Bahlsens Gratismut: Der späte “antifaschistische Widerstand” der Konzernrepublik

Bahlsens Gratismut: Der späte “antifaschistische Widerstand” der Konzernrepublik

…aber „Russisch Brot“ verkaufen die Haltungs-Helden von Bahlsen komischerweise noch… sogar in blauer Verpackung! (Foto-Imago)

Es gehört zu den eigentümlichen Ironien der deutschen Gegenwart, dass ausgerechnet jene Traditionsunternehmen, die im Nationalsozialismus besonders gut funktionierten, heute am lautstärksten vor der AfD warnen. Der aktuelle Fall Bahlsen ist dafür geradezu symbolisch. Das Unternehmen distanzierte sich jetzt in der Person seines Geschäftsführers Alexander Kühnen in einem von allen Medien ebenso begierig wie genüsslich aufgenommenen dpa-Gespräch öffentlich von der AfD – und bekannte sich demonstrativ zu, na was wohl, “Vielfalt”, “Offenheit” und “Demokratie”. Dabei zählt just Bahlsen zu jenen deutschen Firmen, deren historische Bilanz alles andere als makellos ist: Während des Zweiten Weltkriegs beschäftigte Bahlsen hunderte Zwangsarbeiter. Historiker sprechen inzwischen von einer weit tieferen Verstrickung in das NS-System als lange öffentlich eingeräumt wurde. Das Unternehmen profitierte von der Kriegswirtschaft, versuchte laut Forschungen sogar Produktionsanlagen aus dem besetzten Kiew nach Deutschland zu überführen und nutzte die Bedingungen der Diktatur für wirtschaftliche Expansion.

Das muss nicht unbedingt ein Widerspruch zu einer heute umso entschlosseneren ostentativen Distanzierung sein – doch gleichzeitig ist die heutige moralische Selbstinszenierung gerade deshalb so aufschlussreich. Zumal Bahlsen mit dieser Haltungs-Nabelschau keineswegs allein steht: Auch Edeka profilierte sich in den vergangenen Jahren mit demonstrativen Anti-AfD-Kampagnen. Gleichzeitig verweist die eigene Unternehmensgeschichte darauf, dass Edeka-Generaldirektor Fritz Borrmann bereits früh NSDAP-Mitglied wurde und der Konzern sich problemlos in die Wirtschaftsordnung des Regimes einfügte. Wie so viele deutsche Großunternehmen funktionierte auch Edeka unter den Bedingungen der Diktatur erstaunlich reibungslos. Und genau darin liegt der eigentliche Kern des Problems: Nicht in der historischen Schuld an sich, sondern in der moralischen Überkompensation der Gegenwart.

Vom Führerstaat zu Diversity

Die Bundesrepublik hat als Konsequenz der NS-Vergangenheit vieler Konzerne keine Kultur der Zurückhaltung gegenüber weltanschaulichen Dogmen per se hervorgebracht; im Gegenteil. Stattdessen dominiert heute eine Kultur des demonstrativen Aktivismus. Die Parolen haben sich gewandelt, der Eifer ist wieder derselbe: Wer historisch belastet ist, tritt heute umso aggressiver als politischer Moralakteur auf. Bei Siemens arbeiteten während des Zweiten Weltkriegs zehntausende Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge für die Rüstungsproduktion; heute warnt Siemens-Chef Roland Busch eindringlich vor „Extremismus“ und indirekt vor der AfD. Daimler-Benz profitierte massiv von Wehrmachtsaufträgen und Zwangsarbeit; heute erklären Mercedes-Manager, eine starke AfD gefährde Migration, Export und Weltoffenheit, und Mercedes-Chef Ola Källenius warnt vor einem “politischem Rechtsruck” und lobt Anti-AfD-Positionierungen. Die Deutsche Bank finanzierte Unternehmen des Auschwitz-Komplexes und profitierte von „Arisierungen“; heute warnt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing vor wirtschaftlichen Folgen der AfD und vor Rechtsextremismus.

Die IG Farben – aus deren Nachfolgekonzernen Bayer, BASF und Hoechst hervorgingen – errichtete mit Auschwitz-Monowitz ein eigenes Konzentrationslager und nutzte KZ-Arbeit systematisch aus. Volkswagen entstand überhaupt erst als Prestigeprojekt des NS-Regimes und beschäftigte zehntausende Zwangsarbeiter. Die Quandt-Familie, eng mit BMW verbunden, profitierte erheblich von der Kriegswirtschaft. Bosch, Krupp, Thyssen, Allianz – fast die gesamte industrielle Elite der Bundesrepublik verdankte ihren Aufstieg zumindest teilweise den Bedingungen von Autarkie, Aufrüstung und Diktatur.
Natürlich bedeutet das nicht, dass heutige Unternehmen „nationalsozialistisch“ seien; genau diese plumpe Gleichsetzung wäre historisch unseriös. Aber es zeigt ein bemerkenswertes Muster deutscher Eliten: Man arrangiert sich stets erstaunlich gut mit dem jeweils herrschenden Zeitgeist. Damals hieß die ideologische Währung: Volksgemeinschaft, Kriegswirtschaft, Führerstaat. Heute heißt sie: Diversity, Demokratieförderung, Haltungskampagne. Die Überzeugung, auf der fraglos guten, richtigen Seite zu stehen, hat sich gegenüber damals nicht geändert.

Hysterischer Konzernantifaschismus

Der moderne deutsche Großkonzern produziert längst nicht mehr nur Autos, Versicherungen oder Kekse. Er produziert moralische Signale. Werbung dient nicht mehr primär dem Absatz, sondern der politischen Selbstvergewisserung urbaner Eliten. Unternehmenskommunikation wird Gesinnungsmanagement. Die AfD spielt dabei eine besondere Rolle: Sie fungiert als symbolische Projektionsfläche deutscher Erinnerungspolitik. Wer sich maximal scharf gegen die AfD positioniert, signalisiert zugleich eigene moralische Läuterung. Die Partei wird nicht einfach als konservative Opposition behandelt, sondern als historischer Schatten, von dem man sich öffentlich reinigen muss.

Gerade deshalb wirkt der neue Konzernantifaschismus oft so eigentümlich hysterisch. Er richtet sich nicht gegen Macht, sondern schmiegt sich an sie an. Er kostet nichts. Er riskiert nichts. Er bestätigt lediglich die moralischen Erwartungen von Politik, Medien und kulturellem Establishment. Und genau darin liegt die historische Pointe: Die wirkliche Lehre aus der NS-Zeit lautet nicht, dass Unternehmen immer besonders mutig “gegen rechts” auftreten müssten. Die eigentliche Lehre lautet vielmehr, wie schnell wirtschaftliche Eliten bereit sind, sich dem jeweils dominierenden politischen und moralischen Klima anzupassen.

Mehr historische Demut

Ein besonders perfides Beispiel bietet die 1994 gegründete Freudenberg Stiftung Weinheim. Sie gründete die sattsam bekannte, berüchtigte grüne Amadeu-Antonio-Stiftung mit, ist an der Ausrichtung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie mitbeteiligt und war bis vor kurzem ein Träger des Civis-Medienpreises für Integration und kulturelle Vielfalt. Zwischen 1937 und 1938 aber profitierte das Unternehmen von der wirtschaftlichen Verfolgung jüdischer Eigentümer: Die Freudenberg-Gruppe übernahm unter anderem das Ledergeschäft der jüdischen Firma Sigmund Hirsch in Weinheim. Die historische Aufarbeitung, insbesondere durch Forschungen von Anne Sudrow, belegte gar die Beteiligung Freudenbergs an sogenannten „Schuhprüfstrecken“ im Dritten Reich: Im Konzentrationslager Sachsenhausen mussten vor allem holländische Häftlinge unter extremen Bedingungen neue Schuhmodelle und Materialien für das Unternehmen testen, was für viele tödliche Folgen hatte. Der Schluss liegt nahe, dass die Nachfahren jener, die aus der NS-Zeit Dreck am Stecken hatten, heute die großen Philanthropen und Gesellschaftsgestalter an der Demokratie vorbei sein wollen.

Damals war Konformität ökonomisch profitabel; heute ist sie reputationspolitisch profitabel. Wer unter der NSDAP gute Geschäfte machte, tritt heute besonders gern als antifaschistischer Erzieher der Nation auf – nicht aus historischer Tiefe, sondern oft aus dem Bedürfnis moralischer Selbstreinigung. Vielleicht wäre daher weniger moralisches Donnern angebracht – und etwas mehr historische Demut. Das sollte auch die Firma Bahlsen beherzigen. Denn eine Gesellschaft, die ihre Vergangenheit ernst nimmt, müsste eigentlich vor allem eines gelernt haben: Nicht der Außenseiter war immer die größte Gefahr. Sondern am Ende waren es noch immer die angepassten Eliten, die mit jeder Macht gut zurechtkamen – solange sie selbst davon profitierten.

17 Kommentare

  1. Kein Witz:
    Gestern früh träumte ich von einer zufällig gefundenen, uralten Packung Ukraine-Kekse von Bahlsen.
    Das war so absurd, daß ich im Traum darüber lachte. Davon wachte ich dann auf.
    😜

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    1. mit Foto von Selenskij drauf? Das wäre der Alptraum aber bald gibt es wieder Merkel Kekse die an die Omas ´gegen Rechts kostenlos verteilt werden (wobei das dann mit den 3.Zähnen etwas schwierig wird)

    2. ceo`s lesen „spiegel“ & glotzen „tagesschau“, DAS sind deren einzige INformationsquellen, halt dumm wir trockener Keks… 😉

      NIE WIEDER BAHLSEN!!!

  2. In diesen Topf paßt ebenso der berühmt, berüchtigte Georg Soros. Ein Ungar, der seine jüdischen Landsleute auslieferte, für Geld.

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  3. und das schon von einem Terroristen, nämlich Ernst Albrecht (siehe Celler Loch) geführt wurde

  4. Wenn er mit solchen Aussagen darauf verzichten kann dass fast 30% der Bürger zukünftig auf seine Produkte verzichten, soll er seine Kekse halt selber fressen!

  5. Gott sei Dank, gibt es für all diese Firmen Ersatz. Statt Rossmann -DM. Statt Mercedes,BMW,VW dann eben Kia,Mazda,Ford etc
    Statt Bahlsen eben was leckeres.
    Der Wähler ist Konsument und hat es in der Hand. Statt deutscher Hetz und Haltungsfirmen eben Alternativen.

    1. Ford ist wirklich Nazi!
      Der alte Henry war begeistert von Hitler und hat ihm Geld gespendet. Er war auch voll mit dabei, als die Ford-Werke in „Taunus“ umbenannt wurden, damit es nach Germanisierung aussah.

  6. EILMELDUNG

    ..wie wir soeben erfahren haben, wird baalsen die buchstaben A, F und D zukünftig nicht mehr unterstützen und diese aus dem alphabets sortiment des russisch brot streichen.

    NOCH EILIGERE EILMELDUNG

    …die firma brockhaus erwägt, baalsen zu unterstützen und in zukünftigen ausgaben des grossen brockhaus die buchstaben A, F und D ersatzlos zu steichen.

  7. Ich war praktisch konsequent!

    Habe der Firma Bahlsen auf der
    Interseite, unter Kontakte, schnell
    mal geschrieben, dass ich ihre
    Produkte nicht mehr kaufen
    werde.

    1. Ich bin mir nicht mehr sicher, aber Balsen habe ich bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr gekauft (können auch 30 Jahre sein). Das Russisch Brot von Dr. Quendt und Aldi schmeckt ohnehin besser. Bei Keksen ist DeBeukelaer ganz vorne (die haben außerdem ihren Sitz in Rheinland-Pfalz, und lokal kaufen ist doch gut, oder?).

  8. „Kampf gegen Desinformation“
    Bundesforschungsministerium zahlt Hunderttausende Euro an „Correctiv“
    Während Familienministerin Prien ab dem kommenden Jahr „Correctiv“ nicht mehr fördern will und sich deswegen mit den Grünen streitet, erhält das Medium jetzt Steuergeld durch das Bundesforschungsministerium. Und zwar deutlich mehr als durch das Programm „Demokratie leben!“.
    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2026/bundesforschungsministerium-zahlt-hunderttausende-euro-an-correctiv/

    Wundert mich überhaupt nicht! Ich habe schon vor mehr als einem Jahr,kurz vor der Vereidigung von Merz als Kanzler und nachdem die Namen für die Besetzung der Minsterämter in der neue Merz-Regierung bekannt wurden , hier auf Ansage geschrieben, dass ich die CSU-Politikerin Frau Dorothee Bär ebenfalls für eine totale Fehlbesetzung halte.
    Denn diese pseudolinke Frau von der CSU-Partei ist schon in der Ära Merkel mit einigen extremistischen Hasstiraden gegen alle Männer, gegen das Männliche in der deutschen Gesellschaft und gegen das männliche Geschlecht im Allgemeinen extrem negativ immer wieder aufgefallen.
    Wäre Söder tatsächlich so ein toller starker durchsetzungsfähiger und genialer bayerischer Ministerpräsident von der CSU-Partei gewesen, dann hätte er diese linksextreme Männerhasserin schon längst aus der CSU-Partei rausgeworfen!

  9. Zitat: „Er richtet sich nicht gegen Macht, sondern schmiegt sich an sie an. Er kostet nichts. Er riskiert nichts. Er bestätigt lediglich die moralischen Erwartungen von Politik, Medien und kulturellem Establishment.“

    Dies ist der einzige Punkt, an dem ich nicht zustimme. Das moralisch verbrämte Programm von Politik, Medien und kulturelle Establishment bringt ja nichts anderes als Firmenpleiten, Deindustrialisierung, Energiemangel und überbordende Bürokratie hervor.

    Und durch ihren Kotau vor den moralischen Erwartungen der Wirtschaftszerstörer verbaut sich die Wirtschaft selbst jeden Ausweg aus der politikgemachten Katastrophe, weil sie sich eben für unzuverlässigen und überteuerten Zappelstrom entscheidet, statt grundlastfähigen faschistischen Strom. Ebenso macht sich die Wirtschaft, wenn sie der politisch-medialen Hypermoral beipflichtet, hilf- und wehrlos gegen vor Hypermoral triefende Missgeburten wie zum Beispiel das Lieferkettengesetz.

    Dieses Anschmiegen an die Macht mag auf den ersten Blick ohne Kosten und ohne Risiko sein, aber sie ist eine Kapitulation – und sie hat ihren Preis.

  10. ⚡🗽⚡
    …, und wir absentieren uns ab so fort ausdrücklich von Bahlsen!!!
    💀Kommt gut in die Urne💀

  11. Wir kaufen nichts mehr bei diesen unsäglichen Antidemokraten,
    die ./. die AfD diskreditierend aufbegehren !

    Benötigt wird eine Liste, denn außer Bahlsen, Rossmann, Mercedes, Edeke sind uns leider keine weiteren Firmen mit ……… bekannt.

    Unser Geld bleibt dort, bei den Firmen, die sich nicht ./. die politische Zukunft von unserem Land und uns Deutschen stellen !

    Baut die Gewinnmaximierungs-Zukunft dieser u.a. „Sonderlingsfirmen“ auf zahlungskräftige/zahlungswillige Migranten und einer mögl. Kriegswirtschaft?

    Dann träumt mal weiter !
    Auch wir werden auf diese Firmen und ihre Produkte im weiteren Familienkreis, bei Kollegen und im Bekanntenkreis hinweisen !

    Solche verstehen nur eine Sprache und Handlungsweise und das ist und bleibt der Kaufboykott !!!

  12. sich dem jeweiligen Regime anzubiedern liegt offenbar in der DNA einiger Vorstand-Etagen.
    Konkret will man vermutlich seine Positionierung als gesetztes Konferenzgebäck in unserer Demokratie sichern und ausbauen.