
Es gibt Figuren, die sind nicht bloß Biographien, sondern Chiffren für eine ganze Epoche. Thomas Krüger ist eine solche Figur. Ein Mann als Parabel: Er begann in der DDR, wo er sich zu jenen gesellte, die das System erhalten wollten. Noch 1989/90 sprach der evangelische Vikar (!) vom Wunsch, eine „demokratische DDR“ zu retten. Dieser Reflex, das Unrechtsregime zu beschönigen, begleitete ihn sein ganzes Leben. Und er endete – wie eine bittere Pointe – in einem Satz, den er kurz vor seiner Pensionierung im “Redaktionsnetzwerk Deutschland” in die Welt setzte: „Die DDR war vielfältig.“ Es ist ein Satz, der alles sagt. Denn er offenbart die Methode, mit der Krüger die Bundesrepublik in seinem Vierteljahrhundert als Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung prägte: die systematische Umwertung der Begriffe. Vielfalt ist nicht Vielfalt, sondern Einfalt im bunten Gewand. Demokratie ist nicht Herrschaft des Volkes, sondern Herrschaft gegen das Volk. Und Mitte ist nicht mehr Ausgleich, sondern Grenzzaun.
Krüger, der einst Sozialdemokrat wurde, war kein unauffälliger Beamter. Er war ein Missionar. Als ihm 2000 das Amt des Präsidenten der Bundeszentrale übertragen wurde, hätte er es wie seine Vorgänger verwalten können: nüchtern, neutral, als Dienst an der Demokratie. Doch Krüger verwandelte die Behörde in eine Kaderschmiede. Sein Auftrag: Politische Bildung. Seine Praxis: politische Erziehung. Schon früh machte er klar, dass er die Bundesrepublik von der Mitte her umbauen wollte. Gender Mainstreaming sollte „als zentrale Dimension aller gesellschaftlichen und politischen Bereiche“ gelten. Feministinnen wie Clara Zetkin und Rosa Luxemburg wurden verklärt, Abtreibung als Errungenschaft gepriesen, die DDR-Frau zum Vorbild erklärt – obwohl sie in Wahrheit zur doppelten Ausbeutung in Fabrik und Familie verdammt war. Krüger war ein Ideologe, kein Pädagoge. Seine Bundeszentrale war nicht mehr die offene Schule der Demokratie, sondern das Schulungszentrum der neuen Staatsreligion.
Neutralität? Ein Relikt!
Schon 2002 demonstrierte er, wie er Neutralität verstand. Als Jury-Mitglied sorgte er dafür, dass die linksextremistische Internetplattform „Indymedia“ einen Preis erhielt – ausgelobt auch von seiner Bundeszentrale. Auf dieser Plattform erschienen regelmäßig Bekennerschreiben von Linksterroristen nach Brandanschlägen und Gewalttaten, werden Oppositionelle und Andersdenkende bedroht und entmenschlicht. Ein Forum der Gewalt wurde hier staatlich geadelt, während konservative Stimmen in den Jahren darauf zunehmend stigmatisiert und ausgeschlossen wurden. Dieser Bruch war programmatisch. Denn die Bundeszentrale für politische Bildung, die einmal ein Instrument für politische Mündigkeit war, wurde zur Zentrale für Gesinnungsarbeit. Der Bürger sollte nicht mehr denken, er sollte fühlen – und zwar richtig. Wer anders dachte, wurde nicht aufgeklärt, sondern diffamiert. So erreichte Krüger das Ziel, das über ihm stets unausgesprochen schwebte: die Zerstörung des antitotalitären Konsenses. Was einst galt – dass Links- wie Rechtsextremismus gleichermaßen zu bekämpfen seien –, wurde in sein Gegenteil verkehrt.
Der Linksextremist wurde zum Bündnispartner im Kampf gegen den neuen Staatsfeind: “rechts”. Die letzte Duftmarke setzte Krüger kurz vor dem Auslaufen seines Vertrags am 1. September: Eine „Protestwoche gegen AfD und rechtskonservative Parteien“ wurde mit einem staatlich finanzierten Preis ausgezeichnet. Was als politische Bildung etikettiert wurde, war nichts anderes als die Subventionierung der Bekämpfung einer demokratisch gewählten Opposition. Es ist die Vollendung eines Systems: Der Staat bezahlt den Protest gegen jene, die das Volk gewählt hat. Die Neutralität ist nicht mehr nur erodiert, sie ist ins Gegenteil verkehrt. Politische Bildung ist zum Decknamen für politische Bekämpfung geworden.
Sprachverdrehung als Herrschaftstechnik
Krügers Satz von der „Vielfalt“ der DDR ist mehr als ein historischer Fehlgriff. Er ist eine Offenbarung. Denn in ihm verdichtet sich das gesamte Prinzip, nach dem die heutige Bundesrepublik ihre Begriffe verkehrt. Die DDR war alles, nur nicht vielfältig. Sie war die Einförmigkeit in Reinkultur: eine Partei, ein Befehl, eine Mauer. Wer abwich, kam ins Gefängnis oder wurde erschossen. Und doch nennt Krüger diesen Staat „vielfältig“. Warum? Weil er dasselbe Prinzip auch in der Bundesrepublik am Werk sieht. Denn auch hier gilt: Vielfalt ist ein Zauberwort. Vielfalt für islamische Einwanderer, für queere Aktivisten, für Dragqueens, die mit Steuergeld Bühnen füllen. Vielfalt für jene, die ihre Geschlechter jährlich wechseln, für linksextreme Straßentruppen, die im Namen der Demokratie Autos anzünden. Aber keine Vielfalt für politische Meinungen. Schon eine Julia Klöckner, die zögert, die Regenbogenflagge auf dem Reichstag zu hissen, gilt als Gefahr. Die DDR nannte sich „demokratisch“ und schoss ihre Bürger nieder. Die BRD nennt sich „vielfältig“ und erklärt ihre Opposition erst zum Verdachtsfall, dann zum Staatsfeind.
Die Methode ist so alt wie der Totalitarismus selbst. Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert das Denken. Und wer das Denken kontrolliert, kontrolliert die Politik. Krüger wusste das – und er praktizierte es mit Akribie. „Demokratie“ bedeutet nicht mehr das Recht, anders zu wählen. „Mitte“ bedeutet nicht mehr Balance – sondern die rote Linie, die niemand überschreiten darf. Und „Vielfalt“ bedeutet nicht mehr, dass jeder sagen darf, was er denkt, sondern dass jeder schweigen muss, wenn er das Falsche denkt. In dieser Umwertung zeigt sich der wahre Ertrag von Krügers Wirken. Er war der Ingenieur einer neuen Republik, die sich der alten Vokabeln bedient, um das Gegenteil zu sagen. So wie die DDR ihre Mauer „antifaschistischen Schutzwall“ nannte, so nennt die heutige Republik die Ausgrenzung oppositioneller Stimmen „Schutz unserer Demokratie“.
Innere Spaltung
Krügers Politik beschränkte sich nicht auf den Unterricht, sondern griff tief in die Kulturpolitik. Unter seiner Ägide wurde jede Form konservativer Erinnerungskultur marginalisiert, während linke und linksextreme Projekte mit Preisen, Geldern und Anerkennung überschüttet wurden. Vielfalt wurde zu einem sakralen Bekenntnis. Wer aus der Reihe tanzte, galt als Verdächtiger. So wurde aus der politischen Bildung eine Art Staatsliturgie. Nicht Belehrung, sondern Beichte. Nicht Wissen, sondern Haltung. Was Haldenwang als Präsident des Verfassungsschutzes exekutierte, dachte Krüger als politischer Bildungskommissar vor. Der alte Konsens der Bundesrepublik war noch klar: Der Staat ist neutral, er bekämpft jede Form des Extremismus, er steht über den Parteien. Unter Krüger wurde dieser Konsens zerstört. Fortan galt: Der Staat ist parteiisch. Er bekämpft nicht mehr den Extremismus an sich, sondern die Opposition. Damit schuf Krüger eine innere Spaltung, die bis heute wirkt. Denn wenn eine große Oppositionspartei vom Staat nicht als legitimer Partner, sondern als Feind behandelt wird, dann ist die Demokratie nur noch Fassade. Krüger war kein Demokrat. Er war ein Funktionär, der die Demokratie wie ein Werkzeug benutzte, um sie in ihr Gegenteil zu verkehren.
Thomas Krüger geht. Aber sein Ungeist und sein Werk bleibt. Er hinterlässt eine Bundeszentrale, die nicht mehr Bildungsinstitution, sondern Gesinnungsapparat ist. Er hinterlässt eine Republik, in der „Vielfalt“ zur neuen Uniform geworden ist. Er hinterlässt ein Land, das die DDR nicht überwunden, sondern in die Sprache seiner Gegenwart übersetzt hat. Die größte Gefahr ist nicht der Mann, der geht. Die größte Gefahr ist die Struktur, die bleibt. Denn Krügers Erbe wirkt in den Köpfen, in den Lehrbüchern, in den Subventionen, in den Preisen. Und so wird man in zwanzig Jahren zurückblicken und sagen: Nicht die Kanzler und Minister waren die Architekten dieser neuen “Republik”, sondern die unscheinbaren Pädagogen. Thomas Krüger war einer ihrer ersten. Er steht am Beginn des Weges, der Deutschland in eine DDR 2.0 führt – in bunter, freundlicher Verpackung, doch mit dem gleichen Ziel: die Gleichschaltung des Denkens.
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11 Antworten
In der DDR hieß das noch „Staatsbürgerkunde“, sonst hat sich aber nichts geändert.
Pure Propaganda und Hetze.
Außerdem, warum haben die Chefs von solchen Einrichtungen immer so einen seltsamen Blick drauf?
Das ist bei Schäfer -Gümbel vom GIZ so und jetzt auch bei Krüger.
Bringt das der Posten mit sich oder werden die extra ausgesucht?
Die werden handverlesen. Etwa danach, daß ihre Keller selbst von Ratten wegen des Leichengeruches gemieden werden.
Und natürlich daran, daß sie Wundmale an den Waden haben, die von den Kotelets herrühren, die die Eltern ihnen daran tackerten, damit wenigstens die Hunde mit ihnen spielten.
Nur Durchgeknallte (weil die erpressbar sind) werden auf solche Posten gehievt.
Diese Krügersche Belehrungsanstalt gehört sofort aufgelöst und auf den Müllhaufen der Geschichte entsorgt. Vielleicht lässt sich aus dem Krügerschen ideologischen Müll in der Müllverbrennungsanlage noch ein wenig Energie gewinnen.
Solche Typen sollte man umgehend durch KI ersetzen!
Auch diese Kreatur scheint eine der „Früchte“ des fleischgewordenen Satans – alias „Merkel“ – zu sein. Damit ist wohl alles gesagt.
Ein ziemlich irrer Blick ? 😳
@Bundeszentrale für politische Verbildung
müßte das nicht Verblödung und geistige Armut heißen ?
Ich meine, da was gehört zu haben über die Aufgaben dieser Vereinigung !
Ein „Horror-Urteil“: Jura-Professor kritisiert Verurteilung wegen Volksverhetzung gegen Corona-Kritiker
https://www.nius.de/corona/news/ein-horror-urteil-jura-professor-kritisiert-verurteilung-wegen-volksverhetzung-gegen-corona-kritiker/3106f68d-663c-4ea9-bec0-259d6a457e31
Nein, hat mir nicht gefallen ! Was werden in den letzten Tagen nur für Fotos eingestellt … KATASTROPHE würde M.M. sagen.
Vielen Dank für die interessanten Hintergrundinformationen.
Der antitotalitäre Konsens wurde schon in der alten Bundesrepublik von den 68ern infrage gestellt. Dabei ist dieser Konsens einziger Garant für einen freiheitlichen Staat im Sinne des Grundgesetzes, in dem alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht. Jetzt haben wir den Salat: die „DDR“ 2.0 . Politkommissare wie Thomas Krüger beherrschen die Staatsmedien und sorgen für die kulturelle Hegemonie der Linksextremen.