Deutschland von den UN vorgeführt: Diplomatisches Debakel für Berlin – und Imageverlust für Merz als Außenkanzler

Deutschland von den UN vorgeführt: Diplomatisches Debakel für Berlin – und Imageverlust für Merz als Außenkanzler

Zentrales Gremium ohne Deutschland: UN-Weltsicherheitsrat (Foto:Imago)

Am 3. Juni 2026 wählte die UN-Generalversammlung fünf neue nichtständige Mitglieder in den Sicherheitsrat für die Jahre 2027 und 2028. Für Deutschland endete diese Abstimmung mit der größten diplomatischen Niederlage seit 30 Jahren. Der UN-Sicherheitsrat ist das einzige Organ der Vereinten Nationen, dessen Beschlüsse rechtlich bindend sind. Er kann Sanktionen verhängen und den Einsatz militärischer Gewalt autorisieren. Dem Rat gehören 15 Staaten an: fünf ständige Mitglieder – die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China – sowie zehn nichtständige, die von der Generalversammlung für zwei Jahre nach regionalen Quoten gewählt werden. In der Gruppe „Westeuropa und andere Staaten“ bewarben sich drei Kandidaten um zwei Sitze: Deutschland, Österreich und Portugal.

Für Berlin war eine solche Kampagne an sich nichts Neues. Seit der Wiedervereinigung bewarb sich Deutschland regelmäßig, etwa alle acht Jahre, um einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat. Bis 2026 war es sechsmal in den Rat gewählt worden – und hatte nie eine Niederlage hinnehmen müssen. Umso bezeichnender fiel das Abstimmungsergebnis aus: Portugal erhielt 134 Stimmen, Österreich 131, Deutschland nur 104. Für die Wahl waren zwei Drittel der Stimmen der 193 UN-Mitgliedstaaten nötig, also 129 Stimmen. Deutschland verfehlte diesen Wert um 25 Stimmen und kam der erforderlichen Marke nicht einmal nahe. Für das Land mit der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt und einem der größten UN-Beitragszahler ist das ein demütigendes Ergebnis. Das Scheitern war kein Zufall. Es ist die Folge von außenpolitischen Versäumnissen, die sich unter der Regierung von Friedrich Merz aufgestaut haben.

Gründe für das Debakel

Von den ersten Tagen seiner Kanzlerschaft an, die im Mai 2025 begann, pflegte Merz das Bild des Außenkanzlers. Er beanspruchte die Rolle eines Führers, der Deutschland verlorenen internationalen Einfluss zurückbringt, den Status einer „führenden mittleren Macht“ festigt und Berlins Position auf allen wichtigen Bühnen von der Nato bis zur UNO stärkt. Die Kernbotschaft zu Beginn seiner Kanzlerschaft war laut: Deutschland kehrt zurück auf die Weltbühne. Die Abstimmung vom 3. Juni machte aus diesem Anspruch eine toxische Selbstbeschreibung. Als Hauptgrund für die Niederlage wird meist die Haltung Berlins im israelisch-palästinensischen Konflikt genannt. Zwischen 2023 und 2026 enthielt sich Deutschland systematisch oder stimmte gegen Resolutionen der UN-Generalversammlung zu einer Waffenruhe in Gaza, zur Feststellung von Verstößen gegen humanitäres Völkerrecht und gegen andere Israel-kritische Dokumente. Oft wird damit erklärt, warum Deutschland vor allem im Globalen Süden Stimmen verloren haben dürfte – vor allem aus Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten.

Doch diese Lesart erklärt nicht das ganze Bild. Friedrich Merz erwies sich als einer der schärfsten Israel-Kritiker unter deutschen Regierungschefs. Er war der erste Bundeskanzler, der gleich nach Amtsantritt im Fernsehen offen sagte, das Ausmaß des Leids der palästinensischen Zivilbevölkerung lasse sich nicht länger mit dem Kampf gegen den Terror der Hamas rechtfertigen. Sein Satz, er verstehe nicht mehr, welches Ziel die israelische Armee im Gazastreifen verfolge, sorgte international für Aufsehen. Im August 2025 setzte Merz’ Regierung Teile der deutschen Rüstungsexporte nach Israel zeitweise aus. Diese Äußerungen und Entscheidungen riefen die israelische Regierung auf den Plan und führten zu einer deutlichen Abkühlung der bilateralen Beziehungen. Die Niederlage Deutschlands bei der UNO hing also nicht nur – und vermutlich nicht einmal in erster Linie – mit dem Palästinakonflikt zusammen. Eine größere Rolle könnten Unentschlossenheit und Widersprüchlichkeit Berlins in den Krisen um Venezuela und den Iran gespielt haben.

Erst Venezuela, dann Iran: Deutschland immer auf Abwegen

Nach der gewaltsamen Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte im Januar 2026 weigerte sich Merz, einen klaren Verstoß gegen die Souveränität Venezuelas zu verurteilen. Er sagte, die rechtliche Bewertung des US-Vorgehens sei komplex und bedürfe sorgfältiger Prüfung – und verlagerte zugleich den Fokus auf Maduros mangelnde Legitimität. Für mehrere lateinamerikanische Länder war das besonders schmerzhaft. Dass ein Regierungschef, der für sich beansprucht, eine normative Macht in der internationalen Politik zu sein, so eine Bewertung abgibt, dürfte man ihm in der Region kaum verziehen haben. Noch katastrophaler war die Linie zum Iran. Im März 2026 nannte Merz den Iran die größte Sicherheitsbedrohung und vermied eine direkte rechtliche Bewertung der US-amerikanischen und israelischen Angriffe. Er wiederholte nicht in der alten Form seine Äußerungen vom Sommer 2025 zur israelischen Militäroperation gegen den Iran, begrüßte aber die gezielten US-Schläge ziemlich eindeutig. Als aus der Operation ein zermürbender, langwieriger Krieg wurde und die Straße von Hormuz blockiert war, änderte Merz seinen Ton völlig. Ende April 2026 griff er die Regierung von Donald Trump öffentlich an und erklärte, die USA erlitten eine Demütigung, handelten unüberlegt und hätten keine vernünftige Strategie für einen Ausstieg aus dem Konflikt. Diese Worte kamen jedoch zu spät und wirkten wenig überzeugend.

Diese Pendeldiplomatie, die Beobachter aus der Innenpolitik lange von Merz kannten, erwies sich in der Außenpolitik als schlimmer als die konsequente Unterstützung einer Seite. Der Versuch, es sich mit allen recht zu machen, führte dazu, dass Deutschland gleichzeitig sein Verhältnis zu Teilen des Globalen Südens wie zu seinen Verbündeten ruinierte. Merz’ Lavieren mündete in eine Vertrauenskrise. Der schwerwiegendste Faktor für die Niederlage war jedoch das Versagen im Umgang mit internationalen Institutionen. Im September 2025 fand die UN-Generalversammlung statt – die zentrale Bühne für diplomatisches Lobbying vor der Wahl in den Sicherheitsrat. Österreich schickte seinen Präsidenten, Kanzler und Außenminister. Deutschland war auf Regierungschef-Ebene nicht vertreten.

Berlin bleibt außen vor

Merz zog es vor, zur Haushaltswoche des Bundestags in Berlin zu bleiben. Diese Entscheidung erwies sich als strategischer Fehler. Diplomatische Kreise in New York machten deutlich, dass Merz’ Abwesenheit in der internationalen Gemeinschaft als Arroganz und mangelnder Respekt aufgefasst wurde. Gerade auf der Generalversammlung werden traditionell informelle Absprachen getroffen und Unterstützung eingeworben.

Die Niederlage bei der Wahl in den UN-Sicherheitsrat war damit nicht bloß ein taktischer Rückschlag, sondern eine Diagnose des Zustands deutscher Außenpolitik unter Friedrich Merz. Deutsche Diplomaten werden noch lange mit den Folgen zu kämpfen haben. In den Jahren 2027 und 2028 bleibt Berlin außen vor – ausgerechnet in einer Zeit, in der die Fragen des Ukrainekriegs, der Nahostfriedens und des iranischen Atomprogramms besonders brisant sein werden. Die selbsternannte Rolle des Außenkanzlers entpuppte sich als Anspruch ohne Grundlage: weder gestützt von konsequenter diplomatischer Arbeit, noch von der Bereitschaft, an wichtigen internationalen Foren persönlich teilzunehmen, noch von einer klaren Haltung zu den heikelsten Fragen des Völkerrechts. Deutschland verlor gegen Österreich – eine Volkswirtschaft, die gerade mal neun Prozent der deutschen Größe ausmacht. Die Symbolkraft dieses Vergleichs ist kaum zu überbieten.
Vor diesem Hintergrund wirken die Versuche von Deutschlands Außenminister Wadephul, die Berliner Schlappe nur als Ergebnis russischer Machenschaften darzustellen, besonders fadenscheinig.

19 Kommentare

    1. Aber die Grünen Annalena trägt auch eine grosse Mitschuld an dieser internationalen Blamage Deutschlands!
      Sie hat es sozusagen superpeinlich „verbaerbockt“ …
      Apollo newsroom erklärt es

      hat Baerbock Deutschland den entscheidenden Sitz gekostet

  1. So ein Mist aber auch. Da denkt man mit Millionen an Entwicklungshilfe und sonstigen Beiträgen die Stimmen sicher gekauft zu haben und dann monieren die Undankbaren die Bevormundungsveruche und Besserwisserei.

  2. gemäß Afrikanischen, ECHTEN Diplomaten, war alleine das Bockbär aka Nigerianische Schei$$hausächspärtin Schuld! Aber das Whatafool hat ja schon die erneute Bewerbung angekündigt, dazu Einstein: „Wahnsinn, ist immer wieder das Gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten.“

  3. Merz war wohl kaum das Problem.

    Identitäre hindert man an der Ausreise aus Deutschland, weil sie dem Ansehen der Bundesrepublik schaden könnten.

    Aber eine Frau, die so ungebildet ist, dass sie Kobalt nicht von Kobold unterscheiden kann, die glaubt, ein Jahr hätte 560 Tage oder jemand würde sich ändern, wenn er sich um 360 Grad dreht, die ein Land zum Speck der Hoffnung erklärt und gar von Hunderttausende Kilometer entfernten Ländern redet, die macht man – nein, nicht zur Küchenhilfe in der Bundestagskantine, sondern zur Außenministerin und schickt sie in alle Welt.

    DAS war das Problem.

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  4. es wäre doch schön wenn die Ukraine diesen Posten bekommen hätte da wären Wadepuhl und Merz doch so richtig glücklich gewesen

  5. Es ist müßig, aufzudröseln, welcher der vielen Fehler von Merz oder welcher dämliche Spruch von Lenchen das Debakel verursacht hat. Es ist die Konsequenz einer seit Jahren herrschenden inkompetenten und irrsinnigen
    Politik auf ganzer Linie , die dem Rest der Welt nicht verborgen bleibt- auch wenn die Verantwortlichen das glauben.
    Schon vor Jahren wurde ich von Ausländern gefragt, was denn eigentlich in Deutschland los ist. Meine Antwort: Dieses Land ist schwer krank und wer die Symptome nicht mehr ertragen kann, sollte fliehen- wenn er kann.

  6. „Der UN-Sicherheitsrat ist das einzige Organ der Vereinten Nationen, dessen Beschlüsse rechtlich bindend sind.“

    Von welchem Volk ist dieser Rat gewählt worden? – Von keinem.
    Welches Volk hat ihn dazu autorisiert, rechtlich verbindliche Beschlüsse für die ganze Welt zu fassen? – Keines.

    Dieser Rat hat als Weltregierung genausoviel Legitimation wie das Pferd von Caligula als Konsul.
    Eine Schande für die Völker dieser Erde, sich von diesen Soviets (Räten) bevormunden zu lassen!
    Abschaffen, den Clan!
    😜

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  7. Unsere Politikern fehlt:

    Chrarakter.

    Bildung.

    Moralisches Empfinden.

    Empathie für Deutsche.

  8. Ich bewundere den Optimismus unseres Heldenkanzlers
    Wer nach so einer Klatsche verkündet, sich für 2035/2036 und 2043/2044
    wieder bewerben zu wollen ist entweder fähig die Zukunft zu lesen oder einfach nur
    von allen guten Geistern verlassen.
    Aber schön, das es in 10, bzw. 18 Jahren überhaupt noch eine Regierung geben soll.
    Ich dachte immer, bis dahin sei das Werk unserer Superkanzlerin vollbracht, die Bunte Republik
    im Moloch Brüssel aufgehen zu lassen.
    Vielleicht ist Merz auch nur von der Enterprise in die Vergangenheit gebeamt worden um die
    zugunsten von Aliens zu verändern. Man weiß ja nie…

  9. dummdeppen halt….. will keiner , braucht keiner nur einlich…. aber gerecht… alice erlöse uns … die dümmsten schwimmen oben weil sie hohl sind……. gehen aber alle unter weil nicgt ganz dicht…hahahah

  10. @Diplomatisches Debakel für Berlin
    nun – wenn man die Politik verfolgt und die Intensionen nach Feindagent und loyale Politik einteilt – so liegt die Blockpartei in den letzten 30 Jahren ganz eindeutig auf der Seite „Feindagent“ !
    Und für Feindagenten ist die Entwicklung bis hin zur UN ein eindeutiger Erfolg ! Sefton Delmer, Churchill, Roosevelt und Stalin hätten ihre Freude daran !

  11. Herr Thoma, auch wenn hier 100 Artikel sich mit diesem Thema befassen, ändert sich nichts!! Deutschland ist und bleibt das was es ist ………. !! Merz hat Prioritäten gesetzt – die in der Kolonialisierung ehm. YU und des gesamten Balkans unter EU-Gewalt zu bringen. Kushner will eine ganze Insel (Naturschutzgebiet) gehört zu Albanien – zerstören
    mit tausenden von Luxus – Wohnungen. In Serbien hat er schon versucht – deshalb müssen diese Länder in die EU. NUR
    diese Balkanländer (Regierungen) scheinen Bestechlich zu sein. Das Volk wacht langsam auf, mit reichlich Waffen im Keller. Es gibt wieder Krieg gegen Deutschland.

  12. @und Imageverlust für Merz als Außenkanzler
    das wird schon darauf ankommen, wen sie fragen !
    Deutsche Wähler – sofern sie nicht grün-rot sind, werden das als Minderleistung einstufen – aber grün-rot – und vor allem seine Herren in den Finanzeliten sehen darin ihren Erfolg und sein Image wird steigen !

  13. Die UN ist durch und durch von Schurkenstaaten und Antisemiten gekapert. Dieser Laden kann weg. Unserem Aussenkanzler gönne ich diese Blamage dennoch von Herzen. Was unsere brillante ehemalige Außenministerin angeht, hat ihr Ausbooten einer erfahrenen Diplomatin wohl für deutlich mehr Verstimmung in der UN gesorgt, als in unserer Hofberichtspresse berichtet wurde. Somit hat auch sie ihren Teil dazu beigetragen.

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  14. Nun ja. Frau Merkel, selbst keineswegs unumstritten, wird schon gewusst haben, warum sie den nicht wollte…

  15. „Deutschland von den UN vorgeführt: Diplomatisches Debakel für Berlin – und Imageverlust für Merz als Außenkanzler“
    Wir sollten eigentlich froh sein darüber, noch so ein plappermaul wie die Trampolin Meisterin und Deutschland wird von Hühner ausgelacht 🤣 wobei, ich will keinesfalls die Hühner beleidigen!

  16. Aber die Grünen Annalena trägt auch eine grosse Mitschuld an dieser internationalen Blamage Deutschlands!
    Sie hat es sozusagen echt superpeinlich „verbaerbockt“ …
    Apollo newsroom erklärt es

    hat Baerbock Deutschland den entscheidenden Sitz gekostet