Damals wie heute: Bestechungsgeld für die Osmanen

Schon vor 500 Jahren floss reichlich westlicher Mammon ans Goldene Horn

Dreamteam auf Du und Du: Merkel und Erdogan am Samstag in Istanbul (Foto:Imago)

Aus Anlass des Abschiedsbesuchs (?) Merkels bei ihrem Freund Erdoğan fiel mir wieder ein:
Was ist der Unterschied zwischen einem Spielcasino und einer Spielhölle? Ganz einfach: Wenn der Staat beim Millionen-Zocken die Hälfte absahnt, handelt es sich um ein Spielcasino. Findet dasselbe Zocken in einem zwielichtigen Hinterzimmer statt und der Fiskus geht leer aus, spricht man von einer Spielhölle.

Nicht anders verhält es sich in Sachen Bestechung, damals und heute. Anfang des 16. Jahrhunderts verloren die Venezianer ihre Herrschaft im eigenen Mittelmeer an die Osmanen. Im Januar 1517 fiel Ägypten. Dann verbündeten sich die Türken mit ihren Glaubensbrüdern, den Korsaren, jene berüchtigten Renegaten der Levante (heute das Gebiet des Libanon und Israels), und ihren Seeräuberstaaten. Gemeinsam wurden diese Islamisten zum Schrecken der christlichen Mittelmeerländer und setzte deren Handelsschifffahrt gewaltig zu.

Da half anscheinend nur noch eines: Venezianische und sonstige Gesandte bestachen die osmanischen „Würdenträger“ im bereits 1453 eroberten Konstantinopel (seit 1930 offiziell Istanbul) – und zwar üppig, damit sie die Venezianer und andere christliche Seefahrer in Ruhe lassen sollten. Von allen Diplomaten waren die venezianischen bei den Türken am geachtetsten, weil sie die größten Geschenke machten (Gedankensprung: dreimal darf geraten werden, warum wohl Merkel im Ausland so beliebt ist!). Die Großzügigkeit der Venezianer löste in Europa Eifersüchteleien aus; Venedig wurde zu einem umstrittenen Verbündeten. Die Christen konnten sich untereinander nicht auf das rechte Maß der Bestechung – oder ob überhaupt Bestechung – einigen; und ehe sie den Ernst der Lage begriffen, verloren sie die Herrschaft im Mittelmeer ganz: Bereits 1530 befand sich der größte Teil der Mittelmeerküsten in türkischer oder Korsarenhand.

Umstrittene Verbündete

Auch in der Gegenwart, kürzlich gerade wieder, pilgern Abgesandte nach Istanbul zum Sultan vom Bosporus. Die Noch-Kanzlerin war diesmal in einer Doppelrolle dort: Am Samstag, bei ihrem Servus als Regierungschefin, kündigte Merkel zum einen weitere drei Milliarden Euro von der EU an (also überwiegend von Deutschland aufzubringendes frisches Geld). Zudem sprach sie sich für eine Fortsetzung des Flüchtlingsabkommens mit der EU aus, das sie vor rund fünf Jahren maßgeblich ausgehandelt hatte: Es sei wichtig, dass die EU die Türkei weiter „bei der Bekämpfung der illegalen Migration“ (die legale fördert sie bekanntlich selbst nach besten Kräften) unterstütze und dies auch in Zukunft gewährleistet sei. Erdoğan würdigte die „gute Freundin“ und „teure Kanzlerin“ als erfahrene Politikerin, die immer einen „vernünftigen und lösungsorientierten Ansatz“ verfolgt habe. Immerhin weiß der Bursche, dass Merkel für Deutschland eine teure Kanzlerin war – im Wortsinn!

Die von Merkel ganz lässig verheißenen drei Milliarden Euro dienten natürlich demselben Zweck, mit dem sich einstmals die europäischen Gesandten den Sultan gewogen stimmen wollten: Im Prinzip ist es Bestechung. Ein hässliches Wort; doch kann man einige „Milliardchen“ Euro für jemanden, der in einem Palast mit 1.000 Zimmern residiert, überhaupt Bestechungsgeld nennen? Alleine bis 2017 erhielt die Erdoğan-Türkei von Europa 4,5 Milliarden Euro, vor einem Jahr flossen weitere 485 Millionen Euro, insgesamt waren es laut „Deutschlandfunk“ sechs Milliarden Euro. Aber wenn jetzt nochmal drei Milliarden dazukommen, dann ist die Summe durchaus mehr als nur ein wenig Bakschisch; zumindest politisch ist hier der Tatbestand der Bestechung sehr wohl.

Merkel als Erdogans Zweitfrau?

Wieviel Geld war im 16. Jahrhundert im Spiel? Genau beziffern lässt es sich nicht – doch genützt hatte es am Ende nichts – außer einem Aufschub der nächsten militärischen Invasion um 40 Jahre. Der heutige Ansturm der Muslime erfolgt bekanntlich über andere Routen: Zum Beispiel über das besetzte Nordzypern, per Flugzeug nach Europa. Von der Türkei aus gelangen sie nun seltener über die EU-Außengrenze nach Griechenland, sondern fahren stattdessen mit Charterbooten gen Süditalien, wie mir ein dortiger Auslandskorrespondent berichtete (sein entsprechender Artikel wurde von der heimischen Presse nicht abgedruckt).

Bei so vielen EU-Abermilliarden kann schonmal die eine oder andere Million zweckentfremdet werden. Wer weiß – ob bei Erdoğan vielleicht etwas Brautgeld für eine Zweitfrau übrigbleibt, wenn Frau Merkel in Berlin nun bald keine Termine mehr hat? Schließlich verstehen sich die beiden doch so prächtig – und anscheinend von Jahr zu Jahr besser. Kinder braucht Erdoğan keine mehr, mit vier Nachkommen hat er sein Plansoll für einen guten Muslim erfüllt. Mit der im Vergleich zu Merkel attraktiveren Kommissionspräsidentin von der Leyen hat Erdoğan offensichtlich nichts am Hut; sie hat er im Frühjahr erst, bei einem Besuch in seinem Palast, ignoriert und brüsk stehenlassen. Sie wäre auch nicht so schnell abkömmlich wie Merkel –  und wäre es nicht schade, Uschis tolle Frisur unter einem Kopftuch zu verstecken? Auf solche Gedanken kommt man bei Frau Merkel eher nicht.

 

Dieser Artikel ist auch auf der Webseite des Autors erschienen.