Böhmermanns Menschenverachtung im ZDF: Zwangsgebührenfinanzierter Zynismus

Böhmermanns Menschenverachtung im ZDF: Zwangsgebührenfinanzierter Zynismus

Zumutung Böhmermann (Foto:Imago/Galuschka)

Es gibt Bilder, die sich einbrennen, obwohl sie harmlos wirken sollen: Ein Studio, LED-Wände, ein Publikum, das auf Knopfdruck lacht. Dazwischen Einblendungen von Menschen, die nichts weiter tun, als an einem Kongress teilzunehmen – für etwas zu werben, was über Jahrhunderte als moralischer Minimalstandard jeder Zivilisation galt: den Schutz des ungeborenen Lebens. Doch im spätabendlichen ZDF sind diese Menschen kein Subjekt, sondern Material. Heimlich gefilmt, aus dem Zusammenhang gerissen, zurechtgeschnitten, mit Schmähvokabular überzogen und der Häme eines dressierten Publikums preisgegeben. Die Regie liefert die Stichworte, der „Satiriker“ das Framing, der Apparat die Finanzierung – mit Pflichtbeiträgen aus einem Land, das sich noch immer einbildet, eine Humanitätsgeschichte zu erzählen.

Was Jan Böhmermann in der jüngsten Ausgabe seines “Magazin Royale” geliefert hat, ist nicht einfach geschmacklos. Es ist ein Angriff auf die Idee menschlicher Würde selbst – und zugleich das offene Symptom einer moralischen und institutionellen Verwahrlosung des öffentlich-rechtlichen Systems.

Vom Hofnarren der Macht

Der klassische Narr durfte den Herrscher treffen, weil er scheinbar außerhalb der Hierarchie stand. Satire schlägt – im besten Fall – nach oben. Der moderne, gebührenfinanzierte Hofnarr schlägt anders. Er schlägt nicht gegen die Macht, sondern für sie. Auf jene ein, die ohnehin keine Stimme im herrschenden Diskurs besitzen: Christen, Lebensschützer, konservative Minderheiten. Er karikiert nicht die Regierung, sondern ihre Kritiker. Er zielt nicht auf reale Macht, sondern auf die letzten Milieus, die sich einer totalen Normierung widersetzen. Wenn Böhmermann Lebensschützer als „Föten-Fanatiker“, „Gebärmutter-Stalker“ oder „Schwangerenbelästigungsorganisationen“ tituliert, ist das keine Satire. Es ist politisch erwünschte Entmenschlichung. Wer so spricht, entzieht dem Gegenüber nicht nur Respekt, sondern das Recht, noch als legitimer Teil der Öffentlichkeit zu gelten. Der Witz wird zur Waffe. Das Lachen markiert die Grenze: hier die Aufgeklärten, dort die „Fanatiker“. Lachen ist das neue Stimmrecht. Wer lacht, hat bereits entschieden.

Besonders kalt bleibt jener Satz hängen, in dem ein ZDF-Aushängeschild von „Dingern“ spricht, „die herauskommen, wenn man nicht abtreibt“. „Dinger“ – nicht Kinder, nicht Menschen. Dinge. Wer diese Schwelle überschreitet, hat die anthropologische Grundentscheidung verlassen: dass menschliches Leben nicht erst mit einem Verwaltungsakt beginnt, sondern mit der Zugehörigkeit zur menschlichen Gattung. Die alte Sprache kannte einfache, klare Begriffe: Geschöpf, Kind, Mensch. Die neue Sprache der biopolitischen Verfügbarkeit kennt andere: Zellhaufen, Produkt, „Ding“. Die Verrohung beginnt im Wort. Wo Menschen sprachlich zu Material erklärt werden, ist der nächste Schritt bereits vorbereitet. Jeder zynische Witz, jede verbrämte Etikettierung senkt die Schwelle, über Leben und Tod zu verfügen.

Stasi-Methoden im Zeitalter der Unterhaltung

Zwei Tage schlich Böhmermanns Team verdeckt über den „Leben.Würde“-Kongress. Heimlich filmen, Material sammeln, zuschneiden – aber natürlich nicht, um etwaige Missstände aufzudecken oder konstruktive Kritik zu üben – sondern um eine Weltanschauung lächerlich zu machen. Das Muster ist altbekannt: Observation, Dossier, Veröffentlichung. Früher hieß es „operativ bedeutsame Vorgänge“. Heute heißt es „Recherche“ für eine “Comedy-Show” des medial camouflierten Hasses. Der neue Pranger trägt Sneakers und Ironie. Die Wirkung bleibt: Wer sich für das Lebensrecht Ungeborener einsetzt, muss fortan damit rechnen, existenziell angegriffen zu werden – ohne Rechtsmittel, ohne Widerspruch, mit einem Bild, das klebt. Die Perfidie liegt darin, dass all dies mit Zwangsbeiträgen finanziert wird. Der Bürger, der das ungeborene Leben schützen will, bezahlt ausgerechnet jene, die ihn dafür öffentlich verächtlich machen. Man kann sich diesem Apparat nicht entziehen. Kein Fernseher, kein Radio, bewusstes Meiden – man zahlt trotzdem. Eine Abgabe auf Distanz, eine Strafe für Dissens.

In einer pluralen Medienordnung wäre Böhmermann ein abwählbares Angebot. In Deutschland ist er Teil eines Systems, das nicht von Quote, sondern von Staatsverträgen und parteipolitisch besetzten Gremien lebt. Zwangsgebühren sind hier nicht Finanzierung, sondern Machtinstrument. Sie signalisieren: Wir sind die Norm. Wer uns kritisiert, kritisiert die Demokratie selbst.

Die Verachtung des Eigenen

Aus dem Umgang mit dem ungeborenen Leben spricht eine tiefere Verachtung des Eigenen. Tradition, Religion, Familie – alles, was Bindung stiftet, gilt als potentiell gefährlich. Der Gedanke, dass der Mensch nicht souveräner Architekt seines Leibes und seiner Fruchtbarkeit ist, sondern eingebunden in eine vorgegebene Ordnung, wird als Zumutung empfunden. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk definiert, welche Moral noch „humanistisch“ ist und welche Positionen als reaktionär, extremistisch, inakzeptabel gelten. Lebensschutz, jahrhundertelang selbstverständlich, rutscht in die Nähe des Radikalismus. Die Freigabe der Verfügbarkeit wird zur Selbstbestimmung verklärt. Was hier als „inakzeptabel“ markiert wird, lässt sich im nächsten Schritt juristisch regulieren, administrativ ausgrenzen. Die Lächerlichkeit ist die weiche Vorstufe der Repression. Wer lacht, wenn andere entmenschlicht werden, hat bereits zugestimmt, dass ihre Rechte weniger zählen.

Und doch: Je offener die Maske fällt, desto sichtbarer wird die Gegenbewegung. Selbst aus Lagern, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, bricht sich nun die Kritik Bahn. Gerade erst starteten der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Teutrine und der frühere NRW-JuLi-Chef Alexander Steffen eine “openPetition” zur Abschaffung des ÖRR-Zwangsbeitrags – und erlebten prompt, wie sie die Plattform innerhalb weniger Stunden sperrte: angeblich wegen „reißerischer Formulierungen“ und „falscher Tatsachenbehauptungen“. So läuft das hierzulande.

Die Frontlinie verschiebt sich

Dass ausgerechnet Liberale, die jahrelang als Teil des Mainstreams galten, nun mit Argumenten auftreten, die bis gestern noch als „rechts“ oder „AfD-nah“ diffamiert wurden – immer teurer, immer ideologischer, immer abgehobener –, zeigt: Die Frontlinie verschiebt sich. Die Empörung über den gebührenfinanzierten Gesinnungsbetrieb reicht inzwischen tief in bürgerlich-liberale Milieus hinein. Nur noch 47 Prozent der Bürger halten ARD und ZDF für verlässlich. Das Modell Zwangsbeitrag plus aufgeblähter Apparat plus politische Haltung ist strukturell instabil. Am Ende bleibt ein Bild: Ein Mann im Scheinwerferlicht, der Witze über „Dinger“ macht, die „herauskommen, wenn man nicht abtreibt“. Ein Studiopublikum, das sich köstlich amüsiert und lacht. Ein Apparat, der zahlt, getragen von den Gebühren jener, die auch dann noch blechen müssen, wenn sie längst ab- oder gar nicht erst eingeschaltet haben. Ein System, das sich selbst auf die Schulter klopft, weil es wieder „die Richtigen“ getroffen hat. Und daneben – unsichtbar, ungesendet – die Stille jener, um die es eigentlich geht: der Ungeborenen, die niemals ein Studio betreten, keinen Applaus hören, keine Kolumne schreiben werden.

Wenn eine Kulturnation beginnt, über ihr Leben zu spotten, ist sie nicht progressiv, sondern auf dem Weg, ihre eigene Grundlage zu zerstören. Jan Böhmermann wollte den Lebensschutz ins Lächerliche ziehen. Stattdessen hat er – vielleicht ohne es zu wollen – sichtbar gemacht, wie tief die Verachtung für alles Konservative, Christliche, Humanistische im öffentlich-rechtlichen System bereits reicht. Und er hat gezeigt, wie breit und wie entschieden die Opposition inzwischen geworden ist: von konservativen Christen bis in liberale Kreise hinein, die sich nicht länger ducken. Solange diese Opposition wächst – still oder laut, im Alltag oder im Parlament –, ist das letzte Wort nicht gesprochen. Auch nicht im Scheinwerferlicht eines Studios, das sich für das Zentrum der moralischen Welt hält.

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11 Antworten

  1. Linksextremisten in Gießen: Gewerkschaften planen die Gewalt | Die Lage der Nation mit Roland Tichy

    In dieser Ausgabe von „Lage der Nation“ berichtet Roland Tichy über die dramatischen Ereignisse rund um eine Demonstration in Gießen, die unter dem Vorzeichen von Demokratie und Vielfalt stand – und dennoch Gewalt und Hetze mit sich brachte. Das war so geplant. Linksextremisten mischen sich unter die Menschenmenge; eine Menschenmenge, die sie schützt und bei Angriffen anfeuert. Besonders im Fokus: die Rolle des DGB. Der hatte erklärt: Man solle das TE-Kamerateam melden, der DGB werde „das klären“. Das Ergebnis waren Tritte, Schläge und ein Mob, der die Journalisten massiv angriff.

  2. Die Deutschen sind schon bekloppt-krank genug, doch Kulturmarxisten wie Böhmermann sollen auch noch das Letzte Bisschen abtöten, was dem Michel übrig geblieben ist: Seine Sprache, das Kleinwenig Kultur, dazu jede Menge Seelenmüll und Verdummung nach System. Der Generalangriff auf die Köpfe der Deutschen läuft auf vollen Touren – deshalb macht kaputt, was Euch kaputt macht!!

    1. dreht den volldeppen den geldhahn zu… alice erlöse uns von politidioten abzockern und gestörten denkverweigerern

  3. „… Wenn Böhmermann Lebensschützer als „Föten-Fanatiker“, „Gebärmutter-Stalker“ oder „Schwangerenbelästigungsorganisationen“ tituliert, ist das keine Satire. Es ist politisch erwünschte Entmenschlichung. Wer so spricht, entzieht dem Gegenüber nicht nur Respekt, sondern das Recht, noch als legitimer Teil der Öffentlichkeit zu gelten. Der Witz wird zur Waffe. Das Lachen markiert die Grenze: hier die Aufgeklärten, dort die „Fanatiker“. Lachen ist das neue Stimmrecht. Wer lacht, hat bereits entschieden.

    Besonders kalt bleibt jener Satz hängen, in dem ein ZDF-Aushängeschild von „Dingern“ spricht, „die herauskommen, wenn man nicht abtreibt“. „Dinger“ – nicht Kinder, nicht Menschen. Dinge. …“

    Das ist lupenreiner Sprech der N.zis von 1933 bis 1945. Aufgrund solcher diffamierender Sätze sind in der Nazizeit Behinderte umgebracht worden. Böhmermann darf solche Sätze (noch!) ungestraft äußern, weil die Behindertenverbände, die B…mann verklagen müssten, eben aus ihrem ureigensten Lebensrecht heraus, schlafen und in der Hinsicht leider vertrottelt wirken. Wo ist die Antonio-Amadeo-Stiftung, die Hasser und Hetzer vom Schlage eines Böhmermann, jagt, öffentlich bloßstellt und verklagen lässt,aktuell im Falle Böhmermann?

    1. Es geht um die Geburt, er bezieht sich auf jeden Menschen, ihn eingeschlossen, nicht nur den „Gegenüber“.

  4. SATIRE!

    Viele denken, Böhmermann wäre nur ein grandioses A****Loch.

    Ein arroganter Verblendeter , der meint auf der guten Seite zu stehen aber in Wirklichkeit mit seinen ganzen blasphemischen Aktionen nur Böses über die Ziele seine Spottes bringt.
    Und was aber, wenn er wirklich einer von den „Bösen“ ist?
    Ein als Mensch wandelnder Dämonen, wie vielleicht einige andere auch , deren Auftrag es ist , die Bevölkerung zu spalten und in einen Bürgerkrieg zu treiben?

    War der eigentlich mal in einer Kirche? Ist der mal mit Weihwasser in Berührung gekommen? Hat das einer gesehen?
    Ich z. B weiß es nicht genau.

    Das kann aber auch daran liegen , dass ich ihn niemals anschaue und weder im Fernsehen noch sonst hatte ich bisher in die „Gelegenheit“ ihn im wahren Leben zu treffen.
    (Nein, ich bin kein Jägersmann. Wieso jetzt diese Frage? 🤔)

    Vielleicht hat Satan wirklich schon den ein oder anderen Menschen des öffentlichen Lebens ausgetauscht?

    Einige der Verantwortlichen tragen ja schließlich ihre Bösartigkeit vor sich her wie eine Monstranz, dieser beliebten Redewendung, die man immer mal wieder mal liest…

    Sollte in seinem Publikum mal Jemand sitzen, der nicht vorher auf Gesinnung und Geschrei ausgesucht wurde, könnte er ja mal das Unbeschreibliche wagen und mit einer Wasserpistole gefüllt mit Weihwasser auf ihn „schießen“!

    Wenn er ein Mensch ist dann wird er lediglich Ein bisschen nass , ärgerlich und man selber ist wahrscheinlich für immer beruflich vernichtet.

    Sollte er aber wie ein qualmender brennender Derwisch Durch das Studio springen und am Ende als Haufen Asche übrig bleiben, und dann wissen wir endlich Bescheid! 😉

    GLOSSE ENDE.

  5. Wenn die Volltrottel in diesem Drecksstaat mal das Gehirn einschalten würden. Nein, was dabei herausgekommen ist, war das Ergebnis der hoffentlich letzten gefälschten „Wahl“. So ein Dummvolk ist weltweit zu Beneiden. Da staunt man sogar in Affrika, wie das geht mit der Verblödung.

  6. Ich zitiere:
    “ Besonders kalt bleibt jener Satz hängen, in dem ein ZDF-Aushängeschild von „Dingern“ spricht, „die herauskommen, wenn man nicht abtreibt“

    Ich denke dieser Spruch fällt diesen Antidemokraten wahrscheinlich jeden Morgen ein, wenn er in den Spiegel schaut.

  7. In seinem Sessel, behaglich dumm, sitzt schweigend das deutsche  TV Publikum!
    ….und lässt sich abends gern berieseln.
    Die höchste Geistesleistung ist das Pausen Pieseln.
    „Bitte waschen sie ihre Hände, ihr Gehirn waschen wir!“
    …für die Gehirnwäsche durch Radio und TV zahlen die Deutschen
    dafür…(GEZ) Gehirnwäsche durch diese Staatssender seit über 70 Jahren!!

  8. In seinem Sessel, behaglich dumm, sitzt schweigend das deutsche  TV Publikum!
    ….und lässt sich abends gern berieseln.
    Die höchste Geistesleistung ist das Pausen Pieseln.
    „Bitte waschen sie ihre Hände, ihr Gehirn waschen wir!“
    …für die Gehirnwäsche durch Radio und TV zahlen die Deutschen
    dafür…(GEZ) Gehirnwäsche durch diese Staatssender seit über 70 Jahren!!

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