Der Fargo-Moment: Eine Welt voller Arschlöcher

Der Fargo-Moment: Eine Welt voller Arschlöcher

Frances McDormand in Fargo: Moralische Schattierungen ins Abseits (Foto:IMDB)

Fargo aus dem Jahr 1996, gedreht von Ethan und Joel Coen, war wohl der erste Film, der den Zuschauer ins Leere laufen ließ mit seiner Neigung, im Geschehen einen Helden zu identifizieren, anhand dessen Interessen- und Gefühlslage er selbst eine emotionale Perspektive einnehmen kann. Die Regisseure verhinderten dies, indem sie keinem einzigen der Charaktere etwas Sympathisches zugestanden. Auf gut Deutsch ausgedrückt: in dem Film gibt es eigentlich nur Arschlöcher.

Blickt man heute auf die Weltpolitik, dann bekommt man ebenfalls ein solches Fargo-Erlebnis. Das angenehm-simple Gefühl, zu den Guten zu gehören, wie es im Westen bis nach dem Ende des Kalten Krieges vorherrschte, löst sich in Luft auf. Wer zu den brennenden Konflikten unserer Zeit Stellung bezieht und sich auf eine Seite schlägt, muss gleichzeitig die Augen fest zudrücken, um nicht sehen zu müssen, welch unglaubliches Arschloch auch sein erkorener Favorit gleichzeitig ist.

Moralistische Spinnerei im leeren Raum

Das gilt aktuell für die Konflikte Israel versus Palästina, Russland versus Ukraine und selbstredend die Spannungen zwischen NATO/USA und Russland beziehungsweise wahlweise auch China. Doch dasselbe gilt für die Innenpolitik, namentlich in Deutschland: Die deutsche Regierung, wo immer sie sich im Weltgeschehen auch positioniert, ist durchweg ein Ärgernis. Herr Wadephul schwafelt derzeit etwas von der “Anerkennung eines palästinensischen Staats” als Ziel – moralistische Spinnerei im leeren Raum. Immer dieses „Wir“ – ob als Deutschland, als EU, als NATO oder „der Westen“ mit all ihren moralischen Monstranzen der Werte, der Menschenrechte, der Demokratie und Entwicklungshilfe zu den Guten zählten, was angesichts der realen Politik und der realen Vorgänge eine Absurdität ist.

Und wer unter diesen Arschlöchern zu schwach ist, um in der oberen Liga mitzuspielen, findet sich nicht im Lager der Guten – sondern sinkt herab zum Idioten. Und genau das ist die Rolle, die uns unsere Führungsclique derzeit zugedacht hat.

4 Kommentare

  1. Laut vorliegenden Dokumenten soll die Bundesrepublik jährlich bis zu 500.000 in UK illegal Eingereiste übernehmen.

    Ein „historischer“ Handschlag zwischen Friedrich Merz und Keir Starmer : Kensington-Vertrag.

    ….ohne Parlament, ohne Obergrenze, ohne Rücknahmegarantie, wie die Frankfurter Rundschau berichtet.

    Was ist das nur? Was für einen Typen als Kanzler haben die gewählt?

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  2. In Fargo wird kurzerhand zur Entsorgung der Häcksler angeworfen – schön, wenn es in der Realität auch so einfach wäre..!

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  3. Die erste Ehrung, einen tatsächlichen Anti-Helden (eines auf allen Ebenen – auch eben die des Herzens – Scheiternden) ins Zentrum eines Films getragen zu haben, gebührt nicht den Coen-Brüdern. Wenngleich man deren späteren Film „Inside Llewyn Davis“ auch zu dieser seltenen Gattung dazuzählen darf. Nein, Stanley Kubrick eröffnete diesen Reigen bereits 1975 mit „Barry Lyndon“!