
Es war am vorgestrigen Samstag, als die AfD wieder mal in Chaos und Widersprüchen versank – weshalb dieser 5. Juli 2025 aus verschiedenen Gründen in die Annalen der Partei eingehen dürfte: Zunächst widersprach Amira Mohamed Ali Meldungen, wonach es Gespräche zwischen dem BSW und der Alternative für Deutschland gebe, um konkräet in Thüringen einen Regierungsumsturz zu erwirken; dabei hatte doch Tino Chrupalla noch Stunden zuvor bei „Welt TV“ verlautbaren lassen, dass eben solche Sondierungen mit Sahra Wagenknecht aktuell stattfänden. Wer nun die Unwahrheit sagte, konnte nicht mehr abschließend festgestellt werden. Ohnehin hatten sich Beobachter gewundert, dass es ausgerechnet zwischen zwei Kräften eine Kooperation geben soll, die bisher nicht eben die wärmsten Worte übereinander gefunden hatten.
Wenig später war es dann die Meldung der “Bild”-Zeitung, wonach auf einer Klausurtagung der Bundestagsfraktion ein Sieben-Punkte-Papier beschlossen worden sei, welches in den ersten Entwurfsfassungen zwar noch die in der Partei bislang gängigen Begriffe “Remigration” und vor allem “deutsche Leitkultur” beinhaltet hatte, die dann aber in der finalen Version plötzlich nicht mehr auftauchten. Sensationslüstern meldeten die Hauptstadtjournalisten, die AfD habe sich von von beiden Begriffen “distanziert” und schlage damit einen “Kurs der Mäßigung” ein. Hatte die AfD damit wirklich Ideale verraten, die bislang ihren Wesenskern der Andersartigkeit ausmachen?
Nicht eben professionell
Auf der Pressekonferenz wollten die beiden Co-Vorsitzenden davon jedenfalls nichts wissen; sie konnten lediglich bestätigen, dass aktuell eine rege interne Debatte im Gange sei, im Rahmen derer zahlreiche Fassungen des besagten Dokuments kursierten. Beschlossen sei demnach noch nichts, man müsse die endgültige Abstimmung im weiteren Verlauf abwarten. Was auch immer hier stimmt: Konkrete Ansagen sehen anders aus. Und genau darin liegt eine erhebliche Schwäche der Blauen, die in Sachen Kommunikation auch nach 12 Jahren ihres Bestehens nicht eben vor Professionalität strotzen.
Sie lassen über Wochen eine Diskussion ungehindert durch den Äther gehen, in der Maximilian Krah nahezu sämtliche Prinzipien und Überzeugungen der Partei abräumt, auf die sich nach dem Ausscheiden von Lucke und Meuthen festgelegt hatte hatte. Natürlich ist es keine Seltenheit und Ausnahme, dass in einer streitsüchtigen Opposition die Meinungsbreite weit auseinandergeht; doch in der AfD ist man mittlerweile derart “vielstimmig”, dass ein roter Faden nur noch schwer erkennbar wird. Dies gilt nicht nur mit Blick auf die Außenpolitik, wo man ebenfalls noch immer die Wogen zu glätten versucht, die durch einseitige Parteinehmen von Funktionäre für oder gegen Ukraine oder Israel aufgewühlt wurden.
Ein Hauen und Stechen
In den sozialen Medien bemüht man sich zwar um ein durchaus “pazifistisches”, neutrales Gerüst, das vor allem getragen wird vom Primat der Diplomatie und Verständigung. Das mag für den Auftritt im Netz funktionieren; für echte interne Konflikte kann man diese Tugenden allerdings nicht in Anspruch nehmen – denn prompt lief die Nachricht über die Ticker, dass das Landesschiedsgericht in Nordrhein-Westfalen den dort beliebten Abgeordneten Matthias Helferich nach einer Verhandlung, die in Augen vieler Unterstützer eher einem Schauprozess ähnelte, aus den eigenen Reihen ausgeschlossen habe. Helferich bleibt nun noch der Einspruch in der nächsten Instanz – oder der Gang vor zivile Judikative. Es ist ein Hauen und Stechen, das wahrlich nicht den Anschein von Geschlossenheit, Einigkeit und Selbstlosigkeit hinterlässt.
Weder scheint man sich in der AfD derzeit inhaltlich im Klaren über die weitere Ausrichtung, noch schafft man den Absprung von einer Mentalität der “Distanzeritis”, die letztlich Vorfeld und Basis der Partei schwächt und für die stockenden Umfrageergebnisse nach einer höchst vielversprechenden Anfangsphase der laufenden Legislatur verantwortlich ist. Zu viele sind offenbar darauf bedacht, den Verfassungsschutz milde zu stimmen und um ein Verbotsverfahren in Karlsruhe herumzukommen. Ob dabei allerdings ausgerechnet die Strategie Früchte trägt, moralisch und gesinnungsethisch einzuknicken, darf bezweifelt werden.
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15 Antworten
Langsam reicht es mir! Anscheinend geht bestimmten Autoren der Stoff aus und so meinen sie, sich an der AfD abarbeiten zu müssen. Da wird dann gleich jede Mücke zu einem Elefanten aufgeblasen, jedes gesprochene Wort auf die Goldwaage gelegt und divergierende Meinungen gleich als Spaltung der Partei ausgelegt.
Was für ein Blödsinn!
Vielleicht sollte der Autor mal seine Blickrichtung ändern – der politische Gegner ist nicht die AfD, sondern das zur SED 2.0 mutierte Altparteienkartell.
Demokratie bedeutet, dass man bereit ist, mit allen Beteiligten auf Augenhöhe zu sprechen. Undemokraten hinter Brandmauern sind eigentlich Förderer einer „DEMOKRATUR“.
Das letzte vernünftig denkende und normal agierende Volk muss die Sache selber in die Hand nehmen! Alles andere hat keinen Wert mehr! Dann sind wir aber auch die Chefs 🙂
Tja. Leider brauchen die echten Deutschen wieder mal eine neue Partei. Mit der AfD war das wohl nix. Es war zu erwarten. Ich hoffe, das dieser Parteien – Drecksstaat bald mit einem Eisernen Besen ausgekärchert wird.
Woher wollen Sie wissen, dass es mit der AfD „wohl nix war“ ? Die AfD ist nicht in Regierungsverantwortung, weder in LT noch im BT. Wer sich nur von Emotionen und Stimmungen leiten läßt, schwankt wie ein Blatt im Wind von einer Seite zur anderen. Liest man sich hier einige Kommentare durch, kommt man sich vor wie bei Fußballfans die ihre Mannschaft verdammen weil die mal ein Spiel verloren hat. Wählt doch die Alternative der Alternative, wie haben ja eine riesen Auswahl an echten Oppositionsparteien die keine chancenlosen Kleinstparteien sind. Und Zeit haben wir auch genug, es ist ja erst 5 nach 12.
Auch die AfD wird eines – vermutlich nicht allzu fernen Tages – als verachtenswerte ALTPARTEI enden, das prophezeie ich schon jetzt.
Auch in der AfD sind SEHR VIELE Funktionäre am Start, bei denen NICHT das Land und dessen Bürger an erster Stelle der Prioritäten stehen, sondern der eigene Fleischtopf und gesellschaftliche Status.
Man sollte sich hier von Illusionen aller Art freimachen, das verringert die ENTtäuschung am BITTEREN Ende.
Im Kindergarten geht es ähnlich zu:
„Ich will Pommes rot-weiß!“ – „Ich will Bratwurst mit Senf!“ – „Bratwurst und Pommes sind bäh. Ich will Müsli für alle!“
Wenn es später Erdbeeren mit Schlagsahne gibt (Diäten), sind alle wieder friedlich vereint.
Toll, diese Alternative, gell?
😜
Da kann man mal sehen, was Parteitagsbeschlüsse und Brandmauern der CDU wert sind, nichts. Wer CDU wählt bekommt neben Ökosozialismus, linke und linksextreme Politik….Wer nach der Merkel-Ära noch CDU wählt und nach der Ampel noch FDP, dem gefällt die komplett absurd-selbstzerstörerisch-woke Agenda (dann wählt er komplett richtig) oder der ist schwer geistesgestört-schizophren (Unzufriedenheit trotz weiter-so-Wahlverhalten) oder der hat halt die Kontrolle über sein Leben und sein Denken verloren. Für mich gibt es keine andere Erklärung, da Wahlen ja anonym sind, zählt Gruppendruck, soziale oder berufliche Ausgrenzung nicht als Argument.
Das inoffizielle aber über allem stehende Programm der CDU ist die Macht zu haben. Dafür verraten sie alles. Fast hätte ich geschrieben auch ihre Ideale, aber die CDU hatte NIE Ideale und kennt keine Verbundenheit zu ihren Wählern oder dem deutschen Volk. Wüst, Günther und Voigt sind die Prototypen der heutigen CDU-Generation. Hinterhältig, durchtrieben und link- links. Merz gehört der Vorgängergeneration an. Die war hinterhältig, durchtrieben und pseudokonservativ verlogen.
Wer vor irgendwem mit seiner Überzeugung einknickt, hat verloren.
„Sei wer du bist und sag was du denkst, denn diejenigen, die es stört, sind bedeutungslos, und diejenigen, die von Bedeutung sind, stört es nicht.“
Ja die AfD taugt nicht viel aber wir haben zur Zeit nichts anderes…. Sie ist nicht so die tolle Partei deshalb werde ich da auch nicht eintreten sondern sie nur wählen weil die Altparteien nicht mehr wählbar sind und von denen noch einige in Zukunft verschwinden werden.
Wie habe ich meine Gegner unter Kontrolle, indem ich sie führe (u.a. durch Unterwanderung). V-Leute gab und gibt es nicht für umsonst – sie haben ihren machtpolitischen Zweck.
Es ist gut wenn systemkritische Oppositionsparteien sich zusammenlegen die gegen die NATO und EU sind aber das sind nur große Hauptpunkte die nie wirklich einen neuen Baum pflanzen mit positiver Veränderung. Beides haben AFD und BSW gemeinsam wie einst die PDS und Linke es sind Parteien die nur die Herrschaft der etablierten Parteien erhalten da in erster Linie für Abgeordnete hohe Diäten fließen und auf anderer Seite die Mainstreampresse auch Gage springen lässt für Interviews auch wenn sie besonders im rechten Lager negativ ausgestrahlt werden. Gerade in der AFD sind Petry und Meuthen große Enttäuschungen wie einige andere Funktionäre die mit Skandalen das Schiff bei Hochblühten verlassen haben und diese negative Welle wird noch kommen um den Großteil der verunsicherten Wähler zur CDU/CSU, SPD und FDP zu treiben die halt keine SPD, Linke oder Grünen wollen. Beim linken Spektrum da gibt es weniger Skandale oder gar keine da sie ja vom System akzeptiert sind und auch das linksradikale Milieu einen festen Sattel hat so wie die Linksjugend Solid als größter Vertreter die wiederum kein Problem mit der Antifa und Autonomen-Szene hat. Beide ultralinken Erscheinungsformen werden auch mit Beobachtungen und paar Ermittlungen nie wirklich mit ihren Aktivisten belangt selbst wenn es Gewalttaten wie Brandstiftung, Randale oder Angriffe auf Polizisten, Rettungskräfte oder politische Gegner gibt. Anders sieht es im rechten Lager aus da wird schon ein Fass aufgemacht wenn Gruppen ab drei Leuten eine Kriminelle Vereinigung bilden wenn diese auch nur künstlich von Horch& Guck gelenkt sind und nur paar Worte im Netz hinterlassen die die drei Zauberzahlen 86,90 und 130 erfüllen mit paar Gewaltphantasien und da gibt es mit Medienecho Verbindungen zu nationalen und patriotischen Parteien damit diese nicht gewählt werden sollen was leider auch immer wieder klappt bis jetzt. So nun zum Thema Überwachung und V-Leuten im nationalen Lager: gerade jetzt wo der Kessel kocht mit dem Rechtsruck da werden Spitzel und Informanten mit Fakeprofilen Grußformeln und Parolen aus dem 3.Reich verwenden mit Gewaltaufrufen gegen Linke und Fremde. Achtung solche Kontakte nicht erwidern oder ein Gefällt mir Klick geben da so die Staatsanwaltschaft einen Grund hat ein Verfahren einzuleiten mit einer Hausdurchsuchung die meist ab um 6Uhr beginnt. Handys und Computer werden beschlagnahmt und nach Zufallsfunden wie Waffen, Drogen und Raubkopien wird systematisch gesucht damit das Urteil für den Ersttäter hart ausfällt. Meldung an den Arbeitgeber ist Standard wo prompt die Kündigung folgt. 2000-3000EU Geldstrafe sind drin mit Bewährung bis zu zwei oder drei Jahren mit Berufsverbot. Wenn der Richter einen schlechten Tag hat da kann er auch bis zu ein Jahr schwedische Gardinen verschenken. Weitere 2000-3000EU Gerichts und Anwaltskosten gibt es als Sahnehäubchen obendrauf. Hilfreiche Literatur ist der Rechtsratgeber für Dissidenten und Aktivisten beim Sturmzeichenversand, PC Records oder dem Nordlandverlag ist dieses Teil erhältlich. GEBT DER SCHLAPPHUT-MAFIA KEINE CHANCE!!! SPITZELN UND HAUSIEREN VERBOTEN!!!
Spur halten, Frau Weidel und Herr Chrupalla! Lassen Sie sich nicht von den widerwärtigen, gezielten Störfeuern von Roten, Schwarzen und Grünen vom Kurs abbringen.
Die Wähler werden dankbar sein, wenn sich die AfD nicht verbiegen läßt, nur um der vielen Posten wegen. Die AfD ist angetreten, diesem Altparteien-Sumpf ein Ende zu bereiten. Nix anderes zählt.
sehr richtig! Spur halten! Jedes Sperrfeuer überwinden. Fähnchen im Wind brauchen wir nicht. Leuten die alles verraten verabschieden. Rückgrat zeigen. Deutsche und Deutschland zuerst!
Ach Gottchen, Herr Riehle, wenn man Ihren Artikel so liest, dann steht ja das Ableben der AfD kurz bevor.
Es ist nun mal das Wesen der Demokratie und damit selbstverständlich auch einer demokratischen Partei, dass es verschiedene Strömungen gibt, die sich zum Wohle aller zusammenlaufen müssen. Dazu bedarf es eines Grundkonsenses. In der Demokratie ist es die Verfassung oder das Grundgesetz,die den Rahmen bilden, in Parteien ist es das Parteiprogramm, das sich im Rahmen von Verfassung/Grundgesetz bewegen muss. Was in diesem Rahmen da drinsteht, welche Schwerpunkte gesetzt werden das ist logischerweise Inhalt einer innerparteilichen Debatte. Die kann öffentlich geführt werden, wie bei der AfD, oder in Hinterzimmern ausgekungelt werden wie bei allen übrigen Parteien.
Daraus eine Kakophonie zu diagnostizieren, na ja. Übrigens neige ich bei dieser Diagnose und seinem Diagnostiker zu der satirischen Bedeutung von Kakophonie zu: Blähungen bei Stuhlgang.ĺl