Darkroom Springer-Verlag

Sex am Arbeitsplatz (Symbolbild:Imago)

Diese spießbürgerlichen linken Weiber, die sich jetzt rühmen, einem mutmaßlichen Grabscher das berufliche Genick gebrochen zu haben, sind wirklich unerträglich heuchlerisch.

Ich weiß, wovon ich rede, ich habe selber 13 Jahre lang im Axel-Springer-Verlag als Redakteur gearbeitet. Allerdings zu einer Zeit, in der es weniger spießbürgerliche linke Weiber gab, sondern eher Frauen, die Lust am Leben und Lust im Leben hatten.

So richtig rund ging es allerdings schon viele Jahre vorher bei der „taz„. Da wurde gerammelt und gekifft, als gäbe es kein Morgen mehr. Jeder mit jeder, jede mit jedem und irgendwie hatte der RAF-gierige Hausanwalt seinen Lümmel immer dazwischen. Da spielte es überhaupt keine Rolle, wer im Bett mal oben stöhnte und wer sich unten wälzte, wer von vorne agierte oder von hinten kam. Von der Bettkante wurde so gut wie niemand gestoßen, höchstens auf dem Bett. Völlig uninteressant war es auch, ob jemand in der Hierarchie oben stand, oder gerade unten anfing. Chef mit Chefin, Ressortleiter mit Praktikantin, Praktikantin mit Layouterin, Reporter mit Redakteur, queerbeet – alles völlig egal, scheißegal, illegal. Legal.

Etwas später, beim Springer-Verlag, ging es zwar politisch etwas anders zu, aber ebenfalls hoch her. Nur etwas heimlicher, hinter verschlossenen Glastüren: Wenn die Dämmerung hereinbrach, auf Betriebsfeiern, auf den Toiletten, dem Chef-Schreibtisch, wenn dieser schon Feierabend hatte. In der Kantine, auf dem Parkplatz, im Paternoster, rauf und runter, rein und raus.

Rauf und runter, rein und raus

Wurde natürlich nicht gerne gesehen und darüber gesprochen auch nur hinter hervorgehaltener Hand, aber es war Tatsache. Genauso Tatsache war, dass das Reinigungspersonal jeden Morgen, beim Toiletten putzen, nebenbei mit vollen Taschen ging, nachdem es den Puderzucker von den Klodeckeln gekratzt und und in kleine Briefchen geschoben hatte.

Die Praktikantinnen sahen merkwürdigerweise immer ziemlich scharf aus. Keine Ahnung, wer die auswählen durfte, die gut aussehenden Sekretärinnen bestimmt nicht.

Es gab natürlich auch Kollegen, die sich mehr und besser amüsieren konnten als die Mehrheit. Die ergatterten dann zufällig auch bessere Positionen im Affenhaus. Macht macht eben sexy, das ist eine Wahrheit, die man nicht verdrehen kann, so sehr man sich auch bemüht. Das wird sich auch nicht ändern, obwohl man Gesetze erlässt, Leute rausschmeißt oder andere Strafen verhängt (Kastration steht Gott sei Dank noch nicht auf der Agenda der neuen Regierung).

Sex mit Abhängigen und Untergebenen macht nun mal auf jeden Fall am meisten Spaß. Für beide Seiten, wohl bemerkt, wenn es denn freiwillig ist – und das war es immer – so viel ich weiß. Die Stoßrichtung ging immer nach oben, das war das ungeschriebene Betriebsgeheimnis.

Vorsicht vor Honigfallen

Natürlich sind auch immer wieder ein paar Typen, die mit offener Hose herumliefen, in die Honigfalle getappt, Frauen sind nun mal das raffiniertere Geschlecht und den Männern in vielen Situationen überlegen, auch wenn sie unten liegen.

Aber im Großen und Ganzen, verliefen die Orgien recht stressfrei, machten Spaß und haben niemandem geschadet.

Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich schreibe. Ich war nämlich der Schlimmste von allen.

Und hier noch eine sehr gute Aussage einer ehrenwerten Kollegin:

„Letztendlich halte ich ein sexuelles Spannungsfeld im Berufsleben für geradezu existenziell. Es ist leistungsfördernd und neben dem Internet werden noch immer am Arbeitsplatz viele Ehen bzw. Liebesbeziehungen geschlossen. Diese Lustfeindlichkeit ist mir zuwider und die Frauen, die mit der Diffamierung ihrer männlichen Kollegen Karriere machen sind mir so verhasst wie Hundedreck am Stiefel.“

Und der DGB erklärt uns, warum wohl Döpfner alleine die Schuld trägt: Wenn es sich bei einer aufdringlichen Person um den eigenen Vorgesetzten handelt, sollten sich Betroffene an dessen Vorgesetzten wenden. Er sei gesetzlich verpflichtet, Hilfe zu leisten.

4 KOMMENTARE

  1. leider werden diese Weiber (entschuldigt dieses Wort) immer mächgtiger, die es als sexuelle Belästigung ansehen, wenn ein Mann sie ansieht, evtl. sogar freundliuch den Arm um die Schulter legt.
    Ich weiß nicht was das für Frauen sind. Meine Regierung (meine Ehefrau) hat es im Berufsleben bis zur Prokura einer Firma geschaftt. Sie hat sich nie über sexuelle Blästigung beschwert. Sie wusste sich zu wehren.
    Zum Aussehen (damit keiner sagt: die wird hässliuch sein) Sie ist eine sehr gut aussehende Frau mit den Rundungen an der richtigen Stelle. Sie war auch immer bei den Männern sehr beliebt.

  2. Sexuelle Belästigung gibt es nur von demjenigen, aus dem kein eigener Vorteil generiert werden kann oder bei dem durch Melden einer sexuellen Belästigung ein Vorteil erreicht werden kann.

  3. Es ist leichter, lockere oder feste Beziehungen zu finden in Sex und Liebe in Gruppen, Firmen, wo man sich wohlfühlt, schon vorher eine persönliche Nähe besteht, habe es selbst in den 68ern erlebt. Das Anmachen fürs „Aufreißen“ bisher nicht bekannter Mädchen, Frauen aus dem kalten Stand in Discos, Studentenkneipen (mit meistens großem Männerüberschuß) war da schon schwerer, man muß dazu eine gewisse Begabung haben, Frauen charmant zuzuschwätzen bis zu betören. Obiges kommt wegen der vorherigen Vertrautheit auch immer mal vor zwischen Professoren mit Studentinnen und Lehrern mit Schülerinnen; man muß dabei aber aufpassen, sich rechtlich nicht schuldig zu machen. Meine damalige Freundin (in der letzten Klasse Gymnasium) erzählte mir 1970 über so einem Fall von einem ihrer Lehrer mit einer Mitschülerin, die ging dann ab, und meine Tante, die Lehrerin an einer Fachschule für Mädchen war, zur selben Zeit von einem Kollegen, der auf Bewährung wieder eingestellt worden war, nachdem er zuvor eine Verurteilung hatte wegen Affären mit Schülerinnen.

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