
Philipp Amthor, der sich mit übertriebenem Selbstbewusstsein längst als Mann der ersten Reihe versteht und dem man die stille Gewissheit anmerkt, dass er den Kanzlerjob irgendwann auch noch übernehmen könnte, macht auch nach Feierabend noch Staat. Lässig führt er die Kamera durch sein Büro im Kanzleramt (“nur zwei Etagen unter dem Kanzler“), als wäre das nicht die Bühne einer Partei im freien Fall, sondern die interne Besichtigung eines gelungenen Lebensentwurfs. Im Hintergrund steht eine Cassina-Le-Corbusier-Sitzgruppe, deren Listenpreis bei rund 27.000 Euro liegt, sodass der junge Staatsminister, der sich vom Bundestagsstreber über das Digitalministerium ins Präsidium und nun in die Regierungszentrale hochgearbeitet hat, seine Nähe zur Macht gleichsam auf Designmöbeln ausstellen kann, während draußen die eigene Landespartei parlamentarisch untergeht.
Auf der Terrasse lässt er sich einen Ostsee-Strandkorb so platzieren, dass er vom Flur aus sichtbar bleibt, und erklärt mit jener jovialen Unerschütterlichkeit, die nur entsteht, wenn man den eigenen Aufstieg für naturgesetzlich hält, dass man das Möbel im unwahrscheinlichen Fall der Erholung sogar noch in den Kanzlergarten drehen könne. Dann kommt der Kanzleramtsfuchs, den Amthor zu späten Sonnenuntergangszeiten schon über den Rasen hat laufen sehen, während er noch telefonierte, und dieser kleine zoologische Einschub soll offenbar listig die Botschaft einstreuen, dass hier jemand auch nach lange Dienstschluss für das Land tätig ist – obwohl er in Wahrheit vor allem belegt, wie sehr dieser Parvenü die Kulisse genießt, die ihm die Kamera schenkt.
Ein Fuchs unter Füchsen
Die Karriereplanung stimmt soweit: erfolgreicher Jurist, Aufstieg in die politische Premiumliga, Ämterhäufung in einer moribunden absteigenden Partei, persönlicher Regenschirmträger von Friedrich Merz, steuerzahlerfinanziertes Design-Luxusbüro – und dazu die “passende” Freundin: Carlotta Voß, die neben Amthor aussieht wie eine Katalogdame, sich feministisch gibt und dieses Prachtexemplar eines Alphamannes garantiert nicht wegen seiner Macht und Prominenz gewählt hat (ach was, niemals!), wurde von “Nius“ gerade erst als Redenschreiberin für Merz mit kaum verleugbaren inhaltlichen Nähen zur Linken treffend gewürdigt. Dass derselbe Amthor sich natürlich auch den Kanzlerposten zutraut, passt zu einem Politiker, der Verantwortung nicht als Last, sondern als Bühnenbild begreift und der stolz darauf ist, kein Drückeberger zu sein, während er gleichzeitig den Niedergang seiner Heimatpartei als Karrieresprung verbuchen darf.
Seit dem 29. Juli sitzt Philipp Amthor, der immer so rüberkommt wie sein eigener Opa, als Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit eine Etage unter Friedrich Merz, und seit dem Wahldebakel in Mecklenburg-Vorpommern führt er nun auch noch kommissarisch ausgerechnet jenen Landesverband, der mit 4,9 Prozent erstmals an der Fünfprozenthürde scheiterte (wohl auch dank seines “Einsatzes” bei Döner-Events à 4 Euro) und damit jede unmittelbare parlamentarische Verantwortung im Nordosten verloren hat. Statt sich totzuschämen, dass man in Schwerin nichts mehr zu sagen hat, präsentiert man der Nation das Büro, den Strandkorb und den Fuchs, als könne man durch Interieur und Anekdote ersetzen, was an politischer Substanz fehlt.
Die Arroganz des Angekommenseins
Die Merz-Koalition ist nun fast 17 Monate im Amt, und wer nach einer einzigen durchgreifenden Reform sucht, die diesen Staat handlungsfähiger, die Bürokratie spürbar kleiner und das Land wirtschaftlich wieder fester gemacht hätte, wird nach wie vor nicht fündig. Stattdessen gibt’s massenweise Ankündigungen, Sofortprogramme und denselben Funktionärston, mit dem Amthor schon früher erklärt hat, es gehe für die CDU ums Ganze. Und gerade weil er so eifrig klatscht, so glatt formuliert und so sichtbar “angekommen” ist, wird dieser servile Kanzlerbückling zur Idealfigur einer Partei, die den Verlust der Wähler durch die Pflege der eigenen Inszenierung kompensiert und die Arroganz des Angekommenseins mit der Rhetorik des Überlebenskampfes vermischt.
Der Fuchs im Garten mag schlau sein, der Strandkorb mag nach Heimat riechen und das Designer-Sofa mag signalisieren, dass man den richtigen Geschmack für die Macht entwickelt hat. Aber all das ändert nichts daran, dass die Union in dieser Konstellation die nötigen Schnitte nicht schafft und dass Amthors Weg nach oben umso steiler wird, je schneller die Partei nach unten abstürzt. Philipp Amthor mag davon träumen, die letzten zwei Stockwerke über ihm auch noch zu erklimmen und dann selbst im Kanzlerbüri zu sitzen. Doch das eigentliche Problem dieses verstiegenen Ehrgeizes liegt nicht so sehr in seiner persönlichen Schleimigkeit, sondern darin, dass eine Partei, die bei Wahlen inzwischen pulverisiert wird, ihren Oberschleimern selbst den Boden unter den Füßen wegzieht. “Wegfall der Geschäftsgrundlage” nennt man das im Juristendeutsch.
- Auf Telegram teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Telegram
- Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
- Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
- Auf WhatsApp teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) WhatsApp
- Einen Link per E-Mail an einen Freund senden (Wird in neuem Fenster geöffnet) E-Mail
- Drucken (Wird in neuem Fenster geöffnet) Drucken










12 Kommentare
Amthor ist kein „erfolgreicher Jurist“!
Er ist ein Schmalspurjurist ohne zweites Staatsexamen..
Also kein Volljurist!
Selbst wenn, Advokaten richten Schäden an, inbes. wennse im Regime hocken, Beamte sowieso. Leute, mit Abschlüssen aus produktiven Branchen, dort Dekaden tätig, könnense lange suchen!
Zum Abrechnen der Kosten für den Strandkorb und die Spedition, mit der Bundestags-Verwaltung reichts …
Der deutsche Steuerzahler ist grosszügig.
🙁
s. NiUS
Amthor der Sonnenkönig und sein Strandkorb im Kanzleramt
Rein finanziell kann er sich das Leisten, allerings glaube ich nicht, das sein Pimmel da mitspielt!
Als Dame mit sonem Heini nochnichma für viel Geld. Aus der Regenbogenfraktion findet sich evtl. ne Transe, die es im hohen Haus en masse gibt.
Das schlimme ist, dass dieser Typ knapp 30000! Euro im Monat kassiert und dazu noch eine wirklich hübsche und schlaue Partnerin hat. Da fragt man sich schon, wie kann das alles sein? Aber nach der nächsten BTW hat sich die Personalie Amthor hoffentlich auch erledigt.
Warten wir also die nächsten Wahlen ab.
Wie immer. 😂😂😂
😜
Ja vor allem schleimen kann er🤣🤣🤣🤣und sonst nichts ausser die Hand aufhalten…. Korruption ist sein Metier 🖕🖕🖕🖕
Lackaffe der Nation!!
GRANDIOS in dieser „zdf doku“ inside cdu, wie er da ständig den großen Zampano gibt, mit seinen lächerlichsten Gesten, Sprüchen und Schulterklopfern; die merke(l)n echt garnüscht mehr…
DAS Sinnbild des UNtergangs.
Man muß sich nur mal anhören, mit welcher Betonung Peter Hahne jedesmal, wenn die Rede auf ihn kommt, den Namen von Ph. A. ausspricht. Herrlich!
Ein typischer Fall von Kreißsaal-Hörsaal-Plenarsaal.
Zitat:
Der neue Staatsminister Philipp Amthor findet, dass die Schlauesten, Fleißigsten und Robustesten Politiker werden …
….den sollte man als sargträger den linkenrotgrünen lager schenken….. die haben uns schliesslich A.M geschenkt!