Der aggressivste Wahrnehmungskrieg in der Menschheitsgeschichte

Inszenierung ist alles: Arbeitsteilung beim Ehepaar Selenskyj. Er als martialischer Warlord, sie als elegante Salonlöwin (Fotos:Imago)

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Frau von Saddam Hussein auf dem Titelblatt der “Vogue” abgebildet war, als der Irak illegal überfallen wurde. Sie etwa? Jetzt jedoch finden wir dort die ukrainische First Lady Olena Selenska, in Szene gesetzt von Starfotografin Annie Leibovitz, im eleganten Chic als westliche Lifestyle-Ikone mit dem Attribut der Stärke und Tapferkeit („Bravery“) auf dem Cover. In dem zugehörigen Editorial im Innenteil ist auch ihr Ehemann auf einigen Bildern zu sehen.

(Screenshot:Vogue/Twitter)

Die 1892 für die New Yorker Gesellschaftselite gegründete Zeitschrift „Vogue” ist das einflussreichste amerikanische Mode- und Lifestyle-Magazin. Es erscheint heute weltweit mit 26 internationalen Ausgaben. Sie reichen von Australien bis Deutschland, Indien, Korea, Mexiko, Skandinavien und Taiwan.

Lange vor dem PR-Fotoshooting für Selenskyj und seine Frau veröffentlichte die „Vogue” im März 2011 einen langen Artikel mit dem Titel „Asma al-Assad: Eine Rose in der Wüste”. Das war noch zu einer Zeit, als Syriens Präsident Assad und seine Frau für die Vereinigten Staaten potenziell nützlich waren und dort noch keinen ramponierten Ruf hatten, sondern sogar als „dynamisch“ galten, wie es in dem Artikel hieß.

So berichtete die „Vogue“ 2011 (Screenshot:Vogue)

Als Washington dann jedoch aus geopolitischen und wirtschaftlichen Gründen seine Einschätzung änderte und im Zuge des syrischen Bürgerkriegs dazu überging, Assad und seine Familie zu dämonisieren, zog das Magazin den Artikel stillschweigend zurück. Ein vielleicht nicht ganz unwichtiges Detail in diesem Zusammenhang: Damals war das syrische Öl noch zu 100 Prozent in syrischer Hand; inzwischen haben sich die Vereinigten Staaten 90 Prozent des dortigen Öls –  gegen den Willen Assads – unter den Nagel gerissen.

Trotz seines vollen Terminkalenders mit PR-Auftritten vor großen westlichen Institutionen fand nun der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Zeit für ein „Vogue”-Fotoshooting. In der neuesten Ausgabe des Magazins schwärmt er poetisch von der Liebe zu seiner Frau.

(Screenshot:Twitter)

Und das trotz seiner vielbeschäftigten Werbetour, die zahllose Videoauftritte erfordert – unter anderem bei den Grammy-Awards, den Filmfestspielen von Cannes, dem Weltwirtschaftsforum, wahrscheinlich auch bei der sehr diskreten Bilderberg-Gruppe oder den vielen persönlichen Treffen mit Prominenten wie Ben Stiller, Sean Penn, Ellie Goulding und Bono sowie The Edge von U2; ganz zu schweigen von den vielen Polittouristen aus Washington, Brüssel, Berlin, Paris, London, Bern und anderen Hauptstädten des Westens. Ach ja, und findet in der Ukraine gerade nicht auch ein Krieg oder so etwas statt? Man sollte meinen, dass Selenskyj auch damit beschäftigt sein könnte…

Ein Präsident im Commandante-Armyshirt als virtueller Hansdampf in allen Gassen: Kein Anlass, bei dem „Kriegspräsident“ Selenskyj nicht zugegen ist (Screenshot:Twitter)

Wer das alles etwas genauer beobachtet, kann sich des Verdachts nicht erwehren, dass es sich hier um einen konzertierten Versuch handelt, die Wahrnehmung des Ukraine-Krieges zu manipulieren. Tatsächlich hat es noch nie einen so aggressiven wahrnehmungsgesteuerten Krieg gegeben. So werden wir einerseits seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine mit einer noch nie dagewesenen Propaganda in den Massenmedien überschwemmt. Andererseits wurden russische Medien sowie die als „Russland-Versteher“ verunglimpften Stimmen aus dem Äther konsequent entfernt. Das neue Medienelement der beispiellosen Online-Zensur sowie die Netzpropaganda und das Trollings in den sozialen Medien, die durch Algorithmen massiv verstärkt werden, haben noch nie gesehene Ausmaße erreicht.

Nun muss man sich fragen: Warum wird überhaupt ein so beispielloser Versuch unternommen, die öffentliche Meinung über einen Krieg zu manipulieren? Die Antwort ist einfach: Es macht absolut Sinn, wenn man bedenkt, dass es sich um einen äußerst gefährlichen Stellvertreterkrieg handelt, von dem die normalen Bürger nicht nur in keiner Weise profitieren – sondern sogar schwer unter seinen Folgen zu leiden haben werden.

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20 Kommentare

  1. Ich kann diesen Milliarden schweren Oligarchen nicht mehr sehen.
    Für seine Macht und f.d. mehr als 1/2 Million Gäste bei uns
    müssen wir Steuerzahler tief in die Tasche greifen !
    Es ist nicht unser Krieg !
    Allein seine dubiosen Forderungen nach Milliarden Euro
    teuren Waffen und Wiederaufbauhilfen von
    500 Milliarden Euro nimmt dem Fass beide Deckel weg.
    Er wird dem Iwan unterliegen, darüber braucht man nicht
    hinweg zu reden.
    Nur die vielen zehntausenden Menschen, die auf beiden
    Seiten getötet werden, das scheint wohl niemanden zu
    interessieren.

  2. Westliche Werte

    Wieder werden Werte verteidigt,
    unsere Werte soll’n es sein.
    Fühl‘ mich dabei richtig beleidigt,
    denn diese Werte sind nicht mein.

    Von Wert für mich sind nicht die Lügen,
    die jetzt wie fast noch nie gedeihen,
    auch Korruption nicht mein Vergnügen,
    will mich der Gier nach Geld nicht weihen.

    Fühle mich keinesfalls verpflichtet,
    westlicher Machtgeilheit zu dienen,
    mein Sinn ist nicht darauf gerichtet,
    die Welt zu füllen mit Ruinen.

    Die reden von Demokratie,
    sind doch mehr ein wahrer Hort,
    wo es man sieht als Blasphemie,
    gebraucht jemand das freie Wort.

    Wertlose sind für die stattdessen,
    Menschen die täglich dafür streiten,
    dass es mangelt nicht am Essen,
    nicht woke Phantasien verbreiten.

    Im Westen hat rotgrüner Wahn
    Werte ins Gegenteil verkehrt,
    so dass man durchaus sagen kann:
    Der Westen hat nichts mehr von Wert.

  3. Der für USA u. Deutschland unbezahlbare Stellvertreter Krieg des Wertewestens plus Ukraine vs. den westl. provozierten Russ. Bären/ Russland ! Beide vorgenannten Kriegsteilnehmer haben die Kriegszeche zu zahlen, das ungefragte Deutsche Volk friert, entbehrt, verarmt für das falsche emotionale einstimmige EU-Energie-Embargo (Gas u.Öl) ! Die Schikane u. Sabotage gegen die Dt. Bevölkerung u. deren Industrie ist
    die Neue, betriebsbereite Dt./ Russ. Gasleitung Nord Stream 2, die zu benutzen von den USA, der EU-Diktatur, Polen u. Ukraine u. unseren Dt-feindlichen Reg.-Grünen ( Habeck u. Baerbock) alle zusammen
    erfolgreich von Anfang an sabotiert wude um uns gezielt in das Energie-Chaos hinein zu stoßen !
    Hoch lebe der Werde Westen, die EU-Diktatur u. die vorgenannten eigennützigen falschen Freunde, die aus
    schließlich ihre Eigenintressen brutal durchsetzen !!!

  4. @dass die Frau von Saddam Hussein auf dem Titelblatt der “Vogue” abgebildet war
    der gute Saddam war ja auch gegen die Guten, während in der Ukraine ein US-Stellvertreterkrieg gegen Russland geführt wird ! Also im Interesse der Guten und zur Befreiung der amerikanischen Rohstoffe vor der russischen Unterdrückung, die der liebe Gott dort vergraben hat !

  5. Ich möchte dieser potentiell vernichtenden Deutschlandkultur nicht tatenlos zusehen.
    Wo kann ich mich zu Deutschenverteidiger gegen Lumpenmainstream und deren milliardenschweren Finanzabschaum wehren?

  6. Die Inszenierung beginnt mit dem Kostüm. Greta hatte Schirm, großes Mikrofon, er hier hat sein olives T-Shirt. Damit hebt er sich auf Bildern ab. Andere Staatsmänner im Anzug. In konservativen US Blogs wird dieser Krieg als komplette Farce bezeichnet. Ein Frame wie Corona. Das Timing nach Corona. Die laute Medienkampagne, überall! Dieses ekelhafte Einfordern von Solidarität, wie bei Corona. Dazu betrachte man, was in den ersten Tagen so an Bildern und Videos im Netz war. Oder die Bilder aus dem Stahlwerk. Oder man schaut bei YouTube Shorts rein, ist voll absurder Clips, viele mit Musik unterlegt. Viele sind als „Simulation“ gekennzeichnet. In anderen sieht man fröhliche Gesichter. Wag the dog! 1997

  7. Dann ergeht es der Vogue eben wie CNN, politisch korrekt und immer auf der richtigen Seite aber „unerklärlicherweise“ rennen die Kunden weg.
    Gibt es auch nur einen Bereich im Leben, aus dem die verdammte Politik sich heraushalten kann? Die sind ja noch sehr viel schlimmer die Zeugen Jehovas oder Aboverkäufer am Arsch, wenn die Geld gewittert haben.
    Goldene Regel: Je mehr man als kleiner Bürger von der Politik mitbekommt ohne dass man danach sucht, desto viel schlechter ist sie!

  8. Kürzlich kam im Rundfunk eine Reportage über verletzte ukrainische Soldaten, die dringend Bein- und Armprothesen benötigen, samt der dazugehörigen Reha-Maßnahmen. Und der Schauspieler-Präsident posiert mitsamt Gattin für ein Hochglanz-Modemagazin. ‚Abgeschmackt‘ ist noch das wenigste, das mir dazu einfällt. Gleiches gilt für die Kiew-Tour von Faeser und Heil und vor allem das Foto mit den Sektgläsern. War es Champagner oder Krimsekt?

  9. Es ist widerwärtig in welcher Art und Weise sich diese gierigen Personen in Szene setzen oder setzen lassen. Noch übler finde ich jedoch welcher Personenkreis sich diesen Schwachsinn anschaut und hierzu aplaudiert. Dieses Ukrainische Marionettenregime lässt sein Volk in einen aberwitzigen Konflikt im Auftrag der USA schlachten und derweil werden Millionen über Millionen im Westen gebunkert und ein gefährliches die Menschen verachtendes Szenario durchgepeitscht.
    Solche Verbrecher sind möglichst umgehend auf dem Müllberg der Geschichte zu entsorgen und die feiernden Anhängsel wie zu oft getroffene Boxer und andere ebenfalls

  10. Vogue und die „Starfotografin“ haben es ganz dick hinter den Ohren.
    Subversiver geht es wirklich nicht mehr! Sely nimmt sein Weibchen mit bösem
    Blick als Geisel. Danke für die versteckte aber ganz klare Botschaft an die Welt.

  11. Menschen entwickeln sich in Phasen. Nach der Pubertät folgt beispielsweise die Konformität. Dann bestimmt das Gefühl Zugehörigkeit den Selbstwert. Journalisten bilden dabei keine Ausnahme und möchten mit ihren Möglichkeiten dazugehören.
    In der Konformität ist es für den Einzelnen wichtig, die in- und out-group kontinuierlich zu bestimmen. Daher wird ständig definiert, wer zur eigenen Bezugsgruppe (Peer-group, in-group) gehört und wer nicht. Dadurch wird der eigene Selbstwert stabilisiert, denn er ist in dieser Phase von der Zugehörigkeit abhängig.

  12. Manipulation allerorts.

    Politiker mit pseudomilitärischer Kleidung zwecks Simulierung von Solidarität gegenüber Soldaten, also Söhne fremder Leute, die von allen Staatsführern dieser Welt in den Krieg geschickt oder gezwungen werden, damit die dann die Probleme der Oberen lösen sollen.

    Das Problem heißt „Diplomatie“:

    Was ist denn besser, wenn ein Politiker einem ihn unterbrechenden Gesprächspartner sagt, „lass mich gefälligst ausreden“ oder gar „halt doch mal die Fresse“, was sich dann am Schluss zu einer deftigen Schlägerei entwickeln kann, oder wenn die gleiche Aussage „diplomatisch“ codiert wird, etwa „wenn ich diesen Gedanken noch ausführen darf..“ oder „nur noch diesen einen Satz..“ und damit nichts anderes zum Ausdruck bringen und auch so denken wie bei den beiden ersten „kernigen“ aber ehrlichen Ausdrucksweisen.

    Nur ist beim „diplomatischen“ Umgang die Schlägerei tabu.

    Dafür sollen sich dann stellvertretend die Söhne fremder Leute, die zugleich auch am Ende zu betrauernde Söhne, Brüder, Ehemänner und Väter sind, prügeln; Krieg genannt.

    Damit es sich dann leichter stirbt, laufen dann die Offiziellen mediengefällig „solidarisch“ und „inspirierend“ mit Pseudomilitärklamotten, kugelsicheren Westen oder Helmen mit Tarnbezug rum. Das bewegt sich auf ähnlichem Niveau wie einst diese Reporterin, die sich bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal mit Lehm beschmierte um dann vor der Kamera mehr Authentizität vorzugaukeln.

    Und wenn alles vorbei ist, werden dann von den gleichen Leuten Kränze an den Soldatenfriedhöfen abgelegt und große Betroffenheitsreden geschwungen.
    Und die Soldaten sind dann nicht wie gewöhnliche Menschen gestorben, sondern „gefallen“. Dieser Begriff soll wohl das Sterben der Soldaten in eine höhere Ebene heben, dem Stellvertretertod einen edlen „Sinn“ verleihen.

    Demnach hat doch wohl vornehmes diplomatisches Geseiere keinen einzigen Krieg verhindern können, so wie kernig ehrliche noch diplomatisch codierte Kritik Politiker eher selten zum umdenken oder gar Rücktritt veranlasst hat.
    Da mögen ganz andere im Hintergrund wirkende Kräfte im Spiel sein, neben krankhaftem Geltungstrieb/Narzissmus u.a. auch solche namens Geld.

    Bei politischen Verhandlungen sollten wieder wie einst mit Knüppeln und Schwertern auch eine deftige Schlägerei unter den Staatsführern als letzte Möglichkeit zu „überzeugen“, möglich sein. Das würde eher Kriege verhindern helfen.

    Die Vorrausetzungen dafür sind ja z.T. schon gegeben, gefühlt sind zunehmend Politiker am Werk, die körperlich durchtrainiert erscheinen und das auch gerne zeigen. Einer war sogar mal Body-Building-Weltmeister und andere sogar Boxweltmeister und noch ein anderer soll einen „schwarzen Gürtel“ in irgendeiner Kampfsportart haben.

    Und der Mucki-Zeigefeudigkeit mancher Politiker nach zu urteilen, müssten die doch für eine deftige Schlägerei zwischen zwei richtigen Männern zwecks Konfliktlösung und damit Kriegsvermeidung in der Lage sein.

    Dass dann am Ende lediglich der stärkere gewinnt und nicht unbedingt die gute Sache, also eine optimale für alle akzeptable Lösung dabei heraus kommen muss, ist nun mal so, da unterscheiden sich der Zweikampf im kleinen und der Krieg im großen nicht sonderlich.

    Der Zweikampf hinterlässt einen Verlierer, der Krieg dagegen u.U. Mio. Opfer, die ihr Leben stellvertretend für lediglich zwei sich auf diplomatischen Wege nicht einig werdende Staatsführer hergeben mussten.

  13. Autor Peter Heisenko schreibt

    Ex-Kanzlerin Merkel hat es vor wenigen Wochen gestanden:

    Das Minsk-Abkommen sollte nicht Frieden schaffen, sondern diente der ungestörten Aufrüstung der Kiewer Armee während der letzten sieben Jahre

    https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20222/merkels-perfide-rolle-im-ukraine-konflikt/

    Zwei Wochen später hat der Ex-Präsident der Ukraine Poroschenko Merkels Darstellung bestätigt, aus seinem Londoner Exil, wohin er geflüchtet ist und sich in Sicherheit gebracht hat.

    Allein das zeigt die verlogene Politik Kiews mit der Hilfe des Westens.

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