Baerbocks Größenwahn: Als Weltrettung getarne Realitätsflucht

Grüner Sektenhype um Baerbock (Foto:Imago/FutureImage)

Muss nur noch kurz die Welt retten…„, sang Tim Bendzko vor ein paar Jahren, denn die Sehnsucht danach scheint den Deutschen im Gemüt zu liegen. Leider kommt bei diesem Versuch nur selten etwas Vernünftiges heraus, was auch daran liegen mag, dass die Welt sich nicht unbedingt von Deutschland aus retten lassen möchte. Die Argumentationsgrundlage für ein solches Unterfangen fällt derzeit dann auch etwas dünn aus, denn den wenigsten Erdenbürgern dürfte spontan etwas einfallen, das Deutschland im Moment großartig genug hinbekommt, um unserem Land ein derart gewaltiges Projekt in Alleinregie anzuvertrauen.

Im Lied von Tim Bendzko drückt sich der Held offenbar vor den kleinen Problemen in seiner heimischen Beziehung – und wendet sich lieber heroischeren Projekten zu. Vielleicht geht es Annalena Baerbock ähnlich? Soziale Frage, Energiewende und Afghanistan-Desaster, wer mag sich schon mit solchen, außerordentlich frustrierenden Alltagssorgen herumplagen, wenn die Welt – zumindest in der Fantasie grüner Ideologen – nur darauf gewartet hat, von Deutschland alles über CO2-Reduktion zu lernen? Deutschland muss hier als leuchtendes Beispiel vorangehen – ein Lied, zwo, drei, vier!

Was früher mit Eroberungsplänen gespickte „Männersache“ war, kommt heute nicht mehr als Kriegsrhetorik daher, sondern im Gewand weiblichen Kümmerns. Das wirkt ein kleines bisschen weniger bedrohlich, aber deshalb nicht weniger größenwahnsinnig. Nun haben wir aktuell noch eine Kanzlerin, die sich in ihren ersten Regierungsjahren kaum in Deutschland blicken ließ und, als ihr Glanz im Ausland verblasste, daheim allerhand Unheil anrichtete. Von der Energiewende bis zur Migrationspolitik: Es zeugt schon von einiger Selbstüberschätzung, diese chaotisch ablaufenden Projekte auch noch als vorbildliches Modell in den Rest Europas oder gar der ganzen Welt exportieren zu wollen. Diese entwickelt Kernkraftwerke der vierten Generation – bei uns liefert man sich ein Wettrennen um die Zahl der aufgestellten Windräder. Goldig.

Selbstüberschätzung im Chaos

Nun glaube ich erst an ein Ende von Angela Merkels Amtszeit, wenn ich es mit eigenen Augen gesehen habe. Sie hat sich schon beinahe ein Gewohnheitsrecht ersessen – wie es im Mittelalter üblich war – und vielleicht wird man sie nach ihrer Abwahl mit sanfter Gewalt daran hindern müssen, sich weiterhin in ihr angestammtes Büro zu schleichen, um zu kontrollieren, ob ihr Nachfolger auch alles richtig – also eigentlich verkehrt – macht. „Och nö, Angela“, würde Armin Laschet mit fuchtelnden Armen genervt schimpfen, „lass mich doch mal machen, is gut jetzt!“

Zum Glück sind die Chancen ins Bodenlose gesunken, stattdessen Annalena Baerbock als Nachfolgerin ins Kanzleramt einziehen zu sehen, die offenbar auch von der Weltrettung träumt. Wäre doch wenigstens irgendeine vernünftige Idee mit diesem Traum verbunden – etwa jene, der Menschheit unerschöpfliche Fusionsenergie zu schenken! Aber die Visionen der Frau Baerbock bleiben dann doch eher schwammig und verbotsorientiert. Irgendetwas mit Elektromobilität, ohne CO2 und laktosefrei. Sind das wirklich die Probleme, welche die Bundesbürger bewegen, oder stürzen sich alle nur darauf, weil die ganz gewöhnlichen Sorgen wie die Arbeitsmarktlage oder die Renten zu unlösbaren Problemen geworden sind?

Haben die Nachrichten der öffentlich-rechtlichen Sender in den letzten Wochen eigentlich außer Inzidenzwerten auch die aktuellen Arbeitslosenzahlen vermeldet? Es muss mir entgangen sein. Man wollte uns wohl nicht damit belästigen, jetzt, da dank der Corona-Maßnahmen der Endsieg über die Seuche unmittelbar bevorsteht.

Es-geht-alles-vorbei-Mentalität der Deutschen

Man spricht nicht umsonst vom „Klimasozialismus“, denn wie der Wald- und Wiesen-Sozialismus verschiebt auch er die Rettung der Menschheit in eine ungewisse Zukunft, von der niemand weiß, wann und wo sie eintritt. Widrigkeiten, die der Bürger zu ertragen hat, werden ihm als „temporäre Durststrecke“ verkauft. Das funktioniert in Deutschland wunderbar – die Menschen hier sind einfach zu artig, um solche Versprechen kritisch zu hinterfragen. Eine „Es geht alles vorbei„-Mentalität, die etwa den Franzosen vollkommen fremd ist, die schon längst ordentlich Rabbatz gegen die Regierung geschlagen hätten.

Und so kommen die Merkels und Baerbocks mit ihrer als Weltrettung getarnten Realitätsflucht immer wieder durch. Was macht es schon, wenn durch Deutschlands Schulfenster der Wind pfeift, die Sozialsysteme ächzen, die Euro-Rettung mit ihren Negativzinsen auch die Rentenkassen zur Ader lässt oder die Kriminalitätsraten steigen?

Seid nicht kleinlich und haltet durch, am Ende wartet das Klimaparadies auf euch! Hier wird es noch fast so schön wie in Nordkorea, versprochen!

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