Brille von Vielmann: Toxische Kriegshelden werden super sexy und unfassbar männlich

Brille von Vielmann? (Foto:Imago)

Krieg ist immer auch eine Stilfrage, ganz besonders bei der Kleidungsauswahl. Für die kämpfende Truppe ist diese Stilfrage weitgehend gelöst. Olivgrün und Tarnfleck gelten als angemessen. Unklarheit herrscht nur noch bei denen, die selber nicht kämpfen müssen und auch wissen, daß sie selbst „in einem Krieg nicht sterben würden” (Robert Habeck). Wie lösen sie die Kleidungsfrage?

Friedrich Merz, Chef einer erbitterten Oppositionspartei in Deutschland, ist Anfang der Woche in Kiew gewesen, um den Herren Selenskyj und Klitschko einen aufmunternden Besuch in der allgemeinen Niedergeschlagenheit abzustatten. Der Besuch war ein voller Erfolg, wie Frohsinn & Heiterkeit auf dem untenstehenden Foto nahelegen:

„Wos a Gaudi!“ (Screenshot:Facebook)

Doch sehen wir genauer hin. Wie hatte Friedrich Merz die Stilfrage bei der Kleidungsauswahl gelöst?

Kleidungsstil „Goldene Mitte“ (Screenshot:Facebook)

Wir sehen: Friedrich Merz‘ Kleidungsstil verdeutlicht das deutsche Bemühen, ein bißchen der Tatsache Rechnung zu tragen, daß der Krieg größtenteils eine sogenannte „Outdoor-Activity” ist, welcher man mit dem gewöhnlichen Maßanzug samt Hemd und Krawatte unter dem Gesichtspunkt einer medialen Öffentlichkeitswirksamkeit nicht gerecht werden würde. Gut gewählt! Friedrich Merz sieht nach „Outdoor-Activity“ aus, ohne deshalb gleich wie „Kriegspartei“ zu wirken. Seine blaue „Outdoor-Activity-Jacke“ hatte er mit einer wüstendsandfarbigen Jeans kombiniert. Die neue Brille – von Vielmann? – hilft ebenfalls, mehr nach einer Leseratte als nach einem Schießwütigen auszusehen.

Der ukrainische Präsident, der verehrungswürdige Herr Wolodymyr Selenskyj, trägt dem Krieg als Ungedienter insofern Rechnung, als er beim Empfang sich Solidarisierender aus dem fernen Ausland auf ein olivgrünes Zivilisten-Unterhemd zurückgreift, um ebenfalls „Outdoor-Activity“ zu signalisieren.

Zu vorpräsidialen Vorkriegszeiten, als auch der „Signalbart“ erläßlich gewesen ist, war Herr Präsident Selenskyj ebenfalls als Schauspieler unterwegs, bisweilen auch als sinnlicher Tänzer in High-Heels und knallengen Lackhosen, wie ein Screenshot aus diesem Musikvideo beweist.

Herr Selenskyj, bevor er zum Herrn Präsidenten Selenskyj geworden ist (Screenshot:YouTube)

Höflicherweise wurde der Frohbotschafter aus dem fernen Deutschland von Herrn Präsident Selenskyj wahrscheinlich gefragt, ob er nicht ablegen und es sich bequem machen wolle. Allerdings ist mir kein Foto von Friedrich Merz in der Ukraine bekannt, auf dem er ohne die blaue Outdoor-Jacke zu sehen wäre. Ohne die wüstensandfarbene Jeans sowieso nicht. Woran das wohl liegen mag? Ich meine, bei der persönlichen Verbundenheit zum ukrainischen Herrn Präsidenten, welche der Händedruck der beiden signalisiert. Es ist ein Wunder, daß bei einem solch immensen Druck niemandem die Fingernägel abgeplatzt sind.

Könnte es sein, daß die Outdoor-Jacke ein Geheimnis verbarg, von dem die Weltöffentlichkeit nichts wissen sollte? Weil sie dafür noch nicht „bereit” genug ist, obwohl „ihr es seid” (grüner Wahlslogan)? Könnte es sein, daß der Führer der erbitterten Oppositionspartei aus Deutschland unter der Jacke versuchte, so jugendlich zu wirken wie der ukrainische Held in seinem olivgrünen Unterhemd, nur eben ein wenig weniger militärisch? Wegen „keinesfalls Kriegspartei”?

Deutscher Tweet von „Krautreporter“ (Screenshot:Twitter)

Die Lösung der Stilfrage: Man sollte die Schlagzeile von „Krautreporter“ ernstnehmen. Sie birgt gewaltiges Gleichheitspotential, und die Gleichheit von allem mit jedem ist einer jener „westlichen Werte”, die in der Ukraine so verbissen verteidigt werden. Alle Männer, egal ob Zivilisten, Politiker, Präsidenten, Oppositionsführer oder Militär, sollten jederzeit „super sexy” und voller Selbstbewußtsein „unfassbar männlich” wirken. Ob in Kiew, in Berlin oder an der Front im Donbass: Weg mit dem gräßlichen olivgrünen Zeug! Für eine neue, verbindliche Stilsicherheit auch im Krieg! Der ukrainische Botschafter in Deutschland, der verehrte Herr Andrij Melnyk, würde sehr profitieren und käme gleich viel sympathischer rüber.

Dann hätten rotsfreche Russen auch weniger Freude daran, mit ihren Kampfjets obstsöne Tseichen in den Himmel über dem ukrainischen Tsaporoshye zu malen, so, als ob es in der Ukraine keine tsüchtigen Spitsenhöschen gäbe, die das Wesentliche verhüllen. Und der russische Großverbrecher im Kreml hätte keine Veranlassung, diesen Artikel zur Stilsicherheit in Kleidungsfragen mit einem lustigen Augenzwinkern zu kommentieren:

Freches Russentseichen am Himmel über Tsaporoshye (Screenshot:VideoFacebook)

 

 

 

 

 

3 Kommentare

  1. Sehr drollig der Beitrag. Mittlerweile ist nicht nur die Männlichkeit toxisch, die Weiblichkeit, oder besser der Feminismus steht in nichts nach, wird bald die Nase vorn haben.

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