
Ich muss Abbitte leisten. Ich weiß, meine Ansichten wirken in der heutigen Welt der Soja-Lattes und Lastenfahrräder oft wie ein ausgestopfter Saurier im Waldorfkindergarten. Aber bevor ihr mich kollektiv auf dem Scheiterhaufen der politischen Korrektheit grillt, hört mich an: Ich hatte eine schwere Kindheit! Und wie wir alle wissen, ist ein traumatisches Aufwachsen die universelle Freifahrtkarte für absolut alles – vom Falschparken bis hin zur Leugnung des menschengemachten Klimawandels.
Stellt euch vor, ein riesiger Laster kippte einen Berg Braunkohlebriketts direkt vor unsere Haustür. Mein Vater schaufelte dieses schwarze Gold meiner Kindheitszeit stundenlang in den Keller, bis er aussah wie ein Statist aus einem Bergbau-Drama des 19. Jahrhunderts. Dass er keine Staublunge bekam, grenzt an ein medizinisches Wunder – vermutlich war seine Lunge einfach so dick mit Ruß gepanzert, dass Bakterien einfach keine Chance hatten. Unser guter alter Kachelofen im Wohnzimmer und der Gusseiserne Kanonenofen in meinem Kinderzimmer verballerten diesen Dreck mit einer Begeisterung, die heute jedes Umweltamt in den kollektiven Herzinfarkt treiben würde. Wir atmeten sozusagen unsere Geschichte noch ungefiltert!
Romantik aus der Esse
Apropos Luftqualität: Damals hatten Industrieschornsteine noch Charakter. Sie ragten stolz empor und bliesen Schwefel und Chemiecocktails in die Atmosphäre, ganz ohne diese feigen Entschwefelungsanlagen. Der Himmel hatte eine gesunde, gelb-graue Färbung, die man heute nur noch mit Instagram-Filtern hinkriegt. Abfälle? Die gingen direkt in die Flüsse. Das war praktisches Recycling: Der Fluss nahm es mit, und weg war es. Aus den Augen, aus dem Sinn. Und glaubt mir: Eigentlich hätten die Menschen röchelnd durch die Straßen kriechen müssen. Aber gestählt durch den Glauben an das Wirtschaftswunder konnten sie auch diese Hürde souverän meistern. Wir waren doch keine “Schlappies”!
Völlig normal waren seinerzeit Mobilität und Pünktlichkeit, wie sie heute nicht mehr denkbar sind! Die gute alte Dampflok schnaufte durch die grüne Landschaft. Wie schön war es, wenn ihr lautes Signal ertönte. An der Rußspur konnte man sich wie an einem Ariadnefaden orientieren. Heute ist Signal lediglich ein Messenger, und der pfeift nicht. Okay, zumindest kann man dort noch Dampf ablassen. Unsere Autos waren damals echte Männermaschinen. Kein Katalysator, kein Partikelfilter, kein bleifreies Benzin, kein Biodiesel, kein schlechtes Gewissen. Ein Verbrauch von 15 Litern aufwärts war kein Mangel, sondern ein Statussymbol. Je mehr die Karre soff, desto größer war der 12-Zylinder. Und die Zweitakter? Wenn die blaue Wolke des Benzin-Öl-Gemisches die Straße einnebelte, wusste man wenigstens noch, dass man am Leben ist. Man konnte das Abgas nicht nur schnuppern, man konnte es kauen. Heute brauchst du Lachgas, um high zu sein – weil hinten nichts mehr herauskommt.
Kulinarisches Überlebenstraining: Wunder gibt es immer wieder
Wir kannten weder vegan noch „bio“. Geschlachtet wurde zu Hause, zumindest wenn man “Schwein hatte”. Unser Obst und Gemüse wurde noch mit echtem, ehrlichem Herbizid gespritzt. Selbstverständlich trug man dabei keine Schutzmaske. Diesen Affenzirkus wollte man uns erst nach Corona einreden. Pestizide waren quasi das Gewürz unserer Kindheit. Das heutige Glyphosat fiel damals in die Kategorie Limonade. Wir aßen Äpfel, die hatten zwei Stiele und waren so groß wie ein Fußball. Sie glänzten rot, sodass Schneewittchen sich darin spiegeln konnte – und das lag sicher nicht nur am Vitamin C.
Dass ich heute noch hier sitze, ohne grün zu leuchten oder drei Arme zu haben, ist das achte Weltwunder. Ich bin ein lebendes Fossil, gestählt durch Ruß, Blei und Pflanzenschutzmittel. Wenn ich also mal wieder etwas schreibe, das nicht in euren veganen, klimaneutralen und vielfältig-woken Kram passt: Habt Mitleid! Ich bin ein Opfer meiner Zeit. Ich kann gar nicht anders – der Braunkohlestaub in meinen Synapsen feuert einfach noch nach alten Regeln. Verstörte aller Länder, vereinigt euch!
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7 Kommentare
und aus den ganzen Abgasen, Abwasser usw haben sich ,wie in einer Ursuppe die Grünen entwickelt
Es soll sogar verstörte Plaudertaschen geben, die sich Journalisten nennen !
Mir wird übel dabei und es kommt Wut auf!
https://youtu.be/Z065T4EuFdQ
Aktien mit Kopf – 21.04.2026 (Für die Freunde des kritischen denkens)
„Schock-Entgleisung in Hayali Sendung: „Frauen sollten keine Beziehungen mit Männern eingehen!“
Was ist für eine Sprechpuppe eigentlich normal?
1.) Ist es die gleichgeschlechtliche sexuelle Auslebung
2.) Ist es Schmuddeljournalismus, der auf Hetze, Lügen und weglassen ausgelegt ist?
Wenn das unerträgliche Element im TV auftaucht, schalte ich sofort ab/um.
Das eine solche auch noch durch unsere Zwangsbeiträge finanziert wird, ist als Geldverschwendung (Diebstahl an unseren Zwangsgebühren) zu bezeichnen !
Eine Sprechpuppe ist auch ein verlängerter Propagandaarm ganz i.S.d. Herrschenden,
dieser schlechtesten Regierung seit 1949 !
Sie muss weg, so schnell als möglich, den sie ist u.a. auch eine Schande für den
echten, wahren und unbefangenen Journalismus !
Kenne keine Sprechansage dieser, die auf den 7 journalisitschen w-es recherchiert und publiziert wird !!!
Für mich sind Sprechblasen Fälle für die demokratische Neutralisierung, sie müssen ganz fix weg !
😉
Was will uns der Autor mitteilen ?
Ja, ich kenne das auch noch mit dem Kohlelaster. Gab’s bei uns noch lange bis in die 80er, wenn RAG-Mitarbeiter ihre Deputatkohle angeliefert bekamen. War vor allem sehr unbequem, für den Ofen im Winter dauernd Kohle aus dem Keller holen zu müssen. Wer allerdings 15-Liter-Karren fuhr, hatte sicherlich zuhause eben keinen Kohleofen mehr. Und nebenher: Ich kenne auch heute noch Leute, die mit Öl- oder Kohleöfen heizen, schlicht weil sie einen entsprechenden Umbau ihrer Altbauten gar nicht bezahlen könnten. Derweil die gutsituierten Geldinhaber sich zusätzlich Holzkohleöfen installieren lassen. Für die Gemütlichkeit.
Und ja, in der Stadt meiner Kindheit war tatsächlich nicht nur die Luft bisweilen bei passender Windrichtung speziell aromatisiert, sondern auch die vorwiegende Farbe im Stadtbild so die Art tarngrau, die heute bei Sportbekleidung en vogue ist. Asthma bekam (nicht nur) ich vermutlich als Folge damals gratis. Heute gibt’s dafür Autoimmunerkrankungen gleich in der Mehrfachpackung als Kassenleistung dank innovativer „Impfungen“ für die Volksgesundheit. Ist aber immerhin geruchsfrei.
Der Zustand der Emscher im Ruhrgebiet illustriert womöglich an treffendsten den Wandel: früher einbetonierte, stinkende Kloake, heute renaturierte Naherholung mit Radfernweg, der früher mal Zechenbahntrasse war.
Nicht alles früher war umwelt- und menschenfeindliche Schei$$e, aber manches doch in erheblichem Umfang. Was ja auch zum Meinungsumschlag in die entgegengesetzte Richtung und zum Aufkommen der „Grünen“ führte, nachdem die seinerzeit etablierten Kartellparteien sich beharrlich weigerten auch nur zur Kenntnis zu nehmen, dass es womöglich ein paar Probleme gab. Die Generation derer, die den Dreck für normal ansahen, wurde in der Folge mittlerweile ersetzt durch eine Generation, die schon Dreck unter dem Fingernagel als unerträglich betrachtet. Statt Malocher gibt’s nun vorwiegend Verwaltungsangestellte mit Abschluss in Orchideenwissenschaften.
Was früher in Kneipen am Stammtisch diskutiert wurde, passiert heute in Social Media, und damals wie früher haben die lautesten Meinungsführer durchgängig zwar einen umfassenden Anspruch auf Durchblick, aber selten eine Kompetenz über den Tellerrand hinaus. Eines sehr kleinen Tellers, der obendrein politisch volllackiert ist.
Insofern ist es aus Betrachtersicht interessant die Parallelen zu den aktuellen Konfliktlinien festzustellen. Und die langfristige Sinnlosigkeit des Negierens einer Realität, die nicht mit der eigenen Ideologie konform geht. Oder wie mal jemand schon vor ein paar Jahren feststellte: man kann zwar eine Weile die Realität ignorieren, nur leider ignoriert einen die Realität nicht.
Bin in den 50ern im Ruhrgebiet aufgewachsen.Wenn die Wäsche draußen auf der Leine hing,konnte meine Mutter bei entsprechender Windrichtung gleich wieder waschen.Die Wäsche wurde übrigens im Waschhaus gewaschen,und mußte dort erst hingeschleppt werden.Da kam dann meine Oma mit zum Einsatz,sowie ich.Mein Vater musste noch 10 Stunden arbeiten,und lief um Geld zu sparen,zu Fuß nach Hause.
Das mit den Briketts lief genau so,allerdings mußte ich sie nach der strengen Regel meines Vaters aufstapeln.Wehe sie fielen um.Danach sah ich aus wie ein aus der Zeche gerade ausgefahrener Püttmann.
Das ist kein Geständnis, sondern mehr oder weniger eine Polemik.
Bei allen Übertreibungen heutzutage: ich bin in den 80igern in der DDR aufgewachsen und (auch da) war die Umweltverschmutzung damals nicht weniger als eine Katastrophe, zumindest in den Industrieregionen. Dreckige fischfreie Flüsse, jeden Tag in einer anderen Farbe. Mitgenommene bis komplett abgestorbene Bäume (z.B. am Fichtelberg), selbst größere Vögel kannte ich als Kind so gut wie nicht, weil die, Dank Insektizid DDT, Probleme hatten, ihren Nachwuchs durchzubringen (die Eierschalen wurden wohl beeinträchtigt).
Das hat sich, Gott sei Dank, alles extrem geändert (teilweise schon wieder ins kontraproduktive Gegenteil, siehe die Wolfsknutscherei). Der Druck durch die Grünen war dabei sicherlich nützlich, eine funktionierende (direkte) Demokratie haben wir ja leider nicht.
Die Situation damals ist aus dem rasanten Wirtschaftswachstum und der technischen Entwicklung zu erklären, für Leute die die damalige Situation schönreden, fehlt mir allerdings genauso das Verständnis, wie für Leute, die absichtlich sinnvolle Bemühungen bekämpfen.
Die 100 Zentner Braunkohlenbriketts habe ich auch noch in bester Erinnerung.
Wenn man von der Schule kam und ein riesiger Berg türmte sich im Hof auf.
Da gab es kein Kneifen, wer im es im Winter warm haben wollte musste im Sommer schwitzen.
Wir sahen danach zwar aus wie die N…er, aber es war zum Glück nur einmal im Jahr.
Man kann sagen, das Leben damals hat uns abgehärtet. da gab es keine Allergien und
sonstige Modekrankheiten.