Donnerstag, 18. Juli 2024
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Baueropferpräsident Rukwied: Von der Ampel ordentlich eingeseift

Baueropferpräsident Rukwied: Von der Ampel ordentlich eingeseift

Bauernpräsident Joachim Rukwied bei der zentralen Großkundgebung der Bauernproteste im Januar: Zu schnell umgefallen (Foto:Imago)

Dem deutschen Bauernverband und etlichen Landwirten dürfte inzwischen dämmern, dass ist doch keine gute Idee war, die mit unerbittlicher Schärfe angekündigten und dann bis Mitte Januar sukzessive gesteigerten Proteste gegen die Ampel-Politik so je zu beenden und sang und klanglos wieder zur Tagesordnung überzugehen. Ursächlich dafür war vor allem die erfolgreiche Umgarnung und Einbindung von Bauernpräsident Joachim Rukwied durch die Regierung, die im gegen wachsweiche Zusagen eine Abmilderung und dann Beendigung der Protestaktionen abtrotzte. Nun fährt Rukwied die erwartbare “Belohnung” für seine Regierungstreue während der Massenkundgebungen zu Jahresbeginn ein: Nämlich den Bruch sämtlicher Versprechungen, die die Ampel gemacht hatte.

Die Ampel hat sich sauber abgeputzt an den Landwirten: Mit billigen Zusagen hat sie sie eingesackt, zugleich die öffentliche Aufmerksamkeit maximal von den berechtigten Sorgen und Nöten der Bauern abgelenkt (zusätzlich erleichtert durch die taktisch inszenierte und vom Zeitpunkt her wohlabgestimmte Veröffentlichung der Potsdam–Lügengeschichte!) – und vor allem das dynamische Moment der Protestbewegung gebrochen. Wohlwissend, dass ein Wiederhochfahren der Proteste Monate der Organisation und Vorbereitung braucht und dass dafür auch nur jahreszeitlich ein schmales Zeitfenster zur Verfügung steht, in denen den Bauern die Teilnahme an Demonstrationen überhaupt betrieblich möglich ist, hat man sich Zeit erkauft, während sich für die Landwirte essenziell rein gar nichts geändert hat. Im Gegenteil.

Treudoofes Verhalten

Dies beklagte der gelackmeierte Rukwied selbst in mehreren Stellungnahmen. Er forderte eine “Neuausrichtung der Agrarpolitik, und wenn die nicht kommt, wird die Unzufriedenheit zunehmen“. Wenn die versprochenen Erleichterungen, wie die Möglichkeit für Betriebe, schwankende Ergebnisse aus guten und schlechten Jahren steuerlich geltend zu machen, nicht umgesetzt würden, würden die Landwirte dies als „Wortbruch“ auffassen. „Dann verliert die Politik das eh nicht mehr stark ausgeprägte Vertrauen. Das müssen die Koalitionäre wissen“, warnte er. Pech gehabt – denn es war Wortbruch, und Vertrauen hätte man diese Regierung ohnehin nicht entgegenbringen dürfen. Rukwied beklagt nun einfältig, dass das Preisniveau in vielen Bereichen nochmals deutlich niedriger als noch vor anderthalb Jahren, während die Kosten für Dünger, Pflanzenschutz und Energie weiterhin zu hoch seien. Mit Blick auf das bis Ende Juni laufende Wirtschaftsjahr 2023/24 erklärte er: „In vielen Produktionszweigen gehen wir von starken Gewinnrückgängen aus, das ist leider keine reine Befürchtung mehr.

In der Ampel, wo man den konsensbesoffenen Verbänden clever den Schneid abgekauft hat, wird man über solches Gejammer allenfalls müde lächeln, sofern man es überhaupt noch zur Kenntnis nimmt. Rukwieds nur noch als treudoofes Verhalten während der Bauernproteste im Januar und Februar zu bezeichnendes Verhalten hat eindeutig gezeigt, dass er sich nicht primär als Sachwalter der Landwirte sieht, sondern es ihm zunächst einmal um ein gutes Einvernehmen mit der Politik geht. Ein Beispiel: Die Bauern hatten dagegen aufbegehrt, dass die Regierung die Agrardiesel-Subvention streichen wollte. Darauf hatte die Ampel mehrere Erleichterungen versprochen, während die Bauern in den meisten Medien nach bewährtem Muster als mindestens latent rechtsextreme Tölpel dargestellt und die Proteste dann meist totgeschwiegen wurden.

Verhandlungsposition selbst untergraben

Rukwied hatte bei alledem brav mitgespielt und seine üblichen naserümpfenden Distanzierungen von den vermeintlichen „Rechten“ abgesondert, die die Demonstrationen angeblich “unterwandert” hätten. „Rechte und andere radikale Gruppierungen mit Umsturzgelüsten wollen wir auf unseren Demos nicht haben. Wir sind Demokraten, und da findet ein politischer Wechsel – wenn, dann über die Stimmabgabe in der Wahlkabine statt“, tönte er damals in bester Spaltungsmanier. Dumm gelaufen: Nun machen er und sein Verband dieselben Erfahrungen wie zahllose andere Berufsgruppen und auch die Bürger insgesamt – nämlich, dass man dieser Bundesregierung kein Wort glauben kann. Bereits nach der Europawahl hatte Rukwied der Ampel vorgeworfen, „keinen agrarpolitischen Kompass“ zu haben. „Mit dem, was auf Berliner Ebene erreicht ist, können wir Landwirte nur zum Teil zufrieden sein. Die aktuellen Gesetzgebungsverfahren zeigen leider, dass die Bundesregierung die Bedeutung der Landwirtschaft nicht erkannt hat. Die Menschen müssen ernst genommen werden.

Das sei auch eine Ursache für das starke AfD-Ergebnis von 18 Prozent unter den Bauern und Landwirten, erklärte er. „Das Gefühl, dass uns Perspektiven geraubt werden“, sei eine gewisse Verbindung, die Bauern und die junge Generation, die ebenfalls auffällig stark AfD wählt, teilen würden. Es gehe um „diese Angst vor der Zukunft und der Reglementierung, dieses Vorschreibenwollen“, sagte er weiter. Alles richtig, alles banal und wahr. Hätte Rukwied solche klaren Worte im Januar gefunden und, wie eigentlich angekündigt, die Proteste viel länger und entschlossener andauern lassen, wäre die Ampel wohl nicht so einfach davongekommen. So hat der Bauernverband jedoch die Gunst der Stunde verpasst – und kann nun nicht anderes als wehklagen, dass man ihn aufs Kreuz gelegt hat. Seine Verhandlungsposition hat er damit weitgehend selbst untergraben. Es zeigt sich einmal mehr: Solange solche einfältig-braven Apparatschiks  – nicht nur in diesem Verband – den Ton angeben, wird die Ampel ihr Zerstörungswerk ungehindert fortsetzen können.

19 Responses

  1. Mir tun da nur die engagierten Bauern (und auch Handwerker) leid. Für den und seinen Genossen habe ich kein Mitleid.

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  2. Irgendwie mußte dieser Systemling und Einfaltspinsel aber noch eine Bemerkung über die 18 % AfD – Bauern loswerden. Es geht einfach nicht mehr ohne einen “Unterton”bei solchen Mitläufern und Speichelleckern.

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  3. Das die Verbandsvertreter ihre Verbandsmitglieder verraten und der Politik dienen ist doch schon ein alter Hut. Das kenne ich schon seit sehr langer Zeit. Was in der DDR die Regel war hat sich mit Schröder, SPD, und Konsorten in der BRD fortgesetzt. Jedes Gesetz welches weiter zur Vernichtung des Handwerks führte hatte immer das Wort „Förderung“ im Titel. Also im Ergebnis Wegförderung.
    Wer Politiker vertraut hat auf Sand gebaut.

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  4. Genau so ist es! Wer auf das hört, was die Politik einem süßsauer verspricht. der hat auf´s falsche Pferd gesetzt. Aber das ist nicht erst seit der Ampel so, das greift bis in die Ähra Kohl hinein. Man denke nur an die blühenden Landschaften. Aber eins ist gewiß, die Ukraine wird nicht so abgespeist werden.

  5. Man fragt sich kopfschüttelnd, wie dumm diese Leute sind.

    Schon in der “Pandemie” habe ich nicht verstanden, wieso der Einzelhandels- und der Gastronomieverband sich gegen die Zusage von 30 Silberlingen dem absolut absehbaren Ruin ihrer Branchen durch die “Lockdowns”, 2G/3G und derlei zustimmten, bzw nicht mal den Hauch von Anstrengung unternahmen, sich dagegen zu wehren. Um dann hinterher über Umsatzeinbrüche und Ruin in ihren Branchen zu wehklagen…

    Dasselbe Spiel nun wieder bei den Bauern.
    Sind die zu blöd, die Strategiepapiere von WEF und EU zu lesen oder die Forderungen der Globalisten-Strippenzieher nach Abschaffung von Landwirtschaft und Umstellung auf Industriefraß ? Was glauben denn Figuren wie dieser Rukwied, was diese klar artikulierten Strategien für ihre Branche zur Folge haben ?

    Die EU hat der bäuerlichen Landwirtschaft unumwunden den Vernichtungskrieg erklärt.
    Und Rukwied macht auf Appeasement ?!

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  6. Herr Matissek,
    schreiben Sie doch nicht solchen horrenden Blödsinn wie “Agrardieselsubvention”. Informieren Sie sich gründlich, nehmen ein Begriffswörterbuch zur Hand und überlegen Ihre Wortwahl, bevor Sie zu schreiben anfangen. Ihr ” …ich mein man und so..” — Meinungsartikel
    wird allein schon durch diesen falsche Begriff zu Müll.

    1. Ganz ruhig Brauner! Da fehlten die Anführungsstriche, habe es auch noch mal sinngemäß rausgestellt. Ironiefrei ist dieser absurde Subventionsbegriff ganz sicher nicht meine Wortwahl, wie ich in früheren Artikeln schon geschrieben habe. Ist für denkende Leser allerdings auch so verständlich.

  7. Ja das hatte mich auch sehr gewundert dass die Bauern die Proteste dann ab Mitte Januar fast eingestellt hatten. Dann kam ja die correktiv Geschichte und die Bauern landeten ganz unten. Sie wurden verarscht und jetzt haben sie den Salat. Außerdem die Bauern in Frankreich sind wesentlich radikaler. manches Ministerium wurde dort schon mal mit Gülle und scheiße zugedeckt. Und hier in Deutschland? bissi da was zu und Demo aber nix passierte. Es gibt bei dieser Regierung nur eine Art der Demo: alles dicht machen. 2 Wochen dauerstreik sonst bewegt sich da nix mehr. Die Bauern wurden von linksversifften Bundesregierung verarscht.

  8. Nutzt auch nichts auf die Pauke zu hauen, diese ganzen Idioten wie Rukwied leben noch in der alten BRD wo Politiker noch nicht so dreist und ohne Folgen, Lügen und Betrügen konnten.
    Mit denen kann man nicht verhandeln, die halten sich und ihre verdrehte Sicht der Dinge für alternativlos.
    Wenn die uns nicht als Zahlvieh brauchen würden, würden die uns ohne mit der Wimper zu Zucken, euthanasieren lassen.
    Ich Wette, da scharren schon ganz viele sogenannte Staatsdiener in Uniform mit den Hufen, endlich wieder richtig durchzugreifen, so Knüppel aus dem Sack und noch schlimmeres.
    Wenn wir diese Pack, nicht zeitnah, ein für alle mal zum Teufel jagen, wird das hier in einem Blutbad enden.
    Es nutzt auch nichts irgendwelche Buchstabenkombinationen auf einem Zettel anzukreuzen und selbst wenn es was nutzen würde, bis zur nächsten Wahl ist eh alles schon zu spät. Nein da muss schon mehr passieren.
    Das ist ein Verbrecherstaat und Verbrecher verstehen nur eine Sprache: Generalstreik bis die Figuren(auch die ganzen Presselügner) entweder freiwillig abhauen, oder der Mob nachhilft.

  9. Nächstes Jahr im September werden die Deutschen sich eine schwarz-grüne Regierung wählen und bei Chance bleibt Habeck dann weiter Deindustrialisierungsminister und Frau Baerbock darf weiter aussenpolitisches Geschirr zerdeppern und weiter dummes Zeug plappern.

    Deutschland ist verloren, weil die Masse zu blöd ist, eine Regierung zu wählen !

  10. Also liebe Bauern…da euer Vortänzer auch
    wie die Regierenden,ein falscher Fünfziger zu sein scheint,jagt ihn zum Teufel und nach
    Der Ernte wieder auf die Straße!!!

  11. War mir von Anfang an klar, daß die tapferen Bauern diesem Mistkerl aufgesessen waren: Vorstandsmitglied in verschiedenen Berufs -und Lebensmittelerzeugungsverbänden und auch Banken-mäßig involviert – ein falscher Fuffziger wie er im Buche steht.
    Es bleibt nur der Millionenmarsch auf die größte Packstation der BRiD, um sie in den ehrwürdigen Reichstag zurück zu führen

  12. War in München bei den Protesten dabei und wunderte mich, dass die Landwirte der Polizei, ein Fahrzeug, auf die Theresienwiese ohne Murren folgten, damit sie ihre Proteste nicht ausführen sollten oder konnten. Die Kundgebung der Verbände auf den Bühnen, zwischen den Zeilen gelesen, entsprachen der geführten Politik! Die Landwirte klatschten, verstand ich nicht. Protest ist Widerstand und Widerstand ist eigenständig! Inszeniert und gewollt, drauf reingefallen! Ein verlorener Tag!

  13. Ich weiss natürlich, dass letztendlich der Inhalt eines Textes viel wichtiger als die Form ist.

    Trotzdem: ist es nicht möglich, einen Text weitgehend fehlerfrei zu veröffentlichen und sehr störende Rechtschreibefehler wie z. B. “je” statt “jäh” etc. pp. zu vermeiden? Gibt’s keine Korrektur-Software/-programme bei “Ansage!”?

    1. Normalerweise schon, aber das Lektorat wurde hier nicht rechtzeitig eingearbeitet und es wurden bei dem Artikel einige Passagen per Diktatfunktion ergänzt, wo die AutoKorrektur dummerweise zugeschlagen hat.