Berliner Sitzbezüge: Geschmacklos heißt jetzt divers

Bunte Sitzbezüge für den Arsch: So soll in Berlin „Vielfalt“ aussehen (Foto:Imago)

Im neuen Volkssport „Zeichen setzen (ohne ‚Z‘)” muss natürlich das Shithole an der Spree mit markigem Beispiel vorangehen: Beim allgemeinen Vielfaltswahn wollen und dürfen auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) nicht fehlen. Diese Woche präsentierten sie voller Stolz die neuen Sitzbezüge in ihren Bussen und Bahnen – eine Orgie der verkitschten Scheußlichkeit, die optisch irgendwo zwischen den psychodelischen Farbwahrnehmungen eines Hunter S. Thompson in „Fear and Loathing in Las Vegas“ und ersten Malversuchen der Krabbelgruppe mit „anders befähigten“ Migrantenkinder rangiert. Die dazugehörigen Aussagen lesen sich wie aus dem siebten Kreis der Woke-Hölle entsprungen: Es handele sich um „Muster der Vielfalt, aus über 80 unterschiedlichen Silhouetten, die all die verschiedenen Berlinerinnen repräsentieren, die wir jeden Tag bewegen. Es ist somit das erste Sitzmuster mit einer klaren Botschaft: Bei uns ist jeder willkommen!“. Alles ist politisch, auch die Sitzunterlagen.

Soweit jedenfalls das zeitgeistkonform aufgesagte Sprüchlein der ideologisch gleichgeschalteten BVG. Doch gleich geht es weiter im Text: Die neuen Sitzbezüge seien notwendig gewesen, „um ein Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz zu setzen. Denn Vielfalt ist ein fester Bestandteil unserer Marken-DNA: Wir sind ein Abbild von Berlins Diversität – also bilden wir diese jetzt auch in unseren Bussen und Bahnen ab.“ Es gibt bekanntlich ja auch keine dringlicheren Aufgaben in Berlin. Fast schon drohend ergänzt das Unternehmen: Das neue Muster bleibe so lange im Einsatz, „bis jede*r unsere Botschaft der Vielfalt und Liebe verinnerlicht hat.“ Unausgesprochener Subtext: Wehe, jemand wagt es, sich diesem Diktat zu widersetzen  – dann wird er rasch lernen, wie schnell Vielfalt und Liebe in Einfalt und Hass umschlagen können… und willst du nicht mein Regenbogenbruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein! Umerziehung im Nahverkehr mit der Brechstange, Zwangsbekehrung durch visuelle Folter: Das sind die Methoden, mit denen heute, nicht nur in Berlin, totalitäre „Buntheit” in die Köpfe gehämmert wird.

Totalitäre Buntheit

Die BVG haben sich diesem Irrsinn schon seit vielen Jahren verschrieben: Bereits 2016 beteiligte sich das tiefgrünrot durchwirkte öffentliche Unternehmen tatkräftig am „Diversity Day“ in der Hauptstadt, um all seine Mitarbeiter (die im völlig zugrunde gerichteten Shithole Berlin wahrscheinlich Besseres zu tun hatten) einzuladen, „über Vielfalt ins Gespräch zu kommen.“ Diese wurden damit indirekt zur Zwangsteilnahme an einem „Diversity Parkours“, einem „Diversity Quiz“ und einem „Diversity Menü mit kulinarischen Spezialitäten verschiedener Kulturen und Religionen“ verpflichtet. Bezahlen für diese Verschwendung von Geld und Arbeitskraft in einer Stadt, die im Zustand des permanenten Verkehrskollapses schwebt, durften natürlich die Steuerzahler und Fahrgäste.

Doch damit es auch an gewöhnlichen Tagen ohne Hochfest der Diversitäts- und Queerreligion kein Entrinnen gibt, gönnen sich die BVG auch gleich noch eine eigene „Diversity-Beauftragte”. Das Unternehmen teilt dazu mit, ganz im Stile totalitärer Menschheitsbeglückung: „Durch unser betriebliches Diversity Management fördern wir die Vielfalt unserer Belegschaft und bauen diese zum Wohl Aller aus. Die verschiedensten Aktivitäten und Maßnahmen in den Diversity Dimensionen bilden ein Maßnahmenpaket, das unsere interne Kultur der Wertschätzung von Vielfalt weiterentwickelt.” Die Phraseologie dieser Claims in ihrer schauderhaften Inhaltslosigkeit erinnert an die Wortstanzen in früheren deutschen Diktaturen. Was sich allerdings wie ein roter Faden durch deren Geschichte zieht und auch hier durchscheint, ist der Alleinseligmachungs- und Unfehlbarkeitsanspruch: Nur wir wissen natürlich, was zum „Wohl Aller“ erforderlich ist!

„Unheimlich vielfältig“

Anlässlich der Vorstellung der neuen Sitzbezüge schlug auch BVG-Marketingchefin Christina Wolburg in dieselbe Kerbe: „Die BVG ist unheimlich vielfältig und genau diese Botschaft transportieren wir künftig mit jeder Fahrt”, teilt sie euphorisch mit.  Sofern hier die Betonung auf „unheimlich“ liegt, hat die Frau recht. Allerdings soll es noch Jahre dauern, bis das neue Sitzdesign überall zu sehen ist; vielleicht sind bis dahin ja schon wieder neue Bekenntnisse durch Farbmuster in, so dass man bereits das nächste Design aus dem Hut zaubern muss. Dass es  überhaupt nötig wurde, die Sitze umzudekorieren, lag übrigens an einem Gerichtsurteil, mit dem der Designer der seit den 1980er-Jahren gängigen Sitzmuster erfolgreich wegen Urheberrechtsverletzung geklagt hatte.

Als pikante Anekdote am Rande kam der Verdacht auf, dass eine Szene der neuen Bezüge – die unter anderem von der Agentur Jung von Matt / SAGA entworfen wurden – ein Paar beim Oralsex zeige:

So berichtete die B.Z. über das unzweideutige Motiv (Screenshot:B.Z.)

Die BVG beschwichtigte, dass es sich dabei um eine Frau handele, die Yoga mache und nur zufällig neben dem Mann abgebildet sei. Dies klingt insofern glaubwürdig, als die Verkehrsbetriebe auf ihrem fanatischen Diversity-Trip wohl kaum ein heterosexuelles Paar abgebildet hätten.

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12 Kommentare

  1. „Im neuen Volkssport „Zeichen setzen (ohne ‚Z‘)”“

    Das wäre dann also Eichen setzen?

  2. Hahaha… 😂
    Naja, man sitzt ja mit seinem ähmm… Hintern drauf, passt doch als „Statement“!
    Komisch das man da ständig für den Kurs der Bundeskasper Werbung machen muss, hat doch nicht mal in 50 Jahren Kommunismus funktioniert!?
    Ich lache inzwischen jeden nur noch aus der ängstlich auf die letzten 10 Zentimeter Abstand pocht oder vor lauter Desinfektionsmittel schon nen Ausschlag an den Händen hat.
    Die ganze Haut zerstört aber Hauptsache jeden Bazillus abgetötet, spricht doch schon für totale Schizophrenie!

  3. Was machen die für ein Gewese wegen so was unwichtigem. Die Sitzbezüge interessieren mich, wenn ich Bahn fahre als letztes. Solang sie halbwegs sauber sind…
    Ich wette, in ein paar Wochen bis Monaten interessiert sich kein Schwein mehr für das ganze Getue. Auch die Verkehrsbetriebe werden dann ganz andere Sorgen haben.

  4. Soll das heißen: das jeder auch jetzt auf Bunt forzen und Scheißen soll? Was für eine grundlegende gute Sache. Ich machen da natürlich mit. Scheiß auf Bunt. Endlich macht Berlin mal mit was Positiven den Anfang!!!!!!!!

  5. Ich finde es gut!!!!! Endlich macht Berlin auch mal mit was Positiven den Anfang!!! Jeder Arsch soll jetzt auf Bunt scheißen und furzen. Endlich kriegen die Berliner mit das Bunt eben nur für Ärsche gut ist.

  6. Das Bild oben zeigt aber ziemlich sicher die aktuellen Bezüge…so kirre waren die schon immer. Dafür hat die Berliner U-Bahn richtig kernigen Speed. Immer wieder ein Erlebnis.

  7. Hahaha, ja nee, is klar. Sogar ein Sitzbezug ist jetzt divers, gender.. und umwelttütü

  8. Schlafmohn auf der Sitzfläche und Cannabisgrün für die Rückenlehnen , wären die passenden Farben für Berlin .

  9. Was mich am meisten anwidert, ist dieser „Me-Too“-Irrsinn, diese charakterlose Uniformität. Kaum haben die Politiker (von wem oder was auch immer veranlasst) den Trend „Vielfalt“ ins Rollen gebracht, sabbern Medien, Verwaltungen, Produzenten, Händler, Dienstleister, Vereine u.s.w. hinterher wie Straßenköter einer läufigen Hündin.
    (Ich bitte alle Hunde um Verzeihung für den despektierlichen Vergleich.)

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