Der Corona-Terminator: „Du kummst hier net rein…“

Impf-„Zutrittsregime“ – ab sofort auch automatisiert (Symbolbild:Imago)

Ein elektronischer Türsteher, der Ungeimpfte vom Haus fernhält? Erst mochte ich es nicht glauben. Aber tatsächlich: Das Gerät wird im Internet beworben. Für 490 Euro ist der Gastronom oder Veranstalter dabei, ein schicker Standfuß ist schon für 150 Euro zu haben. Ein Mensch an der Tür könnte sich schließlich zu menschlich verhalten und auch mal ein Auge zudrücken, wenn jemand gesund aussieht. Früher kniff man sich zu diesem Zweck in die Wangen, um bei der Einwanderungsbehörde keinen tuberkulösen Eindruck zu erwecken.

Corona als Geschäftsmodell: Auch die durch den Lockdown gebeutelte Industrie muss schließlich sehen, wo sie bleibt. Da gab es erst den Handel mit Stoffmasken, mit Blingbling oder lustigen Sprüchen. Als die Stoffmasken in Ungnade fielen, mochten wir bald nicht mehr in Einheits-OP-Blau herumlaufen, bei meinem Zahnarzt etwa trug man Pink mit weißen Sternchen. Ich selbst trage Lila – wenn man mir schon einen Maulkorb vorschreibt, soll er wenigstens eine schöne Farbe haben.

Auch Kuriositäten wie den „Einkaufswagen-Anfasser“ gab es, für Menschen, denen es zu peinlich war, leere Toilettenpapierrollen um den Griff zu wickeln. Die Hysterie im vergangenen Jahr war zu Beginn fast noch weiter verbreitet als jetzt, da viele Bürger die Nase voll haben. Wir haben mehrheitlich begriffen, dass man nicht tot umfällt, wenn man ohne ABC-Schutzausrüstung vor die Tür geht. Viele Facebook-Freundschaften zerbrachen im Frühjahr 2020, dazu reichte oft schon der Hinweis, es doch etwas gelassener angehen zu lassen.

Dystopische Corona-Gadgets

Doch nun ist Schluss mit lustig: Es ist ein Unterschied, ob man als Unternehmer den Käufern Corona-Gadgets anbietet, bei denen sie selbst die Wahl haben, ob sie das Geld investieren möchten, oder man sich am Kennzeichnungs- und Erfassungswahn unserer Regierenden beteiligt. Die Realität holt die Fiktion ein. Das Corona-Armband, in der Amazon-Eigenproduktion „Songbird“ noch Zukunftsmusik, erobert gerade Schulen, Universitäten und Kliniken. Die Aussätzigen-Rassel der Antike ist heute aus buntem Plastik. Der Ungeimpfte ist zwar noch nicht aufgefordert, durch Rufen und Klappern vor seiner Anwesenheit zu warnen, aber sicherheitshalber schon einmal visuell gekennzeichnet. Ich empfinde gelbe Impfsterne zwar noch immer als Geschmacklosigkeit, aber mein innerer Widerstand bröckelt.

Der elektronische Türsteher ist der neueste Schrei im schrägen, ungehemmt totalitären Corona-Universum. Wir kennen das Prinzip aus unzähligen dystopischen Filmen vom Klassiker „Logan’s Run“ bis zu „Gattaca„: Man wird mit dem falschen Signal erwischt, dann geht der Alarm los. Zwar ist derzeit noch nicht geplant, einen Käfig für den Eindringling von der Decke fallen zu lassen oder Sicherheitsleute in futuristischen Uniformen auf ihn loszulassen, um ihn in eine geheime Quarantäne-Zone der Regierung zu bringen, aber der ein oder andere liebäugelt wohl schon mit dem Gedanken. Ich sehe vor meinem inneren Auge ein Lächeln über das Gesicht von Markus Söder huschen.

Der hat jetzt zwar irgendeinen Preis für seine Liebe zum Grundgesetz bekommen, aber in der Corona-Realität nahm er es nicht ganz so ernst damit – wir erinnern uns an kuriose Verbote, die selbst das einsame Lesen eines Buches auf einer ebenso einsamen Parkbank zum Schwerverbrechen machte. Man muss schon ein autoritärer Sadist sein, um sich solche Sinnfreiheiten auszudenken. Corona wurde zum Freibrief für totalitäres Denken und entlarvte viele Menschen als Schmalspurdiktatoren. Und in jeder Diktatur gibt es Geschäftsleute und Erfinder, die sich ihr andienen.

Die nächste Welle kommt bestimmt

Man muss dazu noch nicht einmal vom Sinn der anstehenden Zwangsmaßnahmen überzeugt sein; der verrückte, nach der Weltherrschaft strebende Wissenschaftler ist in der Realität eher selten zu finden. Es reicht vollkommen aus, ein Gespür dafür zu haben, was von den Regierenden gewünscht wird. Auch wenn jetzt – die Wahl ist schließlich vorbei – etwas offener darüber berichtet wird, welche der vergangenen Maßnahmen verfassungswidrig waren, so nutzt uns das nichts, wenn einfach neue Zwangsmaßnahmen nachrücken und sich etablieren können. Es werden Ziele definiert, nach deren Erreichen endlich wieder die Freiheit winken soll, aber diese Ziellinien werden nach Belieben verschoben – die nächste Welle kommt bestimmt!

Was mich besonders bedrückt: Normalerweise erfüllt es mich mit Stolz, wenn technische Innovationen aus Deutschland kommen und z.B. in der Raumfahrt eingesetzt werden. Nun ist man stolz darauf, einen „Ungeimpften-Melder“ erfunden zu haben. Was kommt als nächstes? Statt einem Netzhautscan ein Spucktest in einer Schleuse, bevor die Tür aufgeht? Schaut man sich die Begeisterung an, mit welcher die Erfinder ihren Türsteher anpreisen, bekommt man eine Gänsehaut. Unbestechliche Menschensortierung – wer hätte gedacht, dass so etwas in einem „freien Land“ möglich ist. Jetzt fehlt uns nur noch das chinesische Sozialpunkte-System, damit nur niemand dem Staat verborgen bleibt.

5 KOMMENTARE

  1. Soziale Punkte – Eine Idee

    Als ihn die Pfizer-Spritze piekte,
    200 Punkte gleich er kriegte.
    Als seine Frau an Pfizer starb,
    500 Punkt er erwarb.
    Als Tochter Lea abgemessert,
    500 Punkte aufgebessert.
    Den Täter Ali aufgenommen,
    2000 Punkte gleich bekommen.

    Nun reist er frei nach Ibiza,
    nur kurz, dann ist er wieder da.
    Das „Punkte-Heft“ hält er parat,
    und dankt von Herzen seinem Staat.

    • Der Spruch ist klasse. Anders, als mit Humor kann man das gar nicht mehr sehen. Ich wünsche mir das noch mehr Menschen ihren Humor und ihre Lebensfreude wider bekommen.

    • Dass alles kann man nur noch mi Ironie, Zynismus oder viel Alkohol ueberstehen, in meinem Fall gerne Wein.
      Danke fuer den Lacher

  2. Ich hab mir sagen lassen das die Antifanten wissen wie man das Ding außer Kraft setzt. Soll sogar einfacher sein als das Internet lahm zu legen.

  3. Das Land ist immer noch frei !!!
    Nur die Bürger spinnen !!! „Italien im Würgegriff der Phfarmaindustrie“ der Spruch „Die Römer spinnen“
    hat sich seit Asterix nicht geändert.

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