Brandmauer-Therapie: Die neue Spaltung „Unserer Demokratie“

Brandmauer-Therapie: Die neue Spaltung „Unserer Demokratie“

Steine der Ausgrenzung: Die Brandmauer muss weg (Foto:Pixabay)

Deutschland im Jahr 2026 ist ein architektonisches Gesamtkunstwerk. Da uns die echte Mauer irgendwie abhandengekommen ist – es war wohl 1989 ein historischer Betriebsunfall –, haben wir uns einfach eine neue gebaut: Die Brandmauer. Sie besteht nicht aus schnödem Beton, sondern aus  staatlich zertifiziertem reinstem Gutmenschentum, subventionierter Schnappatmung und der unerschütterlichen Gewissheit, dass die Resterampe der Berliner Republik das moralische Epizentrum des Universums darstellt.

Das Prinzip ist so genial wie demokratisch: Weil der Osten „falsch abgebogen” ist, baut diesmal der Westen einen neuen “antifaschistischen Schutzwall”. Man verweigert der lästigen blauen Opposition im ganzen Land Ausschussvorsitze, Vizepräsidentenposten und das demokratische Grundrecht, überhaupt mitzureden, und nennt das Ganze dann „wehrhafte Demokratie“. Es ist die politische Variante von: „Ich halte mir die Ohren zu, singe laut ‚Lalala‘ und wenn du trotzdem recht hast, bist du ein Nazi und Verfassungsfeind.“ Ein echter Klassiker des modernen Pluralismus.

Toleranz 2.0: Ich höre dir zu, solange du meine Meinung hast

Besonders faszinierend ist die totale Neudefinition von Werten, die wir früher mal im Sozialkundeunterricht gelernt haben. Toleranz bedeutete mal, die Meinung des politischen Gegners zu ertragen, sich mit ihr auseinanderzusetzen und sie im besten Fall mit besseren Argumenten zu zertrümmern. Heute ist Toleranz ein geschlossener Benutzerkreis. Der politische Gegner wird nicht mehr inhaltlich gestellt, er wird exkommuniziert.

Man redet nicht mit ihm, man redet über ihn – vorzugsweise in öffentlich-rechtlichen Talkshows, in denen fünf Leute, die sich zu 98 Prozent einig sind, darüber streiten, wer den anderen noch moralischer überbieten kann. “Diskutiert” wird nur noch mit vollumfänglich Gleichgesinnten. Wer heute fordert, man müsse dem politischen Gegner einfach mal zuhören und sei es nur, um seine Argumente zu widerlegen, gilt bereits als Steigbügelhalter des Untergangs. Dialog ist quasi eine neue Form des Verbrechens. Verteufelung ist die neue Staatsräson. Warum auch mühsam debattieren, wenn ein simples „Nazi!“ die Denkarbeit von drei Monaten ersetzt?

Das Buntland-Kartell auf Geisterfahrt

Während man im Osten dank historischer Vorempfindungen bei jeder Form von staatlich verordneter Einheitsmeinung sofort den Geruch von Kaffee-Mix in der Nase hat, feiert das westdeutsche Altparteien-Kartell seine Dauerparty auf dem noch trockenen Oberdeck der Titanic. Die Bilanz des alten Parteienkartells aus Rot-Grün-Gelb-Schwarz ist beeindruckend: Deutschland wurde erfolgreich deindustrialisiert. Wer braucht schon einen erfolgreichen Mittelstand, Chemiekonzerne und Autobauer, wenn man Lastenräder, Windmühlen und Last-Minute-Förderanträge für Solaranlagen hat? Die Infrastruktur liegt in Trümmern. Die Bahn kommt, fragt sich nur wann, wenn nicht heute, dann spätestens morgen. Die Brücken fallen nach einem kräftigen Regenschauer zusammen und Schlaglöcher werden liebevoll mit Hornveilchen bepflanzt.

Und: Wir haben endlich die teuerste Energie der Welt! Die Kernkraft haben wir erfolgreich abgewickelt, Öl und Gas sanktioniert und den Ausstieg aus der Kohle beschlossen. Aber dafür brennt das Licht der moralischen Überlegenheit Tag und Nacht. Und wenn die Wähler merken, dass die Hütte brennt? Dann ruft das Kartell nicht die Feuerwehr, sondern erklärt den Feuermelder zum rechtsextremen Verdachtsfall. Die Logik ist bestechend: Man kann das Land ruinieren, man muss danach nur die Brandmauer ein Stück höher ziehen, damit man das Elend vor der anderen Seite besser verbergen kann.

Der große Irrtum der Maurermeister

Das Problem mit Mauern – egal ob aus Beton oder aus moralischer Arroganz – ist ihre physikalisch wie historisch evidente Eigenschaft: Sie lösen keine Probleme, sondern konservieren sie nur. Die Brandmauer “schützt” nicht die Demokratie. Sie schützt das Establishment vor der Realität. Sie sorgt dafür, dass sich die politische Elite in ihrer Filterblase einmauert, während das Land draußen vor die Hunde geht.

Wer aber glaubt, man könne die Hälfte der Bevölkerung dauerhaft ignorieren, beschimpfen und von der Teilhabe ausschließen, ohne dass der Kessel irgendwann explodiert, hat aus der deutschen Geschichte absolut gar nichts gelernt. Am Ende wird diese Brandmauer genau das Schicksal ereilen, das alle deutschen Mauern ereilt: Sie wird krachend in sich zusammenfallen. Und wenn der Staub sich legt, werden diejenigen, die heute am lautesten „Ausgrenzung!“ geschrien haben, reichlich dumm und alleine im Trümmerfeld stehen. Demokratie stirbt nicht durch Debatten. Sie stirbt durch die Angst vor dem Bürger. Es wird Zeit, die Abrissbirne zu holen!

11 Kommentare

  1. Nein, lasst die sogenannte Brandmauer stehen!
    Sie garantiert, daß die AfD nicht durch linkes Treiben verwässert werden kann und schließlich alleine regieren wird.
    😜

    1. Ich träume nach wie vor für eine neue Mauer an alter Stelle und diesmal um ganz Berlin nach dem Vorbild und den Bauplänen USA- > Mexico. Diesmal mit Stacheldraht gen Westen. Wem das nicht passt, der kann innerhalb von 4 Wochen seine Sachen packen und ausreisen. Danach ist bis auf 2 oder 3 Grenzübergänge dicht und Ausreisen nur noch nach Westen. Na ja. Man kann ja noch träumen, wie schön es wäre. Die „Demokraten“ in der EU und dem übrigen Dummland würden das Mitteldeutsche Gebiet aber Sanktionieren und als erstes den letzten Nordstream – Strang sprengen. Dieser Drecksstaat wird also gesamtdeutsch untergehen und der Schmarotzende Abschaum aus aller Welt zieht weiter. Bald ist es soweit.

  2. Diese Parteiendiktatur mündet in ein „failed state“ ein- wir sind schon auf dem schnellsten Weg in den Abgrund – es ist besser wenn’s schnell kommt – besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende wie das hier seit mindestens 2015 ist – wenn hier nur noch ein Scherbenhaufen ist dann kann man hoffentlich wieder was neues aufbauen

  3. Auf den Punkt gebracht.
    Inhaltlich 100% richtig!
    Bedauerlich, das in der heutigen Politik einfach nichts verstanden wird!

  4. wie gewählt so verarscht-belogen -betrogen und beklaut…sch-merz lass nach- hau endlich ab … !!! da will ich kein wort der politdeppen und vollidioten von wählern hören… alice erlöse uns von dem übel…

    wenn die wählerdeppen hirn hätten und wollten …. könnten sie anderst reagieren… do guck na:

    Art. 20 GG – Verfassungsgrundsätze, Widerstandsrecht (Kommentar)
    Inhalt Kommentare Editionen
    Von Redaktion – Team Rechtswissen am 05.09.2024 & Martin Alexander Blok (Aktualisierung: 19.02.2025)
    Art. 20 GG II. Der Bund und die Länder (Art. 20 – 37)
    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
    (2) ¹Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. ²Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch
    besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung
    sind an Gesetz und Recht gebunden.
    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum
    Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

  5. „Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk. Dann gnade Euch Gott!“

    -Theodor Körner, 1812

  6. 24.6.26
    Milliarden für die Ukraine, aber kein Geld für die Deutschen
    Embedded thumbnail for Milliarden für die Ukraine, aber kein Geld für die Deutschen
    Bild: YouTube http://img.youtube.com/vi/7ZnUtR4MuCY/hqdefault.jpg
    „Für die Ukraine hat man Geld, auch für die tausenden, zehntausenden von Ukrainern, jungen Männern mit Familien, mit Ehefrauen, die nach Deutschland gekommen sind. Einige von ihnen im BMW in der dicken Luxuskarosse. Und die gehen dann in die Einkaufszentren und kaufen da ziemlich fett ein. Und für diese Leute hat man Geld, für die hat man Wohnraum, für die hat man Unterkunft.“ Von Roger Köppel. 5:00 min Video ansehen

  7. Mehr Arbeit, weniger Rechte: Die Medienkampagne für den Sozialabbau
    Viele Arbeiterrechte inklusive des Achtstundentags sind bald passé. Die SPD hat den Gesetzentwurf geliefert, das neoliberale Establishment gesiegt. Statt dies jedoch zu analysieren und zu kritisieren, käuen die Leitmedien die Propaganda der Konzernlobby wieder. Dieser geht die Ausbeutungs- und Verarmungsagenda noch nicht weit genug.
    https://tinyurl.com/5urddymu

    Änderungen am 8-Stunden-Tag
    Die 60-Stunden-Woche wäre möglich
    Unternehmen sollen mehr Möglichkeiten erhalten, längere Arbeitstage zu vereinbaren, heißt es im Gesetzentwurf von SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas.
    https://taz.de/Aenderungen-am-8-Stunden-Tag/!6188969/

    „Survival of the Fittest“? Bundesregierung will sogar Hilfen für behinderte Kinder streichen
    Die Bundesregierung treibt eine sozialdarwinistische Agenda voran. Sogar Hilfen für behinderte Kinder und psychisch kranke Jugendliche will sie streichen. Gegenvorschläge eines Sozialverbands zeigen: Allein durch den Abbau bürokratischer Schikanen gegen Arme könnte man genauso „sparen“. Das ist aber nicht gewollt.
    https://rtde.press/gesellschaft/283283-survival-of-the-fittest-bundesregierung/

  8. Sachsen-Anhalt
    „Wenn es ernst wird, spielt Linke im Team Merz“ – BSW kritisiert mögliche CDU-Kooperation gegen AfD
    Die Wagenknecht-Partei kritisiert die Entscheidung der Linken scharf, in Sachsen-Anhalt offen für ein Bündnis mit der CDU zu sein. „Die Linke ist der letzte Rettungsring der CDU. Wenn es ernst wird, spielt sie im Team Merz“, sagte BSW-Chef Fabio De Masi zu WELT.
    Laut Fabio De Masi habe sich diese Entwicklung zwischen CDU und Linke schon abgezeichnet. „Die Linke ist zuverlässiger als die Junge Union und verkürzte Merz den Weg zur Kanzlerschaft“, sagte De Masi, der vor seinem Übertritt in die Wagenknecht-Partei selbst jahrelanges Linke-Mitglied war, am Samstag zu WELT. Die Linke habe „im Bundesrat die Aufhebung der Schuldenbremse für Hochrüstung“ mitgetragen, die „Auslöser der Angriffe auf den Sozialstaat“ sei, und Merz beim Rentenpaket zur Mehrheit verholfen. „Dass sie nun ankündigt, den CDU-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt bedingungslos zu wählen, ist fatal“, so De Masi. „Dieser Einheitsbrei macht die AfD nur stärker. Das BSW will Merz stürzen, die Linke wird Merz stützen!“
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a3655e97632a094e767fc30/sachsen-anhalt-wenn-es-ernst-wird-spielt-linke-im-team-merz-bsw-kritisiert-moegliche-cdu-kooperation-gegen-afd.html

    DIe BSW spricht sich für eine Minderheitenregierung in Sachsen-Anhalt aus.
    De Masi warb zudem für das Modell eines „demokratischen Neustarts mit einem parteiübergreifenden Ministerpräsidenten“. Dieser müsse mit wechselnden Mehrheiten regieren, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren, die Schulpolitik reformieren und eine Rentenreform nach dem Vorbild Österreichs im Bundesrat anstoßen.

    Und was lese in den Leserkommentaren unter dem Welt-Artikel:
    Sahra Wagenknecht und ihre BSW-Partei werden als Neo-Bolschewisten beschimpft.
    Und die Partei die Linke werden als Hamas-Fans oder Israel-Hasser beschimpft.
    Manche Leser bei der WELT und bei der TAZ bezeichnen Sahra Wagenknecht als „verlängerten Arm von Putin“ oder als „Frau Zarenkecht“. Im letzten Jahr hat Alice Weidel kurz vor den Bundeswahlen 2025 für ein Eklat gesorgt, als sie im TV Frau Wageknecht offen als „Stalinistin“ bezeichnet hat.
    Unfassbar, was in diesem Land abgeht. Welch ein Unsinn…
    Und der Merz heult herum, wenn ihn irgendjemand als „Lügenfritz“ oder als „Lügenkanzler“ im Internet bezeichnet…

    Weinerlicher Merz: Andere Kanzler traf es viel härter
    Kein Kanzler habe so viel ertragen müssen wie er, klagt Friedrich Merz. Der Blick auf seine Vorgänger zeichnet ein anderes Bild. Für FOCUS-Kolumnist Jan Fleischhauer ist klar: Der Kanzler ist einfach zu dünnhäutig.
    https://www.focus.de/politik/deutschland/weinerlicher-merz-andere-kanzler-traf-es-viel-haerter_c7ca7a7b-f940-45b1-b43e-94823e5bb9e1.html

  9. Der FOCUS findet:
    Pantisanos Faschismus-„Entschuldigung” bei der CDU ist schäbig
    Der Linken-Chef setzte AfD und CDU gleich und will es nun nicht so gemeint haben. Das Problem geht tiefer: Wer von „Faschismus” redet, lehnt unser System ab.
    https://www.focus.de/politik/deutschland/pantisanos-faschismus-entschuldigung-ist-weiterer-angriff_2377eee8-cfc6-4385-a06b-01a2db28b2e2.html

    Und wann werden sich die CDU-Politiker bei der AFD dafür entschuldigen, weil sie die AFD als „Nazipartei“ beschimpft haben ?
    Ich erinnere hier beispielsweise an den NRW-Ministerpräsidenten Wüst…