Axel Springer verschwindet im Enddarm der LGBTIAQ-Sekte

Springer-Präsenz auf dem Berliner Christopher Street Day (Foto:Imago)

Wenn man bei Axel-Springer glaubte, sich den Anfang des Monats vollzogenen Kotau vor der woken Bewegung völlig folgenlos leisten zu können, sieht man sich nun eines Besseren belehrt. Dass Springer-Chef Mathias Döpfner nicht alle Journalisten seines Hauses auf Linie bringen konnte, zeigte vergangene Woche die „Bild”-Redakteurin Judith Sevinç Basad. In einem offenen Brief reichte sie ihre Kündigung ein – und sparte dabei nicht mit gnadenloser Kritik an ihrem nun ehemaligen Arbeitgeber. Hintergrund war ein in der „Welt” erschienener Beitrag, in dem mehrere Wissenschaftler beklagten, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in seinen Kinder-und Jugendformaten völlig unkritisch die ideologischen und unwissenschaftlichen Vorgaben der zahlreichen Trans-Aktivisten übernehme und seinen Zuschauern suggeriere, dass Geschlechtsumwandlungen etwas völlig Natürliches und Harmloses seien.

Basads Fazit dazu lautete: „Jeder kann nachlesen, inwiefern die Berichterstattung des ÖRR weder anerkannten journalistischen Grundsätzen folgt noch wissenschaftlich fundiert ist. Unsere Zusammenstellung dokumentiert falsche Darstellungen und tendenziöse Berichterstattung, Begriffsverwirrung und Bedeutungsverschiebung: Wissenschaftler und Kritiker werden in vielen Sendungen nicht gehört, fragwürdigen ‚Experten‘ hingegen wird unter dem fadenscheinigen Vorwand der ‚Toleranz‘ viel Raum gegeben, derweil man auf kritische Nachfragen völlig verzichtet. Es entsteht somit ein auf widerlegbaren Falschaussagen fußendes Zerrbild der Realität, welchem Kinder und Jugendliche nun selbst in der früher harmlosen ‚Sendung mit der Maus‘ ausgesetzt werden.

Verlegerisches Flagellantentum

Unter dem offenbar umgehend einsetzenden Druck der entsprechenden „LBGTIAQ”-Lobby-Gruppen hatte Döpfner, passend zum „Pride Month”, einen selbstbezichtigenden Entschuldigungsbrief veröffentlicht, der an Peinlichkeit nicht zu überbieten war. In einem Anfall von verlegerischem Flagellantentum bekundete er seine tiefe Reue für die Veröffentlichung und bat die queer-woke Bevölkerungsgruppe kriecherisch um Verzeihung – worauf er in geradezu ehrabschneidender Weise über die Wissenschaftler herfiel und ihnen unter anderem vorwarf, ihr Text sei „in der Sache unterirdisch“, „bestenfalls grob einseitig“, der ganze Tenor des Beitrags „herablassend und ressentimentgeladen“ gewesen. Er habe „einen Sound, der für jeden freien toleranten Geist unangenehm ist“ aufgewiesen und sei daher „eine Verletzung und Zumutung“ für alle, „die sich der LGBTIAQ-Community zugehörig fühlen.“ Axel Springer rotiert vermutlich noch immer mit Turbinentempo im Grabe, angesichts solch ehrloser und unterwürfiger Zeilen.

Nach knapp zweiwöchiger Bedenkzeit zog Redakteurin Basad nunmehr ihre Konsequenzen aus diesem unsäglichen journalistischen Offenbarungseid – und stieg bei diesem weltanschaulich gleichgeschalteten Verlag aus. Zu den Gründen ihrer Kündigung erklärte sie: „Keine Thematik hat mich als Journalistin so sehr um den Verstand gebracht, wie der Aktivismus einer kleinen Minderheit, die offiziell behauptet, für Diversität zu stehen, aber eine im Kern radikale Ideologie verfolgt. Über Jahre hinweg habe ich beobachtet, wie selbst riesige Konzerne vor den totalitären Forderungen der woken Aktivisten eingeknickt sind.“ Was sie besonders verstörte: Über den „Welt”-Beitrag der Wissenschaftler habe sie nichts Positives mehr schreiben dürfen. „Mir wurde gesagt, dass ich den Wissenschaftler-Aufruf kritisieren sollte, ansonsten würde der Artikel nicht erscheinen. De facto wurde von mir verlangt, dass ich genau das negativ darstelle, für was ich seit Jahren mit vollem Idealismus kämpfe: vor den Gefahren des woken Aktivismus zu warnen. Allein das hat mich psychisch zermürbt.

Niederträchtige Reaktion

Mit Döpfners Brief sei der Konzern „vor der unerträglichen Tyrannei der woken Aktivisten eingeknickt.“ Es habe sie „schockiert, dass der Koloss Axel Springer, der regelmäßig gegen die übelsten Diktatoren der Welt schießt, sich plötzlich von der inhaltslosen Propaganda einer woken Minderheit in die Knie zwingen lässt und dabei auch noch die eigenen Journalisten als Menschenfeinde verhöhnt, die bei diesem bizarren Schauspiel nicht mitmachen wollen.“ Dabei stellt sie auch die Frage in den Raum, „ob es vor allem darum geht, die woken US-Redaktionen des Unternehmens Axel Springer nicht zu verärgern.
Damit dürfte Basad exakt den entscheidenden Punkt getroffen haben: Um den Preis einer Expansion auf den US-Markt verzichtet Springer nämlich seit längeren merklich auf die letzten Relikte von Integrität – und unterwirft sich gleichsam den schlimmsten Feinden der Meinungsfreiheit. Dies zeigt sich auch an der niederträchtigen Reaktion, mit der „Bild”-Chefredakteur Johannes Boie seiner Ex-Kollegin Basad auf Twitter in einem erfolglosen Ironieversuch nachrief: „Stimmt, Judith, wir sind jetzt links! Döpfner rief eben nochmal an und hat mir das befohlen. Nebenbei: Auf Deinen Artikelvorschlag hatte ich ja ‚Do it!‘ geantwortet – schade, dass der Text nicht hielt, was Dein Vorschlag versprochen hatte.

Subtext hier: Basad hätte ja den Artikel schreiben dürfen, aber dieser war einfach zu schlecht! Damit spricht Boie Basad im Nachhinein also die journalistische Qualität ab – ohne auf ihre inhaltlichen Vorwürfe mit einem Wort einzugehen. Basad erwiderte auf diesen ehrabschneiderischen Nachwurf sachlich: „Lieber Johannes, ich verstehe den ironisch-arroganten und herablassenden Ton nicht. Es geht um ein ernstes Anliegen. Was ich öffentlich geschrieben habe, kann ich belegen. Ich hätte mir bei meiner aufrichtig gemeinten Kritik einen respektvolleren Umgang erhofft.“ Dem ist wohl nichts mehr hinzufügen: Außer Frage steht, dass Springer hier seine eigene Bankrotterklärung vollzogen hat. Es könnte eine sein, von der sich der Konzern vielleicht nicht mehr erholen wird. Denn Döpfner und seine divers-woke-verzückten Mann- und Frauschaften sitzen irgendwann journalistisch zwischen allen Stühlen: Am Argwohn der queeren Szene wird auch seine krampfhafte Anbiederung an den Zeitgeist nichts ändern – während sich der einst ideologieferne, normaltickende Verlag bei seiner angestammten Leserschaft zunehmend unmöglich macht.

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5 Kommentare

  1. Ich bin auch bei Axel Springer ausgestiegen. Viele Jahre habe ich regelmäßig Welt-Online gelesen. Das ist vorbei, seitdem es nur noch eine der schlimmsten Kriegspostillen ist. Und LGB-was-weiß-ich verachte ich sowieso.

  2. Bild-Chefredakteur Boie war bis vor kurzem Redakteur bei WELT. Keine Ahnung, ob das ein Auf- oder Abstieg ist.

  3. Für mich ist diese Entwicklung einfach nur logisch. Denke man doch allein an die zu unterzeichnende Absichtserklärung für die bei Springer einsteigenden Redakteure. Ob es sich dabei um eine auferlegte Treue zur NATO oder USA handelt (ich weiß es gerade nicht) ist dabei unerheblich, weil beide denselben Interessen folgen, nämlich denen der US-Regierung. Souverän waren die herausgegebenen Zeitungen dieses Verlags, d.h. eigenen Prinzipien und Regeln folgend, wohl zu keiner Zeit in der Geschichte. Wegen der nun anderen Ausrichtung der US-Führung ist eine Verklärung des Verlags verständlich, aber eigentlich macht man sich da nur etwas vor. Aber dieser Zusammenhang wurde dennoch glücklicherweise in diesem Artikel angedeutet. Ja, ich bin ebenso davon überzeugt, dass die Spur zu vielerlei Abhängigkeiten mit den Politik- und Medienbetrieben in den USA führt. Ein wohl großer Nachteil einer sich international vernetzenden und sich gegenseitig schätzenden Journalistenkaste. Natürlich nur solange der Linie der Chefredakteure und irgendwelcher leichtfertig unterschriebenen Absichtserklärungen entsprochen wird.

    Erinnert etwas an die Nibelungentreue deutscher Parteien hierzulande (hier möchte ich explizit auch die CDU hervorheben), die durch Parteisoldaten unter den Bedingungen des Fraktionszwang in blindem Eifer „nach oben kommen zu wollen“ immer zu dem selben Ergebnis führt: Wenn die „Falschen“ an der Spitze gelangt sind, sickert das Gift in die Basis und die Partei damit vollständig abgestorben. Verbrannte Erde. Diese anfangs unscheinbare und undurchsichtige Merkel hat dieses Spiel mit ihren Täuschungen unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Bauernschläue perfektioniert. Niemand wusste so Recht, was diese mysteriöse Gestalt überhaupt wollte. Ich halte Merkel nicht für besonders klug und eloquent, aber „ihre“ Partei zu einer äußerst bizarren Erscheinung der politischen Landschaft zu transformieren, ist ihr in der Tat gelungen. Bei Rot-Grün gab es Ende der Neunziger ja bereits einen Warnschuss. Und das der FDP anheftenden Image, die FDP würde wirklich mit jedem ins Bett legen wollen, ist jetzt auch nicht neu. Ausgenommen natürlich die demonstrierte Bockigkeit der FDP-Riege bei der letzten Bundestagswahl, was bei Herrn Lindner offenbar zu einem Samenstau führte. Viele politisch Interessierte mit vorhandenem Gedächtnis hätten also wissen müssen, was der Wähler bei Regierungsantritt dieser Konstellation zu erwarten hat. Im Bundestag wirkt die derzeitige Regierung unter einer offen unterdrückten und nahezu handlungsunfähigen Opposition (AfD) nun vollständig entfesselt und wie in einem Drogenrausch jenseits von gut und böse.

    Nun bin ich doch wieder vom Thema abgekommen. Dieses Schmierentheater im Bundestag hat ja eigentlich keine Relevanz.
    Was ich sagen möchte: In der Verteilung der Macht innerhalb von Redaktionen und Parteien sind offenbar Ähnlichkeiten vorhanden. Vielleicht gehen daher beide so eine unverhohlene und ungesunde Symbiose ein. Wer wen vor sich hertreibt ist dabei unerheblich. Verlage und Parteien gehören nicht zusammen. Und sollte es gelingen, die Nabelschnur zu durchtrennen, darf das Baby nicht direkt an eine fremde Obhut übergeben werden. Davon sind wir natürlich meilenweit entfernt. Aber es ist jetzt schon Zeit, sich Gedanken für „das danach“ zu machen.

  4. Herr Boje verwechselt, wie so viele Linke, Bosheit mit Ironie. Hab ich auch bei Moslems schon manchmal bemerkt. Ist wohl irgendein Gehirn-Defizit.

  5. Andererseits wird bei Bild-tv einstimmig „LGBetc.-feindlich“ der Gender-Unfuig diskutiert. Da blicke ich nicht mehr durch.

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