Deutschland: Das Lächerlichste seit Erfindung des Gelächters

Allgemeines Gelächter im Kino (Foto:Imago)

Was darf man von deutschen „Qualitätsmedien“ halten? Wer es noch immer nicht wußte, fragt am besten bei den Grünen nach. Herr Julian Pahlke (30) und Frau Merle Spellerberg (24) sind Mitglieder der grünen Bundestagsfraktion, beide „ganz frisch“ dazugekommen und wollen an die polnisch-weißrussische Grenze reisen, um sich dort „selbst ein Bild zu verschaffen“, wie Pahlke bei Twitter mitteilte. Offensichtlich glaubt er, das tun zu müssen, weil deutsche „Qualitätsmedien“ nicht richtig berichten. Wäre es anders, könnte er ja auch Zeitung lesen. Nette Parallele: Als der Verkehrsexperte der AfD, Dirk Spaniel, Diplom-Ingenieur und vormaliger Fahrzeugentwickler bei der Daimler AG, vom Verkehrsexperten der Grünen, Anton Hofreiter, im Bundestag wissen wollte, worin eigentlich der Betrug beim sogenannten Dieselskandal zu sehen sei, bekam er von Hofreiter die Empfehlung, einfach die „Süddeutsche Zeitung“ zu studieren. Danach würde Spaniel so gut Bescheid wissen wie Hofreiter selbst.

Julian Pahlke arbeitete bis 2021 im Büro von Claudia Roth. Er ist ab 2016 Crewmitglied und bis 2020 Vorstand des Seenotrettungsvereins „Jugend Rettet“ gewesen. 2016 und 2017 war Pahlke als „Seenotretter“ an Bord des Schiffs „Iuventa“ im Mittelmeer. Seinen eigenen Angaben nach rettete die „Iuventa“ 14.000 Mittelmeer-Flüchtlingen das Leben. Im August 2017 beschlagnahmte die italienische Justiz das Schiff und ermittelte gegen „Jugend Rettet“ wegen Beihilfe zu illegaler Einwanderung. Der Verein soll der italienischen Justiz zufolge mit Schleppern zusammengearbeitet haben. Als Sprecher von „Jugend Rettet“ wies Pahlke die Vorwürfe zurück. Die italienische Justiz scheint bis zum Abschluß der Ermittlungen im März 2021 denoch zu anderen Erkenntnissen gekommen zu sein und will deshalb Anklage erheben. Pahlke ist außerdem Sprecher des sogenannten Seenotrettungsvereins „Sea-Eye“ gewesen.

Beihilfe zu illegaler Einwanderung

Frau Merle Spellerberg ist ein vergleichsweise „unbeschriebenes Blatt“. Sie machte ihr Abitur im Jahr 2016 und studiert seit 2018 „Internationale Beziehungen“ an der TU Dresden. Auf ihrer Homepage stellt sie sich mit dem Slogan „Für Klimagerechtigkeit & Feminismus“ vor. Daß die monatlichen Diäten für eine 24-jährige Bundestagsabgeordnete ein Anreiz sein könnten, ihr Studium mit einem Abschluß zu beenden, widerspricht der allgemeinen Lebenserfahrung. Herr Pahlke und Frau Spellerberg wollen also an die weißrussisch-polnische Grenze reisen, um sich dort „selbst ein Bild zu verschaffen”. Das ist ein Schlag ins Gesicht der deutschen „Qualitätspresse“, wenn man so will. Wie das Bild aussehen wird, das sich die beiden Bundestags-Greenhorns an der EU-Außengrenze verschaffen wollen, läßt sich mit großer Wahrscheinlichkeit zutreffend vorhersagen. Mit noch größerer Trefferwahrscheinlichkeit läßt sich vorhersagen, welches Bild das auf keinen Fall sein wird: Die polnischen Grenzschützer verteidigen die EU-Außengrenze gegen illegale Einwanderung und werden dabei von Brüssel weitgehend im Stich gelassen.

Das Bild, das man sich auf jeden Fall selbst machen kann, ist eines zum Zustand der EU. In der EU ist es möglich, daß jemand, gegen den die Justiz des einen Landes nach Abschluß ihrer Ermittlungen Anklage erheben will, ins höchste Parlament eines anderen Landes einzieht. Eine Frage samt Folgefrage bleibt: Was ist diese deutsche Arroganz, von der man in Italien so gern redet? Und was hätte sie mit dem Gesinnungsdiktatoren-Gehabe einer deutschen Partei im „postfaktischen Zeitalter“ zu tun, die nichts anderes als „Narrative“ produziert, deren Existenz wiederum auf „konstruierten Realitäten“ und „computermodellierten Prognosen“ beruht? Gibt es anlog zur Seenotrettung auch eine Landnotrettung?

Nichts für Kinder

Die Erziehung der eigenen Kinder war früher Elternsache. Das ist sie heute nur noch eingeschränkt, wie der „Tagesspiegel“ eindrucksvoll beweist: Die schon bei den Eltern in deren Kindheit beliebte Hörspielreihe „Die drei ???“ sei „nichts für Kinder”. Eiderdaus, fragt sich da der Unbedarfte, wie dieses nun wieder? Der „Tagesspiegel“: Wenn man genau hinhört, geht es um männliche Machtphantasien. Schockschwerenot. Männliche Machtphantasien „gehen“ natürlich „gar nicht“. Die Kinder sollten sich lieber Hörspiele mit weiblichen Machtphantasien anhören. Gut geeignet wären Tonaufnahmen aus dem deutschen Bundestag, den Länderparlamenten, den Vorstandssitzungen der EZB und aus der EU-Kommission. Da müssten die lieben Kleinen auch gar nicht so „genau hinhören“, um draufzukommen, worum es im Kern geht. Demnächst dann im „Tagesspiegel„: Wenn sich Kinder genug LSD reinpfeifen, können sie die beeindruckende Vielfalt kleiner bunter Elefanten dabei beobachten, wie sie die Straße überqueren. Deutschland 2021: Das Land, in dem sich die Medien dazu aufgeschwungen haben, den „die Menschen“ genau zu erklären, wie sie sich korrekt vor einem Virus zu fürchten haben, welche quasigöttliche Weisheit einem Lauterbach innewohnt und was man entdecken kann, wenn man bei „Die drei ???” genau hinhört. Früher: Das Land, in dem die Leute das Gras wachsen hören.

Wer kennt „fluter.de„? Es handelt sich um ein „Magazin“ der „Bundeszentrale für politische Bildung“ (bpb). Aktuelles Thema sind die amerikanischen Waffennarren. Mit „Immer wieder das Einmaleins“ ist der Artikel überschrieben – und um das Einmaleins der deutschen Schulmeisterei geht es dabei nicht. Um das Einmaleins des logischen Denkens erstrecht nicht. Nein, es sind die dummen Amerikaner, denen die Grundrechenarten mit den Kugeln aus dem „Magazin“ der deutschen bpb genau zwischen den Augen hindurch ins Hirn geschossen werden sollen. „Noch nie ist die Rate der Tötungsdelikte in den USA so stark gestiegen, nie gab es so viele Pistolen und Gewehre. Und Texas erleichtert den Zugang zu Waffen weiter.” Was nicht aus dem Magazin der bpb kommt, ist der Stoßseufzer, daß man daran erkennen könne, wozu es führt, wenn „Brandon“ die USA regiert.

Geflutet wird das Hirn des bundeszentralpolitisch gebildeten Lesers übrigens von den Magazinexperten Eva Kienholz und Nik Afanasjew. Sie schreiben: „Laut einer gerade veröffentlichten Statistik des FBI gab es 2020 mehr als 21.000 Tötungsdelikte in den USA, wobei drei Viertel der Opfer durch Schüsse ums Leben kamen”, was soviel heißt, daß Kienholz und Afanasjew satte 25 Prozent der Opfer von Tötungsdelikten am Allerwertesten vorbeigehen, da sie nicht erschossen worden sind. Da hätte es weiterer Recherchen bedurft. Wie sieht es aus in den USA mit laschen Messergesetzen, Würge- und Prügelgesetzen? Bei den durch Schüsse Getöteten sind übrigens die Selbstmörder inkludiert, wie man weiter unten im Magazin erfährt. Das macht den bundeszentralpolitisch gebildeten Leser natürlich besonders traurig, so daß er seufzend kommentiert, schöner wäre gewesen, sie hätten sich erhängt – na egal. Jedenfalls: „Es ist ein Anstieg um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr – der stärkste je gemessene jährliche Anstieg”. – Tja, ein „Peacemaker“ scheint die Brandon-Administration im vergangenen Jahr tatsächlich nicht gewesen zu sein. Und dann das: „Ausgerechnet jetzt erlaubt Texas das Tragen von Waffen ohne Genehmigung. Bisher waren ein Schießtraining, eine Prüfung sowie die Abgabe von Fingerabdrücken verpflichtend. Seit dem 1. September aber darf jede Texanerin und jeder Texaner über 21 eine Waffe führen.” – Sehr gut. Dann besteht nämlich die Chance, daß Amokläufer in Schulen von Lehrern erschossen werden können, ohne daß man erst auf das Eintreffen bewaffneter Spezialeinheiten warten muß. Das rettet Leben!

Die dummen Amerikaner

Was ist tatsächlich passiert in Texas? Man hat den Texanern die Eigenverantwortlichkeit zurückgegeben. Die Kehrseite davon ist, daß das in demjenigen amerikanischen Bundesstaat passiert ist, in dem Leute, die mit ihrer Eigenverantwortlichkeit nicht richtig umgehen und einfach so jemanden erschießen, eher in der Todeszelle landen, als in anderen Bundesstaaten. Man könnte also von einer ausbalancierten „Risikoerhöhung auf beiden Seiten“ sprechen, auf der Opferseite genauso wie auf der Täterseite. Freiheit ist eben auch die Freiheit, sich falsch zu entscheiden und dann den Preis dafür zu bezahlen. Es ist ja auch nicht so, daß man bei der bpb in anderen Zusammenhängen verneinen würde, daß Freiheit einen Preis hat. Wäre das anders, hätte man bestimmt schon einmal einen entsetzten Magazinartikel über einen hervorragend gemachten Film gelesen, der im normannischen D-Day-Landungsort Arromanches les Bains seit Jahren in einem eigens dafür gebauten 360°-Kino gezeigt wird. Sein Titel: „Der Preis der Freiheit“. Der Kampf um die Freiheit hat seit der Erfindung des Schwarzpulvers mit Schußwaffen zu tun. Vorher sind es eben Hieb- und Stichwaffen gewesen. Aber gut, Freiheit ist jetzt nicht das vorrangige Thema der bpb. Dort hat man es eher mit der Vorsicht – und in der Folge dann mit der kulturell doch so haushoch über den Texanern stehenden staatlichen Bevormundung der Unfreiheitlichen.

Meinereiner plädiert seit Jahren dafür, folgenlos gebliebene Geschwindigkeitsübertretungen und Trunkenheitsfahrten ungeahndet zu lassen, und, um das auszubalancieren, wesentlich härter zu ahnden, wenn jemand zu Schaden gekommen sein sollte durch Geschwindigkeitsübertretungen und Trunkenheitsfahrten. Freiheit scheint ein Konzept zu sein, mit dem man in Deutschland traditionell auf dem Kriegsfuß steht. Hierzulande hat die Porzellankiste gleich drei Mütter: Die Panik, die Hysterie und die Überzeugung von der Unfähigkeit des einzelnen Bürgers. Letzteres inzwischen zu Recht – und zwar als sich selbst erfüllendes Resultat genau jener Haltung, mit der die Texaner offensichtlich so gar nichts am Hut haben. So viel steht fest: Der freie, eigenverantwortliche Bürger wächst eher in Texas auf, als in Deutschland. Fraglich ist, ob es in Texas ein Pendant zur bpb überhaupt gibt. Wahrscheinlich nicht, weil sich Texaner traditionell nicht dafür interessieren, wer ihnen die Welt erklären will.

Abgesehen davon, daß die deutsche bpb wohl kaum für Texas oder die ganzen Vereinigten Staaten zuständig ist, bleibt festzuhalten, daß sich die Debatte über amerikanische Waffengesetze in Deutschland für etwas ganz anderes eignet, als dazu, Amerikaner zur Besinnlichkeit anzuregen. Was hierzulande mit der bpb eingeübt werden soll, bedient sich der Schußwaffendebatte lediglich als Instrument. Das staatliche Gewaltmonopol – respektive die fehlende Bewaffnung der Bürger – läßt sich nämlich auch trefflich mißbrauchen. Es ist nicht abwegig, zu behaupten, daß eine ganze Menge obrigkeitsstaatlicher Entscheidungen der vergangenen beiden Jahre mit größerer Vorsicht getroffen worden wären, wenn die Obrigkeit zu berücksichtigen gehabt hätte, daß ihre Untertanen bewaffnet sind. Daß der freie Bürger überhaupt zum Untertanen degenerieren kann, hat wesentlich mit der Frage nach seiner Bewaffnung zu tun. Nicht umsonst sind es regelmäßig Diktaturen gewesen, die gleich zu Beginn ihres Bestehens die Entwaffnung der Bürger auf der Agenda stehen hatten. Im Übrigen stellt sich hinsichtlich der bpb nicht nur unter Kostengesichtspunkten die Frage nach ihrer Effizienz. Sonderlich effizient kann ihre Arbeit in den vergangenen Jahren nicht gewesen sein, wenn man sich vergegenwärtigt, mit welcher Leichtigkeit sich die Bundesbürger ihre grundgesetzlich garantierten Rechte haben abschwatzen lassen.

Resümee

„Verständnis haben“ gilt inzwischen als deutsche Tugend. „Wir danken für Ihr Verständnis“ kann man deshalb inzwischen auch überall dort lesen, wo „empört sein“ eigentlich angezeigt wäre, zum Beispiel, wenn einem auf einem Baustellenschild an der Autobahn angekündigt wird, die Verkehrsbehinderungen würden noch bis zum St. Nimmerleinstag andauern – „Wir danken für Ihr Verständnis“. Oder wenn gesetzliche Zahlungsmittel nicht mehr akzeptiert werden, 200-Euro-Scheine an der Tankstelle z.B., obwohl man dort nach dem Volltanken nur noch irgendeinen Betrag zwischen fünfzig und hundert Euro als Wechselgeld zurückzuerhalten hätte. Überall wird einem für das Verständis gedankt. Wenn das aber schon so ist, dann darf ich hier einmal äußern, wofür ich das allergrößte Verständnis hätte. Vollstes Verständis hätte ich für jede ausländische Regierung, die uns Deutsche für einen völlig abgedrehten Haufen hypermoralistischer Klugscheißer ohne reale Substanz hält. Verstehen würde ich deshalb auch, wenn sie zu Maßnahmen greifen würde, die für mich als Deutschen unangenehm wären. Ehrlich gesagt, ist mir die Mehrheit meiner Landsleute inzwischen extrem peinlich.

Außerdem, werte bpb: Ihr hättet mit eurem Fluter-Artikel über die vermaledeiten Schußwaffen in Privathand gar nicht bis nach Amerika gehen müssen. Ein Blick über die eigene Landesgrenze hätte ausgereicht. In Tschechien gab es jüngst erst eine „Liberalisierung“ des Waffenrechts, bei der eine „amerikanische Richtung“ eingeschlagen worden ist. Wahrscheinlich sind die Tschechen ebenfalls viel dümmer als die deutsche bpb, stimmt’s? Halten wir also fest: In Deutschland zieht ein Grüner in den Bundestag ein, obwohl er in einem anderen EU-Land demnächst als Angeklagter behandelt werden wird – man hätte ihn des diplomatischen Fingerspitzengefühls in Sachen „Solidarität innerhalb der EU“ wegen auch bis zum Urteilsspruch draußen lassen können – , die Presse sagt euch, welche Hörspiele aus welchem völlig bigotten Grund ein „No Go“ für eure Kinder zu sein haben, Verständnis habt ihr für alles, außer für das Selbstbestimmungsrecht von Texanern – und außer einem permanenten „Wir müssen“ und „wir dürfen nicht“ ist euch in den vergangenen Jahren nicht viel Produktives eingefallen. Eure „politische Bildung“ braucht kein Mensch. Gottlob seid ihr ja auch gar keine bpb. Ihr nennt euch bloß so. In Wahrheit seid ihr eine „Bundeszentrale für politische Indoktrination“. Genau deswegen seid ihr auch so überflüssig wie ein eitriges Furunkel am Allerwertesten des Souveräns.

3 KOMMENTARE

  1. Dummheit, gepaart und/oder kompensiert durch Arroganz und Selbstherrlichkeit, das ist Deutschland, oder besser, das sind die Deutschen. Lächerlich in den meisten Dingen, die sie tun, oder von sich geben, da sie Schwätzer sind, Vermeider, Unterlasser, aber keine lebendigen Menschen mit echten Erfahrungswerten und daher ohne Persönlichkeit und ohne Überzeugung.

  2. …JA! Ein entwaffnetes Volk, ist wesentlich einfacher zu kontrollieren, da ES sich ja nur verbal wehren kann… Was das bringt (verbales…..) hat man ja gesehen seit ca 18+ Monaten, die Nicht Reaktion unserer Angestellten( Regierung) auf den Suverän und seine Werte/Meinung scheisst!!!

    Im nächsten Leben werde ich Sniper 😉

    Cheerz, Django

  3. „Ehrlich gesagt, ist mir die Mehrheit meiner Landsleute inzwischen extrem peinlich.“ Leider empfinde ich inzwischen ähnlich, wobei ich aber immer noch fassungslos bin ob der Sorglosigkeit vieler Deutscher.

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