
Sanata Doumbia-Milkereits aktueller Essay „Colorism schafft Konkurrenz, wo Solidarität sein sollte“ auf “Edition F” ist ein Musterbeispiel identitätspolitischer Gegenwartsdeutung. Die Autorin, Psychologin mit Wurzeln in der Elfenbeinküste und Mali, beschreibt darin “Colorism” – deutsch “Colorismus“, eigentlich “Weißismus”: Die Präferenz für hellere Hauttöne, auch innerhalb schwarzer Communities – als subtile Form des Rassismus, die aus Kolonialismus und Sklaverei hervorgegangen sei und bis heute eine Hierarchie schaffe, in der „näher am Weißen“ gleichbedeutend mit Wertigkeit sei. Sie schildert persönliche Erfahrungen: die Großmutter, die ihr an der Nase zieht, um sie „schmaler“ zu machen, Familien-Spottnamen wie „Asche“ für dunklere Haut, Hautbleichmittel als Milliardenindustrie und die Medien, die hellere schwarze Stars wie Beyoncé feiern, während dunklere wie Lupita Nyong’o kämpfen müssten. Diese Erfahrungen werden zu einem moralisch geschlossenen Narrativ verdichtet: Nähe zum Weißen bedeutet Aufwertung, Entfernung davon Abwertung.
Die Diagnose ist eingängig, emotional plausibel – und intellektuell unzureichend. Denn der Essay folgt einer bekannten Logik: Er externalisiert die Ursachen vollständig. Colorism erscheint nicht als anthropologisches oder soziales Phänomen, sondern als moralisches Erbe westlicher Gewalt. Verantwortung wird ausgelagert, Komplexität reduziert. Die Welt wird erklärbar – auf Kosten der Realität. Eine konservative Gegenperspektive muss tiefer ansetzen. Sie fragt nicht: Wer ist schuld? Sondern: Was ist der Mensch? Colorism ist kein koloniales Importprodukt, sondern ein universelles Muster. In nahezu allen Kulturen existierten – lange vor dem europäischen Kolonialismus – Präferenzen für hellere Haut. Nicht als Ausdruck von „Weißsein“, sondern als Statussignal für Wohlstand: Wer nicht im Freien arbeiten musste, blieb heller. Diese Logik findet sich im antiken Ägypten ebenso wie in Indien, China oder Teilen Afrikas.
Globales Muster statt weißer Import
Selbst in Westafrika vor dem transatlantischen Sklavenhandel gab es keine strikte „Rassen“-Hierarchie nach Hautfarbe, aber sozioökonomische Präferenzen für hellere Töne als Zeichen von Status existierten ebenfalls schon, oftmals verknüpft mit traditionellen Schönheitsidealen oder spirituellen Dualismen, etwa bei den Orisha-Wassergeistern der Yoruba in Nigeria und Benin: Hell gleich gut, dunkel gleich böse. Die Licht-und-Schatten-Analogie ist auch in unserem Kulturraum archetypisch verankert. Der transsaharische Sklavenhandel und spätere Kolonialismus haben diese Zuschreibungen nur verstärkt, aber keineswegs erfunden. Die Autorin übersieht, dass Colorism auch in Asien – etwa Indien oder Korea, wo Bleichmittel boomen – und Lateinamerika ohne nennenswerten europäischen Kolonialdruck in der Moderne florierte. Es ist kein „weißer Import”, sondern ein globales Muster. Evolutionspsychologisch untermauern dies Charles Darwin und die spätere Forschung: In fast jeder Gesellschaft wird ein Teint, der heller ist als der durchschnittliche Hauttyp, als attraktiver empfunden – als Signal für Jugend, Gesundheit und Fruchtbarkeit.
Soziale, genaue: sexuelle Selektion wirkt hier gegen die natürliche Selektion für dunklere Haut in Äquatornähe wegen des UV-Schutzes. Studien zeigen, dass Präferenzen für hellere Haut universell sind, unabhängig von Rasse. Das ist kein „Rassismus“, kein moralisches Urteil, sondern adaptives Verhalten, das in allen Populationen vorkommt – schon lange vor Michael Jackson und lange vor der Sklaverei Doumbia-Milkereits These von der „kolonialen Gewalt“ als Ursprung ignoriert diese biologische Konstante. Sie macht aus einem menschlichen Zug einen politische Bezichtigung gegen den Westen, aus einem universellen Muster einen spezifischen Schuldvorwurf. Ein weiterer klassischer Fall von selektiver Empörung.
Nigeria als Realitätstest
Besonders aufschlussreich ist der Blick nach Afrika selbst: Nigeria, das bevölkerungsreichste Land des Kontinents, weist eine der höchsten Hautbleichraten weltweit auf – trotz Jahrzehnten politischer Unabhängigkeit. Wenn Colorism ausschließlich kolonial bedingt wäre, müsste er längst verschwunden sein. Stattdessen persistiert er – und wird lokal reproduziert: durch Schönheitsideale, Heiratsmärkte, soziale Konkurrenz. Gleichzeitig betreibt Nigeria aktive kulturelle Selbstbehauptung: Die Werbebehörde ARCON hat bereits 2022 die Verwendung ausländischer Models und Sprecher in der Werbung untersagt, eine (definitorisch eigentlich rassistische) Bestimmung, die kürzlich sogar nochmals verschärft wurde. Wer auf dem nigerianischen Markt wirbt, soll Nigerianer zeigen. Ziel sind wirtschaftliche Förderung, kulturelle Selbstrepräsentation und nationaler Stolz. Das ist der entscheidende Punkt: Afrika definiert seine ästhetischen und sozialen Maßstäbe selbst – und zwar auch gegen äußere Einflüsse. Weiße fungieren hier nicht als dominante Norm, sondern als Fremde, die man situativ ein- oder ausschließt. Laufende Kampagnen dürfen auslaufen, neue nicht eingeführt werden. „Wenn Sie an Nigerianer verkaufen, müssen Sie Nigerianer zeigen“, so ARCON-Direktor Fadolapo 2025.
Würde das ein mehrheitlich weißes Land beschließen, wäre der Teufel los. Doch was Nigeria tut, ist kein subtiler Colorism, sondern expliziter politischer Protektionismus: Schwarze Identität wird staatlich durchgesetzt, ausländische – meist weiße oder hellere – Ästhetik verbannt. Fremde Modelle – oft weiße Europäer oder Amerikaner – werden nicht mehr als „ideales Schönheitsbild“ akzeptiert, sondern als Bedrohung für nationale Souveränität und lokale Jobs betrachtet.
Ein Land mit über 200 Millionen Einwohnern sagt: Wir wollen uns selbst darstellen. Wir wollen unsere eigenen Gesichter sehen, unsere eigene Sprache hören, unsere eigene Ästhetik prägen. Die Werbung soll nicht länger ein Fenster in eine fremde, globalisierte, oft westlich dominierte Bildwelt sein, sondern ein Spiegel der eigenen Gesellschaft. Der westliche Colorism-Diskurs kennt diese Perspektive kaum; er geht implizit davon aus, dass „Weißsein“ global als Ideal wirke. Die nigerianische Praxis zeigt: Das Gegenteil kann ebenso der Fall sein.
Selektive Universalität
Wie werden Weiße in Schwarzafrika wahrgenommen? Nicht primär als allgegenwärtiger Maßstab, sondern als ambivalente Figuren: zugleich bewundert, exotisiert, ökonomisch genutzt – und politisch begrenzt. Der ARCON-Bann ist Ausdruck genau dieser Ambivalenz. Er signalisiert: Externe Ästhetik ist nicht per se überlegen, sondern potenziell verdrängend. Damit wird ein impliziter Widerspruch sichtbar: Während im Westen Diversität als moralische Pflicht gilt, wird in Nigeria die Sichtbarkeit des Eigenen als politisches Ziel formuliert. Was in Europa als „Inklusion“ gefeiert wird, kann andernorts als Selbstverdrängung erscheinen. Der Kontext entscheidet über die Norm. Und genau hier zeigt sich die eigentliche Schwäche des Colorism-Diskurses – nämlich seine selektive Universalität. Er erklärt Hierarchien nur dort zum Problem, wo sie in Beziehung zum Westen stehen. Intra-afrikanische Dynamiken – ethnische Konkurrenz, Schönheitsmärkte, soziale Differenzierung – werden kolonial interpretiert oder ausgeblendet.
Das führt zu einer systematischen Verzerrung. Der Westen erscheint als schändlicher Ursprung aller Hierarchien, Afrika als ewiges passives Opfer. Tatsächlich aber zeigen Phänomene wie Tribalismus oder innerafrikanische Konflikte, etwa Xenophobie gegen Weiße in Südafrika, dass Gruppendenken und Differenz universelle Konstanten der menschlichen Entwicklung sind. Colorism ist in diesem Sinne keine Ausnahme, sondern ein Sonderfall eines allgemeinen Musters: Menschen bevorzugen Ähnlichkeit, signalisieren Status und ordnen Differenz. Dieser woke Schuldkult ist strikt abzulehnen. Es gilt, moralische Vereinfachung durch empirische Nüchternheit zu ersetzen: Präferenzen sind real, Unterschiede existieren, die Wahrnehmung ist nicht beliebig formbar! Die Aufgabe von Gesellschaft ist nicht, diese Tatsachen zu leugnen, sondern sie in faire Strukturen zu überführen. Das bedeutet: Leistung muss vor Identität kommen, individuelle Verantwortung statt kollektive Schuld betont werden – und kulturelle Souveränität muss anstelle eines moralischen Universalismus gelten.
Souveränität ist legitim!
Nigeria zeigt, dass solche Souveränität möglich ist. Das Land schützt seinen Markt, fördert seine Talente und definiert seine Ästhetik eigenständig. Diese Politik wäre im Westen sofort verdächtig; in Afrika gilt sie als legitim. Die doppelte Bewertung ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck eines Diskurses, der weniger an Wahrheit interessiert ist als an moralischer Selbstvergewisserung.
Doumbia-Milkereits plakativer Appell – „Zu dunkel? Nie wieder. Zu schön. Immer.“ – mag rhetorisch wirksam sein, ist aber analytisch schwach. Schönheit ist kein moralisches Projekt, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Biologie, Kultur und Erfahrung. Menschen unterscheiden, ordnen, bewerten. Diese Fähigkeit ist keine Abweichung, sondern Grundlage jeder sozialen Orientierung. Sie kann entarten – aber sie lässt sich nicht abschaffen, ohne die Realität zu verzerren. Wir bevorzugen Ähnliches, Schönes, Gesundes. Das ist keine Hierarchie des Hasses, sondern eine Evaluierungstechnik der Evolution.
Was im Westen als “Inklusion” gefeiert wird, wird anderswo als Identitätsverlust und Verdrängung des Eigenen problematisiert. Gerade deshalb ist die nigerianische Entscheidung so aufschlussreich. Der westliche Colorism-Diskurs ist letztlich Teil eines größeren Projekts: der moralischen Universalisierung. Er unterstellt, dass bestimmte Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster global gültig seien und korrigiert werden müssten. Dabei übersieht er, dass Gesellschaften unterschiedliche Antworten auf dieselben anthropologischen Grundfragen geben. Sie bestimmen selbst darüber, wen sie besonders “sichtbar machen” und zeigen, wen sie fördern, wen sie repräsentieren. Die Alternative zum Schuldkult ist daher nicht Gleichgültigkeit, sondern Klarheit: Differenz ist real! Präferenz ist menschlich! Souveränität ist legitim! Wer das anerkennt, gewinnt zurück, was im moralischen Überschuss der Gegenwart verloren gegangen ist: die Fähigkeit, Wirklichkeit zu beschreiben, ohne sie sofort moralisch zu sortieren und zu verurteilen.
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15 Kommentare
Das ist pervers!
Das Mohrenköpfinnen-Geschwader
lässt sich aufhellen!
Wozu? Eine Frau aus dem schwarzen
Umfeld ist doch leicht an ihrem fetten
Arsch zu erkennen.
und dennoch hat sich Bolle janz köstlich amüsiert.
Als nächstes wird der Maulwurf befragt ob er das tragen von Kontaktlinsen für rassistisch hält
solche Diskussionen werden nur von minderbemittelten Underdogs in Industrieländern aufgegriffen um ihr erbärmliches Leben ohne Sinn und Selbstbewusstsein auf den nächsten LSBTQ Spiellevel zu transportieren denn das ist ihre Welt – sinnlos-planlos-verspießert-kleingeistig – rassistisch -intolerant- faschistisch.
Egal, nach dem Wal kommt Colourism , Colourism im Kolonialwarenladen, Colourism im Supermarkt, Colourism auf dem Klo, dem Hundeklo und dem Katzenklo, im Wald und auf der Heide.
Und, NIGERIA GEHÖRT DEN NIEGERIANERN.
Inklusion sind die Argumente der Sozial Abzocker
die Damen auf dem Foto glotzen genauso dämlich und sinnentleert wie deutsche Models
„Wir wollen uns selbst darstellen. Wir wollen unsere eigenen Gesichter sehen, unsere eigene Sprache hören, unsere eigene Ästhetik prägen. Die Werbung soll nicht länger ein Fenster in eine fremde, globalisierte … Bildwelt sein, sondern ein Spiegel der eigenen Gesellschaft.“
Genau das wünschen wir Bio-Deutschen UNS…!!! Seit der Flutung mit dem arroganten Schwarzvolk…
Deswegen kaufe ich keine Artikel wie M&M, Meister Proper, AXE und einige andere. Weil, Werbung von Senegalesern und Nigerianern für Senegaleser und Nigerianer. Würde mich da unwohl fühlen, jedem das seine.
Das Wichtigste an einer Frau ist der Ausdruck in ihrem Gesicht; das, was aus ihr herausguckt.
Ihre Kleidung kann sie ausziehen, ihr Gesicht nicht.
😜
Überall nur Rassismus!
Ich bekenne mich schuldig, ein Lebensmittel-Rassist zu sein, denn ich bevorzuge Weißbrot statt Schwarzbrot.
Außerdem trinke ich lieber Weißbier statt Schwarzbier.
Weißwurst ist mir auch viel lieber als Schwarzwurst.
Meine Unterhemden sind weiß, nicht schwarz.
Mir ist wahrscheinlich nicht mehr zu helfen.
Aber das ist mir völlig wurscht.
😜
Nachtrag zum Titelbild:
Für mich ist keine dabei, die mich interessieren würde. Mit denen würde ich mich nicht fortpflanzen wollen.
Nicht mein Gen-Pool.
😜
UNGEHEUERLICH!!!
Der ultimative Abschaum, ALLE Involvierten, Gerichte, Staatsanwaltschaft, pOlizei usw usw DEREN TÖCHTER SOLLTE GLEICHES SCHICKSAL ZU TEIL WERDEN!!!!!!
SCHUTZ DES SEX JIHAD!!!
https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/der-fall-anna-skandaloese-freisprueche/
MAN STELLE SICH VOR, WIE DIE URTEILE BEI WEISSEN TÄTERN & EINEM 12 JÄHRIGEN MÄDCHEN MIT KOPFTUCH AUSGEFALLEN WÄREN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
„die Präferenz für hellere Hauttöne, auch innerhalb schwarzer Communities – als subtile Form des Rassismus, die aus Kolonialismus und Sklaverei hervorgegangen sei u“
hat diese Person nie von Indien und den Kasten gehört?
Dieses System gab es Jahrhunderte vor der Kolonisierung!
Ich kann dieses Geknatsche nicht mehr hören.
Der „Colorismus“ schätzte ziemlich weltweit die Menschen höherer Schichten, die nicht Tag für Tag landwirtschaftlich arbeiten mussten, als schöner ein. Es gab aber auch unbewusste Gegenströmungen. In der deutschen, mündlich tradierten Literatur gab es Zwerge, Wichtelmännchen und Moosweiblein, die klein, eher braunhäutig und faltig waren, weil die Lebensbedingungen der Landbevölkerung dafür sorgten, dass sie aufgrund chronischer Unterernährung klein blieben und aufgrund der täglichen Arbeit im Freien braunhäutig und früh faltig wurden. In den Sagen sind diese Naturwesen fast immer menschenfreundlich. „Rassismus“ gegen sie kommt nicht vor, außer vielleicht in wenigen Überlieferungen über boshafte Zwerge. Kleine, braunhäutige und faltige, mythische Helfer der Menschen finden sich unter verschiedenen Bezeichnungen auch in den anderen europäischen Ländern. In Dänemark waren vor vielleicht 40 Jahren „Trolle“ in Mode. Sie wurden als Kinderspielzeug aus Plastik, als Deko für Regale, Fensterbretter etc. aus Keramik oder Gips hergestellt. Sie hatten teils rosa oder blaue Haare, aber ihr ganzes, übriges Aussehen war so, wie man sich die Helfer der Menschen der dörflichen Unterschicht viele Jahrhunderte lang in vermutlich ganz Europa vorgestellt hatte. Ob es Entsprechungen in der mündlich tradierten afrikanischen Literatur gibt, weiß ich nicht. Wenn ja, machen „anti-coloristische“ Aktivisten sich offenbar nicht die Mühe, sich mit diesen erzählten, inzwischen auch aufgeschriebenen, Erinnerungen ihrer „eigenen“ Ethnien und Kulturgemeinschaften zu befassen.
Warum schaffen sich Menschen immer wieder neue Gräben und Probleme..? Nichts besseres zu tun ? Mit haben schon immer alle möglichen Hautfarben gefallen , wenn dahinter ein toller Mensch steckt ….ausser grünlich weiß vielleicht….Tote finde ich dann doch nicht so attraktiv…..
Im dekadenten Wertloswesten gilt es hingegen schon seit Jahrzehnten und vielerorts nach wie vor für viele als erstrebenswert sich der noblen Blässe zu entledigen und stattdessen durch hemmungsloses Sonnenbraten oder gar künstlich in den unzähligen „Solarien“ in ein schrunzeliges Grillhähnchen zu verwandeln um einen vermeintlich „gesunden“ „attraktiven“ „Teint“ zu erhalten.
Igitt, da bleibe ich lieber feines Weißbrot.
By the way ein gutes Buntwaschmittel ist Coral gegendert, gelesbt, geschwult, digital, nicht digital, analog, binär, non binär, anal,scheißegal, Kellerregal