Den Kindern das Kommando – sie wissen nicht, was sie tun

Grüne Klimakids (Foto:Imago)

Grönemeyer ist am Ziel: 30 Jahre nach seinem visionären Titel „Kinder an die Macht“ ist die Infantilisierung der deutschen Politik fast vollendet. Alles was noch fehlt, ist die Absenkung des Wahlalters. Vielleicht könnte man dieses künftig ja ans Impfalter koppeln und ebenfalls von einem politisch beliebig erpressbaren Gremium (analog zur Ständigen Impfkommission) immer weiter herunterempfehlen lassen, so dass am Ende dann schon Zweijährige wählen dürfen. Alternativ könnte ja die bereits vereinzelt um sich greifende Praxis Schule machen, Minderjährigen die eigene Stimme zu „schenken“ – eine moderne Form von „Wahlmaschine“ der dritten Art, die die fortschreitende charakterliche Unreife zur demokratischen Teilhabe auch bei Erwachsenen belegt. Die öffentlich-rechtlichen Framinginstitute finden die Idee jedenfalls schonmal großartig:

(Screenshot:Twitter)

Diese liederliche, ideologiegetränkte Umgang mit historisch mühsam erstrittenen kostbaren demokratischen Rechten setzt sich auf anderer Ebene fort – wenn etwa Kinder genötigt werden, auf ihre Großeltern innerfamiliären moralischen Druck auszuüben, Grün zu wählen, und dafür fragwürdige Handlungsanleitungen im Netz bekommen, in denen Gewissensbisse mit dem Slogan „Mach’s fürs Klima!“ bekämpft werden. Dieser Enkeltrick soll offenbar das (noch) fehlende Wahlrecht ab 16 kompensieren helfen.

Minderjährige, so Robin Alexander gestern in der „Welt„, spielen in diesem Wahlkampf eine seltsame Rolle: „Kinderreporter treiben Spitzenkandidaten in die Enge, Enkel geben Großeltern Wahlempfehlungen; es kampieren hungerstreikende Klimaschützer. Für die Demokratie eine komische Entwicklung.“ Keine komische, sondern eine letztlich existenzbedrohende. Denn ausgerechnet in einer Zeit, in der – jedenfalls innerhalb der angestammten „indigenen“ Bevölkerung – so wenige Kinder wie nie geboren werden und die Überalter der Gesellschaft nicht nur in strukturell todgeweihten Rentensystemen durchschlägt, sondern sich auch in der Alltagswahrnehmung grassierender Seneszenz als „Graue Bombe“ manifestiert: Da wird die Idee der Machtbeteiligung der nachkommenden Generation als Projektionsfläche für Populisten entdeckt.

Kein Wahlkämpfer, der sich nicht die „Zukunft“ der Klimakids in den Mittelpunkt seiner politischen Pläne rückt – als hätte es „Zukunft“ im Handeln der Politiker früherer Epochen nie gegeben. Bei den TV-Debatten der vergangenen Wochen wurden immer wieder, quasi als Ankläger und Menetekel, live Jugendliche zugeschaltet, die die debattierenden Kandidaten ungeduldig zur Rede stellten – als Heranwachsende die einzige Bevölkerungsgruppe, für die in Deutschland Politik gemacht werden dürfe.

Noch nie war eine Jugend unreifer

Das politische Bewusstsein und die Zukunftsängste dieser Kids sind dabei ausschließlich Produkte einer Gehirnwäsche durch dieselben Politiker, die sich jetzt als Zukunftsversündiger an den Pranger stellen lassen und zu einem Radikalismus genötigt werden, der dann eine Art übergesetzlichen Notstand begründet. Ob dies der perfide Hintergedanke der klimatologischen Weltuntergangs-Propaganda war, ist nicht ganz klar, es wäre aber denkbar. Tatsache ist: Noch nie war eine Jugend unreifer, voreingenommener und weltfremder als die Wohlstandskids der Generation Fridays for Future: Nicht nur war das Bildungsniveau in Deutschland so prekär wie heute, aktuell verschlimmert durch Homeschooling, Schulschließungen und zusätzliche „Greta-gefällige“ Schulstreiks; die Millenials als erste echte Digital Natives sind auch die erste Generation, die dank Internet und Smartphones quasi vom Vorschulalter an mit einem Overload an Informationen und Input, mit einer medialen Reizüberflutung konfrontiert waren – ohne jeden Filter, ohne zu wissen, wie man Nachrichtenwerte priorisieren muss.

Gewichtungen und Einordnungen vorzunehmen haben sie nie – oder wenn, dann nur in verkümmerter Form – gelernt, weil die für so etwas wie „Medienerziehung“ zuständigen Lehrkräfte im digital hoffnungslos rückständigen Deutschland technisch im Vorgestern stehengeblieben waren. Zu allem Überdruss erweisen sich dann auch noch die etablierten Medien und TV-Sender, die eine notwendige neutrale Berichterstattung umso eher bieten müssten, als ihrerseits  tendenziös und politaktivistisch – und dies schlimmer als je zuvor in der bundesdeutschen Geschichte.

Niemand braucht sich da zu wundern, wenn heute Kids den vermeintlich „einfachen Lösungen“ nachlaufen, wenn sie in unterkomplexer Weltwahrnehmung linksgrünen Verführern auf den Leim gehen, die sozialistische und ökologische Heilsversprechen ohne differenzierte Folgenabschätzung abgeben und dabei eine höhere Moralität für sich reklamieren. Mit der Folge, dass die unbedarften „idle brains“, von denen schon Shakespeare schrieb, erhabene Einsichten erlangt zu haben wähnen, zu denen sie anderen verhelfen müssten. Die bildungsfernen, verblendeten Klimajünger wähnen sich im Endzeitalter. „Wir sind die letzte Generation„, postulieren die Berliner Hungerstreikenden (die vermutlich gar nicht realisieren, wie sehr sie damit die unfreiwillig Hungernden des Planeten verhöhnen). Die Allerletzten, fürwahr.

6 KOMMENTARE

  1. @Noch nie war eine Jugend unreifer
    na ja – die erste Generation seit Jahrtausenden, die dümmer ist als ihre Vorgänger und der es schlechter gehen wird – das Hype ist bald vorbei – bislang wurden die Insolvenzverschleppungen vom Regime mit Schulden zuges… – aber das geht nicht ewig.
    Ich schätze nach der Wahl – und das kann keine Partei verhindern. Es werden ja schon Klima-Lockdowns, Ausgangs- und Kontaktsperren angekündigt !
    Und die Klimahüpfer werden feststellen, das hüpfen die Magen nicht füllt – sondern nur den der Organisatoren !

    • Richtig ist vielmehr, daß jede neue Generation in noch dümmer ist als die vorige. Dazu ist das ganze Bildungssystem eingerichtet worden. Mensch und Gesellschaft werden längst immer dümmer und irrer, wobei sie sich einbilden dürfen, daß sie sich „höherentwickeln“ (der groteskeste Unsinn). Seit vielen Jahrzehnten zunehmend, ist heute nun ALLES Lüge, was geglaubt wird. Da endet eine völlig gottlos gemachte Gesellschaft. Nie war die allgemeine Dummheit und Verirrung so groß und umfassend wie heute, am Ende einer ca. 160 Jahre währenden Indoktrination.

  2. Der Mensch lernt nur, indem er eine eigene Erfahrung macht. Kleine Kinder müssen auf die Nase fallen, damit sie lernen, vorsichtiger zu sein. Bei Erwachsenen ist es nicht viel anders. Wenn es durch Abschaltung der Kraftwerke zu einem längeren Stromausfall kommen sollte, wird so mancher aus seinen schönenTräumen erwachen. Die Lebensmittel im Gefrierschrank verderben, das Internet geht nicht mehr, kein Wasser, keine Toilettenspülung, Verkehrschaos durch Ausfall der Ampeln. Vielleicht sollten die Kinder mehr über Physik lernen statt Freitags die Schule zu schwänzen. Dann würden sie wissen, dass bei schwankendem Strom (Windkraftanlagen) das Netz schnell zusammenbrechen und es zu einem Blackout kommen kann. Aber wir haben ja noch die ausländischen Kohlekraft- und Atomkraftwerke, sodass nicht viel passieren kann außer dass die Strompreise durch die Decke gehen.

  3. „…Absenkung des Wahlalters. Vielleicht könnte man dieses künftig ja ans Impfalter koppeln …“

    So weit hergeholt ist das nicht einmal,beim linken Flügel der SPD und den Grünen gab es das bestreben,ein Geburtswahlrecht einzuführen,welches die Eltern bis zum erreichen des Wahlalters ihrer Kinder treuhänderisch ausüben dürfen.

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