Artemis‘ Heimkehr – nach einer mehr als beachtlichen Reise

Der Mond mit der Erde im Hintergrund, am 28. November von Artemis fotografiert (Foto:NASA)

Einmal Mond und zurück, in fünfundzwanzig Tagen: Ein kleines, neues, noch nie erprobtes Raumschiff, gebaut für den zukünftigen Flug von Menschen, hat seine Feuerprobe bestanden. Ein reibungsloser Start mit der leistungsstärksten Rakete dieser Welt; zwei beeindruckend elegante und präzise Slingshot-Manöver um unseren lunaren Begleiter – einem kosmischen Tanz gleich, an dem Kepler und Newton ihre wahre Freude gehabt hätten; schließlich die punktgenaue Rückkehr von der kleinen, staubgrauen zur großen, blauweißen Kugel. “Die gesamte Leistung von Artemis 1 war von Start bis Landung phänomenal und übertraf all unsere Erwartungen”, so äußerte sich Nujoud Merancy, Chef des Missionsplanungsbüros der NASA.

Eine Feuerprobe war es im Finale wortwörtlich, in der Tat: Bei 40.000 Stundenkilometern (dies entspricht der 32-fachen Schallgeschwindigkeit), der bisher höchsten, je gewagten Wiedereintrittsgeschwindigkeit eines von Menschenhand gebauten Raumflugkörpers in die Erdatmosphäre, wirkten für mehrere Minuten unbarmherzige 2.800 ℃ auf den Hitzeschild von Artemis 1 ein, der die kleine Kapsel vor dem Verglühen bewahrte. Als sich schließlich die drei Hauptfallschirme öffneten und die Orion-Kapsel kurz darauf sanft auf den Pazifikwellen niederging, kullerten Freudentränen über die Gesichter von hunderten an dieser Mission beteiligten Mitstreitern, die mehr als ein Jahrzehnt lang auf diese dreieinhalb Wochen hingearbeitet hatten. All jene, die den Wissenschaftlern, Forschern und Entdeckern stets und gerne kalte Ratio und Seelenlosigkeit unterstellen, hätten gestern einmal in die Augen dieser Menschen schauen sollen. Gestern standen alle Probleme, Schwierigkeiten und Verzögerungen dieses ambitionierten Projekts im Schatten eines verdienten und vollständigen Erfolges der nun vollendeten Erprobungsmission. Ein neuer Schritt im noch immer jungen Raumfahrtzeitalter wurde soeben getan – und zwar auf den Tag genau 50 Jahre, nachdem am 11. Dezember 1972 die Landefähre von Apollo 17, der letzten bemannten Mondmission, mit den Astronauten Eugene Cernan und Harrison Schmitt im Taurus-Littrow-Tal auf dem Mond aufsetzte. Welch eine inspirierende Koinzidenz!

Unermessliche Wunder und menschliche Neugier

Nun gehen wir weitere Schritte einer gerade begonnenen Reise. Reisen bildet bekanntlich – dies gilt im Kleinen wie im Großen. Auch wenn viele zu Hause bleiben müssen oder wollen,  so lauschen sie schließlich dennoch fasziniert den Geschichten der Zurückgekehrten, der Mutigen. “Ich hatte den Ehrgeiz, nicht nur weiter zu gehen als irgendjemand zuvor, sondern so weit, wie es für einen Menschen möglich war.” Das schrieb Kapitän James Cook, der Entdecker des Pazifiks, im 18. Jahrhundert. Nahezu exakt zwei Jahrhunderte später sagte der russische Kosmonaut Yuri Romanenko bei seiner Rückkehr zur Erde nach dem damals längsten Weltraumflug der Geschichte: “Der Kosmos ist wie ein Magnet. Sobald man dort draußen war, denkt man nur noch daran, wie man dorthin zurückkommt.
Der von mir seit Jugendtagen verehrte Astronom, Exobiologe, Philosoph, große Lehrmeister und Professor Carl Sagan verstand es, neben den unermeßlichen Wundern des Kosmos auch unsere zutiefst menschliche Neugier in äußerst stimmige Worte zu fassen:

Wir kennen den Mond von unseren frühesten Tagen an. Er war schon da, als unsere Vorfahren von den Bäumen in die Savanne hinabstiegen; als wir lernten, aufrecht zu gehen; als wir zum ersten Mal Steinwerkzeuge entwickelten; als wir das Feuer domestizierten; als wir die Landwirtschaft erfanden, Städte bauten und als wir uns aufmachten, die Erde zu erkunden… Uns quält ein ewiges Verlangen nach fernen Dingen. Wir Menschen lieben es seit jeher, verbotene Meere zu befahren. Trotz aller materiellen Vorteile hat uns das seßhafte Leben nervös und unerfüllt zurückgelassen. Auch nach 400 Generationen in Siedlungen, Dörfern und Städten haben wir es nicht vergessen. Die offene Straße ruft noch immer leise, wie ein fast vergessenes Kinderlied.”

Ein Stück Menschheitsgeschichte

Und weiter schrieb Sagan: „Wir verleihen fernen Orten eine gewisse Romantik. Ich vermute, dieser Reiz wurde von der natürlichen Auslese akribisch als ein wesentliches Element für unser Überleben geschaffen. Lange Sommer, milde Winter, reiche Ernten, reichlich Wild – nichts davon hält ewig. Es liegt außerhalb unserer Macht, die Zukunft vorherzusagen. Katastrophen können sich an uns heranschleichen, uns unvorbereitet treffen. Unser eigenes Leben, ja sogar das unserer Spezies könnte einigen wenigen Ruhelosen zu verdanken sein, die von einem Verlangen, das sie selbst kaum artikulieren oder verstehen konnten, in noch unentdeckte Länder und neue Welten gezogen wurden.

Heute ist ein kleines Schiff von den Horizonten einer noch nahezu unentdeckten Welt an unsere blauen, heimischen Ufer zurückgekehrt – unbemannt und ferngelenkt. Bei seiner nächsten Reise in anderthalb Jahren wird es von vier Menschen gesteuert, die ihm zehn Tage lang ihr Leben anvertrauen, auf ihrer Reise um den Mond und wieder zurück nach Hause. Die Apollo-Ära ist bereits ein Stück Menschheitsgeschichte. Sie hat den Weg bereitet für die Artemis-Generation, der wir heute angehören. Artemis und Apollo waren mythologische Zwillingsgeschwister: Als Göttin der Jagd und des Mondes und als Gott der Weisheit und des Lichts sind ihre Namen, wenngleich symbolisch, dennoch mit Bedacht gewählt – bei unserem Aufbruch zum Mond und letztlich in den Kosmos. Möge dieser Aufbruch, diese Reise sowohl unseren kosmischen Blick schärfen und erweitern wie auch unsere Erkenntnis darüber, wer wir als menschliche Spezies eigentlich sind und welchen Weg wir, erstrebenswerterweise jenseits von Ideologie, Aberglaube, kleinlichem Gezänk und Ignoranz, bereit und in der Lage sind, in Zukunft zu beschreiten. Mögen wir unsere Neugier nie verlieren… das hoffe ich inständig!

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4 Kommentare

  1. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob dieser Artikel ernst gemeint ist. Nein, das kann nur Satire sein. Vielleicht ist dieses unbemannte Ding tatsächlich zum Mond geflogen, hat diesen umkreist und sogar die Rückkehr zur Erde geschafft. Wer aber tatsächlich heute noch glaubt, der Mensch sei
    1969 auf dem Mond gelandet – und der Autor scheint dies offenbar – der darf sich getrost auch mit dem Weihnachtsmann und dem Osterhasten treffen zum gepflegten Gedankenaustausch.

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    • @André Brantschen
      Ich bin mir nicht ganz sicher ob man Sie ernst nehmen kann.
      Nur weil der Autor nicht auf Ihrem geistigen „Niveau“ ist, heißt das nicht das Sie ihm seine Intelligenz absprechen dürfen.
      Ich jedenfalls begrüße es wenn hier auch mal etwas „normales“ zu lesen ist, sehr schön!

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