
Es war ein Freitagmorgen wie jeder andere, bis in einem rumänischen Grenzdorf das Unfassbare geschah: Ein unidentifiziertes, surrendes Ding kollidierte mit der Dachrinne von Familie Popescu. Niemand wurde verletzt, die Dachrinne ist leicht verbogen, doch der geopolitische Puls des Westens schnellte augenblicklich auf 200 hoch. Noch bevor der erste rumänische Dorfpolizist den Tatort mit Absperrband sichern konnte, stand die wichtigste Erkenntnis des Tages bereits felsenfest, sie hatte sich quasi in Lichtgeschwindigkeit in den Redaktionsstuben von ARD, ZDF und RTL materialisiert: Putin war’s! Ganz persönlich. Oder zumindest eine seiner Drohnen.
Die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen glich dazu einem journalistischen Kunststück: Ein sichtlich erschütterter Moderator blickte mit staatstragendem Ernst in die Kamera, während im Hintergrund eine animierte Grafik eine glutrote russische Sichel zeigte, die unbarmherzig nach der NATO greift.
Fakten? Wir brauchen Gefühle!
“Wir wissen zwar noch nichts”, raunte der Experte im Studio, “aber das, was wir nicht wissen, weist eindeutig auf den Kreml hin. Die Handschrift ist unverkennbar: Es flog, es war laut, und es war östlich von Paris.” Ein klarer Fall – und die nächste russische Eskalation. Was sonst?
Die Privatsender standen dem in nichts nach: RTL schaltete sofort live zu einem Korrespondenten, der dramatisch im Wind stand – zwar 400 Kilometer vom Unfallort entfernt, aber die Frisur saß schlecht genug, um die Bedrohungslage spürbar zu machen. Hier wurde das Ereignis direkt in die Primetime verlängert: “Das Drohnen-Drama von Rumänien – Wohnt der Terror jetzt auch in Ihrer Dachrinne?”
Der Spielverderber aus Astana und der Blick in die Geschichte
Aus dem fernen Kasachstan, genauer gesagt aus Astana, meldete sich dann der leibhaftige Gottseibeiuns der westlichen Medienwelt zu Wort: Wladimir Putin, der offensichtlich den journalistischen Ehrenkodex des „Erst verurteilen, dann fragen“ nicht verstanden hat, gab sich gewohnt unkooperativ.
“Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde”, wagte es der Kremlchef vor Journalisten zu behaupten; ein ungeheuerlicher Affront gegen die westliche Blitzjustiz! Da plädierte Putin doch tatsächlich für so altmodische Konzepte wie Untersuchungen” und Beweise! Schlimmer noch: Er behauptete sogar, es habe sich wahrscheinlich um eine verirrte ukrainische Drohne gehandelt – so wie zuvor schon in Finnland, Polen oder dem Baltikum, wo auch immer zuerst Moskau beschuldigt wurde.
Wer braucht schon Aufklärung?
Dabei zeigt uns die Geschichte doch, dass man im Zweifel und praktisch immer sofort dem erstenbesten glauben sollte, der laut zeigt! Wer braucht schon Aufklärung? Gut: Böse Zungen in den Kommentarspalten unken bereits geschichtsvergessen herum und ziehen völlig abwegige Parallelen. Historischer Exkurs, für den niemand Zeit hat: Manche erinnern jetzt an den 31. August 1939 und den Überfall auf den Sender Gleiwitz (damals inszenierte die SS eine klassische “False Flag” – eine Aktion unter falscher Flagge –, um Polen die Schuld in die Schuhe zu schieben und so den Zweiten Weltkrieg vom Zaun zu brechen).
Aber mal ehrlich: Wer wird denn heute, im Zeitalter des Qualitätsjournalismus, noch Parallelen zu historisch inszenierten Vorwänden ziehen? Damals gab es schließlich noch kein Twitter, um die absolute Wahrheit innerhalb von drei Sekunden festzulegen! Heute ist das alles viel sauberer. Wenn es im Fernsehen läuft, muss es eine lupenreine Kausalität sein. Punkt!
Die Alexandru-Verschwörung
Da absolut überhaupt nichts bewiesen ist und eine Expertise vor Ort noch aussteht, schießen derweil die Spekulationen im Dorf ins Kraut. Die Wahrheit könnte nämlich weitaus dramatischer sein als ein russischer Marschflugkörper. Lokale Ermittler prüfen jedoch insgeheim eine ganz neue Spur: Den 11-jährigen Alexandru aus der Nachbarschaft! Zeugen berichten, dass der Junge zum Geburtstag eine chinesische Billigdrohne geschenkt bekommen hat.
Es besteht der dringende Verdacht, dass Alexandru beim Versuch, die Dorfkatze zu filmen, die Kontrolle über die Fernsteuerung verlor, das Signal abriss und das Flugobjekt im Sturzflug die Popescu-Dachrinne demolierte. Sollte sich das bewahrheiten, stünde die NATO vor einem logistischen Albtraum: Muss jetzt der Bündnisfall gegen die Fünftklässler der örtlichen Gesamtschule ausgerufen werden?
Sabotage der transatlantischen Empörungsmaschinerie
Die Redaktionen arbeiten schon mit unter Hochdruck an Brennpunkten zum Thema “Gefahr durch marodierende Minderjährige”. Dies umso mehr, als sich Moskau unterdessen erdreistet hat, bei der Aufklärung zu helfen. Welch ein Unding! Dabei handelt es sich natürlich glasklar und durchschaubar um den durchschneidenden Versuch, die transatlantische Empörungsmaschinerie zu sabotieren!
Denn eines ist klar: Wenn wir jetzt anfangen, auf Drohnenteile zu warten, Seriennummern zu prüfen, Flugbahnen zu rekonstruieren oder Alexandrus Taschengeld zu pfänden, nimmt das der Nachrichtensendung völlig die Dynamik. Deshalb folgen der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die Qualitätsmedien lieber der bewährten und bequemen Formel: “Es surrt, es kracht – der Russe hat’s gemacht!” Gute Nacht.
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6 Kommentare
Die deutschen Kriegstreiber haben auf allen Kanälen zum Kampf gegen den russischen Agressor rumgekotzt. Die Europäischen NATO Spinner wollen wohl den Ernstfall. Wenn die Amis aussteigen, dann hilft auch kein Französischer Atomschirm mehr. Es war sowiso gefährlich, den Franzosen Atomwaffen zu geben oder überhaupt zu erlauben. Dort ist man mit der Islamisierung schon etwas weiter als im Dummtrottelland.
Rumäniens Präsident: Darum traf die russische Drohne das Wohnhaus in Galați
Die russische Drohne, die in der Nacht zu Freitag ein Wohnhaus in der rumänischen Grenzstadt Galați getroffen hat, ist nach Angaben von Präsident Nicușor Dan zuvor über der Ukraine getroffen worden. Die Drohne sei vermutlich als Teil eines Drohnenschwarms über der ukrainischen Stadt Reni abgeschossen oder getroffen worden und habe daraufhin ihre Flugbahn verändert.
„Ein Teil von ihnen wurde über ukrainischem Gebiet abgeschossen, und eine von ihnen, die wahrscheinlich über der Stadt Reni getroffen wurde, änderte ihre Flugbahn und kam nach Galați“, zitierte der Sender Digi24 den Präsidenten. Auf die Frage, ob die Richtungsänderung absichtlich erfolgt sei, antwortete Dan: „Sie wurde kinetisch getroffen. Sie wurde getroffen, und deshalb ist das passiert.“
https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_101268584/ukraine-krieg-rumaeniens-praesident-nennt-ursache-fuer-drohneneinschlag.html
Eine echte Lachnummer….! Und bitte nicht vergessen, das alles von „Unabhängigen“ überprüfen zu lassen ( berühmter Nachsatz JEDER Nachrichtensendung ).
Dauerspiel, wie bei der Steuererklärung: „Es muß klar sein aber nicht wahr sein“. OK, gilt ja für die gesate Politik und die Wähler sind glücklich und wollen Fortsetzungen sehen.
Wenn Finanz und Wirtschaftssysteme untergehen kommt man um Krieg oft nicht herum.
Und mit Sicherheit will die Ukraine die Nato mit in den Krieg reissen.
Selenskij will gewinnen, sich rühmen, Zigarre in die Mundhöhle pfropfen.
Es ist auch nicht schwer, mal eben russische Drohnen nachzubauen.
Warum sollte Rußland ausgerechnet Rumänien zuerst angreifen und aus welchem Grund ?
Und dann mit nur 1 Drohne ???
Und hier gängelt man die Bevölkerung in die Pleite, damit wieder nach „Kanonen“ geschrien wird ?
Wollt Ihr untergehen oder Maoam ?
Putin hat auch den 1.Weltkrieg ausgelöst wie Grünvolldeppenhistoriker jetzt herausgefunden haben