Die Bande

Die Bande

Normales soziales Zusammenleben in Deutschland: Auch das gibt es zuweilen noch, aber es wird seltener… (Symbolbild:Grok)

Für 2026 hatte ich mir vorgenommen, weniger über Irrsinn, Absturz und Niedergang und mehr über Hoffnung zu schreiben. Das ist mir bisher nicht gelungen. Wer Hoffnung nun aus der im politischen Berlin ausgebrochenen Panik der Kartellparteien schöpfen will, sei darauf hingewiesen, dass das Politiktheater mehr ein Spiegelbild eines Zustands ist, als dass es den Zustand noch aktiv zu ändern vermag. Vielleicht könnte sich aber – abseits der Politik – der Zustand der Gesellschaft selbst ändern. Mit der Zeit. Eingefallen ist mir das anhand einer kleinen Beobachtung vom Wochenende: Mit Freunden verabrede ich mich des Öfteren zum Sport, der in einer Art Niemandsland zwischen Bahngleisen, leeren Verwaltungsbauten und Industrieruinen stattfindet. Dazwischen sind Spielfelder aus weichem Sand aufgeschüttet, die am Wochenende nur von relativ Wenigen genutzt werden.

Eine Seite des Sportareals wird von einem Nachtklub begrenzt, aus dessen Fenstern schon morgens rauchende, bekiffte Osteuropäerinnen in den “besten Jahren” nach etwas Abwechslung Ausschau halten. Die andere von einer lässig geführten Kletterhalle, in der leidlich sympathische Linke mit Kindern, Bärten und bunten Socken an Wänden emporkraxeln. Es herrscht entspannte Stimmung. Akzentuiert durch die Pfeiftöne der relativ nahen Schaufelraddampfer und einiger alter Lokomotiven, die hier für Wochenendtouristen den Sound guter alter Zeiten zelebrieren. Der Ort ist ein Refugium des Vergessens. Politik findet hier nicht statt, es geht um das Verlassen der Außenwelt.

Selten gewordene Normalität

Begrüßt werden wir hier zumeist von einer bestens gelaunten Girlie-Bande, Altersklasse vielleicht acht bis zwölf. Die sind immer schon da. Zwei dürre kleine Blondchen und zwei etwas größere Schwarzhaarige. Stundenlang spielen sie auf dem Gelände, ohne dass je Eltern zu sehen wären. Manchmal haben sie eine Wasserflasche dabei, Spielzeug eher nicht. Hin und wieder bitten sie höflich um einen unserer Bälle, den sie verlässlich wieder zurückbringen. Sie verstecken sich, wirbeln sich gegenseitig im Sand herum oder schauen uns vom Spielfeldrand aus zu. Es wird viel gelacht. Smartphones sind nicht zu sehen. Ein solches Setting war in meiner Kindheit Alltag. In Städten treffe ich nur sehr selten auf eine solche Normalität.

Bei einer der Größeren habe ich mich, mit der gebotenen Zurückhaltung, nach den Hintergründen erkundigt. Heraus kam, dass alle vier in einem riesigen, eintausend Wohnungen umfassenden Plattenbau leben, der ein paar Straßen weiter liegt und in Dresden als sozialer Brennpunkt bekannt ist. Die verkehrliche Anbindung des Monstrums ans Stadtgefüge führt über zwei Brücken, die aktuell – an Sinnbildern mangelt es wahrlich nicht – wegen schwerer Schäden überwacht werden müssen. Vor den Balkonen des Elfgeschossers liegen Einkaufswagen, einschlägige Männergruppen stehen herum, Frauen mit Kopftüchern und Kinderwagen trotten ihren Oberhäuptern hinterher. Als genau hier vor einiger Zeit ein Raser einen Jungen zu Tode fuhr, ahnte man instinktiv, dass sowohl Täter als auch Opfer einen Migrationshintergrund haben würden. So wurde es einige Wochen später auch gemeldet. Ergänzt wird die hier gebündelte bunte Klientel durch sozial schwach besattelte Einheimische.

Wenn Streit, dann Versöhnung

Die beiden kleineren Mädchen des Quartetts sind offenbar in Dresden geboren, die etwas Älteren stammen aus Syrien. Alle vier sprechen akzentfreies Hochdeutsch, was sowohl bei genuinen Sächsinnen als auch syrischen Flüchtlingen nicht unbedingt zu erwarten ist. Ungeachtet der sicher wenig privilegierten Umstände, vermitteln die Kinder einen aufgeräumten, glücklichen Eindruck. Sie bezeichnen sich als Freundinnen und verhalten sich auch so. Es gibt wenig Streit und wenn doch, dann folgt die Versöhnung auf dem Fuß.

Warum muss man eine solche Banalität beschreiben? Vielleicht, weil sich da irgendwo am Horizont die Rückkehr zu einer sozialen Normalität andeutet, die vergessen schien. Kindheit in Gemeinschaft, Zusammenhalt, Unbeschwertheit, Reduktion aufs Wesentliche. Aufwachsen ohne Ressentiments. Kinder überhaupt.

3 Kommentare

  1. die soziale Normalität wird von den Antifa_LSBTQ-Grün_Rot_Schwarz-Omas gegen Rechts Kanallien verhindert ,werden wenn WIR sie nicht daran hindern.

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  2. Toller Beitrag mit Nachahmungsaufforderung allerorten. Politik ausklammern, ignorieren, Wahlen vergessen und a.A.l.lassen.