Besinnliches von Katar bis Nigeria

Süßer die Bronzen nie klingen… Roth & Baerbock im restitutiven Außeneinsatz (Foto:Imago)

Habt ihr WM gesehen? Die, die niemand sehen wollte, weil Winter und viel zu heiß zum Spielen und zu wenige Titten auf den Tribünen? Habt ihr gesehen? Wie der Fifantino-Gianni in Katar zum Schluss bei der Siegerehrung weder den Messi noch den Goldpoller wieder loslassen wollte? Grandios. Wahrscheinlich, weil der Pokal ihn rein gestalterisch an ihn selbst erinnert. Ein glänzender Schädel… thronend über einer floralen Tunika…rund und golden wie die Welt und der Fußball sowieso. Soviel Leidenschaft im Amt war jedenfalls lange nicht.

Da mussten sich selbst unsere abgesandten drei Königinnen, die mürrische Nancy, das trotzige Lenchen und das wandelnde Lebküchlein Claudi, mit zeichensetzenden Nebenrollen zufriedengeben. Ihnen blieb nur angestaubte Bronze aus dem vorletzten Jahrhundert. Und, das zu tun, was sie eigentlich immer tun. Geschenke verteilen, die einem nicht gehören, dafür huldvoll Danksagungen entgegennehmen und alle noch Besitzenden mit gestrengem Blick zur Besserung mahnen. Die bronzenen Kunstköpfe wurden jedenfalls zurücktransferiert. Mit großer Geste. An ein richtiges Königreich. Benin. Ein legendärer Sklavenhandelshotspot, in dem jahrzehntelang Fachkräfte wie Pfefferkörner verschifft wurden, bis er schließlich mitsamt dem König höchstselbst vom Wachstumsweltmeister Nigeria geklaut und dann der Weltgemeinschaft nicht mehr zurückgegeben wurde.

Handel und Wandel im Schilda der Neuzeit

Nun isses halt weg. Das Benin. Das spielt bei feierlichen Rückgaben aber jetzt nicht so die Rolle, denn es geht ja im Grunde um die Gebenden, nicht so sehr um die Nehmenden. Boko Haram, also die kommende Ortskraft hat sich jedenfalls zur feierlichen Restitution noch nicht abschließend geäußert. Aber sie dürften nun mit dem Westen versöhnt sein. Man kann davon ausgehen, dass sie im Gegenzug den europäischen Straßen- in einen Schlussstrich verwandeln, der die vereinzelt auftretenden kulturellen Verständigungsprobleme ein für alle Mal beendet. Vielleicht machen sie schon nächstes Jahr eine urbane Fladenkette mit Namen „Lagos” auf, die wie selbstverständlich den spießbürgerlich-deutschen Dönermarkt bereichert. Oder sie übernehmen gemeinsam mit den Remmos Karstadt und lagern die Reisesparte nach Beirut aus. Oder die Schmuckabteilung nach Neukölln. Transportkostenoptimierung. Handel und Wandel.

Irgendwas Nettes wird Ihnen schon einfallen, den Beschenkten. Dass Letzteren jedenfalls warm ums altruistische Bruderherz geworden ist, sieht man daran, dass sie nach nicht mal drei Jahren die für eine Familienhochzeit ausgeliehenen Königsklunker ans Dresdner Gewölbe zurückgegeben haben. Gegen ein nicht näher spezifiziertes Entgegenkommen. Green Deal heißt das, glaube ich. Aber wo ein Wille ist, ist immer auch ein Staatsanwalt, der den Weg kennt, der am Knast vorbeiführt. Dort kommt man eh nur auf dumme Gedanken. – Ach Kinder, nein… doch, man muss sagen: Es ist bei allen Problemen einfach schön, hier mitten im Schilda der Neuzeit! Wo es jedes Jahr zum Schluss doch noch irgendwie bratapfelgemütlich wird. Wo selbst glücklose Innenverteidiger wie Schlotterbeck oder Lambrecht gemütlich unter einer der letzten, beim großen Erdenbrand noch nicht verkokelten Randfichten sitzen und in aller Ruhe überlegen können, was sie nach Karriereende mit ihrer Kohle noch so alles anstellen können. Wo gibt’s das sonst noch? Es weihnachtet einfach, so wie immer, auch diesmal wieder. Und… über allen Wipfeln ist Ruh!

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8 Kommentare

  1. Boko Haram ohne westliche(!) „Bildung“.
    Hhaha, da sind nen par Primitivskulpturen an den angeblichen Ursprung zurück gegeben worden, und schon heult das deutsche Heulsuse.
    Ja, BokonHaram.
    Scheisst auf diese „Kunst.
    .

    • Lebkuchenmaenn:in (m/w/d). Oder als Pril-Blume. Unter Schutz hat sie sich dabei qua ihres „Amtes“ stellen lassen.

  2. Seien wir doch mal ehrlich.
    Wenn die gewissenhaften Europäer nicht diese Bronzen hundert Jahre aufbewahrt hätten,
    wären sie doch schon längst verschwunden.
    Niemand kann doch ernsthaft glauben, die Afrikaner hätten sich genauso um ihr Kulturgut
    gekümmert.
    Und jetzt wird den Kolonialmächten – vor allem Deutschland – vorgeworfen, sie hätten Kulturgüter geraubt und nicht wie in vielen Fällen gekauft.
    Was ist dann mit den Antiken aus Ägypten im Britischen Museum oder im Louvre.
    Müssten nicht eigentlich England, Frankreich, Spanien oder die Niederlande mit ihrer
    Kolonialvergangenheit ebenfalls Rückgaben anstreben?
    Man hört immer nur von Deutschland, das wegen seiner Vergangenheit Wiedergutmachung
    zu leisten hat.

  3. In spätestens drei Jahren ist das Zeug eingeschmolzen oder auf dem Schwarzkunstmarkt (hihi) verscherbelt. Da gehe ich jede Wette ein.

    • … so wie die nunmehr grandios sichergestellte ‚Beute‘ aus dem Dresdener Kunstraub.

      Dem Vernehmen nach nur noch Schrott.

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