Der „Volksverpetzer“ greift durch

Volksverpetzer als Volksverhetzer (Symbolbild:Shutterstock)

Dreht die Boombox auf volle Lautstärke und spielt Wagners „Walkürenritt”, lasst die Waldhörner erschallen und schließt euch den Jagdaufrufen an! Ladet die Blasrohre mit Impfpfeilen, schnallt euch einen Kanister Desinfektionsmittel auf den Rücken und dann aufgesattelt, Kameraden der Volkshygiene! Der Feind lauert in unserer Mitte, entlarven wir ihn und führen wir ihn seiner gerechten Strafe zu! Kein Mitleid mit jenen, die ihr geistiges Gift in die Seelen der Unschuldigen träufeln! Denn so will es der „Volksverpetzer„:

(Screenshot:“Volksverpetzer“/Facebook)

Es wird immer schauerlicher: Derzeit fühlt sich der mediale Raum an wie eine Folge von „Outer Limits“ oder der „Twilight Zone„. Die beiden Serienklassiker haben sich oft mit dem Thema „Parallelwelten“ befasst, der großen Frage nach dem „was wäre, wenn„. Schon immer war ich überzeugt, dass diejenigen, welche solche dystopischen Geschichten als „Schrott“ abtaten, sich oft einfach ertappt fühlten: Da hatte jemand die Welt entworfen, von der sie in ihren totalitären Träumen heimlich schwärmten. Der „Volksverpetzer“ ist ein treffendes – wenn auch nicht das einzige – Beispiel dafür, wenn scheinbar gute Vorsätze Amok laufen. Da braucht es gar nicht mehr die Fantasie eines Drehbuchschreibers, um zu erahnen, wohin das führen könnte.

Und auf einmal ist man mittendrin in so einer Geschichte, als wäre man morgens auf einem fremden Planeten aufgewacht, der zwar aussieht, riecht und sich anfühlt wie der eigene, aber doch komplett anders ist. Die Apokalypse knallt und explodiert nicht, sie äußert sich in den Aussagen von Politikern und Medienleuten, von denen man etwas mehr Rationalität erwartet hätte. Was ist das für eine seltsame Krise, in welcher den Bürgern Angst gemacht wird? Ob Tschernobyl, Wirtschaftskrise oder Einwanderung – das Credo lautete immer: „Es besteht kein Grund zur Besorgnis!“ Nur die Tageszeitungen mit den dicken Überschriften konnten damit noch nie einen Blumentopf gewinnen.

Aber unser „Volksverpetzer” trägt natürlich ganz dick auf. Einst sollte aus dem Ein-Mann-Projekt Thomas Laschyks wohl eine Art deutsches „Mimikama“ werden, ein Portal zur Aufdeckung von „Falschmeldungen”. Aber obwohl „Mimikama“ ebenfalls eine deutliche Linksneigung aufweist, recherchieren sie doch einigermaßen sauber und nachvollziehbar. Der „Volksverpetzer” möchte zwar auch diesen Eindruck erwecken, gehört aber dann doch eher zu jenen gratismutigen „Anti-Rechts-Projekten”, die seit der Gründung der AfD wie Pilze aus dem Boden schießen. Der Applaus der Medien ist ihnen dabei sicher, so als würden sie unter Lebensgefahr die Cosa Nostra bekämpfen.

Nun nimmt man sich der Impfpflicht an und würde sie wohl gern mit Peitsche und Knüppel durchsetzen. Weil dazu das nötige Equipment fehlt, muss die eigene Fanbase als „Superspreadertätig werden und die Botschaft in die Welt tragen: „Grenzt Impfgegner aus!”. Ganz konform mit der Leitlinie, die von Montgomery & Co. vorgegeben wird. Von einem linken Portal hätte ich eher einen flammenden Solidaritätsappell mit den Schwachen der Gesellschaft erwartet – aber je fester der Mundschutz sitzt, desto offensichtlicher fällt die demokratische Maske.

Man könnte meinen, die „Invasion der Körperfresser“ habe heimlich begonnen, denn alles steht Kopf. Als Alexander Gauland – ganz offensichtlich metaphorisch – ankündigte, man werde die Regierungsparteien „jagen”, nahmen Seiten wie der „Volksverpetzer“ dies für bare Münze, brüllten „Menschenverachtung!“ und malten bewaffnete blaue Oppositionelle als Teufel an die Wand. Jetzt sind sie es, die zum Halali blasen – zwar nicht mit Gewehren und Pistolen, aber mit sozialem Druck.

Man wunderte sich gar sehr in der „Volksverpetzer“-Redaktion über die mangelnde Zustimmung zu diesem Radikaltweet, da nun sogar Kritik von Impfbefürwortern kommt, denen diese Ausgrenzerei dann doch zu weit ging. Nun fühlt sich der Hausherr der Seite unverstanden und gemobbt. Mit „wer austeilt, muss auch einstecken können“ hat es Blogger Laschyk nicht so. Dabei sollte er ernsthaft überlegen, den Namen der Seite in „Volksverhetzer“ umzubenennen. So nennt man es nämlich gemeinhin, wenn zu Lasten einer Gruppe Propaganda verbreitet wird, die zu Gewalt führen kann. Aber wie immer im linken Spektrum darf man für sich selbst gerne einmal eigene Maßstäbe setzen.

11 KOMMENTARE

  1. „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – das wusste schon Hoffmann von Fallersleben.

    • Ich freu mich schon auf die anarchischen Zustände, wenn ich dann mal alleine mit so einem sein darf. Ich habe viel wut, die ich abtrainieren muss. Völlig rücksichtslos werde ich mich wohl auf seinen Rat hin geben.

  2. @Laschyk, „es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit angepasst an eine durch und durch kranke Gesellschaft zu sein“. Kryshnamurti

  3. Ich habe irgendwie immer „Der Stürmer“ im Kopf, wenn ich vom Volksverpetzer lese. Weiß auch nicht, woher die Assoziation kommt, womöglich aus dem Geschichtsunterricht…

    • So weit muss man gar nicht zurückgehen, die „Neues Deutschland“, Parteiorgan der SED, war da genau so „gut“. Die Mao-Bibel, die die Vorläufer der Grünen, damals wie eine Monstranz vor sich hertrugen, erfüllt auch den Zweck. Anscheinend sind die Deutschen lernresistenter als ich dachte.

  4. DOKU
    Nazi-Eklat gegen Grüne: ORF feuert TV-Kameramann

    “Ihr Grün-Wähler bekennt euch”, wetterte ein ORF-TV-Kameramann auf Facebook gegen die “grünen Nazis” (Zitat) wegen der geplanten Impfpflicht. Alexander Wrabetz, noch bis 31. Dezember SPÖ-naher Generaldirektor, und der grüne Sicherheitsbeauftragte feuerten ihn daraufhin.

    info68 Dein Kommentar wartet auf die Moderation. Dies ist eine Vorschau, dein Kommentar wird sichtbar, nachdem er freigegeben wurde. 24. November 2021 um 14:56 Uhr
    Jetzt wird da das hohe Lied der “öffentlichen Gesundheit” als höherem Wert gesungen (siehe eine frühere hohe österr. Juristin im TV) , also Kollektivismus vor Individualismus, dem sich die Impfgegner zu unterwerfen hätten. Wenn aber früher mal einer vom Synonym “Volksgesundheit” sprach, da hatte er gleich die Nazi-Keule an der Backe! Und wenn mal ein rechter Politiker auf von unerwünschten Einwanderern eingeschleppte Krankheiten hinwies, war er gleich menschenfeindlicher Nazi und hat das R2G-Milieu und seine ÖVP/CDU-Folger hier die “öffentliche Gesundheit” einen Dreck bekümmert!

    info68 Dein Kommentar wartet auf die Moderation. Dies ist eine Vorschau, dein Kommentar wird sichtbar, nachdem er freigegeben wurde. 24. November 2021 um 15:38 Uhr
    Ich wurde von Amts- und Landgericht Frankfurt wegen Beleidigung verurteilt, weil ich gegenüber einem verbohrten GRÜNEN Lokal-Politiker in Büdingen wegen dessen anti-demokratischer Machenschaften (u.a. wollte er einen Gegner aus dem Geschichtsverein werfen) seine Partei als “Mentalzwillinge der Nazis” bezeichnet hatte. Aber mehrfach wurden Strafanzeigen von mir gegen Pöbler aus dem R2G-Milieu, die mich als Nazi, Faschos beschimpften, von den selben Staatsanwaltschaften, die mich verfolgten, teils sogar gleichen Personen, eingestellt. Genau, wie es Bischof Dyba ausführte:”Wer Gleiches ungleich behandelt, der schafft Unrecht!”

    Leser fewe 24. November 2021 um 0:44 Uhr
    Man sagt ja: Wehret den Anfängen. Über die Anfänge wären wir jedenfalls schon weit hinaus.
    Davon, dass die Ungeimpften in Lagern isoliert werden sollen, war immerhin schon die Rede.
    Vera Sharav ist als Holocaust-Überlebende hoffentlich ausreichend kompetent für Sie. Die hatte schon im Juli vor dieser Entwicklung gewarnt und Parallelen gesehen: Es sei schrecklich für Sharav, nun den Niedergang der Demokratie mitzuerleben. Die verfassungsgemäß sichergestellten Freiheitsrechte wurden außer Kraft gesetzt, wie in Nazideutschland, analysiert die Holocaust-Überlebende. Das sei ein großer Vertrauensbetrug, den die Regierungen gegenüber ihrer Bevölkerung begingen. Sharav kritisiert die israelische Regierung stark. Sie ist schockiert darüber, wie Nichtgeimpfte dämonisiert werden. „Unter den Nazis wurden die Juden als Verbreiter von Krankheit stigmatisiert und in Lager gesperrt.“ Jetzt würde wieder eine Zweiklassengesellschaft geschaffen. Die Gesellschaft werde in Privilegierte und Unterprivi

  5. „Aber wie immer im linken Spektrum darf man für sich selbst gerne einmal eigene Maßstäbe setzen.“

    Man wird zum Begriff „Maßstab“ beim typischem Linksgrün nicht das erwarten dürfen, was normale Menschen darunter verstehen.
    Danisch schreibt ja gern was zur Amalgyda, so ganz falsch liegt er da wohl nicht.
    Die Doppelmaßstabler leben in ihrer eigenen Welt, darum kommen die mit ihrer Verlogenheit und ihren ganzen Widersprüchen klar.

    • Und welcher Richter soll ihn richten. Finde mal einen, der nicht seiner Meinung ist. Die Herren und Frauen Freissler freuen sich über solche Leute und werden ihnen vielleicht noch das Ritterkreuz umhängen.
      Da kommt höchstens noch die medizinische Polizey und nimmt den Anzeigeerstatter fest.

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