Verantwortung ohne Schuldeingeständnis?

Verantwortung ohne Schuldeingeständnis?

Zensur und Desinformation prägten Corona und Impfkampagne– doch weiterhin keine Kosequenzen für die Täter und Lügner von damals (Symbolbild:Imago)

In den vergangenen Jahren hat sich ein Kommunikationsmuster etabliert, das viele Menschen zutiefst irritiert. Es ist das Muster einer öffentlichen Gewissheit, die mit großer moralischer Wucht vertreten wurde – und die nun, da sich Annahmen verändern oder als unhaltbar erweisen, still und leise aufgegeben wird, ohne dass diejenigen, die sie einst mit Nachdruck verteidigten, Verantwortung übernehmen.

Dieses Muster lässt sich in vielen gesellschaftlichen Debatten beobachten: in der Energiepolitik, in der “Pandemie”-Kommunikation, in der Migrationsfrage, in der Klimadiskussion und in anderen Feldern, in denen komplexe Sachverhalte zu einfachen Wahrheiten verdichtet wurden. Und genau hier wird die Metapher des Nikolaus und des Jungen Nils zu einem treffenden Bild für das, was heute geschieht.

Die Ära der moralischen Gewissheit

Über Jahre hinweg wurden bestimmte Positionen nicht nur in den Medien, sondern auch von politischen Parteien, Verbänden, wissenschaftlichen Institutionen, Kirchen, kulturellen Einrichtungen, Sportorganisationen, Aktivisten, Unternehmen, digitalen Meinungsmachern und Teilen der Justiz vertreten – und oft als moralisch alternativlos dargestellt. Wer widersprach, wurde in vielen Fällen nicht als legitimer Diskussionspartner behandelt, sondern als Problem, das es zu korrigieren, zu marginalisieren oder moralisch einzuordnen galt: Als unsolidarisch, als unwissenschaftlich, als gefährlich, als rückständig als Feind des gesellschaftlichen Fortschritts

Diese Form der Kommunikation erzeugte eine klare Rollenverteilung: Hier diejenigen, die die Wahrheit besitzen – und dort die, die belehrt werden müssen. In dieser Struktur liegt Macht. Und Macht wird selten freiwillig relativiert. Um die eigentliche Bedeutung der Nikolaus‑Metapher zu verstehen, muss man die kleine Szene kennen, die sich jedes Jahr beim Nikolausfest abspielt: Der Nikolaus kommt zu den Kindern, öffnet sein goldenes Buch und stellt Fragen, die oft eine Mischung aus Ermahnung und Ritual sind.
In dieser Szene wendet er sich an den kleinen Nils und fragt mit ernster Stimme: „Nils, stimmt es, dass du deine große Schwester immer schlägst?“ Normalerweise würde ein Kind erschrecken, sich rechtfertigen oder die Schuld von sich weisen; doch Nils reagiert anders. Er antwortet ruhig und ohne Zögern: „Ja, Nikolaus, das stimmt.“ Damit entzieht er der moralischen Drohung jede Kraft. Der Nikolaus verliert seine Autorität in diesem Moment, da Nils das Spiel nicht mehr mitspielt.

Rhetorischer Befreiungsschlag statt Schuldeingeständnis

Doch in dieser Metapher ist Nils nicht das unschuldige Kind, das sich gegen eine unfaire Frage wehrt. Nils steht vielmehr für jene Stimmen im Journalismus und in der öffentlichen Debatte, die selbst jahrelang auf andere „eingeschlagen“ haben – nicht körperlich, sondern kommunikativ: Andersdenkende wurden moralisch abgewertet, jegliche Kritik wurde als illegitim dargestellt. Eigene Positionen wurden als alternativlos präsentiert,
die Deutungshoheit beansprucht. Die „große Schwester“ steht in dieser Lesart für die Bürgerinnen und Bürger, die diese Behandlung ertragen mussten – oft ohne Möglichkeit, sich zu wehren oder gehört zu werden.

Wenn nun der Nikolaus – in diesem Bild also die Realität, neue Daten oder die Öffentlichkeit – Nils zur Rede stellt, geschieht etwas Bemerkenswertes: „Ja, das stimmt“ heißt es nun. Doch dieser Satz ist kein Schuldeingeständnis. Er ist eine Distanzierung, ein rhetorischer Befreiungsschlag. Denn er bedeutet: „Ja, das war so – aber das hat nichts mehr mit mir zu tun. Ich war Teil des Systems, aber jetzt bin ich neutral. Ich habe mich weiterentwickelt. Ich bin nicht verantwortlich für das, was damals geschah.“ Es ist ein eleganter, wenn auch problematischer Trick, der Verantwortung vermeidet. Nils erkennt die Tatsachen an – aber nicht die Folgen. Er bestätigt das Verhalten – aber nicht die Verantwortung. Er räumt ein – aber er übernimmt nicht.

Geordneter Rückzug und vergessene Biographien

Damit wird die Nikolaus‑Szene zu einem Bild für einen stillen, folgenlosen Rückzug, wie er heute in vielen öffentlichen Debatten zu beobachten ist. Denn was folgt, ist ein stiller, geordneter Rückzug, der in mehreren Schritten abläuft: Die früheren Gewissheiten werden leiser. Unsicherheiten, die früher bestritten wurden, werden plötzlich betont. Positionen werden relativiert – ohne Erklärung. Neue Narrative ersetzen die alten. Die eigene Rolle wird verschwiegen oder umgedeutet. Dieser Rückzug geschieht nicht aus Einsicht, sondern aus Selbstschutz. Denn ein offenes Eingeständnis wie etwa „Wir haben übertrieben. Wir haben Fehler gemacht. Wir haben Menschen Unrecht getan“ würde Glaubwürdigkeit kosten. Und Glaubwürdigkeit ist die Währung des Journalismus.

Während die Akteure sich zurückziehen, bleiben die Folgen bestehen. Viele Menschen, die in den vergangenen Jahren kritische Fragen gestellt und alternative Daten präsentiert haben, die auf Unsicherheiten hingewiesen haben, wurden dafür öffentlich diffamiert, beruflich geschädigt, sozial ausgegrenzt und moralisch diskreditiert. Diese Biografien bleiben beschädigt – auch wenn sich die öffentliche Meinung inzwischen verschoben hat. Und genau das ist der Punkt, an dem die Metapher ihre volle Kraft entfaltet:
Nils sagt „Ja, das stimmt“, aber er sagt es ohne Verantwortung, ohne Reue, ohne Konsequenzen.

Der Vertrauensbruch

Das zentrale Problem ist nicht, dass Positionen sich ändern; das ist normal, das ist Wissenschaft, das ist Leben. Das Problem ist, wie absolut diese Positionen vertreten wurden. Wie Andersdenkende behandelt wurden. Wie wenig Verantwortung übernommen wird. Und wie still und leise die Kurskorrekturen erfolgen. Das ist kein Meinungsstreit;
es ist ein Vertrauensbruch. Und Vertrauen ist schwer wiederherzustellen, wenn diejenigen, die es verspielt haben, nicht bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Was also bleibt? Wir leben in einer Zeit, in der viele Menschen nicht mehr bereit sind, moralische Drohungen oder absolute Wahrheitsansprüche einfach zu akzeptieren. Sie haben gelernt, dass absolute Gewissheiten oft politisch motiviert sind. Ddass Zweifel nicht gefährlich, sondern notwendig sind. Dass Autorität nicht automatisch Recht bedeutet – und  dass moralische Überhöhung ein Machtinstrument sein kann. Und sie erwarten nun etwas, das in den letzten Jahren selten geworden ist:  Ehrlichkeit. Transparenz. Fehlerkultur.  Respekt vor abweichenden Meinungen. Ohne diese Elemente wird jede öffentliche Kommunikation – ob journalistisch, politisch oder wissenschaftlich – ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

8 Kommentare

  1. @Schuldeingeständnis
    was heißt da „Schuld“ ?
    Das war ja kein Fehler, sondern ein über 20 Jahre geplantes und vorbereitetes genetisches Menschenexperimente im Interesse der Altersforschung der Eliten, die zu ihrer Sicherheit umfassende Experimente mit Menschen erforderte.
    Das ist – es ist ja noch nicht beendet, sondern die nächsten Experimente einer angeblichen „Pandemie“ aus dem Labor steht ja bevor – es ist ein monströses Verbrechen und Massenmord !
    Und ja – viele haben es für Geld gemacht :
    Thomas Joseph Dunning ( 1799 – 1873 ), von Marx in einer Fußnote als Beleg zitiert
    „Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit, oder sehr kleinen Profit, wie die Natur vor der Leere.
    „Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher , und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf die Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel.“
    Und heute würde ich noch diese modernen Varianten dazusetzen :
    Frauen- und Kinderhandel, Waffenhandel, Gen-Experimente, Pandemien, Drogenhandel und Krieg

    Und zu letzterem gehört auch noch Generalmajor Smedley Butler, US-Marineinfanteriekorps, zweimal mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet (1935)
    „Der Krieg ist ein Schwindelunternehmen … ich habe dreiunddreißig Jahre und vier Monate als aktiver Soldat gedient … und während dieser langen Zeit habe ich eigentlich nur für die Rüstungsindustrie, die Wall Street und die Banken gekämpft. Kurz gesagt, ich habe mich von Kapitalisten als Söldner missbrauchen und zu Verbrechen anstiften lassen.“

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    1. Diese Einsicht ist auch nach so vielen Jahren, trotzdem eine löbliche Erkenntnis.
      Gerade jetzt wo die Politik wieder mit Kriegstüchtigkeit Predigt und für eine neue Wehrpflicht plädiert. Letztlich sind es immer nur Politiker (innen) machen den Lauten . Sie werden aber niemals selbst und schon gar nicht ihre Kinder in einen Krieg schicken. Wozu auch, man kann es ja den sogenannten einfach Kindern auferlegen, die sich nicht trauen zu Verweigern. Es gibt keinen nutzen sich mit anderen Menschen zu streiten obwohl man sie ja nicht kennt.

      1. @trotzdem eine löbliche Erkenntnis.
        ja – aber nicht zuletzt die Milgram-Experimente und ihre Nachfolger zeigen – was auch das Treiben um Corona, den „menschengemachten“ Klimawandel und den Ukrainekrieg zeigen (egal, was meien Menschen denken ( Baerbock), die Bürger müssen nicht so ernst genommen werden ( Scholz )… ) das es bei den meisten nicht ankommt. Sie reagieren nicht mit Verstand, sondern gefühlsgetrieben, wa sie Politik mit ihrer kognitiven Kriegsführung gegen die Völker nutzt !
        Diese löbliche Erkenntnis wird bei einer kleinen Minderheit bleiben !

  2. In einer Zeit in der ständige Krisen um die Ecke kommen und viele Menschen sich keine eigenen Gedanken über Maßnahmen und Defarmierung machen sondern lieber alles mitmachen um nicht selbst in diese Kreise geraten. Wenn man sich dann nicht genug eigenes Wissen herausholen kann macht alles was Politiker und Wissenschaftler vorgeben.
    Dabei war es ziemlich schnell klar wozu das alles gut war und uns noch lange beschäftigen wird.

    1. Die Krisen kommen nicht um die Ecke, sie werden produziert, um einerseits Mangel an etwas zu erzeugen und andererseits noch mehr Macht zu akkumulieren.

      Dann kommen diejenigen, die die Krisen verursacht haben, um die Ecke und versprechen, sie zu lösen.
      Dafür haben sie schon einen Plan parat, der massive Einschränkungen der Freiheit vorsieht und selbverständlich auch höhere Steuern beinhaltet.

      Das ganze Theater ist so geplant. Nichts davon fällt einfach so vom Himmel.

  3. wer hat das Geld? Wem gehört die Mainstream Presse? Dem Kapital . Wessen Interessen vertritt die Presse?
    Die Interessen des Kapitals .
    Und wer liest die Mainstream Presse?
    Der orgasmuslose , ÖRR verblödete Masomichel und genau deswegen ändert sich nichts.

  4. es gibt keine Verantwortung in der Politik solange der Bürger nicht die französische Revolution anwendet aber der Bürger der diese Leute wählt ist leider ÖRR verblödet

  5. Die deutschen „Führungs-Politiker“ wissen doch gar nicht mehr, was „Verantwortung“ überhaupt bedeutet – und beweisen dies eindrücklich Tag für Tag!
    Sie haben noch nicht einmal Verständnis für das Wohlergehen oder gar die Sorgen des Volkes – wie man an den gegenwärtigen „Sozialreformen“ sehen kann. – Nichts als Sparorgien, damit weiter aufgerüstet und das Steuergeld weiterhin in alle Welt (UN/EU/NGOs/Kampf gegen die Bürger und das Volk) verschleudert werden kann.
    Sie kennen nur noch ihre Netzwerke und die eigenen Interessen.