtmaschine
Das eigentlich Bemerkenswerte ist nämlich, dass sich die moralische Empörung gar nicht mehr mit Einsicht begnügt. Sie verlangt Veränderung, Nachweis, Training, Verpflichtung. Der Mensch soll nicht nur verstehen, dass er einen Fehler gemacht hat. Er soll dokumentieren, dass er das richtige Bewusstsein nun auch verinnerlicht. Das ist keine Kritik mehr, sondern eine kleine Form der säkularen Beichte. Darin liegt etwas zutiefst Autoritäres. Nicht im alten, groben Sinn, sondern im weichen, fürsorglichen. Man straft nicht – man schult. Man verbannt nicht – man sensibilisiert. Man ächtet nicht, man verpflichtet zur Weiterbildung. Und gerade diese Milde ist so unerquicklich, weil sie ihre eigene Macht als Wohltat tarnt. Der Delinquent soll am Ende dankbar sein, dass er korrigiert werden durfte. Maoistische Umerziehung funktionierte ganz ähnlich, wenn auch mit anderen, heute (noch) undenkbaren Methoden.
Andrea Kiewel ist in diesem Sinn nur der jüngste Fall. Morgen ist es ein Schauspieler, übermorgen ein Sportmoderator, nächste Woche vielleicht ein Comedian, der in einer Livesendung das falsche Wort wählt. Das Muster bleibt immer gleich: Das politmediale Milieu verwandelt jede Unbedachtheit in einen Anlass zur pädagogischen Selbstvergewisserung. So erzieht es nicht die Betroffenen, sondern vor allem sich selbst – in der süßen Gewissheit, stets haltungsstrotzend auf der “richtigen” Seite zu stehen.
Die Komik des Ernstfalls
Man könnte den ganzen Vorfall natürlich auch entspannter sehen: Eine Moderatorin sagt etwas Dummes (was hier noch nicht einmal der Fall war), entschuldigt sich – und die Welt dreht sich weiter. Aber gerade diese naheliegendste niederschwellige Möglichkeit scheint dem deutschen Moralbetrieb unerträglich geworden zu sein. Er kann das Kleine nicht kleinlassen. Er muss aufblasen, verallgemeinern, therapieren – auch, weil die wirklich harten Beispiele für das, was allen und jedem rund um die Uhr unterstellt wird, völlig fehlen. Wo es keine Lynchmorde an Schwarzen, keine echten rassistischen Anfeindungen im Fernsehen, keine systematische Diskriminierung von Minderheiten gibt, müssen eben Beweise konstruiert werden – und es nur Spurenelemente sind. Alles wird zum Fall, jeder Fall zur Struktur, jede Struktur zum Schulungsbedarf.
Vielleicht liegt darin die eigentliche Komik des Ganzen. Andrea Kiewel, diese heitere Gärtnerin des Sonntagsunterhaltungsbeets, wird nun womöglich zum Gegenstand antirassistischer Intensivdüngung. Der Fernsehgarten als Ort der Läuterung – und Kiwi im Seminar. Öffentlich-rechtliche Bußübungen zwischen Schlager und Erdbeerkuchen. Man muss der Republik fast dankbar sein: Sie liefert ihre Satire inzwischen selbst. Das ist vermutlich die wahre Pointe. Am Ende ist nicht Kiewels launiger Spruch der eigentliche Skandal – sondern eine Öffentlichkeit, die aus jedem Lapsus sofort ein pädagogisches Projekt machen will. Eine Gesellschaft, die nicht mehr zwischen Torheit und Bosheit unter-scheiden kann, verliert allerdings nicht nur ihren Humor; sie verliert auch jedes Normalmaß.
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13 Kommentare
,,Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. Aus Deutschland ein Einwanderungsland zu machen ist absurd.“
-Helmut Schmidt, verstorbener Altkanzler (SPD)
@ ist absurd.
»…dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische, monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen. Es wird, glaube ich, auch klappen. Aber dabei kommt es natürlich auch zu vielen Verwerfungen.«
Yascha Mounk, Dozent an der Harvard Universität Boston, erklärte in den ARD Tagesthemen am 20.02.2018
Bayerischer Landtag fördert weitere Islamisierung an Schulen
„„Eine Islamisierung findet nicht statt“ – behaupten islam-affine Anhänger von Altparteien und steuergeld-finanzierten NGOs seit Jahren. Und seit ebenso vielen Jahren wird die Mehrheitsgesellschaft mehr und mehr genötigt, sich an islamischen Forderungen zu orientieren: Kein Schweinefleisch in Kindergärten und Schulkantinen, Rücksichtnahme auf religiöse Fastenregeln, Forcierung islamischer Bekleidungsregeln im Schulen, Migrantenboni für moslemische Straftäter vor Gericht.
Fast zwei Drittel der muslimischen Schüler stellt einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen zufolge mittlerweile den Koran über die Gesetze und möchten einen islamischen Gottesstaat. Und dann gibt es noch Islamunterricht in Bayerns Schulen.
Das muss ein Ende haben, fordert die bayerische AfD-Landtagsfraktion in einem Gesetzentwurf. Stattdessen sollen Schüler an einem Ethikunterricht teilnehmen, der die Grundlagen des westlichen Wertesystems vermittelt.
„Denn Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und die Gleichberechtigung von Mann und Frau gelten nicht nur für Christen, nicht nur für Muslime und nicht nur für Konfessionslose – sie gelten für alle“, erklärt die AfD-Landtagsabgeordnete Ramona Storm in ihrer Rede vor dem Plenum.
Angeblich sollte Islamunterricht laut seinen Befürwortern die Integration fördern und Radikalisierung vorbeugen. Tatsächlich scheint das Gegenteil der Fall zu sein: Das Bundesamt für Verfassungsschutz geht für das Jahr 2025 von rund 28.645 Islamisten aus, etwa 9110 davon gelten als gewaltorientiert. Der Salafismus umfasst über 11.000 Anhänger. Diese Gruppierungen lehnen die Gleichberechtigung von Mann und Frau ab und stellen religiöse Gebote über staatliches Recht. Zudem bekämpfen sie Pluralismus und individuelle Freiheit.
AfD-Politikerin Storm, Mitglied im Ausschuss für Bildung und Kultus: „Und genau deshalb muss der Staat unmissverständlich deutlich machen: Maßstab unseres Zusammenlebens ist nicht irgendeine religiöse Auslegung des Islam, sondern ausschließlich das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung.“
Der Antrag wurde natürlich von der vereinigten Gutmenschenfront abgelehnt – wie alle AfD-Anträge. Die Islamisierung in Bayern darf also ungehindert weitergehen.“
https://pi-news.net/2026/07/bayerischer-landtag-foerdert-weitere-islamisierung-an-schulen/
CDU-Antrag in NRW: Kommen jetzt Klassenarbeiten auf Arabisch?
„Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat eine Gesetzesänderung beschlossen, die es Schülern künftig ermöglichen könnte, Klassenarbeiten auch in ihrer „Herkunftssprache“ zu schreiben. Die CDU und die Grünen verteidigen den Vorstoß als Beitrag zu mehr Integration und Förderung. Die Opposition befürchtet Entfremdung und bezeichnet den verabschiedeten Entwurf als „bildungspolitischen Skandal“.“
https://nius.de/gesellschaft/antrag-nrw-klassenarbeiten-auf-arabisch
CDU-Antrag in NRW: Kommen jetzt Klassenarbeiten auf Arabisch?
„Der Landtag von Nordrhein-Westfalen hat eine Gesetzesänderung beschlossen, die es Schülern künftig ermöglichen könnte, Klassenarbeiten auch in ihrer „Herkunftssprache“ zu schreiben. Die CDU und die Grünen verteidigen den Vorstoß als Beitrag zu mehr Integration und Förderung. Die Opposition befürchtet Entfremdung und bezeichnet den verabschiedeten Entwurf als „bildungspolitischen Skandal“.“
https://nius.de/gesellschaft/antrag-nrw-klassenarbeiten-auf-arabisch
„Chrr. Chrr.“ Upps! War was? – Nö.
„Chrr. Chrr.“
😜
Ching Chong Chang ist Lautmalerei.
Die Phrase steht für chinesische Wörter, die man nicht versteht. Daraus Rassismus abzuleiten ist ein starkes Stück linker Wirklichkeitsverdrehung.
„Kiewel bedauere ihre Worte und entschuldige sich.“
Schon hat sie einen Fehltritt eingeräumt, ohne ihn begangen zu haben.
Übrigens kann man sich nicht selbst entschuldigen, man kann nur entschuldigt werden.
😜
ching, chong,chang? Ping Pong Pang!
Um Lei Tung. Plem Plem!!!!
Bin ich jetzt verhaftet? Komm ich jetzt in den Knast für LGBTQ- Eichhörnchen?
Diese Gesellschaft ist vollkommen fertig.
Absurdistan in der woken Irrenanstalt namens Deutschland
Warum schmeißt Frau Kiewel (61) mit einem saftigen Statement nicht einfach hin? Ein paar Rücklagen wird sie ja wohl schon haben, um weiter leben zu können. Ich würde so einen Dreck um meine Person nicht lange mitmachen. Der ÖRR Drecksstall ist doch sowiso schon Eigentum der SED und wird in absehbarer Zeit abgewickelt. Will sie das noch erleben?
Und enden tun solche Entwicklungen dann mit dem Einrichten von Lagern und dem Exekutieren von unverbesserlichen Demokraten.
In meiner Kindheit (bin Jahrgang 1952) wurde oft und gerne „Zehn kleine Negerlein“ gesungen. Trotzdem – oder vielleicht deshalb? – wurde ich leidenschaftlicher Fan schwarzer Musik, Jazz, Blues, Soul usw.. Was wir jetzt erleben, ist eine Neuauflage des Jakobinertums. Passt auch astrologisch: seit ca. 2 Jahren steht Pluto wieder im Wassermann. Das letzte Mal (die Umlaufzeit Plutos beträgt 248 Jahre) war das zur Zeit der Französischen Revolution, davor hatten wir die Wiedertaeufer zu Münster, die auch keinen Spaß verstanden.
jeder der von Rasse oder Rassismus spricht ist ein Nazi