Der manipulierte Kampf der Kulturen

Der manipulierte Kampf der Kulturen

Ruhollah Khomeinis Rückkehr in den Iran 1979: Kein Befreiungstriumph, sondern Beginn der islamistischen Polarisierung und Destabilisierung im Interesse einflussreicher westlicher Kreise (Foto:Imago)

Als der Islamist Ayatollah Khomeini 1979 im Iran die Regierung des Schah in einer Revolution ablöste, war das bereits der zweite große Umbruch in dem Land innerhalb von 26 Jahren. 1953 war es der demokratisch gewählte Präsident Mozadegh gewesen, der gestürzt wurde. Diesen gewaltsamen Regierungswechseln waren zwei Dinge gemeinsam: Erstens sind beide durch massive britische und amerikanische Eingriffe zustande gekommen. Zweitens – und im Widerspruch dazu – haben sie jeweils ein Stück weiter weg von freiheitlicher Demokratie, westlicher Lebensweise und Rechtsstaatlicheit geführt.

In diese klar kontraproduktiven Machenschaften waren Regierungskreise und Geheimdienste involviert, außerdem der britische Rundfunksender BBC und, wenn auch weniger systematisch, ebenfalls französische Medien.

Falsche Freunde

Ein treffender Aphorismus lautet: „In der Bibel steht geschrieben: Die Feinde soll man so lieben wie die Freunde. Vermutlich weil es sich um den gleichen Personenkreis handelt.“ Grobe Verstöße gegen demokratische Grundwerte stellen allerdings in der Historie der britischen und amerikanischen Militärintervertionen gar keine Besonderheit dar. Namentlich in Lateinamerika wurden wiederholt demokratisch gewählte Regierungen mit Hilfe “guter”  Rebellen zu Fall gebracht und durch Diktaturen ersetzt. Auch in den großen Kriegen in Korea (1950-1953) und Vietnam 1955-1975) handelte es sich bei den militärisch unterstützten Regierungen jeweils um Diktaturen.

Das Novum im Fall der iranischen Revolution von 1979 bestand darin, dass sie zusätzlich zu der gewohnten Unterstützung undemokratischer Kräfte noch eine solche fanatischer Islamisten brachte. Dadurch wurde Khomeinis Inthronisierung zu einer “Pionierleistung” auf dem Gebiet gleich mehrfach kontraproduktiver Einmischungen. Da im gewohnt unkritischen Medienambiente kein breites Misstrauen und erst Recht kein Widerstand gegen den Irrsinn aufkam, konnte später eine ganze Serie von Eingriffen nach demselben Muster folgen, unter anderem in Somalia. 2011 folgte eine Großauflage des Antikonzepts während des “Arabischen Frühlings in Nordafrika und in Syrien.

Strategisches Profil westlicher Einmischung

Das strategische Profil aller dieser politischen Umbrüche unter – nach außen meist unauffälliger – westlicher Einmischung hatte einige Gemeinsamkeiten. Dazu gehörte, dass Islamisten im Gegensatz zu rivalisierenden Demokraten bestens auf den Machtwechsel vorbereitet waren, sich wohlwollender Medienberichterstattung erfreuten und über reichlich Geld verfügten, mit dem sie publikumswirksame Aktionen finanzieren konnten.  Schlimmer noch: Angeblich pro-westliche Extremisten, aber auch klar anti-westliche Djihadisten und Terroristen  erhielten direkt oder über Umwege stets umfangreichen Zugang zu amerikanischen Waffen.

Auf für die Initiatoren vorhersehbare Weise hatte die langjährige Bewaffnung islamistischer Kämpfer verheerende Konsequenzen für die Stabilität in den betreffenden Ländern, wie auch für die Akzeptanz der freiheitlichen Demokratie. In den Medien wurde jedoch jedes der Desaster wie das versehentlich verunglückte Ergebnis eines redlichen Bemühens der britischen und amerikanischen Sicherheitskräfte präsentiert. Khomeinis Machtergreifung zeigt jedoch, dass Redlichkeit bei politischen Weichenstellungen im Westen keinen festem Standard darstellt. Denn die massive Unterstützung der Iranischen Revolution von 1979 hat mit ihm einen Mann zum autokratischen Herrscher erhoben, dessen extremistische Ideologie den sowjetischen Kommunismus als größte Bedrohung der freiheitlichen Zivilisation abgelöst hat.

Der Quds-Tag und seine Folgen

Eine der ersten weittragenden Entscheidungen Khomeinis war die Einführung des Al-Quds-Tages, den er als Feiertag psychologisch geschickt auf das Ende des Ramadan legte. An diesem Tag, der den arabischen Namen Al-Quds für Jerusalem trägt, werden islamistische Narrative und Thesen verkündet. Diese zerstören die ohnehin spärliche Kompatibilität des politischen Islam mit demokratischer Rechtsstaatlichkeit und hetzen die Menschen zur Konfrontation mit Israel und dem übrigen Westen auf.

In einer Ansprache zum diesjährigen Quds-Tag am 28. März 2025 verkündete Ayatollah Alam Al-Hoda: “Imam Khomeini … with his launch of [International] Qods Day, … sought to start in the Islamic world a movement to confront the cancerous tumor of Israel in the region.” („Mit seiner Einführung des Quds-Tages trachtete Prediger Khomeini in der islamischen Welt eine Bewegung in Gang zu bringen, um dem Krebsgeschwür Israel entgegenzutreten.

Polarisierende Initiative

Khomeinis polarisierende Initiative hat für den Westen verheerende Auswirkungen im globalen Maßstab, die Al-Hodas weitere Ausführungen veranschaulichen: „The resistance front*) is the fruit of Qods Day! … resistance is an indestructible idea that has united all the Islamic countries…“ („Die Widerstandsbewegung ist eine Frucht des Quds-Tages! (…) Widerstand [der nicht endende arabische Revanchismus, der Verf.] ist eine unzerstörbare Idee, welche alle islamischen Länder vereinigt.” Mit Widerstand sind hier die islamistischen Bewegungen und Milizen im Libanon und Syrien (Hszbollah) sowie die im Irak und in Palästina (Hamas) gemeint.

Aytollah Al-Hoda hat in seiner Ansprache die propagandistischen “Früchte” des Quds-Tages klar benannt: „Today, the Holy Quran has gained supporters in the West, and Islam – which is rooted in the idea of resistance – is now taking over the Western world.“ („Heute hat der heilige Koran Unterstützer im Westen gewonnen und der Islam – der in der Idee des Widerstandes verwurzelt ist – ist nun dabei, die westliche Welt zu erobern.“) Der rasch wachsende Bevölkerungsanteil von Moslems in Europa und anderen westlichen Regionen bestätigt Al-Hodas Befund einer systematischen Übernahme.

Eigenverantwortung gegen Migrationschaos

Eine bedeutende nichtmilitärische Waffe im Kampf der Zivilisationen ist der Migrationsstrom. Dieser wird seit dem Libanesischen Bürgerkrieg (1975-1990) durch Kriege, Bürgerkriege und generell Unruhen in den Ländern des islamischen Orients gespeist. Dieser effizienzoptimierte Islamisierungsmotor funktioniert jedoch nur so lange, wie in Europa und im übrigen Westen eine selbstzerstörerische Ideologie propagandistisch durchgesetzt werden kann. Im Zuge dieses “politisch korrekten Suizidprogramms” wurden während des Libanesischen Bürgerkrieges nicht nur die verfolgten Christen als Flüchtlinge aufgenommen, sondern auch Moslems. Dieser Verstoß gegen die Prinzipien der vorrangigen Solidarität innerhalb der jüdisch-christlichen Zivilisation einerseits und der arabischen Eigenverantwortung andererseits hat dem islamischen Migrationsstrom die Tore unverantwortlich weit geöffnet.

Die Pflicht zur Eigenverantwortung leitet sich aus dem Anspruch eines jeden Staates auf Souveränität nach Artikel 2 der UNO-Charta ab. Denn die souveräne Entscheidungshoheit bedeutet als Schutz vor fremder Einmischung zugleich die alleinige Verantwortung für alle Folgen der eigenen Entscheidungen.

Abschreckendes Beispiel Libanon

Entsprechend ihrer Eigenverantwortung sind die Europäische Union und die Arabische Liga als Allianzen kulturähnlicher Staaten jeweils für die Aufnahme ihrer eigenen Flüchtlinge zuständig. Der Libanon hat sich im Verlaufe des Bürgerkrieges ab 1975 von einem prosperierenden, überwiegend christlich geprägten Staat in ein krisengeschütteltes muslimisches Land verwandelt. Von diesem bedeutenden Kollateralschaden des Nahostkonflikts haben die Mainstream-Medien kaum berichtet, während der Streit um das deutlich kleinere palästinensische Westjordanland permanente mediale Hochkonjunktur hat.

Ein noch bedeutend größerer Schaden für den judäo-christlichen Kulturraum besteht im Zulassen des großen demographischen Trends, der diesen bei Fortdauer zu einem Teil des islamischen Orients machen muss. – Wenn der Entwicklung nicht durch einen prinzipienorientierten politischen Kurswechsel Einhalt geboten wird, wird lange vor Ende dieses Jahrhunderts feststehen, dass niemand dessen Verlauf in so dramtischem Umfang und so völlig unverdient bestimmt hat wie Khomeini.

Mangelnde Solidarität

Khomeinis aufwendig herbeimanipulierte Machtübernahme beruhte keineswegs auf einem Irrtum der Initiatoren in seiner Person, in seinen Ansichten und in seinen Zielsetzungen. Vielmehr waren diese durch ein 1970 erschienenes Buch bestens bekannt. In diesem aus seinen Unterrichtslesungen zusammengestellten Werk präsentiert Khomeini das Modell eines vom Islam dominierten Staatswesens – ein inkompatibles Antikonzept zur rechtsstaatlichen Demokratie entsprechend der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und Verfassung. Die Inkompatibilität wird durch den offenen Antisemitismus unterstrichen, der in Khomeinis Buch transportiert wird.

Der multiple Schaden, den die Inthronisierung des Ayatollahs den westlichen Gesellschaften eingetragen hat, war so klar vorprogrammiert, dass an seiner vorsätzlichen Verursachung kein Zweifel bestehen kann. Der Kreis der Verdächtigen hinter dem Desaster wird durch den gigantischen und äußerst komplexen Aufwand für die Realisierung des Machtwechsels von 1979 auf äußerst einflussreiche Personen beziehungsweise Gruppen begrenzt. Zu deren Charakteristika zählen ein unübersehbarer Solidaritätsmangel gegenüber den Nationen des judäo-christlichen Kulturraums sowie autokratische Ambitionen, denn offensichtlich nehmen sie die freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung als störendes Hindernis wahr, die es unter Vorwänden zu überwinden und zu umgehen gilt.

Künstliche Diskursverengung

Außer der britisch-amerikanischen Finanzaristokratie verfügt niemand auch nur annähernd über die erforderliche Reichweite in den involvierten Bereichen des Medienwesens und des Sicherheitsapparates. Auch wenn der Befund nach sogenannter Verschwörungstheorie klingt, ist er das Ergebnis nüchterner Sacherwägungen. ‚Verschwörungstheorien‘ als angeblich verleumderisch abzuweisen ist bekanntlich Bestandteil der “Political Correctness”. Diese künstliche Diskursverengung stellt auf der rationalen Ebene nichts als eine freiheitswidrige Erkenntnisbarriere dar. Auf der psychologischen Ebene wirkt sie als Tabu, das Journalisten und Politiker zu feiger Selbstzensur veranlasst, wenn sie nicht aus dem Kreis der Etablierten gemobbt werden wollen.

Die Tabuschranke gegen “Verschwörungstheorien” hält das Thema sehr wirksam aus dem politischen Diskurs. Doch zeigt eine Auseinandersetzung auf der Sachebene, dass es überhaupt nicht um Verschwörungen geht, sondern um Intrigen. Bei historischen Verschwörungen wie derjenigen vor der Ermordung des Diktators Cäsar handelte es sich um couragierte Aktionen von Idealisten, deren Ziel in einer Befreiung von autokratischer Herrschaft bestand.

Subversive Intrigen gegen freiheitlich-demokratische Nationen

Die heutige Errichtung von Machtstrukturen jenseits demokratischer Kontrolle durch die Herren der Finanzaristokratie läuft auf das Gegenteil hinaus: auf die Untergrabung der Souveränität freier Nationen durch die Umgehung der offiziellen Institutionen ihrer Staaten. Beispielsweise fallen die wichtigen Entscheidungen im Bereich der Entwicklungspolitik großenteils in UNO-Unterorganisationen, in den NGOs und im IWF. Entscheidungen in Gesundheitsfragen liegen größtenteils in den Händen der Pharmaindustrie, der UNO und großer Organisationen wie der Gates Foundation. Nationale Gesetze werden per Lobbytätigkeit – wissenschaftlich nachgewiesener Maßen – auf Konzerninteressen zugeschnitten. In außen- und militärpolitischen Angelegenheiten werden grundlegende Entscheidungen oft auf der Ebene der NATO und des Militärisch-Industriellen Komplexes gefällt.

Auch die Machenschaften hinter den inszenierten Regierungswechseln im Iran hatten nicht den Charakter idealistisch motivierter Verschwörungen, sondern subversiver Intrigen gegen die Interessen der freiheitlich-demokratischen Nationen. Dies gilt namentlich, indem sie einen bereits vor über 200 Jahren (in den Berberkriegen) abgeschlossenen Kulturkampf neu entfacht haben – an der Seite der Islamisten.


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7 Kommentare

  1. WICHTIG!

    Blackrock übernahm am 15.8.25 offiziell das WEF, angeblich zwar nur für eine Interimszeit, nachdem Klaus Schwab abgetreten ist. Aber wie es tatsächlich weitergeht, bleibt abzuwarten.

    https://uncutnews.ch/blackrock-ubernimmt-das-wef-du-wirst-nichts-besitzen-und-glucklich-sein-jetzt-in-der-hand-der-finanzmafia/

    Unter demselben Datum wurde noch ein zweiter Artikel über diesen Coup auf uncutnews.ch veröffentlicht, der beim Runterscrollen kurz nach dem oben genannten zu finden ist.

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  2. Das Problem ist nicht Blackrock oder Klaus Schwab, sondern die doofen Europäer, hier im besonderen die Deutschen, die Franzosen und die Briten. Das alles kann nur funktionieren, wenn die Mehrheit mitmacht oder zumindest mitläuft.
    Der Islam wird nur deshalb in Europa siegen, weil die Europäer es genauso wollen. Jeder hat es selbst in der Hand Wiederstand zu leisten und die Richtigen zu wählen. Leider interessiert das alles den Biodeutschen überhaupt nicht. Für ihn sind Fressen, Saufen, Ficken, Fußball, Auto und Urlaub viel wichtiger! Der Kulturkampf wird erst ernst genommen, wenn man den Michel eines seiner 6 Grundbedürfnisse wegnimmt.

    1. Richtig beobachtet.
      Die Nationen der freiheitlich-demokratischen Zivilisation sind einem Krieg mit allen Mitteln ausgesetzt, unter anderem einem Migrationskrieg, einem Propagandakrieg und einer (medial manipulierten) Verleitung zum militärischen Selbstmord in einem neuen Bruderkrieg in der Ukraine bzw. einem die eigene Reputation zerstörenden Gazakrieg gegen Terroristen, die von NGOs, der UNO und den Medien Rückendeckung bekommen.

      Die von diesem Großangriff betroffenen westlichen Nationen werden sich dieser Bedrohung zum Glück immer bewusster und sehen den großen Zusammenhang zwischen diesen Kriegen und der Islamisierungswelle.

      Wie Sie auch richtig feststellen, die Europäer sind in dieser Bewusstwerdung am weitesten hinten dran. In Amerika ist man deutlich weiter und in Israel am weitesten. Da merkt man jeden Tag, wie sich Islamismus anfühlt.

  3. Das „palästinensische Westjordanland“ heißt Judäa und Samarien. Es handelt sich um urjüdische Gebiete, die teilweise noch von radikalen moslemischen Siedlern beherrscht werden.
    Das „Ostjordanland“ wurde übrigens ebenfalls den Juden geraubt, indem Großbritannien sein damaliges Völkerbundmandat missbrauchte und diesen Teil des als „jüdische Heimstatt“ vorgesehenen Mandatsgebiets einem saudi-arabischen Tyrannen schenkte.

    1. Korrekte historische Hinweise, Ralph Raschen!
      Die Mandatsmacht Großbritannien hat sich in unglaublichem Maße gegen die Interessen der jüdischen Siedler verhalten. Das als Transjordanien abgetrennte Ost-Palästina hätte in diesem Moment erstens als Demokratie eingerichtet werden müssen und zweitens als der ausdrücklich exklusiv arabische Teil Palästinas – also der Palästinenserstaat mit heutige Worten.
      Ebenso unglaublich wie diese und sehr viele andere Verstöße gegen das Balfour-Versprechen von 1917 und gegen den Mandatsvertrag von 1922 ist die Zurückhaltung Israels, das sich bis heute eine diskriminierende Behandlung durch das Vereinigte Königreich weitgehend klaglos gefallen lässt.

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    2. Die Samaritaner sind im Gegensatz zu den Aschkenazi Juden echte ethnisch-religiöse Semiten (also semitischer Abstammung meine ich).
      DIe Aschkenazi sind nicht-semitischer Abstammung.
      Das habe ich mir nicht aus den Fingern gesaugt, sondern das haben mir viele gläubige Juden , jit denen ich mich mal unterhalten habe vor vielen jahren selbst gesagt. Und nein, es waren keine linken oder kommunistischen Juden, sondern echte wahre jüd. Patrioten!
      Und naja fragen Sie mal,was die jüdischen Samaritaner von den heiligen Buch der Bücher mehrheitlich heute lebenden Juden in Israel ,also von dem Talmud halten. Ich garantiere Ihnen Sie werden staunen.Die Samaritaner wissen über den Inhalt des Talmud sehr gut Bescheid. Es wurde von keinem Heiligen und von keinem Messias verfasst, sondern von einigen gekränkten Theologen nach der „Zerstreuung“ verfasst.
      In dem Talmud stehen sehr viele schwachsinnige und beleidigende Dinge über Jesus, über Jungfrau Maria und über die Ungläubigen.
      Nur die Sepharden, die Falascha und die Samaritaner stammen tatsächlich von den Semiten ab. Die Aschkenasim sind nicht-semitischer Abstammung!