Die Kernschmelze des deutschen grünen Weltbilds

Die Kernschmelze des deutschen grünen Weltbilds

Umdenken ist überfällig (Symbolbild:Imago)

Schockzustand in den Berliner Regierungsbezirken. Ein tiefer, seismischer Riss geht durch das moralische Fundament der Republik. Ausgelöst wurde er nicht durch russische Gas-Erpressung oder Haushaltslöcher, sondern durch ein Geräusch aus dem Norden. Ein Geräusch, das in deutschen Debattenräumen eigentlich unter Strafe steht: ein kurzes, trockenes Lachen. Was war passiert? Auf einer Nuklear-Tagung in Berlin wagte es die europäische Nachbarschaft, die deutsche Energie-Mathematik mit profanen Dingen wie „Zahlen“ und „Logik“ zu konfrontieren.

Carl Berglöff aus dem schwedischen Ministerium für Klima und Unternehmertum stellte in Berlin eine völlig absurde, geradezu undeutsche Rechnung auf: Wenn man wegen der KI-Datenzentren doppelt so viel Strom braucht, aber gleichzeitig Kohle und Gas verbieten will, dann – Achtung, jetzt wird es wild! –, muss irgendwo Strom herkommen.

Die Welt rechnet, während Deutschland nur fühlt

Da man in Stockholm offenbar die Fähigkeit verloren hat, sich Energie einfach herbeizuwünschen oder aus moralischer Überlegenheit zu speisen, baut man nun eben neue Reaktoren. Skandalös pragmatisch.

Doch der wahre Dolchstoß in den Rücken der deutschen Seele kam aus Finnland. Auftritt: Atte Harjanne. Er ist Abgeordneter, und – jetzt müssen sich deutsche Spitzenpolitiker ganz stark festhalten – er ist Grüner. Harjanne berichtete Ungeheuerliches aus seiner Heimat: In Finnland gebe es keine einzige Partei mehr, die für den Atomausstieg sei. Schlimmer noch: Die Debatte dort verlaufe „sehr stark auf Basis wissenschaftlicher Argumente“.

Grüne aus dem Norden: Die Antichristen der Ökologie

Man muss sich das finnische Elend vorstellen: Keine Talkshows, in denen Kernkraftgegner und -befürworter sich gegenseitig als „Klimamörder“ oder „strahlende Apokalyptiker“ beschimpfen. Keine ideologisch-rituellen Dämonisierungen. Stattdessen einfach nur langweilige Fakten. Wie wollen diese Menschen jemals einen ordentlichen Kulturkampf führen? „Wenn die deutschen Grünen so weitermachen wie bisher, haben sie irgendwann ein Problem mit dem Klimaschutz“ so Atte Harjanne, mit einem Grinsen.

Als man Harjanne fragte, ob er seinen deutschen Parteifreunden nicht mal erklären könne, wie das mit der CO2-freien Grundlast funktioniert, lachte der Finne nur kurz. Es war das Lachen eines Menschen, der weiß, dass man einem deutschen Ideologen alles nehmen darf – nur nicht sein liebstes Dogma. Denn in Deutschland gilt nach wie vor das eherne Naturgesetz: Lieber importieren wir nachts französischen Atomstrom und fahren im Winter die heimischen Kohlemeiler wieder hoch, als zuzugeben, dass die Finnen vielleicht recht haben.

Am deutschen Wesen…

Um die Demütigung perfekt zu machen, verfügt Finnland auch noch über fünf funktionierende AKWs und das weltweit erste betriebsbereite Endlager für hochradioaktiven Müll. In Deutschland hingegen gehört die Suche nach einem Endlager inzwischen zum immateriellen Kulturerbe. Es ist ein generationenübergreifendes Beschäftigungsprogramm für Geologen, Bürgerinitiativen und Schilderhersteller „Atomkraft? Nein danke“. Würde man plötzlich ein Endlager haben, fiele das Land in ein tiefes Identitätsvakuum. Worüber sollte man sich beim Sonntagsbraten sonst streiten?

Während das Ausland also fleißig Reaktoren baut, um die digitale Zukunft zu befeuern, bleibt Deutschland sich treu. Wir haben zwar bald keinen Strom mehr für Datenzentren, aber dafür behalten wir das beruhigende Gefühl, moralisch auf der ganz sicheren Seite zu stehen. Und wenn im Winter das Licht flackert, zünden wir einfach eine Kerze an. Die ist bio, CO2-neutral (wenn man nicht atmet) und wärmt das grüne Gewissen. Schöne Grüße nach Stockholm und Helsinki! Wer zuletzt lacht, friert am besten.

14 Kommentare

  1. @“…russische Gas-Erpressung …“
    Der Autor hat da wohl was verwechselt.
    Es ist doch die Deutsche und EU Embargo- Politik die hier schuld an der ganzen Misere ist. Wird hier auch schon im Sinne der Diktatur manipuliert.

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  2. Die Reaktoren der neuesten Generation können auch mit s. g. Atommüll betrieben werden und somit hätte sich die Endlagerproblematik ohnehin erledigt.
    Der „ DUAL FLUID REAKTOR “ z. B.

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  3. Gehen wir mal davon aus, die „Energiewende“ wurde fabriziert zur gezielten Kontigentierung und klappt ja hervorragend. Kernkraft – hat ja Deutschland mal selber gebastelt einschl. eines Schiffes (die Hahn) und funktionierte. Fakt ist, mit Energie kontrolliere man die gesamte Welt und ja, es gibt die funktionierenden alternativen Technologien (man spricht etwas irreführend von freier Energie). Dann verliert das System aber die Kontrolle und viele der netten Menschen würden den Planeten zertrümmern, wenn man genug (fast kostenlose) Energie 24 Stunden / 365 Tage hätte – Thema Ethik. Ist ein Grund, warum zwar Präsentationen in der realen Wirklichkeit aber für Normalo eben (noch) nicht zugänglich bis auf einige Verschwiegene. Stöbert einfach im Netz ohne KI Errungenschaften und solchen Mist mit normalen Menschenverstand. Wer dazu bereit ist, wird die wirkliche Wahrheit fernab der staatlichen Wissenschaft finden aber auch bissel Vorsicht..

  4. Als nächstes müssen wir den Erdkern kühlen, damit er nicht schmilzt.

    Das wird eine Mammutaufgabe für Generationen. Aber aufgrund unserer besonderen Geschichte müssen wir auch hier Vorreiter sein.
    (Bullshit aus)
    😜

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  5. Tja, die deutschen Grünen sind doch aber die hochgebildeten, intelligenten und weltklugen Menschen, repräsentiert durch Leute wie Felix Banascak, Cluadia Roth, Katrin Göring-Eckardt, Ricarda Lang oder Tessa Ganserer, nicht zu vergessen Omid Nouripour, Franziska Brandtner und Katharina Dröge.
    Was bilden sich da Grüne aus Finnland ein, gegen diese geballte Sachkompetenz anzustinken? Die werden schon sehen, was sie davon haben!

  6. strom gibt es genügend aus der steckdose… das wissen auch die linksrotzgrünen volldeppen … sind ja geschult und haben jahre in den baumschulen verbracht… wohne immer noch auf den bäumen… alice erlöse uns von den vermeindlichen politidioten deppen und kopfgestörte… alle energiezerstörer ab in den knast… politidioten gleich mit… die sonne scheinet….. hängt die grünen solange es noch bäume gibt… socken in die sonne zum trocknen…

  7. die Endlager gibt es schon ganz bald zu Haufe: die dual fluid Reaktoren der nächsten Generation, NUTZEN den „aTommüll“ als Brennstoff!!!!!
    ergo: sind wir reich an Rohstoffen.
    „Endlager“ PROBLEM SOMIT NICHT MEHR EXISTENT!!!…

    1. Deutsche Wissenschaftler melden Patent an: Atomkraft ist das neue „Grün“

      Die grüne Zukunft

      Ein Team von Physikern des Berliner Instituts für Festkörper-Kernphysik hat zusammen mit kanadischen und polnischenWissenschaftlern eine Antwort auf die zwei wichtigsten Gegenargumente in Sachen Atomkraft gefunden. Es entwickelte den sogenannten Dual Fluid Reaktor, der Atommüll nutzen und somit das Endlager-Problem lösen und darüber hinaus intrinsisch ist. Dadurch ist ein Gau wie in Tschernobyl oder Fukushima komplett ausgeschlossen. Die hysterischen Klimaretter müssten begeistert sein – doch sie setzten lieber auf teuren Strom und einen vogelfreien Himmel. Und deshalb sorgt diese sensationelle Nachricht aus Berlin auch kaum für Aufsehen.

      Das Forscherteam habe sich den Reaktortyp Dual Fluid Reaktors (DFR) patentieren lassen, heißt es in der Welt. der DFR kann Atommüll entsorgen – er wandelt ihn in Strom und Wasserstoff um – das leidige Endlager-Problem ist mit ihm also gelöst.  Der neue Reaktor sei inristisch – erklärt der an der Entwicklung beteiligte Physiker Götz Ruprecht. Auch das Argument der drohenden GAU-Gefahr ist mit ihm ad acta gelegt, ein zweites Tschernobyl „unter allen Umständen unmöglich“. Sollte sich die Brennstoff-Flüssigkeit im Reaktorkern zu stark erhitzen würden sich u.a. die Flüssigkeiten bei steigender Temperatur ausdehnen. Dadurch würde die Dichte des Kernbrennstoffs und damit die Leistung des Reaktors automatisch geringer, erklärt Ruprecht die sichere intrinsische Funktionsweise des DFR.

      Der neue Flüssigsalz-Reaktor arbeitet mit schnellen Neutronen. Am Ende des Prozesses bleiben nur kleine Mengen radioaktiver Isotope übrig, Der Großteil von ihnen besitzt eine Halbwertszeit von unter einhundert Jahren. „Nach diesem Zeitraum könnten 90 Prozent der Spaltprodukte aus dem Zwischenlager entnommen werden, nach 300 Jahren der Rest“, so Götz Ruprecht laut Welt. Und zu allem „Überfluss“ können aus dem „Abfall“ auch noch wertvolle Edelmetalle gewonnen werden. Pro Jahr produziere der DFR 100 Kilogramm Ruthenium, 20 Kilogramm Rhodium und 60 Kilogramm Palladium sowie einige zehn Kilogramm Xenon. „Insgesamt haben diese Substanzen einen Marktwert von mehreren Millionen Euro“, erklärt Ruprecht in der Welt. Im laufenden Betrieb könnte auch das in der Medizin eingesetzte Radioisotop Mo-99 entnommen werden. Ein knappes Kilo wirft der Dual Fluid Reaktor FR pro Jahr ab. Wegen der geringen Halbwertszeit könnten nur wenige 100 Gramm davon bereitgestellt werden, was schon ein Vielfaches des Weltbedarfs sei.

      Weltweit geht die Forschung in Sachen Kernenergie in die Vollen und für die Klimaretter-Fraktion sind das eigentlich mehr als gute Neuigkeiten, denn die Reaktoren geben kein „böses“Kohlenmonoxid in die Atmosphäre ab und sind somit „klimaneutral“. Angesichts der angedrohten Klimakatastrophen-Szenarien erklärten Professor Joshua Goldstein von der American University, der schwedische Ingenieur Staffan Qvist sowie der Harvard-Psychologe Steven Pinker in einem Artikel in der New York Times, dass sie die Kernenergie für das „neue Grün“ halten. Die Kernkraft könne die Welt retten, so die Titel des Beitrags, der Anfang dieses Monats veröffentlicht wurde.

  8. @Ein tiefer, seismischer Riss geht durch das moralische Fundament der Republik.
    wenn Religion und Rassismus vereint sind, dann spielen spielen mit profanen Dingen wie „Zahlen“ und „Logik“ keine Rolle – die werden nicht einmal zur Kenntnis genommen und alleine der Anspruch, diese zur Kenntnis zu nehmen, wird den Fanatismus verdoppeln – sie wissen, das der Strom im Netz ist und dort nur herausgenommen werden und verteilt werden muß und demzufolge sind anders lautende Feststellungen einfach nur Betrug und Verrat und Ketzerei der reinen Lehre und Häresie. Sie werden deshalb auch nicht weichen und lieber einen Bürgerkrieg auslösen, um verbrannte Erde zu hinterlassen, wenn sie nicht siegen.
    Die Geschichte zeigt, das man solche Leute nicht überzeugen kann – sie müssen aussterben !
    Und für die Geschichte ist es gleichgültig, ob das am Zahn der Zeit ist, auf einem Richtplatz oder in der Gosse !

  9. Noch nicht einmal die anzuzündende Kerze ist CO2-frei, die besteht normalerweise aus Parrafin oder ähnlichen Stoffen, und die werden aus – tatää – Erdöl hergestellt.

    Btw. auch während viele hier auf den Dual-Fluid-Reaktor hoffen (der wird noch dauern und hier im Land ohnehin nicht gebaut werden, sondern in Ruanda!), haben die in der Atomtechnologie führenden Russen bereits einen aktiven Reaktor, der Atommüll verbrennen kann: der BN-800 in Beloyarsk. Der läuft seit 2016.

  10. Klimawandel-Propaganda
    Noch bevor die erste Hitzewelle überhaupt erstbegonnen hat, gibt es bereits erste Meldungen über mögliche Wasser-Rationierungen in Deutschland:

    Hunderttausende Liter fehlen
    Erste Kommunen in NRW warnen vor Trinkwasser-Knappheit
    https://www.focus.de/earth/40-prozent-mehr-verbrauch-kommunen-in-nrw-warnen-vor-trinkwasser-knappheit_02de748c-77b8-46e1-b942-dd9581642b7e.html

    Klimawandel-Propaganda bei der Tagesschau:

    Hitzewelle in Großbritannien
    „So fühlt sich der Klimawandel an“
    https://www.tagesschau.de/ausland/europa/england-hitze-welle-100.html