Deutsche Rentenversicherung: Totgesagte leben länger

Deutsche Rentenversicherung: Totgesagte leben länger

Versorgungssicherheit im Alter: Sind die Hiobsbotschaften unbegründet? (Symbolbild:Imago)

Wenn Politiker von Reformen reden, sollte man den Geldbeutel in Sicherheit bringen. Das gilt aber auch für die Meinungsmacher der Bezahlmedien, die insbesondere der jungen Generation den Floh ins Ohr setzt, für sie sei einmal nichts mehr zu holen, weil die jetzigen Rentner hemmungslos die Rentenkasse “plündern“ würden. Der Schwerpunkt der Altersvorsorge müsse daher künftig auf kapitalgedeckten Renten liegen. Was sagt der Koalitionsvertrag zur Rentenversicherung? Die zwischen CDU und SPD getroffenen Absprachen betreffen zunächst einmal die Stabilisierung des Rentenniveaus. Dieses soll bei 48 Prozent über 2025 hinaus bis 2031 stabilisiert werden. Im Jahr 2029 sollen die Entwicklung des Beitrags und des Bundeszuschusses evaluiert werden, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen. Mein Kurzkommentar dazu: Diese positive Maßnahme ist für die nächste Rentnergenerationen gedacht – doch ausgerechnet Jugendorganisationen fühlen sich übervorteilt. Hat man diesen kein logisches Denken beigebracht?

Außerdem hat man auf die Finanzierung der „Mütterrente“ geeinigt: Die Anerkennung von Erziehungsleistungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die geplante Finanzierung aus Steuermitteln gewährleistet damit eine ordnungspolitisch korrekte Finanzierung. Mein Kurzkommentar: Ja – die Abschaffung der Benachteiligung der Mütter von Kindern, die vor 1992 geboren wurden, ist ein Akt der Gleichberechtigung und kostet nicht mehr viel! Diese Rentnerinnen haben nicht mehr viel davon, weil sie nicht mehr lange leben. Außerdem geht es nur um eine Aufstockung der Anerkennung von 30 Monaten auf 36 Monate, wie für die nach 1991 geborenen Kinder. Und schließlich wurde die Einsetzung einer Rentenkommission beschlossen. Dieses geplante Gremium soll die Chance bieten, das Gesamtversorgungssystem umfassend zu analysieren und zukunftsfähig zu gestalten. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) und ihre Selbstverwaltung sollen darin ihre Expertise einbringen. Mein Kurzkommentar diesbezüglich: Ich sehe diesen Punkt kritisch, denn ich wüsste nicht, was eine weitere Kommission herausfinden will, was Fachleuten nicht schon längst bekannt ist. Außerdem gilt: Nur wer nicht weiter weiß, gründet einen Arbeitskreis.

Besorgte Kassandrarufe

Dieser Tage verschickte die DRV ihre jährliche Kurzfassung der 300-seitigen Statistik der „Rentenversicherung in Zahlen“. Vor einem Jahr berichtete ich aus der Langfassung. Hier nur einige Eckpunkte, um die Märchenerzähler bestimmter Medien und Parteien zu widerlegen und die Leserinnen und Leser aufzuklären. Denn die meisten Behauptungen halten einer Nachprüfung nicht stand. Aber sie werden weiter verbreitet, weil ihnen die Meisten glauben – es seien schließlich „Experten“, und seien es selbsternannte. Seit zig Jahren wird uns erzählt, es gebe immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler. Hier die Fakten, wobei ich der Vergleichbarkeit wegen auf das Einheitsjahr 1990 abhebe: In jenem Jahr gab es 24.128.000 „aktiv Versicherte“ (sprich Beitragszahler). Diesen standen 16.825.000 „passiv Versicherte“ (also Rentner) gegenüber. 100 Rentner wurden also von 143 Arbeitenden „unterhalten“.

Im Jahr 2023 gab es 40.114.000 „aktiv Versicherte“ (Beitragszahler). Diesen standen nur 18.374.000 „passiv Versicherte“ (Rentner) gegenüber. 100 Rentner wurden von 218 Arbeitnehmern unterhalten. Diese günstige Entwicklung liegt daran, dass die Zahl der Beitragszahler in diesen 33 Jahren um 66,2 Prozent gestiegen ist, die der Rentner aber nur um 9,2 Prozent. Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern hat sich also verbessert. Schon hört man die Kassandrajünger rufen, in Zukunft sei alles anders. Dem ist entgegenzuhalten: Denen die zu oft logen haben, ist auch künftig nicht zu trauen. Deshalb schaute ich die mittelfristige Entwicklung an und stellte Erstaunliches fest. Seit dem Jahr 2015 und danach, als Merkel Millionen junger dynamischer „Goldstücke“ ins Land holte, die den Deutschen einmal die Renten zahlen sollten, ist Schluss mit der positiven Entwicklung. Seit jenem Jahr stieg die Zahl der Rentner um 9,0 Prozent, die der Beitragszahler aber nur um 8,3 Prozent. Dem kann entgegengehalten werden, die Migranten könnten wegen sprachlicher und anderer Defizite erst fünf Jahre nach der Einreise nutzbringend sein. Schauen wir also die Entwicklung seit 2020 an. Die Zahl der Rentner hat sich seither um 3,6 Prozent erhöht, die der Beitragszahler aber nur noch um 2,8 Prozent. Schon daran zeigt sich der Betrug von Politikern und ihrer willfährigen Medien an der heimischen Bevölkerung, Migration stütze unsere Sozial-systeme. Und weil das Berufseinstiegsalter von Migranten noch höher liegt als bei der heimi-schen Jugend, werden Migranten einmal zu Kostgängern auch der jungen Generation.

Zunehmende Rentenknechtschaft

Das Rentenalter müsse an die steigende Lebenserwartung angepasst werden? Seit dem Massenimpfjahr 2021 führte eine erhöhte Sterblichkeit zu einer vorübergehend geringeren Lebenserwartung. Das „Rentenwegfallalter“ (wegen Tod) erhöht sich kaum noch. Doch statt den Rentenbeginn anzupassen, stieg er weiterhin. In Zahlen der DRV: Von 2005 bis 2023 lag der Beginns der Altersrente bei 65 Jahren (über 42 Prozent der Fälle). Im Jahr 2024 betrug das Renteneintrittsalter mit 65 Jahren nur noch 8,4 Prozent und verschob sich mit 36 Prozent auf ein Rentenzugangsjahr mit 66. Wie soll das eigentlich noch weitergehen? “Vernichtung durch Arbeit?” In den Nachbarländern hätte das Volk für so eine Rentenknechtschaft die Regierungspaläste gestürmt. Die Rentenversicherung sei zu teuer, die künftigen Renten unbezahlbar, heißt es außerdem. Warum wurden dann die Beitragssätze zur Rentenversicherung mehrfach auf 18,6 Prozent gesenkt? Der Beitragssatz betrug schon einmal 20,3 Prozent. Stattdessen wurde das Rentenniveau vor Steuern von 55 Prozent im Einheitsjahr 1990 auf nunmehr 48 Prozent abgesenkt, die nun einige Jahre Bestand haben sollen. Brutto sind es sogar nur 44,6 Prozent, und das im immer wieder bemühten „reichsten Deutschland aller Zeiten“.

Ist die Gesetzliche Rentenversicherung bei der Rendite schlechter als die vielgepriesenen kapitalgedeckten Angebote? 100 Euro Rentenbeitrag entsprechen einer Altersrente von 43 Cent, berichtet die Kurzfassung. Das erscheint zwar wenig, entspricht aber im Jargon der Versicherungswirtschaft einer Entnahmephase respektive Kapitalverzehr von 19,5 Jahren Rentenbezug (100 : 0,43 Euro). Bei den meisten Privatlösungen mit deren Sterbetafeln müsste man fast 100 Jahre alt werden, um das eingezahlte Kapital aufzuzehren. Wobei die gesetzliche Rente laufend dynamisiert wird, eine kapitalgedeckte in den seltensten Fällen. Außerdem wird mit den Rentenversicherungsbeiträgen auch das Risiko der Erwerbsminderung abgedeckt, was bei kapitalgedeckten Varianten mindestens zehn Prozent extra kostet.

Kapitalgedeckte Altersrente als Goldgrube für die Versicherungswirtschaft

Und zahlen in die Rentenversicherung wirklich zu wenige ein? Schauen wir wieder in die Statistik der Gesetzlichen Rentenversicherung 2013 betrug die „Versichertenquote“ noch 67,7 Prozent der Bevölkerung der Altersgruppe 15 bis 64 Jahre. Im Jahr 2023 stieg diese Versichertenquote auf 72,6 Prozent – ohne die Beamten einbezogen zu haben. Im Übrigen wäre die Einbeziehung der Beamten für die Beitragszahler ein schlechtes Geschäft. Mit den höheren Bezügen von Beamten müssten auch höhere Renten finanziert werden. Dazu leben Staatsdiener etwas länger als Normalsterbliche, sodass die Rentenversicherung mehr Geld bräuchte als ohne sie.

Und warum immer wieder laut vernehmliche Werbetrommel für kapitalgedeckte Versicherungsprodukte? Ich denke, es ist nicht viel anders, als es auch beim Corona-Hype war: Nicht nur Firmen verdienten sich damit eine goldene Nase, auch viele Politiker hielten die Hand auf. Und nicht anders dürfte es mit der privaten Altersvorsorge sein; sie ist in erster Linie eine Goldgrube für die Versicherungswirtschaft und Fondsgesellschaften mit ihren millionenschweren Managern. Ein Metier, in dem sich Kanzler Merz gut auskennt… Noch ein ergänzender Hinweis: Ich war selbst mehrere Jahre nebenberuflich beratend für Betriebliche Altersversorgung tätig und in die Umstellung der Zusatzversorgung des öffentlichen und kirchlichen Dienstes involviert. Dabei habe ich versicherungsmathematische Berechnungen zur Bezifferung von Klagen von Anwälten angestellt – weil die Tarifvertragsparteien nicht richtig rechnen konnten oder wollten. Mir ist das Thema als von Grund an vertraut.

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13 Antworten

  1. ja liebe rentner… immer schön die politidioten wählen , gegen die afd schimpfen obwohl ihr nicht mal wisst was diese partei tut und tun würde um euch wieder zu einem sorgenfreien leben zu verhelfen… wenn asyli hier besser leben als ihr obrigkeithörige opas ohne hirn, dann habt ihr das alleine ermöglicht und könnt es auch selber ausbaden mit eurer armut verzicht und hungrig sein… hauptsache ihr habt die hampeldeppen gewählt und wie ihr feststellt seid ihr der politik nicht nur egal – sondern scheißegal..der lügenkasper hat euch im griff der verlogenheit und ihr klatscht immer noch beifall……. wählerdeppen ohne hirn könnte man sagen… weiter so bis ihr im eigenen land fremde seid..flaschensammler und bettler ….. herr wirf hirn herab… alice erlöse uns von dem übel…

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  2. Die Kapitalgedeckte Rente kann man vergessen, wenn der Staat durch seine Verschuldungspolitik 6, 7 bis zu 10 % Inflation pro Jahr hinlegt. Das funktionierte in der Schweiz mit 150 Jahre lang 0,6 % Inflation, ganz von solchen Raubzügen wie 20 % auf auszahlende Lebensversicherungen mal abgesehen.

  3. Wer in Deutschland malocht hat, hat auch den derzeitigen Wohlstand erschaffen. Nun bestimmen die linken Links-Grünen, wie der angehäufte Wohlstand von den angeblich verbrecherischen deutschen Malochern möglichst dauerhaft zu entfernen ist. Die Welt hat ja viel Anspruch auf die vielen malochten Milliarden. Der heilige Sankt Martin war kein Linker, denn er hat seinen EIGENEN Mantel halbiert. Auf sowas kommen die Links-Grünen nie. Zahlen sollen immer nur die „verbrecherischen“ Anderen. Im übrigen:Die Türken kamen auf Befehl der Amerikaner und erst dann, als es Deutschland schon sehr gut ging. Aufgebaut haben die nichts. Im Gegenteil. Unsere Konzerne haben die Automatisierung überwiegend deswegen übergangen und lieber die teureren Einwanderer beschäftigt. NARRI NARRO.

  4. Vorsicht mit Kapitalbildungsinstrumenten
    der Privat – Versicherer.
    Bei Auszahlung müssen Krankenversicherungs –
    Beiträge bezahlt werden.
    Respektive werden die bom Betrag einfach
    abgezogen.
    Also Vorsicht.

  5. Das alte römische Prinzip teile und herrsche wird weiter angewendet und das egal bei wem. Einheimische Erwerbslose, Sozialfälle, Kinder, chronisch Kranke oder Rentner sind die Sündenböcke während unendlich Milliarden für fremde Interessen in die Welt verschenkt werden. Egal ob ehemalige Kriegsgegner die Hand aufhalten oder Entwicklungshilfe auf dem Planeten dafür sind wir Deutschen gut genug und als Belohnung dürfen sich unsere Verwalter des Selbstbedienungsladen BRD fein ihre Diäten und Freibeträge erhöhen wie sie wollen. Als Dankeschön dürfen wir uns Restdeutsche immer wieder die Geschichte bis 1945 anhören die der Besatzer umgeschrieben hat und mit der Medienmafia das Bild des bösen gnadenlosen Krauts zeigt. Das Reich wurde nie aufgelöst damit man uns bis in alle Ewigkeit unseren heiligen Grund& Boden plündern kann. Das Grundgesetz ist nur ein Beruhigungspapier für die Masse die blind und taub glaubt das Recht herrscht, aber dies gilt nur für Vasallen und Vollstrecker der Börseneliten von Übersee. Die drei antideutschen Rachepläne Kalergis, van Hootons und Morgenthaus sind im vollen Gange mit der Umvolkung und Deindustrialisierung auf das wir wie die Ureinwohner Amerikas in Reservate verschwinden oder ganz wie die Dinos Geschichte sein sollen. Sind wir god damned germans weg dann sind alle anderen EU-Nachbarn dran mit der höllischen Saat Agenda 2030 dem Einweltstaat mit Feudalsystem. Hört das deutsche Herz aufzuschlagen dann stirbt Europa und so die ganze Welt. mfg

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    1. Gut aufgepasst und schön zusammengefasst. Tja, wenn die Deutschen das alles wüssten. Aber viele wollens auch nicht wissen, traurig ist das.

  6. Also mal ganz davon abgesehen, daß es diese berühmte „Rentenkasse“ überhaupt nicht gibt und auch nie gab, da es sich bei dieser „Versicherung“ um nichts als ein Ponzi-Schema handelt oder um es verständlich auszudrücken: um einen simplen Betrug im Billionenstile handelt, hat die reine Anzahl der Beitragszahler gar keine Bedeutung: Zitat:

    „Diese günstige Entwicklung liegt daran, dass die Zahl der Beitragszahler in diesen 33 Jahren um 66,2 Prozent gestiegen ist, die der Rentner aber nur um 9,2 Prozent. “

    Diese „günstige Entwicklung“ ist bei genauer Betrachtung alles andere als günstig, da jeder der wie Pilze aus dem Boden schießenden Mini-Mc-Jobversicherte mit seinen monatlichen paar wenigen Teuros auch als so ein Beitragszahler gilt.

    Zudem gibt es bereits seit Jahrzehnten einen jährlichen Bundeszuschuß in bis zu hundert Milliarden p.A. und spätestens ab dem Moment lohnt es sich schlicht gar nicht mehr, über diesen Rentengaga zu palavern.
    Man soll nur sehen, da keinesfalls „einzuzahlen“ (um diesen falschen Begriff mal zu verwenden), vielmehr von jung an und mittlerweile weit weg von diesem linken Shithole privat vorzusoren und dann gucken was kommt,

    Da selbst jetzt schon die meisten Renten sowieso Sozialhilfeneveau haben oder gar darunter liegen, sollte man sich hier wirklich fernhalten. Aber ist das denn jetzt nicht unsozial ?
    Ja mag sein, aber Notwehr ist auch ein Grundrecht und das steht weit höher als sich lebenslang vom sozialistischen Raubstaat betrügen und dann auch noch verhöhnen und beschimpfen zu lassen.

  7. Die Rentenkasse ist das Sparschwein der Politversager seit 1957 und ein Ende ist nicht abzusehen. Es wird immer wieder betont, wieviel ausgeglichen werden muss, aber nie wird über das informiert, was entnommen wird. Hier mal ein kleiner Überblick https://www.adg-ev.de/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015?start=1 Das Gleiche gilt für die Krankenkassen, denn die Versorgung der Nichtzahler tragen die Beitragszahler, da die Regierung nur einen Teil der von den Krankenkassen übernommenen Kosten erstattet. Allerdings zahlen nur die gesetzlich Versicherten, die Privatversicherten sind außen vor, denn dann müssten sich ja auch die Politnieten beteiligen, wenn sie hinzu gezogen würden. Der Kindergarten vom Club Der Unfähigen hat überhaupt keinen Grund, sein Maul aufzureißen, denn Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal ist keine Lebensleistung und nach einer Legislaturperiode geht man mit Anspruch auf ein Pension nach Hause, die mancher nach 45 Arbeitsjahren nicht hat. Dass die Versicherungswirtschaft an erster Stelle steht und auf private Vorsorge drängt ist doch logisch. Schließlich tragen sie zu dem Debakel ja auch bei, denn ihre Vertreter sind „selbständig“. Wohl eher ist das eine Scheinselbständigkeit, denn für ihre Kranken- und Altersvorsorge sind diese Menschen selbst zuständig und müssen Verträge, egal wie, abschließen, um zu überleben. Das gehört beendet. Aber fürchtet euch nicht. Dr. Streeck hat schon die Lösung: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100997918/cdu-gesundheitsexperte-hendrik-streeck-ueber-teure-medikamente-fuer-senioren.html Vielleicht dann doch am Tag des Renteneintrittsalters eine Spritze und das Problem ist gelöst. Dieses Land mit seinen Wählern, die für diese Zustände sorgen, kotzt mich einfach nur noch an. Lasst euch schön weiter von der korrupten Ukraine und den deutschen Politdarstellern beschei..en.

  8. Ein 700 Jahre altes Prinzip besagt: Die einfachste Lösung ist meist die richtige. Wilhelm von Ockham war es, der uns lehrte, unnötige Komplexität wegzuschneiden.

    Was immer in den letzten Jahrzehnten als Rentenreform gedacht, diskutiert und beschlossen wurde, übersieht das Wesentliche. Unser Rentensystem ist nicht reformierbar. Egal wo man bisher angesetzt hat oder zukünftig ansetzen will, ob längere Lebensarbeitszeit, Eingriffe in demographische Strukturen oder Übernahme von Beamten und Selbständigen ins Zwangsversicherungssystem – Das lange Zeit auf Bismarck zurückgehende – seinerzeit hervorragende – Rentensystem Als ein ehemaliger Arbeitsminister blümerant behauptete „die Renten sind sicher“, hatte er recht. Solange auch nur einen einzigen Beitragszahler gibt, befindet sich Geld im Rententopf, das umverteilt werden kann. Dass daraus keine nutzbare Ausgabe erwächst, hat er ja nicht behauptet. Leider ist genau das der Kern der Misere und zeigt, wie dringend nötig eine Reform des Systems ist.

    Bedauerlicherweise ist es seit Jahrzehnten immer wieder dasselbe. Anstatt das Übel bei der Wurzel zu packen, wird es weiter und weiter verschlimmert. Die aus der Kaiserzeit stammende Rentenversicherung gründete auf menschlicher Arbeitskraft und Kinderreichtum. Noch mit der 1957 beschlossenen Rentenreform setzte Bundeskanzler Konrad Adenauer das Prinzip der lohnbezogenen Dynamisierung der Rente gegen massiven Widerstand durch. Er entschied die Auseinandersetzung angeblich mit dem legendären Satz: „Kinder bekommen die Leute immer“. Das war, wie man jetzt weiß, ein Irrtum.

    Wesentlich bedeutsamer ist jedoch, dass eine von der menschlichen Arbeitskraft abhängige Wertschöpfung aus Produktivität und Wirtschaftskraft längst und zunehmend abnimmt. Das besorgen längst Maschinen, Computer und demnächst KI. Dennoch wird der Wegfall der einst tragenden Säule des Systems weiterhin ignoriert.

    Daraus folgt zwingend, dass soziale Absicherungen nicht weiterhin an die Löhne gebunden sein dürfen, sondern an die reale Wertschöpfung. Die Wirtschaftskraft beruht immer weniger auf menschlicher Arbeit, sondern auf (technischem) Fortschritt. Die Wirtschaft – so man sie denn lässt – sichert den Wohlstand und die wesentlichen Staatseinnahmen. Somit wäre es am naheliegendsten sein, das Rentensystem in seiner bisherigen Form abzuschaffen und durch ein steuergestütztes Ruhegehalt zu ersetzen. Ein Erfolgsmodell, dass seit Generationen im Bereich der Beamten erprobt ist.

    K.I.S.S. (Keep It Simple, Stupid!)

    1. Sie haben zum Teil recht und einen sehr wichtigen Punkt angesprochen, der die Ursache der wahren Zeitenwende erkennbar werden lässt.

      Aber wozu brauchen wir Beamte, noch dazu mit privilegiertem Einkommen, aber vasallenhaften Gehorsam bei der Unterdrückung freier Bürger.

      Und ohne Staat bei Selbstverwaltung brauchen wir keine Steuern. Wer soll die denn überhaupt bezahlen.
      Ein Konsument der kein Geld hat, kann weder konsumieren noch Steuern zahlen.
      Also müssen wir den Mehrwert dort abholen, wo er tatsächlich entsteht.
      Dann müssen die Bürger aber auch die Reproduktion der Unternehmen übernehmen können, müssen also das Kapital für die Inverstitionen zinslos verleihen können.

      Wir brauchen also einen neuen Gesellschaftsvetrag, eine neue Verfassung.

      Also, wer soll dann die echte Wertschöpfung verteilen? Wer soll die Wertschöpfung aus in Software geronnener menschlicher Intelligenz in einer automatisierten Fabrik bekommen und verwalten?
      Könnten wir da Transparenz reinbringen und das dann sinnvoll und effizient verteilen, was wir uns auch wirklich leisten können?

      Könnten wir nicht jedem eine Grundsicherung zahlen, der unsere Verfassung einhält und dann auch zum Gemeinwohl beiträgt, wenn er seine Fähigkeiten entwickeln konnte, dann könnten Beiträge zur Rentenversicherung aus Lohnarbeit weiter die persönliche Lebensleistung in Form einer Altersrente anerkennen. Jede Rente würde ja um den Betrag der Grundsicherung entlastet, wie auch die Lohnkosten. natürlich bleiben die Gesamtkosten, aber diese werden transparent, überschaubar und ermöglichen eine neue demokratische Form der checks and balances ohne Apparatschiks.

      Wir würden dann aber wohl unsere ganze Arbeitswelt neu organisieren müssen.

      Bildung und Gesundheit könnten von ihrem Warencharakter vollständig befreit werden und selbst die Last beschwerlicher Arbeit würde auf ein gut erträgliches Maß reduziert werden können, weil die Wochenarbeitszeit reduziert werden könnte.

      Dann hatten wir paar Millionen Tüftler, die sich nach ihren besonderen Fähigkeiten in freier Arbeit enfalten könnten, ganz einfach, weil sie es wollen, weil sie es können und auch noch Freude dabei haben.

      Da würde der Konfuzius aber große Augen bekommen;-)

  9. Sorry, mein Kommentar war ein unbearbeiteter, fehlerhafter Entwurf. Hier der richtige Text:

    Ein 700 Jahre altes Prinzip besagt: Die einfachste Lösung ist meist die richtige. Wilhelm von Ockham war es, der uns lehrte, unnötige Komplexität wegzuschneiden.

    Was immer in den letzten Jahrzehnten als Rentenreform gedacht, diskutiert und beschlossen wurde, übersieht das Wesentliche. Egal wo man bisher angesetzt hat oder zukünftig ansetzen will, ob längere Lebensarbeitszeit, Eingriffe in demographische Strukturen oder Übernahme von Beamten und Selbständigen ins Zwangsversicherungssystem. Anstatt das Übel bei der Wurzel zu packen, wird es weiter und weiter verschlimmert. Unser aus der Kaiserzeit stammende Rentenversicherung gründete auf menschlicher Arbeitskraft und Kinderreichtum. Noch mit der 1957 beschlossenen Rentenreform setzte Bundeskanzler Konrad Adenauer das Prinzip der lohnbezogenen Dynamisierung der Rente gegen massiven Widerstand durch. Er entschied die Auseinandersetzung angeblich mit dem legendären Satz: „Kinder bekommen die Leute immer“. Das war, wie man jetzt weiß, ein Irrtum.

    Wesentlich bedeutsamer ist jedoch, dass eine von der menschlichen Arbeitskraft abhängige Wertschöpfung aus Produktivität und Wirtschaftskraft längst und zunehmend abnimmt. Das besorgen längst Maschinen, Computer und demnächst KI. Dennoch wird der Wegfall der einst tragenden Säule des Systems weiterhin ignoriert.

    Daraus folgt zwingend, dass soziale Absicherungen nicht weiterhin an die Löhne gebunden sein dürfen, sondern an die reale Wertschöpfung. Die Wirtschaftskraft beruht immer weniger auf menschlicher Arbeit, sondern auf (technischem) Fortschritt. Die Wirtschaft – so man sie denn lässt – sichert den Wohlstand und die wesentlichen Staatseinnahmen. Somit wäre es am naheliegendsten, das Rentensystem in seiner bisherigen Form abzuschaffen und durch ein steuergestütztes Ruhegehalt zu ersetzen. Ein Erfolgsmodell, dass seit Generationen im Bereich der Beamten erprobt ist.

    K.I.S.S. (Keep It Simple, Stupid!)

    1. Das Erfolgsmodell der Beamten erweist sich jetzt als nicht mehr bezahlbar, da keine Rücklagen geschaffen wurden und der jetzige und zukünftige Steuerzahler dafür gerade stehen muss. Während die Renten für die Politmischpoke noch eine Gegenleistung erbringen, in dem man die Beiträge für Projekte benutzt, die sonst aus Steuermitteln bezahlt werden müssten, ist bei den Pensionen nichts, denn das, was als Rücklagen angespart hätte werden müssen, wurde verfrühstückt und liegt zum Teil jetzt wohl mit der anderen Steuergeldverschwendung auf einem ukrainischen Konto oder sorgt für Radwege in Peru. Nur gut, dass ich aus Ironien komme und am sarkastischen Meer wohne.

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