Christenverfolgung in China: Jahrzehnte ohne frohe Botschaft

Christenverfolgung in China: Jahrzehnte ohne frohe Botschaft

China: Unterdrückung der Glaubensfreiheit bis in die Provinz (Symbolbild:KI)



In China wird die freie Ausübung des christlichen Glaubens systematisch verfolgt. Unabhängige Hausgemeinden – sofern nicht staatlich kontrolliert – stehen im Fokus: Gottesdienste werden von der Polizei gestürmt, die Pastoren verhaftet, viele sind in Haft, Kirchen werden zerstört und Kreuze entfernt. 

Man zwingt Christen zur Unterordnung unter die KPCh – Parteitreue statt Bibel. Über 10.000 Festnahmen gab es seit Xis Präsidentschaftübernahme. Freie Glaubensausübung außerhalb staatlicher Kontrolle gilt als Bedrohung und wird mit Haft, Verhören und sozialem Druck bekämpft, worauf auch Amnesty International dieses Jahr wieder hinweist. 
Lesen wir daher nachfolgend eine fiktive Geschichte, wie sie hundertausendfach im Reich der Mitte vorkommen mag.

Vierzig Jahre lang hatte Herr Li gelernt, wie man arbeitet und gehorcht. Er hatte seinen Platz in der Gesellschaft behauptet. Doch niemand hatte ihm erklärt, wie man mit Schuld, Angst, Neid und dem Tod lebt. 

Dann gab ihm ein Freund heimlich eine Bibel. 

Li hatte vierzig Jahre lang als Rädchen im System funktioniert. Dann verlor er seine Stelle. Er war pünktlich zur Arbeit erschienen, hatte seine Familie ernährt und getan, was von ihm verlangt wurde. Solange sein Vorgesetzter zufrieden war, fühlte er sich als brauchbarer Mensch. 

Ein Jüngerer konnte seine Arbeit schneller und billiger erledigen. Von einem Tag auf den anderen schien Li nicht mehr gebraucht zu werden. Er schämte sich, obwohl er nichts verbrochen hatte. 

In der Bibel las er, dass der Wert eines Menschen nicht von seiner Leistung abhängt. Er musste seine Würde nicht jeden Morgen am Werkstor abstempeln lassen. Sein Arbeitsplatz war verloren, doch er selbst war es nicht. 

Nachdem er diese andere Sichtweise las, konnte Li wieder ruhig schlafen.

Wenn die Schuld nachts zurückkehrt

Vor Jahren hatte Li seinen Bruder in einem Streit schwer beleidigt. Das böse Wort war schnell gesprochen, aber nie wieder verschwunden. Beide hatten seitdem kaum miteinander geredet. Tagsüber konnte Li die Erinnerung verdrängen. Nachts kehrte sie zurück. Dann führte er den alten Streit in seinen Gedanken erneut, rechtfertigte sich und wusste doch, dass er Unrecht getan hatte.

Nun las er von Schuld, Umkehr und Vergebung. Die Bibel erklärte seine Tat nicht für bedeutungslos. Sie zeigte ihm jedoch einen  Weg, der weder über Verdrängung noch über lebenslange Selbstbestrafung führte.

 Li schrieb seinem Bruder einen Brief. Er bat um Verzeihung, ohne die Schuld mit einem langen „Aber…“ wieder zurückzunehmen. Ob sein Bruder antworten würde, wusste er nicht.
 
Die Vergangenheit blieb bestehen – aber sie musste nicht länger seine Zukunft beherrschen.

Wenn der Nachbar mehr besitzt

Lis Nachbar hatte die größere Wohnung, das neuere Auto und einen Sohn mit glänzender Laufbahn. Bei jeder Begegnung sah Li vor allem das, was ihm selbst fehlte. Das Glück des Nachbarn wurde zu seiner persönlichen Niederlage. 

Dann las er in der Bibel, dass der Mensch nicht begehren solle, was seinem Nächsten gehört. Zunächst klang das für ihn wie ein weiteres Verbot, doch allmählich begriff er, dass darin eine Befreiung lag: 

Der Neid schadete dem Nachbarn nicht, er fraß nur Lis eigene Zufriedenheit auf. Solange Li sein Leben am Besitz anderer maß, konnte er niemals gewinnen. Es würde immer jemanden geben, der reicher, erfolgreicher oder angesehener war. 

Nun bemerkte er wieder, was er selbst besaß: Das gemeinsame Essen mit seiner Frau, die Gesundheit seiner Tochter – und den Freund, der ihm die Bibel gebracht hatte.
 
Der Nachbar besaß noch immer mehr, doch er beherrschte nicht länger Lis Gedanken.

Wenn im Garten das Unkraut wächst

Hinter Liss altem Häuschen lag ein kleiner Garten. Zwischen den Rosenstöcken wuchs reichlich Unkraut. Li sah längst nicht mehr die Rosen. Sein Blick fiel nur noch auf alles, was ungepflegt, schief und misslungen wirkte.

Deshalb lud er keine Freunde mehr ein. Sie sollten nicht sehen, dass er seinen Garten nicht im Griff hatte. In Wahrheit schämte er sich längst nicht mehr nur für das Grundstück. Der Garten erinnerte ihn an sein eigenes Leben. 

Auch darin war vieles gewachsen, was er nicht vorzeigen wollte. Eine alte Schuld stand neben einer guten Tat. Neid wucherte zwischen Dankbarkeit und Freundschaft. Neben der Liebe zu seiner Familie standen Ungeduld, Zorn und manches Wort, das er gern zurückgenommen hätte.

 Dann las Li im Matthäus-Evangelium das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen: Die Knechte wollten das Unkraut sofort ausreißen, doch der Gutsherr warnte sie. Beim eifrigen Säubern könnten sie auch den Weizen herausreißen.

 Li begriff, dass ein Garten nicht wertlos wird, nur weil darin Unkraut wächst. Auch sein Leben war nicht misslungen, nur weil es von Fehlern und Schwächen durchzogen war. Zwischen all dem standen noch immer die Rosen.

 Das Christentum erklärte das Unkraut nicht für schön; es gab Li jedoch eine Richtschnur, an der er das Gute vom Schädlichen unterscheiden konnte. Er sollte das Gute pflegen und gegen das Schlechte ankämpfen. Zugleich musste er nicht den ganzen Garten verwerfen, nur weil er noch nicht vollkommen war.

 Am folgenden Sonntag lud Li wieder einen Freund ein. Als der Besucher die Rosen lobte, zeigte Li verlegen auf das Unkraut. Der Freund betrachtete es und sagte nur: „Das wächst bei mir auch.“ 

Li hatte vierzig Jahre gebraucht, um zu begreifen, dass man Freunde nicht erst empfangen darf, wenn der eigene Garten vollkommen ist



Wenn die Sorge den morgigen Tag verschlingt

Dann wurde Lis Frau krank. Der Arzt konnte nicht sagen, ob die Behandlung helfen würde. Li lag nachts wach und durchlebte vor seinem geistigen Auge jede denkbare Katastrophe. In seinen Gedanken war seine Frau schon hundertmal gestorben, obwohl sie nebenan schlief.

 In der Bibel las er, dass jeder Tag an seiner eigenen Last genug habe. Darin lag keine Garantie auf Heilung; es war auch keine Aufforderung, die Krankheit leichtzunehmen – der Satz setzte lediglich seiner Angst eine Grenze.

 Li verstand, dass die Sorge das Leid des morgigen Tages nicht verkleinert. Sie verlangt nur, dass der Mensch es bereits heute erträgt.

 Die Krankheit blieb, doch Li lernte, den heutigen Tag nicht vollständig an eine Zukunft auszuliefern, die noch gar nicht eingetreten war.

Wenn der Hass zum Gefängnis wird

Ein früherer Kollege hatte Li beim Vorgesetzten angeschwärzt. Dessen Denunziation hatte seine Entlassung beschleunigt. Jahrelang stellte sich Li vor, wie er sich eines Tages rächen würde.

 Dann stieß er auf die Aufforderung, seinen Feind zu lieben und für seinen Verfolger zu beten. Das erschien ihm zunächst beinahe unverschämt. Der Täter sollte auch noch von seiner Güte profitieren.

 Erst später erkannte Li, wer unter seinem Hass am meisten litt: Der frühere Kollege saß wahrscheinlich friedlich beim Abendessen, Li dagegen führte jeden Abend innerlich denselben Prozess.

 Vergebung bedeutete nicht, das Unrecht für richtig zu erklären. Sie bedeutete, den Gedanken an den Täter das Wohnrecht in seinem Kopf zu kündigen. 

Der andere blieb schuldig – doch Li musste nicht länger sein Gefangener bleiben.

Wenn der Tod das letzte Wort verlangt

Als Lis Vater starb, blieb eine Leere zurück, gegen die weder Arbeit noch Ablenkung halfen. Alle klugen Reden über den natürlichen Lauf des Lebens klangen wie das Klappern leerer Tassen.

 In der Bibel las Li, dass der Tod nicht das letzte Wort behalten solle. Er konnte diese Verheißung weder messen noch beweisen. Aber zum ersten Mal begegnete ihm eine Hoffnung, die über das Grab seines Vaters hinausreichte.

 Seine Trauer verschwand nicht – sie bekam jedoch ein Fenster.

 Vierzig Jahre lang hatte Li gelernt, wie man im Leben vorankommt; nun las er zum ersten Mal, wie man weiterlebt, wenn man nicht mehr vorankommt.

Die Bibel nahm ihm weder die Kündigung noch die Krankheit seiner Frau. Sie machte den Verrat nicht ungeschehen und brachte seinen Vater nicht an den Esstisch zurück. Ihre frohe Botschaft bestand nicht darin, jedes Unglück wegzureden.

 Sie gab ihm etwas, das er zuvor nicht besessen hatte: Eine Richtschnur für sein Handeln, Vergebung für seine Schuld, eine Grenze für seine Angst und Hoffnung über den Tod hinaus.

 Die Bibel versprach Li keinen Garten ohne Unkraut. Sie lehrte ihn, deshalb nicht auch noch die Rosen zu übersehen.

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6 Kommentare

  1. Das kann man auch über alle anderen wie z.B. die Tora und die Juden oder den Koran und die Moslems schreiben.
    Ich finde das alles nur: Bäh!

    Ich finde es RICHTIG das dem ganzen religiösen Wahn der Boden entzogen wird
    Ich finde es FALSCH wie sie das umsetzen und tun!

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    1. Sie haben im Moment ein Problem mit Herrn Li. Dagegen hätte Herr Li sehr wahrscheinlich kein Problem mit Ihnen.

  2. Nun, es geht in China nicht unbedingt um Religion. Das ist zu kurz gegriffen. China hat ein Auge aus bitteren / blutigen Erfahrungen auf alle Strömungen, welche das Gesamt- oder Teilsystem zum kollabieren bringen oder beschädigen können. Wenn in einem Land dieser Größe Chaos ausbricht, ist dies nicht angenehm. Mal z.B. ein Blick auf die Entwicklung der Kirchen in Deutschland bezüglich Migration / Gender usw. werfen. Es geht um die Unterwanderung von allen möglichen Gruppen zur Erreichung von Zielen. Das es zu Übertreibungen kommt, dürfte da auch nicht wundern.

  3. In Europa und überhaupt in der westlichen Welt werden Christen mit abweichenden politischen Ansichten nicht umgebracht, aber gnadenlos kaltgestellt.
    Kardinal George Pell
    traditionalistischer Bischof Richard Williamson
    Bischof Tebartz-van Elst
    Erzbischof Hermann Groer
    Bischof Wolfgang Haas
    Bischof Vitus Huonder
    Bischof Kurt Krenn
    Bischof Walter Mixa

  4. Es ist ein wunderbarer Artikel, der in eine ergreifende Geschichte die wesentlichen Grundlagen des Christentums einbettet. Es fehlt allerdings die explizite Erwähnung des Erlösungswerkes unseres Herrn Jesus Christus, ohne das die Vergebung des Herrn Li und die Wiedererlangung seiner Freiheit und seines Friedens nicht möglich wäre. Trotzdem eine schöne Geschichte. Jesus Christus wird wiederkommen, auch für die Christen in China.

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  5. Wann wird endlich mal in den ÖFFIS thematisiert, wie es den dort zuerst anwesenden Christen in nun moslemisch diktierten Ländern ergeht. Ist dies tatsächlich auch unser politisches Ziel?

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