Ausgerechnet Amazon wird EZB-Partner beim Digital-Euro und Bargeldabschaffung

Der Digitale Euro: Nächster Weg in die globale Dystopie? (Symbolbild:Imago)

In puncto fortschreitende Verzahnung der globalistischen „Resetter” und kalifornischer Big-Tech-Milliardäre, die sich als Menschheitswohltäter gerieren, wird das nächste Kapitel aufgeschlagen: Letzte Woche gab die Europäische Zentralbank (EZB) bekannt, dass sie mit fünf Unternehmen zusammenarbeiten will, um die Einführung des digitalen Euros voranzutreiben – ein Meilenstein auf dem Weg zur finalen Bargeldabschaffung, die in Kombination mit den parallel ebenfalls vorangetriebenen Social-Scoring-Bestrebungen letztlich in die totale Einkommens- und Konsumüberwachung der Bürger münden soll. All dies vollzieht sich geräuschlos und ohne großes öffentliches Interesse, weil die Menschen seit drei Jahren geschickt mit anderen, künstlich geschaffenen Sorgen und Existenzängsten von Corona bis Energiekrise und Wohlstandsverlust bei Laune gehalten werden – und die Komplexität und Tragweite dessen, was sich hier vollzieht, überhaupt nicht durchschauen können.

Die Untersuchungsphase startete bereits vor einem knappen Jahr; nun sollen mögliche Nutzungsszenarien der Digitalwährung im Alltag überprüft werden. Hierzu wurde aus 54 Firmen – neben der spanischen Caixa-Bank, der französischen Bezahlplattform Worldline, dem italienischen Zahlungsdienst Nexi, der European Payments Initiative sowie einem Zusammenschluss von 31 Banken und Kreditinstituten – ausgerechnet der de-facto-Handelsmonopolist Amazon ausgewählt, um den Zentralbankern mit Rat und Tat bei der Umsetzung behilflich zu sein. Die Bedingung für die Teilnahme war hierbei, dass jedes Unternehmen eine mit der Technik des künftigen digitalen Euros kompatible Benutzeroberfläche zur Verfügung stellt. Jeder der fünf Partner erhält hierbei einen bestimmten Schwerpunkt. In der Testphase werden Simulierungen konkreter Transaktionen stattfinden, die nach der Einführung eines Digital-Euros permanent benötigt würden. Laut EZB würden die in der Testphase entwickelten Prototypen, wie etwa Apps, nicht zwangsläufig beim digitalen Euro verwendet werden. Dies soll nur die erste von mehreren Testphasen sein. Der Zeitplan sieht die Einführung des digitalen Euro für 2026 vor.

Keine Berührungsängste mit Moloch Jeff Bezos

Amazon ist bei der Entwicklung nun ausgerechnet für einen der kritischsten Bereiche zuständig: Die E-Commerce-Zahlungen. Anscheinend bestehen seitens der Frankfurter Banker und ihrer kongenialen Brüsseler Mitstrategen nicht nur keinerlei Berührungsängste mit einem skrupellos seine Marktmacht ausbauenden, mit wettbewerblich zwielichtigen Methoden bis hin zu Ausbeutungsvorwürfen bekannt gewordenen Big-Tech-Moloch. Sondern diesem wird im Gegenteil sogar Zugriff auf eine weitere kritische Schlüsseltechnologie gewährt, die das Leben von Milliarden Menschen unmittelbar berührt. Es ist letztlich dieselbe mangelnde Abgrenzung zwischen staatlichen und originär hoheitlichen Kerndomänen und in ihren Motiven nicht hinterfragten milliardenschweren Tycoons, denen in blindem Urvertrauen eine Benevolenz unterstellt wird, die im Licht ihrer unternehmerischen Praktiken umso fragwürdiger erscheint; der verhängnisvolle Einfluss Bill Gates auf das globale Gesundheitswesens lässt grüßen.

Die EZB verkauft ihr hochumstrittenes und brisantes Vorhaben als angeblich unvermeidliche Antwort auf den Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether, wobei man sich zugutehält, dass die Stabilität des digitalen Euro von der EZB gewährleistet würde, während Zahlungsdienste und Banken Garantien nur in Höhe der Deckungssumme abgeben. Trotzdem verstärken sich dadurch Befürchtungen, dass man damit der Abschaffung des Bargelds unweigerlich einen großen weiteren Schritt näherkommt. Die EZB und Befürworter des Digitaleuros beteuern natürlich, dass man keineswegs an eine Abschaffung denke, sondern lediglich „Alternativen zum Bargeld” schaffen wolle; gerade bei kleinen Transaktionen, etwa beim Bäcker, habe die Digitalwährung Vorteile. Zudem müsse man die Abhängigkeit von Paypal, Apple, Google Pay oder der kontaktlosen Kartenzahlung „reduzieren”.

Steuerung des Ausgabenverhaltens durch den Staat

Allerdings zeigt der Blick nach China, wo bereits im Januar dieses Jahres der digitale Yuan eingeführt wurde, welches Macht- und Kontrollpotential die Technologie einer politisch kontrollierten Zentralbank eröffnet: Theoretisch lassen sich die Verfügungsmöglichkeiten über das digitale Geld der Bürger auf Knopfdruck regulieren und das Ausgabenverhalten steuern. Unbequeme und kritische Bürger oder „Staatsfeinde“ könnten willkürlich vom Zahlungsverkehr abgeschnitten werden, oder es wird vom Staat definiert, wofür sie ihr Geld überhaupt ausgeben dürfen und in welchem Umfang.

Zwar behauptet die EZB, die durch Bargeld garantierte Anonymität im Zahlungsverkehr („geprägte Freiheit”) solle auch in der digitalen Variante des Euro beibehalten werden; Skepsis gegen diese Versprechungen ist jedoch mehr als  angebracht. Denn auch der digitale Euro würde der EZB gehören. Sie hätte also das Recht, ihn nach eigenem Gutdünken bereitzustellen, einzuziehen, zu vernichten oder Strafzinsen zu erheben. Das EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta sprach bereits ganz offen von der „Fähigkeit, privates Geld – wie Gelder in Bankeinlagen oder digitalen Geldbörsen – zum Nennwert in öffentliches Geld umzuwandeln“, sprich: in Banknoten, die der EZB gehören. Wenn die EZB auch andere Motive mit der Einführung des Digital-Euros verbinden mag und sie vor allem (wie auch andere Zentralbanken) die Sorge treibt, ihre Macht an parallele digitale Zahlungssysteme zu verlieren: Politische Agenda-Eliten verfolgen definitiv eigene Interessen. Neben dem Wunsch, die Zinsen zur Stützung von überschuldeten Pleitestaaten niedrig oder gar negativ zu halten, ist die Beseitigung des Bargelds ihr wesentliches Ziel – denn diese eröffnet die Möglichkeit, anonym zu zahlen, die Transaktionen können nicht verfolgt werden und es lässt sich jederzeit von der Bank abheben. Beim digitalen Euro wäre all das, allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz, nicht mehr möglich und dabei geht es nicht um Schwarzgeldbekämpfung, sondern um Kontrolle.

Aufschaltung von Social Scoring droht

In Zeiten, in denen nicht nur in China, sondern vereinzelt auch schon in Europa Social-Credit-Systeme existieren, welche die Überwachung, Kontrolle und Sanktionierung der Bürger bis in jeden Lebensbereich hinein ermöglichen – man denke an das noch in diesem Jahr zur Einführung vorgesehene Belohnungssystem im italienischen Bologna, das etwa für klimafreundliches Verhalten eingeführt werden soll – muss man definitiv davon ausgehen, dass auch der digitale Euro letztlich nur der Überwachung der Bürger dienen wird, denen unabhängige und autonome Verfügungsgewalt über ihr Geld genommen werden soll, die sie bis jetzt noch vor dem immer enger werdenden Würgegriff von Staat und Unternehmen schützte.

Dass Amazon hier seinen Fuß in der Tür hat und damit ein Weltkonzern mit systemischer digitaler und technologischer Allmacht, der einen beträchtlichen Teil des Konsums der westlichen Welt abwickelt und in der Vergangenheit immer wieder durch weltanschauliche Voreingenommenheit im Dienste der großen Transformationsprozesse auf dem Weg zu weltweiten, supranationalen Machtstruktur negativ aufgefallen ist (man denke nur an die willkürliche Abschaltung der Serverfarmen des Trump-nahen sozialen Netzwerks Parler Anfang letzten Jahres), verheißt jedenfalls nichts Gutes.

5 Kommentare

  1. Warum ausgerechnet?
    Logischer ist wohl kein Kandidat, Amazon macht ja auch für Transaktionen eine Einzugsermächtigung auf Konten zur Bedingung, das weltweit und als Großhändler so ziemlich der einzigste!
    Amazon sieht da angeblich eine Notwendigkeit darin, mehrere Millionen haben offensichtlich überhaupt kein Problem damit das dieser Konzern sich frei Beträge von ihren Konten abbuchen kann.
    „Amazon pay“ wird schon seit Jahren etabliert, zum Glück sehe ich aufgrund der qualitativ fragwürdigen Produktpalette, der absolut unterirdisch schlechten Website und der relativ hohen Preise keine Veranlassung Kunde dieses Mega-Ausbeuters zu sein, der sich sogar erlauben kann in politische Prozesse einzumischen.

    • „Amazon macht ja auch für Transaktionen eine Einzugsermächtigung auf Konten zur Bedingung, das weltweit und als Großhändler so ziemlich der einzigste!“

      Ach.

      Ich hol mir immer regelmässig die 100€ Geschenkgutscheine beim Penny, solange es sie noch gibt (maximal 2 an der Kasse erhältlich).

      Für das bisschen, was ich dort bestelle, reicht es.

      • Klar kann man das machen, nur was soll ich da bestellen, den Kram was die anbieten bekomme ich überall, meistens sogar günstiger.
        Das einzige was mich da interessiert sind Teile die hier nicht erhältlich sind, die werden aber mit dermaßen wenig Info angeboten das ich nicht bestimmen kann ob sie überhaupt geeignet sind.
        Selbst einfachste Angaben fehlen oder sind ersichtlich falsch, oft wird das immer gleiche Foto für dutzende verschiedene Produkte verwendet, man weiß nicht einmal was man da eigentlich bestellt.
        Auf englisch fuktioniert sie völlig anders, die Übersetzung ist generell Mist und sie interpretiert irgendeinen Blödsinn, es wird immer seitenweise Zeug angezeigt was absolut nichts mit meiner Anfrage zu tun hat, die Website ist eine absolute Katastrophe!
        Wie hat es dieser Saftladen überhaupt geschafft so erfolgreich zu werden?

  2. Nicht nur Konsum und Mobilität werden überwacht und kontrolliert, auch das sog. Sozialverhalten. Gerade diejenigen, die Sozialverhalten einfordern, sind selbst völlig frei davon. Dies wird zusätzlich ein Fest für den Denunziantenweltmeister Deutschland.

  3. Wir, unsere Familie hat heute diesem Ami-Unternehmen den „Ars..-Tritt“
    verpasst und alle Konten wurden gekündigt.
    Es gibt genügend Alternativen zu dem undurchsichtigen und nicht Kunden
    freundlichen Laden.
    Wir wollen keine digitale Geldwelt.
    Pfui, ihr Schnüffler !

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