Bestellstopp und jahrelange Wartezeiten für Mercedes-Verbrenner

Heißbegehrt, aber praktisch nicht verfügbar: Mercedes G-Klasse (Foto:Imago)

Die Situation auf dem Automobilmarkt wird infolge der unterbrochenen Lieferketten immer prekärer. Hinzu kommt – im Lichte der katastrophalen Energiepolitik der Ampel und erheblicher Zweifel in die Sicherstellung der Grundversorgung mit Elektrizität – ein Run auf Mittel- und Oberklassemodelle mit Verbrennungsmotoren bei den namhaften Herstellern. Dieser hält trotz steigender, weil vor allem politisch verteuerter Spritpreise ungehindert an. Als Folge dieser Effekte – Nachschubmangel und wachsende Nachfrage – sah sich paradoxerweise Daimler Mitte Januar genötigt, einen befristeten Bestellstopp für die Mercedes G-Klasse zu verhängen. Grund war, dass sich in den letzten Monaten die Bestellungen für das in Graz hergestellte SUV-Modell derart angehäuft hatten, dass das Unternehmen absehbar bis 2024 nicht mehr mit der Herstellung nachkommen kann.

Die weltweit stetig steigenden Bestellzahlen führen dazu, dass unser aktuelles Produktionsvolumen ausgeschöpft ist und wir vorerst leider keine weiteren Kundenbestellungen in Deutschland annehmen können. Unseren Kunden stehen weiterhin vereinzelte Ausstellungs-, Vorführ- oder Händlerfahrzeuge zur Verfügung”, erklärte der Konzern. Die vollelektrische Variante der G-Klasse, futuristisch aufgepeppt, vermag hingegen bislang weniger zu überzeugen – die Nachfrage betrifft vor allem die Modelle Benziner- und Dieselmotoren. Das Problem könne nach und nach auch andere stark nachgefragte Modellreihen betreffen.

Opfer der eigenen Beliebtheit

Die ausgereiften Top-Modelle, in denen das gesamte technische Knowhow einer weltweit führenden Industriesparte kulminiert, über die bereits das ideologische Todesurteil gesprochen ist, werden sozusagen zum Opfer ihrer eigenen Beliebtheit – sehr zum Verdruss von Umweltschützern, bei denen die G-Klasse wegen ihres hohen Verbrauchs (11 Liter auf 100 Kilometer) in der Kritik steht. Der Popularität des ikonischen Geländewagens tut dies jedoch offenbar keinen Abbruch: 2021 wurde eine Rekordmenge von 42.000 Exemplaren dieses Typs ausgeliefert. Damit hat sich die Nachfrage seit 2011 versiebenfacht.

In den USA sei der Absatz gar so hoch, dass die G-Modelle sogar zum doppelten Preis verkauft werden könnten, teilte das Unternehmen mit. Auch in der Schweiz ist das Modell derart begehrt, dass die Wartezeit bis zu zwei Jahre beträgt – was sich langsam, aber sicher „realsozialistischen“ Lieferverzögerungen annähert. Das mit 286, 330, 422 oder 585 PS ausgelieferte G-Modell mit Allradantrieb und Automatik-Getriebe war ursprünglich vor allem bei Förstern und Alpinisten populär, dann wurde es zum Lifestyle-Accessoire für vermögende „Naturburschen“ und hat sich in den letzten Jahren schließlich zu einer Art Statussymbol für Großstadtbewohner, zur Zweit- und Drittkarosse für den urbanen Jetset gemausert. Auf Elektro-SUV’s hat in dieser Szene anscheinend keiner große Lust.

8 Kommentare

  1. High, was ist das denn für ein Management ? Wenn so etwas absehbar wird, plant man die Ausweitung der Produktion für das Modell. Das ist doch im Normalfall das, wovon jeder Hersteller träumt. Und jetzt wird reagiert wie bei der Tranbant-Produktion in der DDR. Freundlichst Fiete

  2. ahhhh, so so schön zu wissen “zurück in die zukunft“. …die wartezeit -dem ach so ausgelachten trabant ebenbürtig!

  3. Der Diesel ist noch lange nicht tot.
    Er ist ein sauberes und sparsames Fortbewegungsmittel.
    Wir haben zwei 3 L Eco 1,2 L Diesel Kfz., Audi A2 und VW Lupo.
    Der Durchschnittsverbrauch liegt i.d. Stadt bei vorsichtiger
    Fahrweise, wie schnelles hochschalten um 2000 Umdrehungen
    bei 3,5-3,8 L Diesel.
    Auf der Autobahn bei auch vorsichtiger Fahrweise und nicht
    schneller als 120 kmh liegt der Verbrauch zwischen 2,8 – 3,2 L Diesel.
    Diese niedrigen Verbräuche haben beide Hersteller schon Ende 1999
    erreicht, gebaut bis ca. 2005. Ein gut gepflegten Diesel kann auch noch
    bei 300000 km Laufleistung ohne Bedenken gekauft werden.
    Wir lieben unsere umweltfreundlichen Diesel !
    Elektrofahrzeuge kommen auch in Zukunft nicht infrage, weil wir
    uns vom Staat und der Autoindustrie nicht für dumm verkaufen lassen.
    Leute, schaut Euch beim Gebrauchtwagenkauf o.a. Fahrzeuge
    an und fahrt sie Probe.

    An die alten Mercedes Diesel 180 mit 45 PS, die oft von Kirmesschausteller genutzt worden sind
    und mit einem Motor locker 1 Million km drauf hatten, kommen die o.a. Fahrzeuge nicht
    heran. Allerdings gab es schon beide Kleinwagen, die locker 600000 km mit der ersten
    Maschine geschafft haben.

  4. Die Hauptmärkte für das G-Modell sind die USA und Russland und nicht die EU-Länder. Nur dort gibt es ausreichend Irre, die für diesen Luxus-Eimer durchschnittlich rund 150.000 Euro hinblättern. Hier spielt das Ding keine Rolle. Auch die künftige E-Version von diesem Anachronismus ist letztlich irrelevant.

  5. Geschichte widerholt sich. Ich wusste das auch der Kapitalismus nicht für Menschen gemacht wurde. Und wer es nicht glaubt brauch es auch nicht. Aber Diktaturen haben andere Ziele als den Menschen zu bilden und sein Leben in Gemeinschaft mit anderen auch kulturvoll leben zu lassen. Wer aus der DDR kommt weiß wovon ich rede. Andere erfahren es jetzt.

    • Ab „Aber Diktaturen …“ liegst Du aber so etwas von falsch.
      Ich komme aus der DDR und habe dort einen starken Zusammenhalt gehabt. Deutscher unter Deutschen zu sein, war einfach nur toll.
      Was uns zerstört, ist die Demokratie. Schon wieder.
      Die ist wie eine Küche, in der es 10 Chefköche gibt, die sich alle um dieselbe Suppe kümmern.
      Eine Demokratie es gescheitert, sobald es 3 Parteien gibt. Demokratie kann höchstens funktionieren, wenn man nur 2 Parteien hat.
      Koalitionen bedeuten, dass nicht die Mehrheit regiert, sondern Minderheiten, die so nicht gewählt wurden.

  6. Warum bauen wir nicht wieder Trabis, Pappe ist doch umweltfreundlich und recyclebar dazu und der fährt ohne irgendwelche Chips aus China. Gibt doch sicher kleine Benzinmotoren ohne großen Schnick-Schnack.

    Polen erhebt ein halbes Jahr keine MwSt auf Kraftstoffe, D zockt währenddessen kräftig sämtliche Kraftfahrer und Stromkunden ab. Irgendwie bringen die GIERIGEN hier überhaupt nichts auf die Reihe, außer krimineller Erpressung der Bürger.

  7. Die Beliebtheit des „G“ in USA dürfte auch an der Tatsache liegen, dass Qualität und Zuverlässigkeit überdurchschnittlich sind

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