Blackout: Deutschlands unaufhaltsamer Weg in die Agonie

Es ist bald so weit: Das „Wunder” der grünen Energiewende fällt nieder auf Deutschland (Symbolbild:Pixabay)

Kommunen quer durchs Land bereiten sich auf den Ernstfall vor (siehe hier, hier oder hier). Es fehlt an allem: Gas, Strom und – wenn die neueste Boykottidee der EU-Kommission greift, Schiffstransporte mit russischem Öl zu boykottieren – auch an Sprit. Während man die Gaskrise noch zu einem guten Teil Putin anlasten kann, ist die Stromkrise hausgemacht: Die massenhafte Abschaltung von fossilen- und nuklearen Kraftwerken bei gleichzeitiger Erhöhung des Bedarfs (Wärmepumpen, Elektrifizierung des Verkehrs et cetera) ist ein urdeutsches, einzigartiges Projekt. Verantwortlich sind alle Parteien unter Führung von Angela Merkel (ausgenommen die AfD).

Hilfe soll das Ausland bringen: Der deutsche Kanzler reist nach Arabien und kommt mit einer Siegesmeldung zurück: Abu Dhabi will zukünftig Gas nach Deutschland liefern. Eine erste Ladung von 137.000 Kubikmetern wird im Dezember im provisorischen Gas-Terminal von Brunsbüttel erwartet. Die vereinbarte Lieferung füllt gerade einmal die Tanks eines mittelgroßen LNG-Tankers und reicht kaum an die Menge heran, die an einem Tag über Nord Stream 1 bewegt worden ist.

Hilfe aus dem Ausland: Ein teurer Tropfen auf den heißen Stein

Diese 137.000 Kubikmeter decken nur einen winzigen Bruchteil des deutschen Jahresgasbedarf von 90 Milliarden Kubikmetern. Weitere Lieferungen stehen in den Sternen. Die meisten Golfstaaten verfügen kaum über die Kapazitäten, kurzfristig zusätzliches Erdgas zu fördern, und liefern ihre derzeit verfügbaren Rohstoffe zumeist nach Asien, wo sie vertraglich langfristig gebunden sind. Selbst wenn es gelänge, die Lieferquoten erheblich zu steigern, so wäre das Energieproblem nicht gelöst. Denn die Preise für Flüssigerdgas (LNG) steigen immer weiter – die Nachfrage ist hoch, das Angebot knapp.

Innerhalb von nur einer Woche stiegen im Juli 2022 die LNG-Preise an der Börse um 60 Prozent („Handelsblatt”. 4. Oktober 2022). Wirtschaftsminister Robert Habeck spricht von „Mondpreisen“ („Welt”, 5. Oktober 2022). Damit wird der Ersatz für Pipeline-Gas aus Russland für den Bürger unbezahlbar und für Industrie und Gewerbe existenzbedrohend. Im Durchschnitt verteuert LNG die deutschen Industrieprodukte um das 2,4-fache – bei ohnehin weltweit höchsten Strompreisen. Wie diese überteuerten Produkte auf dem Binnen- und Weltmarkt abgesetzt werden können, steht in den Sternen. Darüber wird in den Medien nicht gesprochen, wenn diese die Planungen für einen schwimmenden LNG-Terminal bejubeln oder der unergiebige Besuch des Bundeskanzlers in Katar mit Weihrauch umkränzt wird.

Eigentlicher Knackpunkt der Energiewende: Der drohende Ausfall von Strom

Zwar sind die Gasspeicher derzeit gefüllt; zwar sollen zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke bis zum Frühjahr im „Streckbetrieb“ laufen; zwar gehen Kohlekraftwerke wieder ans Netz – aber dennoch werden die Politiker nicht müde, die Bürger zu ermahnen, Energie zu sparen. Denn sie ahnen, dass es in Deutschland dunkel werden könnte – sei es durch einen strengen Winter, durch den Mangel an kostengünstigem Gas (welcher Art auch immer), oder durch den Ausfall der nachbarschaftlichen Unterstützung. Die Bundesregierung mag noch so viel versprechen, mag LNG-Terminals ankündigen, tiefe Bücklinge vor den Scheichs machen und Wasserstoff als den künftigen Heilsbringer loben… aber eins kann sie mit ihrer illusionären Politik nicht: Deutschland den Strom liefern, den ein Industrieland benötigt, um seine wirtschaftlichen Kräfte zu festigen und seinen sozialen Herausforderungen gerecht zu werden. Da hilft auch kein „Doppel-Wumms-Paket“ (Olaf Scholz am 29. September 2022) von 200 Milliarden Euro, das nicht eine einzige zusätzliche Kilowattstunde Strom liefert und das Risiko birgt, die Inflation weiter anzutreiben.

Rollierende Stromabschaltungen“ sollen ein gewisses Maß an Überlebensfähigkeit gewähren. Berlins Staatssekretär für Innere Sicherheit, Torsten Akmann (SPD), meinte im Berliner Abgeordnetenhaus, es könne im kommenden Winter zu solchen „rollierenden Abschaltungen“ im Stromnetz kommen. In einigen Wohngebieten Berlins geht dann das Licht aus und irgendwann wieder an. Wenn die abgeschalteten Wohngebiete wieder ans Netz gehen, schaltet man andere ab, sodass immer ein Teil der Stadt ohne Strom ist und ein anderer nicht; ein Verfahren, das man bisher nur von Entwicklungsländern kannte. Der „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland “ vom September 2019 sieht dazu drei Stufen vor: Frühwarnstufe, Alarmstufe und Notfallstufe. Er wird begleitet von einem „Leitfaden Krisenkommunikation“ des BMI und von einem „Risikovorsorgeplan im Elektrizitätssektor“ (05.01.2022). Es handelt sich um typische, im weitschweifenden Ministerialbarock verfasste Produkte, die wirtschaftliche und technische Fachferne atmen.

Die Heimsuchung wird uns spätestens Ende 2022 spürbar treffen

Das Tückische ist, dass die deutsche volatile Strominfrastruktur kaum ausreichend frühe Vorhersagen über eine drohende Stromknappheit möglich macht. Die Netz- und Windverhältnisse und die Durchleitungen von Strom im europäischen Verbundnetz ändern sich stündlich und lassen folglich nur kurzfristige Warnungen der Verbraucher zu. Das bisherige Verfahren, Tage vorher Abschaltzettel mit den genauen Abschaltzeiten an alle betroffenen Netzanschlüsse zu verteilen, ist unter diesen Verhältnissen nicht möglich. Zwar sollen „grundsätzlich alle verfügbaren Kommunikationskanäle zur Information der Bevölkerung genutzt werden“ („B.Z.”, 22. September 2022) – aber wie das geschehen soll, wenn alle Telefone und Mobilfunkgeräte, Internetverbindungen, Fernseher und Radios ausfallen, bleibt ungeklärt. Bei einem plötzlich auftretenden Netzsicherheitsproblem ergeht nach Paragraph 13, Absatz 2 Energiewirtschaftsgesetz zwar sofort eine Anforderung an alle nachgelagerten Netzbetreiber, die Netzleistung anzupassen. Aber den Netzbetreibern verbleiben für die notwendigen Abschaltungen wenig Zeit, so dass eine Vorabinformation an
einzelne Kunden praktisch nicht möglich ist.

Dann fallen gemeinsam mit der Stromversorgung in den Haushalten Heizung und Kochherde, teilweise auch die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung aus. Tausende Aufzüge bleiben stecken. Produktionsausfälle belasten Unternehmer und Kunden. Da aufgrund der rollierenden Abschaltungen keine durchgängige Signalisation möglich ist, kommt der Schienenverkehr aus Sicherheitsgründen zum Erliegen. Das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erhöht sich, da viele Leute von den nicht mehr verfügbaren öffentlichen Verkehrsmitteln auf ihre privaten Verkehrsmittel umsteigen werden. Ohne funktionierende Verkehrsampeln kommt es aufgrund der ausgefallenen Verkehrsregelungsanlagen und des größeren Straßenverkehrsaufkommens vermehrt zu Verkehrsunfällen. Kassensysteme, Geldautomaten, Tankstellen und Kommunikationsmittel fallen aus. Die Kühlketten werden unterbrochen und die Bestände in den Tiefkühllagern werden ebenso wie die in den Kühlgeräten der Lebensmittelläden angetaut und sind aus Hygienegründen nicht mehr zu verkaufen.

Ab April 2023 sieht die Szene völlig anders aus

Und auch die vielen Solaranlagen auf den Dächern fallen aus. Nur wenige wissen, dass sich auch eine Solaranlage im Falle eines weitreichenden Stromausfalles automatisch und unverzüglich vom Netz trennt und keinen Strom liefert. Selbst Windkraftanlagen sind betroffen. Sie benötigen zum Betrieb Strom aus dem Netz, um den Rotor in einer konstanten Rotorgeschwindigkeit zu halten, um nach Windstille die Rotoren zu starten und um das Windrad so zu drehen, dass die Flügel dem Wind ausgesetzt sind, um so Eigenstrom produzieren zu können.

Diese Möglichkeit einer „rollierenden Stromversorgung“ kann im Winterhalbjahr 2022/23 das Überleben der Nation mit Einschränkungen sichern. Ab April 2023 sieht dagegen die Szene völlig anders aus. Deutschland tritt dann in die letzte Phase der Energiekrise ein: deutschlandweite, fortwährend auftretende und längere Blackouts. Diese Endphase ist unter den derzeitigen politischen Bedingungen unausweichlich: Es fehlt Gas für die Gaskraftwerke, Flüssiggas ist für den Betrieb der Gaskraftwerke zu teuer, die Gasvorratsspeicher sind weitgehend leer, AKW-Streckbetrieb ist nicht mehr möglich, Brennstäbe für den Betrieb/Weiterbetrieb der AKW sind nicht vor Ende des Jahres 2023 erhältlich. Es bleiben einige Kohlekraftwerke und die erneuerbare Energie-Anlagen, die jedoch im Jahres-Durchschnitt nur wenig mehr als die Hälfte des benötigten Stroms liefern können. Das Stromnetz bricht regelmäßig zusammen. Der Wiederaufbau des Netzes kann Tage dauern. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe weist warnend darauf hin: „Sechs Tage dauerte es nach einem großflächigen Stromausfall während des Schneechaos im Münsterland 2005, bis alle Haushalte wieder mit Strom versorgt waren.”

Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode

Die Sorglosigkeit, mit der die meisten Politiker mit dem nahezu sicher eintretenden Szenario regelmäßiger Stromausfälle umgehen, ist abenteuerlich, unverantwortlich und angesichts der drohenden sozialen Verwerfungen empörend. Zumal dem Bundestag seit 2011 eine 260 Seiten starke Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag mit dem Titel „Was bei einem Blackout geschieht. Folgen eines langandauernden und großflächigen Stromausfalls“ vorliegt. Die Studie fasst in einem Fazit zusammen: „Bereits nach wenigen Tagen (ist) im betroffenen Gebiet die flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen nicht mehr sicherzustellen. Die öffentliche Sicherheit ist gefährdet, der grundgesetzlich verankerten Schutzpflicht für Leib und Leben seiner Bürger kann der Staat nicht mehr gerecht werden.

Das beschriebene bedrohliche Szenario ist unabwendbar. Es sei denn, die „Energiewende“ wird grundlegend gewendet. Wird das Problem der Energieknappheit nicht gelöst, so ist Deutschland am Ende. Dem Industrieland Deutschland wird dann buchstäblich der Lebenssaft entzogen. An zahllosen Warnungen – siehe hierzu Kapitel 3 meines Buches „Ratlos. Die Agonie der deutschen Klima- und Energiepolitik” (2022) – hat es jedenfalls nicht gefehlt.

 

Dieser Beitrag erschien auch auf Blackout-News.

 

BITTE BEACHTEN: Klarstellung der Redaktion zu Leserkommentaren

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Zuwendung unterstützen.

9 Kommentare

  1. Nur eines: Keine der Miseren lassen sich an Putin festmachen. ALLE dieser desaströsen Mangelerscheinungen sind ausschließlich das Werk der USA und deren Marionetten, allen voran Deutschland!

    19
    • „ALLE dieser desaströsen Mangelerscheinungen sind ausschließlich das Werk der USA und deren Marionetten, allen voran Deutschland!“

      Nimm Deutschland da raus. Wir haben seit dem 8.5.1945 nichts mehr zu melden, außer den Vollzug der Anweisungen aus den USA.

      Kein Bundeskanzler hat je für das deutsche Volk gearbeitet. Ganz im Gegenteil.

      • Da ist Deutschland eben nicht rauszunehmen!
        Ob diese Regeierung aus eigenen Stücken so handelt oder nicht, ist eine Frage. Die ganz andere Antwort lautet: Selbstverständlich liefert Deutschland dank dieser Regierung Waffen und ruiniert die eigen Wirtschaft!
        Die Amerikaner haben es schon immer verstanden, ihre Strippen zu ziehen. Aber die Deppen an der Front sind da erst mal die anderen!

  2. @Während man die Gaskrise noch zu einem guten Teil Putin anlasten kann
    nicht einmal das !
    Das Problem begann mit dem US-Eingriff auf die Ukraine „Fuck-the-EU-Nuland war der Treiber des US-Empires – darauffolgend die rassistische Politik der CIA -ausgeführt aus Kiev – und die Vorbereitungen für atomare, biologische und genetische Angriffe nach dem Beispiel von CORONA auf Russland.
    Die CIA hat ihre Gründe, warum sie weltweit genetisches Material sammelt – und das sind keine guten !
    An diesen Aktionen hat sich Deutschland aggressiv beteiligt – die Gaskrise ist die natürliche Folge der NATO-Aggression.
    Es waren die USA, die NATO, die EU und Deutschland, die das Problem erzeugt haben durch ihre Aktionen !
    Russland hat nur die Aktionen des Westens – Bankenboykott, Zahlungsverweigerung, Transboykott, Schließungen der Leitungen – nur respektvoll akzeptiert !
    Nicht einmal auf die Plünderungen haben sie gleichartig reagiert – ich erinnere daran, daß die USA ihre Waffen mit dem Geld bezahlen, daß sie von Russland auf Nimmerwiedersehen „eingefroren“ haben!

    Sie können höchstens darüber streiten, ob die Verelendungspolitik in Deutschland originär von dem deutschen Regime kommt oder Anweisung der US-Besatzer ist und der Cum-EX aus den USA dazu gezwungen wird !!

    16
  3. also Feuerwehrleute, die selber Brände legen, um sie dann lustvoll löschen zu können, machen sich mW strafbar.

    Die Hampelregierung hat Brände selbst gelegt, um sie ideologisch löschen zu können, merken aber, huch, wir haben gar nicht genug Wasser und verteilen deshalb leere Wassereimer ans gemeine Volk.

    Grotesker geht es nicht.

  4. Niemand thematisiert die Gewalt gegenüber der einheimischen Bevölkerung durch illegale Eindringllinge und deren illegale Bewaffnung bei einem Blackout. Was glaubt Ihr alle, wo die sich bedienen? In Häusern, in Wohnungen und die Bewohner werden massakriert. Weder Polizei noch Bundeswehr werden zum Schutz der Einheimischen eingreifen. Vor allem haben Polizei und Bundeswehr nicht mehr das Sagen im Land resp. in den Städten, die werden ovn den Clans endgültig übernommen. Aber offenbar gefällt den Deutschen die Vorstellung.

  5. Es besteht eine Zusammenhang zwischen Gaskrise und Stromkrise, und zwar durch die Gaskraftwerke, die inzwischen unverzichtbar geworden sein dürften. Wegen des Wackelstroms der erneuerbaren Energien müssen sie als Ersatzkraftwerke immer häufiger ein und ausgeschaltet werden, damit die Frequenz von 50 Herz gehalten wird. Das schnelle Ein- und Ausschalten ist nur durch die Gaskraftwerke möglich. Nun geht uns in absehbarer Zeit das Gas aus. Die Rede ist von den gefüllten Speichern. Deren Kapazität ist 24 Mrd. m³. Der Jahresverbrauch Deutschlands von 90 Mrd. m³, der zu 50% durch Russland gedeckt wurde, ist durch Einsparungen nicht in notwendigem Umfang zu reduzieren. Die schwimmenden Terminals schaffen gerade mal 5 Mrd. m³ jährlich. Wir kommen vielleicht noch über den Winter und dann ist Ende. Die Kernkraft und Kohlekraftwerke sollen bis Frühjahr weiterbetrieben werden dürfen. Man muss nicht Experte sein, um sich die möglichen Folgen ausdenken zu können. Und dann? Unsere Politik denkt nur bis zur Nasenspitze. Nachhaltige Lösungen, von denen dauernd die Rede ist, sind nicht zu erwarten. Die Politiker denken nur bis zu ihrer Nasenspitze.

  6. Zitat:
    „Nur wenige wissen, dass sich auch eine Solaranlage im Falle eines weitreichenden Stromausfalles automatisch und unverzüglich vom Netz trennt und keinen Strom liefert.“

    Bislang dachte ich, dass wenigstens bei Sonne noch Strom verfügbar ist …
    Gewusst habe ich nur, dass der Grundversorger den „privaten Strom“ abzapfen darf – was ja schon pervers genug ist, wenn man die Solar-Anpreisungen so verfolgt hat!

  7. So wird die Dt. Bevölkerung durch die unbeliebte Umerziehungs-BRD- Ampel-Regierung durch
    diktatorische Energie-Zwangs- Mangel-Bewirtschaftung dem ROT-Grünen Zwangssoziallismus
    zugeführt – um baldigst den New Reset / Neue Weltordnung zu verwirklichen !
    Superreiche bekommen den enteigneten Rest an Immobilien u. Vermögenswerten, die geplünderten u. arm Gewordenen , Mehrheit der Deutschen Malocher, Leiharbeiter, Arbeitslose, Rentner sind ämer aber auch glücklicher geworden – wie von Messias Schwaab, New Reset, versprochen !

Kommentarfunktion ist geschlossen.