
Nun hat also die Koalition aus SPD und BSW in Brandenburg ihr unrühmliches und absehbares Ende gefunden: SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte gestern das Regierungsbündnis aufgekündigt; ursprünglich teilte er mit, er werde umgehend in den Urlaub begeben, daraus wurde aber angesichts der Wirrungen doch nichts. Als Gründe für das Koalitions-Aus nannte er, „ständige Auseinandersetzungen innerhalb des BSW“ , die die Regierungsarbeit „überschattet“. Es sei unmöglich hätten, mit einer Partei zu regieren, die ihren Kurs nicht geklärt habe und ständig neu diskutiere. Die Frage sei gewesen, so Woidke, was für das BSW in der Regierung gelte: „erst die Partei, dann das Land“ oder doch „erst das Land, dann die Partei“. In Woidkes Abwesenheit wird Finanzminister Robert Crumbach die Regierungsgeschäfte führen, der am Montag aus dem BSW austrat und nun der SPD-Fraktion – aber nicht der SPD – angehört. Um das Chaos perfekt zu machen, taten es ihm am Dienstag zwei weitere Mitglieder der BSW-Fraktion nach. Damit verfügt die SPD nun über die bislang fehlenden Stimmen für eine Koalition mit der CDU. Und die steht natürlich sogleich Gewehr bei Fuß; behelfsweise soll es zunächst eine Minderheitsregierung geben, doch dann spielt der eine Teil der SED 2.0 in gewohnter Manier wieder Mehrheitsbeschaffer für den anderen Teil der SED 2.0. Alles wie gehabt.
Am Wichtigsten: Bloß keine Neuwahlen, bloß kein Bürgervotum. Das wollen die “Superdemokraten” um jeden Preis vermeiden, und deshalb biedert sich die CDU auch sogleich an Partner an. Man will den weiteren (gleichwohl unvermeidlichen) Aufstieg der AfD verhindern; die hatte bei den letzten Wahlen im September 2024 hatte 29,2 Prozent der Stimmen geholt und war damit knapp hinter der SPD gelandet, die hier – als lupenreine Personenwahl Woidkes – 30,9 Prozent erreichte. Das BSW kam auf 13,5 Prozent – und verhinderte ebenso wie in Thüringen, wo es als Steigbügelalter von CDU und SPD fungiert, auch in Brandenburg den von den Wählern gewollten Politikwechsel, indem es jede Zusammenarbeit mit der AfD verweigerte. Parteichefin Sahra Wagenknecht schreit nun Verrat und Wahlbetrug, der offenbar “seit Monaten vorbereitet” worden sei. „Nicht wir haben die Koalition beendet, sondern diejenigen, die lieber mit der CDU Politik gegen das Votum der Mehrheit der Bürger in Brandenburg machen wollen und offenbar seit Wochen auf einen Bruch hingearbeitet haben. Wer so vorgeht, sollte sich nicht wundern, wenn immer mehr Menschen jedes Vertrauen in die Politik verlieren“, schrieb sie.
BSW und Wagenknecht wüten: “Verrat”!
Auch die brandenburgische BSW-Chefin Friederike Benda nannte die drei abtrünnigen BSWler „Verräter“ Deren Übertritt zur SPD sei „ein Verrat an Wählern und stellt die Weichen in Brandenburg auf ein Weiter-So“. Das BSW stehe zur Koalition und zum Koalitionsvertrag. Allerdings hätten drei Abgeordnete, die sich für das BSW haben wählen lassen, entschieden, nun eine SPD/CDU-Koalition zu befördern. Dazu hätten sie „seit Monaten ihre Rollen im BSW missbraucht, um die Partei zu erpressen“. Dieser interne Zwist ist typisch für das BSW und in diesem Fall mehr als eine der üblichen Kinderkrankheiten junger Parteien – weil in diesem amorphen politischen Protestgebilde überhaupt keine klare Linie zu verorten ist und dementsprechend auch kein Koalitionspartner weiß, woran er eigentlich ist.
Gegenüber „Welt“ hatte Wagenknecht einst erklärt: „Immer wieder zu versuchen, irgendwelche Altparteienkoalitionen zu bilden, die relativ profillos sind, weil man nichts miteinander gemein hat, um die AfD von der Macht fernzuhalten – das war eine Strategie, die die AfD nur stärker gemacht hat. Und eigentlich sollte die CDU ein Interesse haben, mit der AfD zu koalieren, solange die AfD überhaupt noch Koalitionspartner braucht.“ Nun steht das BSW selbst als heillos zerstrittener Trümmerhaufen da, der bereits Auflösungserscheinungen zeigt. Als Alternative zum gescheiterten Alt-Parteienkartell konnte es sich nie etablieren. Stattdessen wurde es zu seinem Komplizen und erhält nun die Quittung dafür. Wie dem auch sei: Sollte es am Ende doch zu Neuwahlen in Brandenburg kommen, wären dies dann sogar schon die sechsten Landtagswahlen im Superwahljahr 2026; es bleibt also spannend.
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9 Antworten
Im Fall einer Neuwahl erreichen AfD und BSW eine Mehrheit. Im Übrigen wird die AfD Anfang März in BW die Grünen überholen.
Bitte klicke auf „Lebensreformer“.
Bitte ohne BSW ! Die AFD muss alleine Regieren, sonst muss sie Kompromisse eingehen.
Die Wähler wurden mit dem Uboot des Altpateien Blocks genannt BSW einfach nur nochmal hintergangen,
um der AFD Stimmen wegzunehmen!
Hier ausführlich von Dr. Christoph Bernd AFD in Brandenburg erklärt:
Regierung zerbricht Neuwahl in Brandenburg
Klartext vom AFD Chef in Brandenburg Dr. Berndt Christoph
short:
Betrug am Wähler durch Woidke
Das es mit BSW nichts werden kann, war eigentlich spätestens klar, als die Personalie Katja Wolf ins Spiel kam.
Der ging es niemals um die Sache, sondern ausschließlich um Machterhalt.
Das zeigte sich dann spätestens bei der „Bromberkoalition“ in Thüringen.
Das war der Anfang vom Ende.
Tja und was sagt uns das?
Dieses Monster von Partei-Oligarchi muß abgeschaft werden. Freie Abgeordnete für freie Bürger. Wer im Wahlkreis die meisten Stimmen erziehlt auch und vor allem ohne Parteimandat ist gewählt! Jeder gewählte Verteter ist nur seinem Wähler, dem wohle des Landes und seinem Gewissen verpflichtet. Bei der geringsten Verfehlung, rausschmiss und persöhnliche Haftung. Nur so kann sich etwas ändern.
Nachtrag,
Begrenzung auf maximal 2 Wahlperioden und dann bekommen wir auch wieder fähige Leute mit Sachverstand und einem festen Moralkompass in Entscheidungsposition. Diese ganzen Politikschmarotzer und Luftpumpen gehören „zum Teufel gejagd!“
Und am besten noch ein Scherbengericht wie im antiken Athen, damit jeder der sich bemüht nicht derjenige zu sein der sich unrühlich verdient gemacht hat.
Ihr Wort in Gottes Ohren.
Ich glaube der geboosterte Bratwurst Michel braucht noch ein wenig,
um das zu erkennen.
@Mit diesem BSW ist kein Staat zu machen
in meinen Augen als Pack aus Dunkeldeutschland war die BSW ein Projekt der Blockpartei zur Bekämpfung der AFD und zum Schutz des Regimes – und das hat sie ja auch getan, wo es möglich war.
Der propagandierte „gegen die Regierungspolitik -aber keine AFD“ war immer nur eine Wählervera…., niemals ernstgemeint !
Ich sehe die BSW als Flügel der Blockpartei – nie anders !