CDU-Diffamierungskampagne gegen Maaßen: Auf ein Neues

Wieder schwer unter Beschuss seiner Partei-„Freunde“: Hans-Georg Maaßen (Foto:Imago)

Dass die Union vom Regierungs- ins „Oppositions“-Lager gewechselt ist, hat bislang nicht im Geringsten zu einer Rückbesinnung auf bürgerliche Positionen der Mitte geführt; im Gegenteil: Unbeirrt hält die Partei an ihrem Linkskurs fest – und grenzt kritische, traditionsbewusste und konservative Elemente weiter aus. Bevorzugtes Feindbild ist und bleibt dabei Hans-Georg Maaßen, dem weiterhin mit unversöhnlichen Anfeindungen und veritablem Säuberungseifer begegnet wird. Was immer der Jurist und ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes äußert, muss zum nächsten Vorwand gereichen, ihn endlich loszuwerden und in Richtung AfD zu verstoßen, wo er nach Ansicht der „progressiven“ Parteielemente lange hingehört.

So steht Maaßen derzeit unter Beschuss, weil er es gewagt hat, auf GETTR ein Video des Mikrobiologen und bis vor Corona hochangesehenen Medizinprofessors Sucharit Bhakdi zu teilen, der sich in Anbetracht der enormen Risiken und Nebenwirkungen der mRNA-Experimentalimpfstoffe für ein Covid-Impfverbot ausgesprochen hatte. Bhakdis durchaus schlüssige Argumentation zielt im Kern darauf ab, dass die Impfung wirkungslos sei (woran angesichts der Impfdurchbruchzahlen kein Zweifel mehr bestehen kann) und das Immunsystem zerstöre (eine von inzwischen diversen Wissenschaftlern geteilte Sorge, für die es durchaus gewichtige Hinweise gibt, siehe etwa hier). Eigentlicher Hintergrund von Maaßens Zweifeln sind jedoch persönliche Erfahrungen mit erlittenen Impfschäden; er selbst habe, teilt er mit, im Alter von fünf Jahren nach der Impfung notoperiert werden müssen; ein Jahr später dann, nach einer Kombinationsimpfung, ein weiteres Mal. Mit seinem Post ging es Maaßen vor allem darum, zu verdeutlichen, dass es neben der einseitigen Impf-Propaganda und der dogmatischen politisch-medialen Verharmlosung der Covid-Dauerimpfungen eben auch andere Positionen gibt.

Stich ins Wespennest

Kein Wunder, dass er damit in ein Wespennest stach. Die vereinigte Front der Coronazis, Impf-Fanatiker und staatsloyalen Konformisten war in Nullkommanichts auf der Palme. Vor allem die üblichen Verdächtigen der Mainstreammedien – ob „n-tv„, ZDF, „Süddeutsche“ oder „taz“ – schießen sich seit gestern ohne Feuerpause auf Maaßen ein. Dabei wird in gewohnter Manier, unter Missachtung des Rechts auf Meinungsfreiheit, seine skeptische und kritische Haltung diskreditiert und kriminalisiert, indem man ihn nun vollends in die Reihen der Querdenker und Verschwörungstheoretiker abdrängt – Etikett Nummer Eins. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Bhakdis Thesen bleibt dabei natürlich ebenso aus wie jegliche journalistische Befassung mit den Argumenten sonstiger impfkritischer Wissenschaftler. Zu deren „Widerlegung“ begnügen sich Deutschlands Qualitätsmedien, wenn überhaupt, aufs Nachbeten offizieller Informationen von Bundesregierung und Impfherstellern – und greifen anstelle eigener journalistischer Recherchen wie gehabt auf bestellte Framing-Parolen der manipulativen „Faktenfinder“ zurück (etwa „n-tv„: „Bhakdis Thesen zu Impfungen sind in Faktenchecks vielfach wissenschaftlich widerlegt worden”). Die Anti-Schwurbler-Allianz bleibt wie üblich selbstreferenziell.

Doch im Fall Maaßen reicht die AfD-Querdenker-Stanze alleine nicht mehr aus. Deshalb wird er noch durch ein weiteres Schmutzbecken gezogen: Über konstruierte „Kontaktschuld“ rückt man ihn wieder mal in die geistige Nähe des Antisemitismus – Etikett Nummer Zwei. Der erste ungeheuerliche Rufmordversuch dieser Art war in einem (juristisch nie geahndeten) Hetzausfall der „FFF“ Luisa Neubauer bei „Anne Will“ im letzten Mai verübt worden, die Maaßen in die antisemitische Ecke rückte, weil er „Inhalte” entsprechender Seiten im Netz geteilt habe. Später musste Neubauer dann zurückrudern (ohne sich gleichwohl vom Kern ihrer maßlosen Invektiven zu distanzieren) – denn das vorlaute Klima-Lischen hatte haltlose Scheißhausparolen nachgeplappert, die ihrerseits auf haltlosen Scheißhausparolen basierten: Weil Maaßen einmal einen Artikel von „Journalistenwatch“ (Jouwatch) zur Seenotrettung auf Twitter geteilt hatte und die „Zeit“ bereits Jahre zuvor in einem verunglimpfenden Artikel Jouwatch – das zu den entschiedensten Unterstützern Israels und des Judentums in Deutschland gehört – „Antisemitismus” unterstellt hatte, und weil auch viele andere der von Maaßen geteilten und gelesenen freien Medien Begriffe verwendeten, die angeblich „antisemitische Chiffren” seien (obwohl es sich dabei noch bis vor kurzem um linke Kampfbegriffe handelte, Beispiel „Globalismus“): Deshalb also stünde Maaßen antisemitischem Gedankengut nahe. Diese Ableitung ist zwar ähnlich absurd, als würde jemand Luisa Neubauer als Porno-Tante bezeichnen, weil sie schon einmal Interviews für Magazine gegeben hat, die irgendwann über weibliche Orgasmen, Vulven oder Lieblingsstellungen geschrieben haben. Wenn es um die Vernichtung Andersdenkender geht, sind wahrlich alle Fouls willkommen.

Maaßen ist so wenig Antisemit wie Luisa Neubauer Porno-Queen

Jetzt wird die Antisemitismus-Keule gegen Maaßen ein weiteres Mal bemüht – und zwar wiederum um drei Ecken, über eben die Unperson Bhakdi: Dieser hatte vergangenen Sommer in missverständlichen Äußerungen zur Impfkampagne im Rahmen eines Interviews Israel als „das Volk der Juden” bezeichnet und gemahnt, diese würden ihr Land wegen der zu erwartenden Impfschäden „in etwas Schlimmeres als Nazi-Deutschland” verwandeln. Eine gewiss verunglückte Formulierung, die keinesfalls zu akzeptieren ist (auch wenn Bkahdi dadurch wohl unbeherrscht seine Empörung über die Fahrlässigkeit zum Ausdruck bringen wollte, mit der Regierungen – vor allem die des seinerzeitigen „Impf-Weltmeisters“ Israel – ihre eigene Bevölkerung unabsehbaren Risiken aussetzen). Daraus allerdings „Antisemitismus” zu machen – wie es etwa die Kieler Generalstaatsanwaltschaft tut, die gegen Bhakdi seither wegen Volksverhetzung ermittelt – geht definitiv zu weit.

Ganz unabhängig von der Bewertung dieser fragwürdigen Passagen Bhakdis jedoch stellt sich die Frage: Was ändern sie am Gehalt seiner fachlichen Einschätzung der Impfkampagne, was an seiner wohlbegründeten substanziellen Kritik, die in seinem aktuellen, von Maaßen jetzt auf GETTR geteilten Video zur Sprache kommt? Hier soll offensichtlich wieder einmal über das argumentum ad hominem, über die persönliche Attacke gegen die Person selbst, von Sachkritik abgelenkt werden. Für die Corona-Selbstgerechten und Impfgläubigen passt natürlich alles ins Bild, hier breitet sich wieder das volle Arsenal des Wunsch-Feindbilds vor ihrem inneren Auge aus: Querdenker, Maßnahmenkritiker, Verschwörungstheoretiker, Leugner, Wissenschaftsrenegat, Schwurbler – und natürlich Antisemit… ob auf Telegram oder beim Montagsspaziergang: Da wächst zusammen, was zusammengehört. Das Weltbild ist wieder stimmig.

Karin Prien, besessene Maaßen-Hexenjägerin

So darf als „Kronzeugin“ und Chefanklägerin jetzt auch natürlich wieder just die eingefleischte Maaßen-„Haterin“ Karin Prien zu Wort kommen. Zur Erinnerung: das ist jene schleswig-holsteinische Bildungsministerin, die in der Spätphase des Bundestagswahlkampfs vergangenen August ins „Zukunftsteam“ von Spitzenkandidat Armin Laschet berufen wurde und wenig später bei „Markus Lanz“ mit der Äußerung auffiel,  sie würde eher einen SPD-Gegenkandidaten in den Bundestag wählen als ihren Parteikollegen Hans-Georg Maaßen. Statt wegen dieser glasklar parteischädigenden Aussage unverzüglich ein Ausschlussverfahren einzuleiten, stimmten ihr viele in der linksgewendeten CDU sogar noch zu – und reagierten mit klammheimlicher bis unverhohlener Freude, dass Maaßen in Südthüringen den Einzug in den Bundestag dann tatsächlich verpasste.

Jetzt ist es ausgerechnet Prien, die für Maaßen den Parteiausschluss fordert, weil er sich das Verbrechen einer Privatmeinung zur Impfkampagne erlaubt hat und dafür die „falschen“ Experten bemüht. Und sie vergisst sich dabei völlig: „Wenn ein ehemaliger Spitzenbeamter und Verfassungsschützer solch einen verschwörungstheoretischen Unsinn verbreitet und sich dabei auf den Antisemiten Bhakdi bezieht, dann können wir als CDU das nicht länger tolerieren.” Just eine CDU-Ministerin also, die unter normalen Umständen (wenn Gesetze von Anstand und innerparteilicher Fairness in der Union noch irgendetwas gälten) selbst in hohem Bogen aus ihrer Partei hätte fliegen müssen, schwingt jetzt das große Wort gegen Maaßen – und liefert zugleich ein treffliches Beispiel dafür, auf welchem unterirdischen Niveau die öffentliche Auseinandersetzung zu Coronamaßnahmen und Impfung mittlerweile geführt wird. Wie immer man zum Impfen und Hans-Georg Maaßen stehen mag: Primitiver, billiger und heuchlerischer geht es eigentlich nicht mehr.

7 Kommentare

  1. Wir können und wollen es nicht begreifen. Aber wir müssen es begreifen. Hans-Georg Maaßen bringt es auf den Punkt:

    „“Es geht nicht mehr um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ – Tichys Ausblick“
    https://youtu.be/9RsPxkSSdOo

  2. Unbeirrt hält die Partei an ihrem Linkskurs fest –

    Ist halt die Generation doooooooooofffffff!

  3. Ein großer Teil der Mitglieder der CDU bis auf die Hinterwäldler der kleinen Ortsvereine, könnte die ebenso gut bei den Genossen oder Grünen, Mitglied sein. Es wird wohl bald ein Wiedervereinigung geben. Spd, Grüne und die CDU, Nationale Front können die sich nicht nennen, wegen dem National und SED geht auch nicht, da stört das Wort Deutschland. Wie wäre es mit VdG, Vereinigung der Geisteskranken. Merz sollte nicht nur was umändern und dazu gehört nun mal ein neuer Parteiname denn C u D können ersatzlos gestrichen werden.

  4. „Primitiver, billiger und heuchlerischer geht es eigentlich nicht mehr.“
    Der Autor irrt sich ,die Skala ist nach unten offen.Die CDU ist völlig unterwandert und damit am Ende ,ein denkender Mensch kann diese nicht mehr wählen.Was Maaßen da noch will ,bleibt rätselhaft,retten kann er nichts mehr.das wird auch Merz sehr bald erkennen.

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