Deutschland nach der Wahl: Medien sind die eigentliche Regierung

Enttäuschte Linke (Foto:Imago)

Vom Wahlabend bis zum Tag danach: Besorgte Mikrofonhalter im freundlichen Plausch mit Vertretern der abgestürzten Linkspartei. „Wie wollen Sie Ihre Inhalte denn in Zukunft besser vermitteln„, fragt eine Journalistin irgendwo in Berlin einen baumlangen SED-Linkspartei-Vertreter, der die übliche sozialistische Agenda runterleiert und mit seiner Partei natürlich nichts falsch gemacht haben will. Die Journalistin, mit öffentlich-rechtlichem Hintergrund, stellt in verräterischer Offenheit eine Schlüsselfrage, die normal in einem parteiinternen Gremium bei der Wahlanalyse gestellt werden würde. Auch eine beratende Werbeagentur könnte die Frage nach der „besseren Vermittlung der Inhalte“ an die Verantwortlichen richten, um diese dann effektiv zu beraten.

Aus wirklich objektiv journalistischer Sicht steht am Ende der Bundestagswahl fest: 95,1 Prozent der Bundesbürger haben null Bock auf ein Comeback der DDR-Diktatur, weshalb sie auch nicht an einer „besseren Vermittlung“ der Inhalte der SED-Linkspartei interessiert sind – und sich zum Geburtstag auch nicht die Memoiren von Stalin, Lenin oder Pol Pot als Geschenk wünschen.

Wie wollen Sie Ihre Inhalte denn in Zukunft besser vermitteln„: Dieser Satz wird in verschiedenen Varianten den ganzen Abend über auch anderen gestellt (nicht jedoch Armin Laschet). Vor allem auch den Grünen, die dank der Aufstellung von Annalena Baerbock Land und Leuten bewiesen haben, dass ihnen ideologischer Unsinn wie Geschlechterquoten wichtiger ist als Kompetenz. Die Grünen haben sich mit Annalena Baerbock als Spitzenkandidatin bis auf die Unterhose bzw. den Schlüppi blamiert. Der Lebenslauf, als ein aufgepumptes großes Nichts, ist in der Berliner Republik längst keine Besonderheit mehr, aber eine Kanzlerinnen-Kandidatur ohne jede intellektuell-berufliche Substanz war dann doch ein zu starkes Stück – zumal der „Baerbockmist“ vom laufenden Meter kommt. Kobolde pflastern ihren Weg. Am Wahlabend aber nur Samthandschuhe, auch viel Lob für das trotzdem gute Wahlergebnis, Grüne unter sich, die Einen mit Mikrofon, die anderen ohne.

Kobolde pflastern ihren Weg

Bei „t-online“ dann die direkte Beratung der Linkspartei im Sinne des aktuell stramm sozialistischen Kurses des Zentralkommittees der Rotfrontpartei. Im Internet verbreitet dieses Medium eine seltsam parteiliche Botschaft: Schuld an der Wahlniederlage seien die „internen Streitereien“ gewesen, meint die tendenziöse „t-online“-Parteiredaktion, und führt aus: „Die Linke wirkte im Wahlkampf nicht geschlossen, besonders Sahra Wagenknecht polarisiert noch immer innerhalb der Anhängerschaft. Diese politischen Scharmützel mit Wagenknecht und Oskar Lafontaine sowie der damit verbundene Richtungsstreit in zentralen Fragen haben der Partei massiv geschadet.“ Aha.

Zur Erinnerung: Ohne Oskar Lafontaine gäbe es dieses Ost-West-Konstrukt überhaupt nicht und Sarah Wagenknecht ist die wohl beliebteste Linke des Landes, welche sogar von bürgerlichen Wählern durchaus ernst genommen wird – gerade wegen einer inhaltlichen Objektivität, zu der die deutschen Medien längst nicht mehr fähig sind. Wagenknecht schreibt Bestseller – und die dogmatischen Linkspartei-Stalinisten wollten sie aus der Partei aussschließen, kommunistische Parteisäuberungen gegen „Abweichler“ sind in jenem Milieu unrühmlich bekannt. Einmal an der Macht, wird von solchen Parteisoldaten auch der politische Gegner gern gleich erschossen oder eingesperrt. „t-online“ fühlt sich in diesem Milieu offenbar sehr wohl.

Der Morgen am Tag danach: In allen Redaktionen wird die kommende Regierungskoalition durchdiskutiert. Überwiegend wandelt sich die Stimmung deutlich von der abendlichen Laschet-Offensive in Richtung Jamaika-Koalition hin zu Rot-Grün mit Gelb. Lindner soll dies, Lindner muss das, Lindner darf auf keinen Fall die Steuern senken, Lindner muss den Klimapakt komplett unterstützen, die Grünen können ihre Ziele mit der SPD doch noch umsetzen. Und so weiter, und so fort. Wer regiert das Land? Wer darf unter der medialen Aufsicht und Kontrolle denn nun Kanzler werden? Rot-Grün mit gelbem Beistelltisch. Und danach muss die Linke unbedingt ihre Inhalte besser vermitteln.

5 KOMMENTARE

  1. Nicht 95,1 Prozent der Bundesbürger haben null Bock auf ein Comeback der DDR-Diktatur, sondern 95,1 Prozent der Wahlberechtigten.
    Vielleicht sterben die alten Kader/Stammwähler einfach aus und die Jungwähler finden Annalena einfach geiler – da darf man dumm rumquatschen und muss sich nicht noch mit irgendeiner theoretischen Grundlage wie den Marxismus befassen.

  2. @MEDIEN SIND DIE EIGENTLICHE REGIERUNG
    Und die bezahlt wer ? wo führt die Spur des Geldes hin – wer hält die Relotius-Medien mit Spenden am leben ?
    Dort finden sie die Antwort, wer die eigentlich Regierung ist, nicht bei den Lohn-Schreibern !

    • In meinem „Provinzblatt“ waren im Juni-Juli mehrmals ganzseitige 4c-Anzeigen eines Pharmaunternehmens geschaltet, in dem belanglose Blutsenkungs- und Schmerzmittel beworben wurden. Medikamente, die eigentlich vom Arzt verschrieben werden sollten. Das war eine Good-Will-Aktion – in meinen Augen ein Judas-Lohn. Im Volksmund nennt man dieses Agreement auch „Eine Hand wäscht die andere“.
      Wer tatsächlich regiert – uns beherrscht – indem sie unseren Geist (Brain) manipulieren und bestimmen, wie wir zu denken haben, ist eindeutig die Presse. Heute gesammelt weltweit unter dem Dach „MEDIEN“.
      Vor knapp 100 Jahren hat’s ein „Staatsmann“ in einer Rede mal so formuliert:
      „In der englisch-französischen Welt ist es die sog. Demokratie. Diese Demokratie zeichnet sich nun durch folgendes aus. Es heißt, dass das die Herrschaft des Volkes sei. Nun muss das Volk ja doch irgendeine Möglichkeit besitzen, seinen Gedanken oder Wünschen Ausdruck zu geben. Wenn man sich nun näher dieses Problem ansieht, da kann man feststellen, dass das Volk an sich primär doch gar keine Überzeugung hat, sondern die Überzeugung selbstverständlich – wie übrigens überall – vorgesetzt erhält. Und das Entscheidende ist nun: wer setzt die Überzeugung eines Volkes fest, wer klärt ein Volk auf, wer bildet ein Volk? In diesen Ländern regiert tatsächlich das Kapital. (…) Und dieses Kapital nun – es schafft sich zuletzt eine Presse. Sie reden von der Freiheit der Presse; in Wirklichkeit hat jede dieser Zeitungen einen Herrn, und dieser Herr ist in jedem Falle der Geldgeber, der Besitzer also, und dieser Herr dirigiert nun das innere Bild dieser Zeitung; nicht der Redakteur. Wenn der heut etwas anderes schreiben will, als dem Herrn passt, dann fliegt er am nächsten Tag raus. Und diese Presse nun, die die absolute unterwürfige charakterlose Kanaille ihrer Besitzer ist, diese Presse moduliert nun die öffentliche Meinung. Und die von dieser Presse mobilisierte öffentliche Meinung wird wieder eingeteilt in Parteien. Diese Parteien unterscheiden sich so wenig voneinander, als wie früher bei uns sie sich voneinander unterschieden haben. Sie kennen sie ja, die alten Parteien. Das war immer eines und dasselbe. Meistens ist es in diesen Ländern sogar so, dass sie in der Familie aufgeteilt sind. Einer ist konservativ, und der andere ist liberal. Und ein Dritter der ist in England bei der Arbeiterpartei. In Wirklichkeit sind alle drei Familienmitglieder ehrlich beisammen und diskutieren ganz genau ihre weitere Haltung, legen sie fest. (…) Daher kommt auch bei einer Opposition dort nichts heraus. Die Opposition ist eigentlich immer das Gleiche und in allen grundsätzlichen Dingen.

    • Dann dreht man sich bei der SPD aber im Kreis, denn die SPD ist doch mittlerweile nur noch ein Medienkonzern mit angeschlossener Politikabteilung, die per (Medienförderungs)Gesetzen und Regierungsanzeigen dafür sorgt, dass das Geschäft läuft. Wozu braucht die SPD eine Holding in Hongkong?

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