
Im ARD-Talk von Caren Miosga am vergangenen Sonntag machte die Verlagsmanagerin Julia Jäkel mehrere Aussagen, die einen recht aufschlussreichen Einblick in ihr Demokratieverständnis erlauben: Sie bezeichnete die AfD als demokratiegefährdend und bezog diese Bewertung auch direkt auf Teile ihrer Wähler. Jäkels Argumentation zufolge sei ein Teil der AfD-Wähler „für die Demokratie verloren“, während andere noch “zurückgewonnen” werden könnten. Besonders deutlich wurde, dass sie jene Wähler, die sich gegen Migration aussprechen, offenbar als nicht zurückgewinnbar betrachtet. Diese Differenzierung bedeutet, dass nur diejenigen, die sich innerhalb ihres politischen Verständnisses bewegen, noch als demokratisch legitim gelten. Wählergruppen, die dagegenstehen, werden damit aus dem demokratischen Rahmen ausgeschlossen. Dieses Framing ist hart und klar: Die AfD und ein Teil ihrer Wähler werden explizit als undemokratisch markiert.
Dem gegenüber vertrat der Schriftsteller Lukas Rietzschel eine vorsichtig formulierte, aber entgegengesetzte Position. Er betonte, dass politische Wählergruppen nicht vorschnell delegitimiert werden sollten, sondern dass ihre Beweggründe verstanden und ernst genommen werden müssten. Damit weist er auf das zentrale demokratische Prinzip hin: Auch politisch unerwünschte Strömungen müssen die Chance haben, sich im demokratischen Wettbewerb zu behaupten. Ein weiterer Aspekt, der in der Sendung deutlich wurde, war die Rolle prominenter Persönlichkeiten, die sich als „Verteidiger der Demokratie“ inszenieren: Julia Jäkel sitzt hier zusammen mit Peer Steinbrück, Thomas de Maizière und Andreas Voßkuhle in einem zivilgesellschaftlichen Zusammenschluss, der Reformvorschläge für den Staat formuliert. Diese Initiative tritt als selbsternannte Hüterin demokratischer Standards auf, ohne dass sie demokratisch legitimiert ist. Sie setzen den Rahmen, an dem sich die politische Legitimität orientieren soll, definieren aber zugleich selbst, wer innerhalb dieses Rahmens zulässig ist.
Demokratie nur für “uns Demokraten”
Parallel dazu äußerte sich der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck, der ebenfalls Gast der Sendung war. Seine Position lautete sinngemäß, dass „nicht jeder bei der Demokratie einfach so mitmachen kann, wie man sich das als Laie vorstellt“. Diese Aussage bildet ein Gegenmodell zu der Initiative von Jäkel, Voßkuhle, Steinbrück und Maizière, nimmt aber keinen Bezug auf diese Gruppe, obwohl er sie in einem ähnlichen politischen Raum ansiedelt. Auch hier wird sichtbar, dass die Definition dessen, wer demokratisch mitwirken darf, von wenigen prominenten Stimmen gesetzt wird, während andere ausgeschlossen werden. Aus diesen Äußerungen lässt sich erneut ableiten: Wer vorgibt, die Demokratie zu verteidigen, grenzt gleichzeitig Menschen und Wählergruppen aus, die nicht den eigenen Vorstellungen entsprechen. Besonders deutlich wird dies an den Worten Jäkels, aber auch in der impliziten Logik von Joachim Gauck. Beide zeigen, dass die derzeitigen „Verteidiger der Demokratie“ in diesem Kontext selbst Prinzipien demokratischer Pluralität unterlaufen. Wer den Rahmen setzt und bestimmt, wer demokratisch legitim ist und wer nicht, handelt im Widerspruch zum demokratischen Grundprinzip, dass alle politischen Strömungen die Chance haben müssen, sich im Rahmen der Verfassung zu behaupten.
Damit ergibt sich ein paradoxes Bild: Ausgerechnet diejenigen, die sich als Hüter demokratischer Werte präsentieren, handeln in der Praxis so, dass Demokratie zugunsten eines engen politischen Verständnisses eingeschränkt wird. Dies wirft die Frage auf, inwieweit solche Akteure in einer pluralistischen Demokratie überhaupt als glaubwürdige Verteidiger demokratischer Ordnung gelten können. Es zeigt sich deutlich: Wer vorgibt, die Demokratie zu verteidigen, darf sich nicht selbst über die Regeln erheben und bestimmen, wer demokratisch ist und wer nicht. Die Aussagen von Julia Jäkel und die implizite Logik von Joachim Gauck offenbaren, dass genau dies in der Sendung geschah. Diejenigen, die sich als Hüter demokratischer Werte inszenieren, handeln damit selbst in einem Kernbereich undemokratisch – denn Demokratie lebt gerade davon, dass alle politischen Strömungen die Chance haben, sich im Rahmen der Verfassung zu behaupten. Wer diese Grundlage verletzt, gefährdet die Demokratie, die er zu schützen vorgibt.
- Auf Telegram teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Telegram
- Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
- Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
- Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken










7 Kommentare
Es ist vielmehr ein krieg der Armen gegen Reiche …so Warren Buffet….und er meinte , die Reichen würden gewinnen….
Wer zuletzt lacht , lacht bekanntlich am besten…..und vielleicht sind die toten Reichen dann am Ende um eine Erfahrung reicher…..genau wie die Armen ….Die Römer ..die Azteken ..die Perser …die Pharaonen….sie alle gingen unter
Na lasst mal ,wenn die BRD buntes Präsident geleitet ,ungefragt in den ISLAM gewechselt werden ,so „unsere Demokratie_like „. DA WERDEN DOCH VIELE ATHEISTEN DER ROT FRONT “ und die Helferlein im grünen Nachthemd wohl entschlaft werden ?? Denn ein Musel zu werden mit GEZwangs Gesetz, da wird auch ein „Unsere Demokratie “ umwandel-Gesetz den Schweinsbraten oder vegan liebenden Bürger m/w/dings nicht überzeugen können. Anschließend noch schnell in den Heiligen Krieg gegen USA/Israel/ Ukraine zu ziehen. Aber da wird Bürger doch keine gerade Antwort vom sich_drehenden Fritz erwarten ??
Die Überwachung und die Gier des Staates geht weiter bis hin zu
den Behinderten, die auf ihr Auto angewiesen sind !
Eine gute Bekannt rief mich heute Nachmittag an und bat um einen Rat.
Sie hat heute vom Zollamt eine Aufforderung in einem fordernden und sicherlich keinen schönen Schreibstil des Zollamtes erhalten.
Das Zollamt fordert zwecks Prüfung, ob sie als Schwerbehinderte
ihr Auto noch Steuer befreit fahren darf, das zu überprüfen .
Sie solle ihren Schwerbehindertenausweis komplett kopieren und dem Zollamt einreichen.
Sie geht auf die 75 Jahre zu und hat ihren Schwerbehindertenausweis, der seit weit über 15 Jahren als unbefristet gültig ist mit 100 % Schwerbehinderung und eingetragenen Merkmalen aG (außergewöhnlich gehbehindert + B (Begleitperson).
Da fragt man sich, was steckt tatsächlich dahinter, was will die Politik und mit einer Besserung der Gesundheit ist in diesem Alter
nicht zu rechnen?
Ich habe meiner Bekannten geraten, da sie Mitglied beim VDK ist,
umgehend sich mit dem Sozialverband in Verbindung zu setzen und ihn zu bitten, die Forderungen des Zollamtes zu befriedigen.
Auch sollte der VKD eine Anfrage bei höchster Ebene stellen, was dahinter wirklich steckt?
Weiß jemand mehr über die Angelegenheit?
Es trifft zu Hunderttausend Schwerbehinderten mit Steuerbefreiung, Steuerermäßigung für ihr Auto, worauf sie aus Beweglichkeitsgründen angewiesen sind !
Es wäre im Interesse der Schwerbehinderten, Kranken und Auto fahrenden Alten schön, wenn die Freien Medien sich dieser Sache durch Recherche und Publikation annehmen würden !
Nicht „Demokratie schützen“. Es muss heißen „Unsere Demokratie schützen“.
Demokratie ist eine Erfindung des Kapitals um uns glauben zu machen wir könnten etwas entscheiden und wenn ich sehe wer gewählt wird muß ich annehmen das nur noch Bekloppte in diesem Land herumlaufen
Demokratie idt nicht nur Herrdchsft des Volkes. So steht es jedenfalls im GG, nach dem die Parteien auch nur mitwirken, aber nicht die Führung übernehmen.
Demokratie ist auch ein Wettbewerb der Ideen/Programme, zwischen denen der Bürger/Wähler auswählen kann, was ihm am besten dünkt.
Was solche Leute wie Gauck absondern, ist zutiefst ANTIdemokratisch.
Demokratie ist nicht nur Herrschaft des Volkes. So steht es jedenfalls im GG, nach dem die Parteien auch nur mitwirken, aber nicht die Führung übernehmen.
Demokratie ist auch ein Wettbewerb der Ideen/Programme, zwischen denen der Bürger/Wähler auswählen kann, was ihm am besten dünkt.
Was solche Leute wie Gauck absondern, ist zutiefst ANTIdemokratisch.