DDR 2.0: Erste Rufe nach politischer Indoktrination als Schulfach

Schwurbeln auf der guten Seite der Macht: Medienforscher Dr. Bernhard Pörksen

Die Rückkehr der berüchtigten DDR-Staatsbürgerkunde als Unterrichtsfach – diesmal getarnt als „Demokratie-“ bzw. „Medienerziehung“ – ist wohl nur noch eine Frage der Zeit: Im Wahn, alle Gegner der Regierungspolitik als rechte Abtrünnige, Umstürzler und Gefährder zu stigmatisieren (wobei es letztlich egal ist, ob diese sich gegen destruktive Zuwanderungspolitik, Energiewende oder aktuell natürlich den Corona-Staatsterror werden), werden nun erste Rufe laut, betreutes Denken und Volkserziehung bereits im Kindesalter in die Hände des Staates zu legen – indem die richtige Gesinnung gleich in der Schule vermittelt wird.

So fordert der Tübinger Medienforscher Bernhard Pörksen „unter dem Eindruck der gegenwärtigen Corona-Proteste”, die Deutschen brauchten „mehr politische Bildung”, und das Land benötige dringend ein eigenes Schulfach für „Medienkunde”. Gegenüber Medien des „Redaktionsnetzwerkes Deutschland“ sagte Pörksen, die „Angriffe auf Journalisten bei sogenannten Querdenker-Demonstrationen” hätten diese Dringlichkeit nochmals verdeutlicht.

Das hier zugrunde gelegte Verständnis von „Bildung“ steht für eine perfide Ver- und Missachtung von abweichenden Meinungen jeder Art – und damit eine Intoleranz, die so ganz einem dogmatischen Unfehlbarkeitsanspruch der Eliten passt, der sich auf „Mehrheiten“ in Gesellschaft, Forschung und Wissenschaft beruft und Kritiker als „Leugner“ – im Sinne von Häretikern – schmäht. Pörksen ist hier sogar noch radikaler: Er sieht die Feinde des Corona-Linksstaats schon gar nicht mehr als Leugner, sondern anscheinend als Ungebildete und geistig Minderbemittelte, denen der notwendige Aufklärungshintergrund fehle. Die arrogante Hybris dieser Unterstellung wird nur noch von der moralischen Überheblichkeit derer übertroffen, die solche Anmaßungen gutheißen.

„Angewandte Irrtumswissenschaft“

Von diesem hohen Ross herab doziert Medienforscher Pörksen dann munter drauflos: Es gehe darum, „drei Qualitäten” zu „trainieren”: Wichtig seien neben der „Medien- und Machtanalyse” auch Wissen über die Medienpraxis und den Wert des seriösen Arguments – sowie eine Disziplin namens „angewandte Irrtumswissenschaft”. Bei letzterer gehe es darum, sich mit der „ungeheuren Irrtumsanfälligkeit des Menschen” zu befassen, um sich der „Verführbarkeit durch Gerüchte, Falschnachrichten und Desinformation bewusst zu werden”.

Alles richtig! Doch Pörksen meint damit natürlich nicht die Konsumenten der öffentlich-rechtlich verbreiteten Halb- und Unwahrheiten, propagandistische Fakenews oder die mit steter Zuverlässigkeit und nach immer kürzerer Halbwertszeit widerlegten Erkenntnisse, Prognosen und Versprechen der „seriösen“ Wissenschaft und Politiker; sondern er hat dabei jene „Uneinsichtigen“ im Sinn, die sich aus unabhängigen (und vielfältigen) Quellen frei und selbst informieren. Aus „Die Partei hat immer recht!” ist heute offenbar „Trust the Science” geworden, bzw. „Vertrauen Sie den demokratischen Institutionen!”. Der Schmu dahinter ist derselbe wie zu Margot Honeckers Zeiten.

Pörksen ist immerhin so realistisch, Zweifel zu konzedieren, dass ein doktrinärer Schulunterricht in absehbarer Zeit einführbar sei. Dies scheitere „einfach deshalb, weil die Bildungsaufgabe, die sich in der laufenden Medienrevolution verbirgt, gesellschaftspolitisch einfach noch nicht verstanden ist.” Will sagen: Es haben einfach noch nicht genug Menschen die kulturmarxistische neosozialistische Suppe ausgelöffelt, die ihnen das System mit zunehmender Penetranz auftischt. In einem ersten Schritt geht es deshalb darum, das, was er von Hofberichterstattern des moralischen Nannystaats offenbar erwartet, in die Köpfe zu hämmern: Pörksen schwadroniert  von einer „redaktionellen Gesellschaft” die im Kern besagte: „Die Maximen des guten Journalismus müssen zu einem Element der Allgemeinbildung werden”. Guter Journalismus – was ist das? Ganz einfach: Was immer dem Staat und seinen Wahrheitsexegeten genehm ist. Pörksens These laute, dass in diesen Maximen und Prinzipien des seriösen Journalismus heute „ein Wertegerüst für alle liegt, die senden, posten, kommentieren. Und wer ist das nicht?“ Diese Definition hätte auch von der Reichsschrifttumkammer oder der DDR-Agitpropbehörde kommen können.

Staunenswerte Differenzierungslosigkeit

Dass Attacken auf Journalisten inakzeptabel sind: Zu dieser Erhellung braucht man keinen Tübinger Medienprofessor. Allerdings stehen diese Übergriffe eben nicht für eine angebliche „Neigung zur gepflegten Medienverachtung”, die Pörksen bei „Querdenkern“ und Montagsspaziergängern in staunenswerter Differenzierungslosigkeit auszumachen glaubt (wie sieht es umgekehrt eigentlich mit der gepflegten Zuschauer- und Leserverachtung der Haltungsmedien aus?). Denn es handelt sich bei ihnen um absolute Nebenphänomene und eskalative Ausnahmeexzesse am Rande überwiegend friedfertiger ziviler Massenproteste, unter die sich mit steigendem Zulauf eben auch Störenfriede oder unbeherrschte Elemente mischen, auf die sich Mainstreammedien und Nazijäger mit der Lupe stürzen.

Das Problem der „protestbegleitenden Gewalt“ störte bei staatlicherseits wohlgelittenen linken Demonstrationen der Vergangenheit von G20-Krawallen, „Fridays for Future“, „Wirsindmehr“ bis „Black Lives Matter“ (wo es viel eher und massiver auftrat) niemanden; auch Pörksen nicht, den nicht etwa Brandanschläge der Antifa auf Berliner Journalisten, eingeschmissene Büros und Geschäfte, Plünderorgien der Migrantifa-Eventszene, auch keine von Linksradikalen in Berlin, Hamburg und Leipzig halb totgeprügelte Oppositionspolitiker oder Polizisten zu seiner Forderung nach Medienerziehung und politischer Bildung inspirierten, sondern natürlich erst die solitären Auswüchse bei den derzeitigen Grundrechtsdemonstrationen der gesellschaftlichen Mitte, die zum Demokratieversagen hochstilisiert werden.

In bestimmten bürgerlichen Kreisen, so Pörksen, sei „eine Art Lügenpresse-light-Milieu entstanden, das ein eigenes Fertigvokabular des Verdachts und der Verdächtigung bereithält”. Drohungen, Einschüchterungsversuche, rassistische, antisemitische, den Holocaust relativierende Einlassungen, körperliche Gewalt – das seien „die roten Linien im Konkreten. Wer dergleichen betreibt, mit dem sollte man nicht reden”. Vielleicht sollte sich dieser veritable Schwurbler einmal nach außerhalb seiner akademischen Blase begeben, eine der zahlreichen Kundgebungen und Spaziergänge aufsuchen und dort mit Kritikern das Gespräch suchen; er dürfte überrascht sein und könnte vielleicht sogar noch etwas lernen von denen, denen er Bildungsferne unterstellt.

13 Kommentare

    • Man braucht sich diesen Spacken nur ansehen dann hat man den Bezug zur DDR, das geseiere bestätigt es.

      • So lange Ihr weiter alles Schlechte auf die DDR bezieht und über die DDR schimpft, so lange tut Ihr genau das was man von Euch verlangt.
        So lange wie Menschen über Ungeimpfte schimpfen, so lange tun sie genau das was man von ihnen erwartet.
        In Staatsbürgerkunde wurde nur versucht, uns das zu lehren, was wir – nicht erst seit Corona – täglich erleben dürfen. Ich will aber die DDR nicht schönreden.

        Rolf

  1. na ja – Medienkunde und politische Bildung würde ich schon gut sehen – allerdings vermutlich anders, als es hier gemeint ist.
    Denn wer sich seinen kritischen Verstand bewahren und der Fremdkontrolle und Propaganda widerstehen will, braucht Sachkunde und Wissen und die Formen der Propaganda und Werbung.

    Ich vermute einfach mal, daß das nicht gemeint ist – sondern Indoktrination – um bsp Wieler kritiklos in die Gen-Spritze zu folgen : „wir sollten das einfach machen !“ – gemeint ist natürlich : sie sollten das kritiklos und ohne Rückfragen machen – denn wir haben 500Mrd. Spritzdosen bestellt und das Geschäft sollen sie uns nicht versauen !

  2. Die Beeinflussung hat doch längst i.d. Schulen durch stetig wiederholte Besuche
    im Unterricht von Mainstream-Journalisten seit Jahren begonnen.
    Wundere mich gar nicht, wenn der Faschismus bereits im Kindergarten
    durch politisch entspr. auf Linie geschultes Personal seinen weiteren Weg in den
    Kommunismus findet.
    So etwas wirkt in dem aufklärerischen, sozialen und humanen Körper wie ein
    dreckiges Brechmittel.

  3. High, meine Befürchtung vor der letzten Bundestagswahl, dass diese die Entscheidende ist und danach, falls dann keine Änderung durch den Wähler erreicht wird, alles zu spät sein könnte, scheint sich zu bestätigen. Wenn jetzt diese Indiktrination in den öffentlichen Schulen zum Standard wird, und passend dazu das Wahlrecht auf frische Neudeutsche und ab einem Alter von sechszehn Jahren ausgedehnt wird, wären Wahlergebnisse, wie im Osten zu SED-Zeiten und sogar ohne Manipulation, die es dann aber wohl auch genauso geben wird, mehr als nur wahrscheinlich. Freundlichst Fiete

  4. Diese linke Selbstgewissheit nach dem Motto Demokratie, das sind wir, macht einen, der sich nicht im linken Spiegelkabinett befindet, einfach fassungslos. Diese intellektuelle Eindimensionalität wäre seinerzeit nicht mal in der Penne (der Begriff passt heute viel besser) durchgegangen.
    Im Übrigen scheint dem Professor tatsächlich seine Überflüssigkeit nicht bewußt zu sein: den Kurzen werden schon seit Jahren vom Kinderhort bis zur Graduierung linke Axiome eingehämmert unter Androhung der Exkommunikation!

  5. Wie viele schlechte Schauspieler bringt dieses System noch hervor. Was geht in diesen Kreaturen vor? Sind sie schizophren?

  6. Als ich Mitte der achtziger Jahre das erste Mal in die BRD kam, bekam ich eine Broschüre in die Hand. Es ging um Parteien, Parlament, Kirchen, Arbeitnehmervertretung, Gewerkschaften, paritätische Mitbestimmung, und zu guter Letzt freie und unabhängige Presse mit der Funktion eines Mahners.
    Mit meiner osteuropäisch-kommunistischen Erziehung im Kopf kam mir die damalige BRD als ein Paradies auf Erden vor. Heute weiss ich, damals waren schon die Weichen gestellt.

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