Die CDU in der Prange-Falle

Die CDU in der Prange-Falle

Sprengt CDU-Bürgermeister und AfD-Unterstützer Bernd Prange die Brandmauer? (Symbolbild/Collage:Grok)

Der CDU-Bürgermeister Bernd Prange, der der AfD in Sachsen-Anhalt nicht nur 10.000 Euro spendete, sondern auch noch zur Wahl der AfD aufrief, damit sie die absolute Mehrheit erreicht, darüberhinaus auch noch selbst ankündigte, sie zu wählen und zum Sturz von Kanzler Friedrich Merz und einer konservativen Wende der CDU aufrief, hat seine moribunde Partei gehörig aufgewirbelt. Außer Frage steht, dass der Kreispolitiker aus Stendal (wo auch Ulrich Siegmund beheimatet ist) die Union mit seinem Coup vor eine unmögliche Wahl gestellt und das Brandmauerkartell in ein Dilemma getrieben hat: Denn wie auch immer die Unionsführung auf die von ihm gezündete Bombe nun reagiert, sie kann nur verlieren. Die Parteiführung bis ins engste Umfeld des völlig realitätsentrückten und verblendeten Pinocchio-Kanzlers Merz hinauf ahnt oder weiß, dass der abtrünnige Ost-Kommunalpolitiker einer unbekannten, jedenfalls riesigen Zahl an Parteifreunden aus der Seele spricht – und fürchtet zu Recht Solidarisierungs- und Nachahmereffekte.

Schadensbegrenzung im Wahlkampfendspurt in Sachsen-Anhalt, der Versuch, die Reihen zu schließen und das Ventil irgendwie abzudichten erscheinen daher eigentlich als oberstes Gebot; andererseits dürfte der Koalitionspartner SPD und auch der eingefleischte linke Parteiflügel den Kopf Pranges fordern und auf einem Parteiausschluss bestehen, was aber den Unmut vieler insgeheim vom anhaltenden Linksruck der Partei längst angewiderter Mitglieder auf die Spitze treiben und eine Austrittswelle provozieren könnte. Offenbar legt es Prange, der seit 1992 CDU-Mitglied und seit 32 Jahren Ortsbürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe ist, auch genau darauf an: „Ich will, dass sie mich rausschmeißen. Die CDU ist nicht mehr meine Heimat und Zukunft“, sagte er.

Statt Brandmauer-Ende setzt man jetzt auf Wechselstimmen

Während sich die erste Garnitur der Union noch bedeckt hält, reagiert erstmal der Bodensatz vor Ort Bundesland. Der CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Thomas polterte: „Früher, bei der Armee, hätte man jemanden wie ihn als Kameradenschwein bezeichnet.“ Sein Verhalten so kurz vor der Wahl sei „einfach nur niederträchtig“. Ministerpräsident Sven Schulze ließ sich nur schmallippige Satzfragmente entlocken: „Finde ich nicht gut. Kann ich ganz klar sagen“, sagte er im “Berlin Playbook”-Podcast von „Politico“. Man könne in einer Partei unterschiedlicher Meinung sein; aber er teile Pranges Meinung „in keinster Weise“. Mit einem Parteiausschlussverfahren wolle man sich erst nach der Wahl beschäftigen.

Allerdings setzte Schulzes Umfeld heute noch einen drauf – und bestätigte damit einmal mehr, wie richtig und berechtigt Pranges Outing war: Statt Selbstkritik zu zeigen, denkt man Medienberichten zufolge in der Landes-CDU laut darüber nach, nach einem AfD-Wahlsieg eine ausreichende Zahl gewählter AfD-Abgeordneter im neuen Landtag “umdrehen“ und so mit deren Stimmen Mehrheiten verhindern zu können. Namentlich nicht benannte CDU-Politiker sollen solche Pläne bereits schmieden und die Fühler nach solchen potentiellen Verrätern in der AfD ausstrecken. Charakterlich scheint die CDU hier von sich auf andere zu schließen; dass sie solche antidemokratischen Tricksereien in Betracht zieht, ist eigentlich schwer zu glauben, doch angesichts des rundum demokratieverachtenden Verhaltens der Altparteien und insbesondere auch der Union sind solche Volten andere als abwegig. Tatsächlich jedoch ist wohl die umgekehrte Sorge weitaus begründeter: In der CDU geht seit längerem schon die Angst um, dass am Ende Mitglieder der neuen Landtagsfraktion den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten wählen könnten – eine Sorge, die nicht unberechtigt ist und sich im Gegensatz zu früheren ähnlichen Fällen (wie beid den Ministerpräsidentenwahlen von Heide Simonis 2005 und Bodo Ramelow 2020 oder auch der Kanzlerwahl von Friedrich Merz 2025) durchaus erfüllen könnte. Denn auch wenn sich viele Mitglieder und Amtsträger nie so offen wie Prange zu äußern wagen würden – bei geheimen Stimmabgaben könnten sie sich eingedenk des astronomischen Frustpegels spontan umentscheiden.

Opportunistendämmerung in der Union

Prange selbst hätte seinen mutigen Schritt gleichwohl nie gewagt, wenn er nicht genau wüsste, dass er damit keine Einzelmeinung vertritt. Auch wenn Schulze den größtmöglichen Abstand zu Siegmund sucht und sich sogar weigerte, mit diesem zusammen bei “Ben Ungeskripted” in ein Rededuell zu treten (das stattdessen dann mit Siegmund geführte Einzelgespräch bringt es inzwischen nach nicht einmal sechs Tagen auf sagenhafte 4,5 Millionen Zuschauer – mehr als doppelt so viele, wie Sachsen-Anhalt überhaupt Einwohner hat!): Seine eigene CDU in dem Bundesland ist in weiten Teilen nicht länger bereit, den suizidalen Brandmauer-Wahnsinn der Parteiführung mittragen. Es bröckelt an vielen Stellen, nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern bundesweit, wo sich die vermutlich bereits deutlich unter der 20-Prozent-Grenze liegende Union in Schockstarre befindet. Kein Wunder: Als Inbegriff der Unaufrichtigkeit, Verlogenheit und Vetrauensunwürdigkeit unter dem schlimmsten Wählerbetrüger aller Zeiten hat sie außer einem völlig gescheiterten AfD-Dämonisierungskurs absolut nichts mehr zu bieten, hat sich jede Machtoption außerhalb des Linksblocks verbaut und wird in der Bundesregierung von der SPD permanent vorgeführt.

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Zum Putsch wird es erst kommen, wenn eine kritische Masse an Opportunisten und Pfründnern in der CDU dämmert, dass ihre Karrierechancen umso mehr schwinden, e stärker die AfD vor allem im Osten wird – wenn man nicht endlich zur Vernunft kommt und zu den dieser überlassenen bürgerlichen-konservativen  Positionen zurückfindet. Da diese inzwischen jedoch auch durch eigenes Zutun fast ausnahmslos als “rechtsextrem“ etikettiert sind, setzt dies zwingend die Bereitschaft voraus, die auf Dauer ohnehin unvermeidlichen große Auseinandersetzung mit dem tiefen Linksstaat endlich anzunehmen, statt immer mehr zu dessen Teil zu werden. Dies schließt nicht nur die Entmachtung von Merz sowie zwingend auch Figuren wie Wüst und Günther aus, sondern auch Zähigkeit und Rückgrat, den Anfeindungen des NGO-Komplexes ebenso wie der Titulierung als nach rechtsaußen gerückte weitere Nazi-Partei standzuhalten, so lange, bis der linke Empörungstsunami gebrochen ist. Vielleicht braucht es dazu noch einige weitere heilsame Schocks, für die die absehbaren Wahldebakel im kommenden Monat im Osten sorgen dürften. Spätestens dann dürfte die Brandmauer-Frage mit aller Wucht zurückkehren. Die CDU bekommt nun die Quittung für 15 Jahre katastrophaler Politik, die Deutschland als Kultur- und Wirtschaftsnation vernichtet hat. Selbstverschuldet wird sie sitzt völlig selbstverschuldet zwischen allen Stühlen zerrieben. Rettung gibt es für sie nur, wenn sich noch mehr Pranges hervorwagen.

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8 Kommentare

  1. CDU kann weg. SPD soll folgen. Grüne braucht nur meine voll informierte Schwägerin (vermutlich Oma gegen Rechts) in RLP. Die Liberalen, hust, hust, für was braucht man die gleich noch ? Die Linke oder die BSW brauchen nur die Leistungsträger im Land Berlin.

  2. Wenn man ehrlich ist, hat sich die CDU jeden Prozentpunkt weniger ehrlich verdient. Leute wie Merz, Schulze, Wüst, Günther oder gar vd Leyen und andere habe nichts mehr, absolut nichts mehr mit einer vertrauswürdigen, konservativen Partei zu tun. Sie sind das Ebenbild der heute üblicherweise verlogenen Linksgrünen.
    CDU kann weg.

  3. Der klopolitische Sprecher der Bumsregierung sieht einen Zusammenhang der Spende von Herrn Prange mit der russischen Vorbereitung eines Krieges gegen Deutschland:
    „Wir werden nicht tatenlos zuschauen, wie Putin unsere Demokratie zerstört. Darum müssen wir verhindern, daß die AfD gewinnt. Ein Sieg der AfD wäre möglicherweise der Beginn des dritten Weltkriegs. Den können wir uns nicht leisten.“

    Doch, können wir, indem wir mehr und höhere Steuern bezahlen. Für Frieden und Gerechtigkeit versteht sich.
    🚽

  4. Wagenknecht ein Fall für den Verfassungsschutz? Nordkorea-Sehnsucht im deutschen Journalismus
    „„Sahra Wagenknecht ist längst ein Fall für den Verfassungsschutz“ – unter dieser Schlagzeile fordert der Hauptstadtkorrespondent des RedaktionsNetzwerkDeutschland (RND) eine Beobachtung der BSW-Politikerin durch den Inlandsgeheimdienst der Bundesrepublik. Anlass: Markus Decker warnt vor einer angeblichen „Querfront“ zwischen AfD und BSW. Fundierte Argumente, die eine derartige Forderung untermauern, finden sich in dem Kommentar nicht. Stattdessen ist etwas zu lesen von „Shit“, „offenkundig“ und „Desinformationskampagnen“. Immerhin kommt ein Prinzip zum Vorschein: Wer politisch quer liegt, soll am besten vom Geheimdienst überwacht werden. Dieses Prinzip passt nach Nordkorea – nicht aber zu einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=155037

    https://www.rnd.de/politik/von-links-nach-rechts-warum-wagenknecht-jetzt-vom-verfassungsschutz-beobachtet-werden-sollte-GCFE3EODNNBHPCY2PL6A7YZLCY.html

  5. @der seit 1992 CDU-Mitglied und seit 32 Jahren Ortsbürgermeister
    das heißt, er hat alle Verbrechen der CDU mitgetragen – der Euro für die Banken, die Corona-Gen-Experimente, die klima-Betrügereien, die Steuerbetrügereien um Cum-Cum, Cum-EX und Wirecard – und jetzt geht es zu Ende – wie war das noch mit den Schiffen und den Nagetieren mit Kanalisationshintergrund ?
    Ich sehe da andere Hintergedanken:
    Wahlstimmen, da die CDU jetzt ja verstanden hat, wird der eine oder andere Wähler nicht zur AFD, sondern zur CDU gehen
    sich selbst so positionieren, das man im Fall der Niederlage auf den Zug der AFD aufspringen kann

    Meiner Meinung nach geht es hier nur um Selbstrettung !

  6. CDU das ist die Mogelpackung schlechthin! Über Merkel und das was den Bürgern als „grün“ verkauft wurde ist dieses einstige konservative Flaggschiff guter und vernünftiger Politik zu einer Schiessbude derer verkommen die als getarnte „Grüne“ Politik jenseits der äussersten Ecke linker SPD Politik machen und diese CDU unterwanderten! Schlimm ist, dass Politiker der alten CDU dies zwar mit Sicherheit auch konstatiert haben doch die Verführung durch Alimentierung sowie Amt und Würden haben sie nicht laut werden lassen man hat sich einfach arrangiert! CDU das ist das TROJANISCHE PFERD“ mit dem blinden aber zudem selbstgefälligen Blackrock Friedrich dem im Prinzip alles mal „scheissegal“ ist Hauptsache Macht,Gedöns,Kanzler mimen und den Auftrag erfüllen aber nein doch, nicht den mit dem Amtseid sie Dummerle!Diese CDU das ist ein hohles Gebilde es ist zu einem linken Lager verkommen in dem wahrlich eine grosse Menge von denen sitzen denen ein Merz Unbehagen bereitet aber muss man da so weit gehen seinen schönen Sessel zu verlieren da warten wir doch noch ein wenig ab und bisher ist doch noch immer alles gut gegangen….oder? Nein ihr Undankbaren pseudo Volksvertreter ihr habt uns das Volk verraten und verkauft ihr habt mitgemacht beim Ruin Deutschlands, beim Ausverkauf und ihr demontiert jetzt auch noch die wache demokratische Opposition und schon wieder aus Gier und Eigennutz denn euch geht der Arsch auf Grundeis da ihr Angst vor der Rückkehr der Demokratie und des Rechtstaates habt denn dies könnte Folgen für euch mit sich bringen, Also bleibt weiter in diesem links versifften CDU Dampfer sitzen aber denkt mal darüber nach was ihr da für einen „Kapitän“ habt denn der Mann könnte vielleicht aber nur mit Glück ein Ruderboot sicher über nen Teich bugsieren und bedenkt normal geht bei Schiffbruch der Kapitän zuletzt von Bord doch seid gewiss Friedrich ist weg bevor ihr merkt dass die Flutventile bewusst geöffnet wurden1

  7. Kronzeuge gesucht.
    Um den linken tiefen Staat erfolgreich wegkärchern zu können braucht es einen Kronzeugen, der die Strukturen und zentrale Akteure kennt und die Cleaner einweist. Natürlich erhält derjenige Personenschutz. Fachkräfte haben wir ja genug. Vielleicht meldet sich ein Syrer freiwillig? 🙂

    Apropos „Kameradenschwein“, früher bei der Armee: Dieses „Früher“ wurde von der C-D-U-Kriegsministerin von der Leyen zerstört. Wie wird die denn in CDU-Kreisen genannt? Mutti, Tante oder Ministersau?

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