
Die gefährlichste Form von Macht beginnt nicht mit Gewalt. Sie beginnt mit Worten. Mit Denkkorridoren. Mit Cancel Culture und Instanzen, die mit der Überwachung des Sagbaren betraut sind: Meldestellen, Verfassungsschutz, Staatsanwaltschaften. Wer bestimmt eigentlich, was als „normal“, „verantwortungsvoll“ oder „gefährlich“ gilt? Wenn Unabhängigkeit plötzlich „toxisch“ heißt, Konformität zur „Solidarität“ wird und Widerspruch als „Schaden für die Demokratie“ gilt, ist es zwingend nötig, genauer hinzusehen, wer hier die Kategorien setzt und sich zum Gatekeeper aufwirft.
Sprache beschreibt nicht nur Wirklichkeit. Sie formt sie. In jeder Gesellschaft gibt es Begriffe, die Orientierung geben. Problematisch wird es jedoch, wenn Etiketten nicht mehr der Beschreibung dienen, sondern der Disziplinierung. Wenn Menschen nicht mehr durch bessere Argumente überzeugt, sondern durch moralische Stempel zum Schweigen gebracht werden sollen: „Rechtsextrem.“ „Populist.“ „Verschwörungstheoretiker.“ „Klimaleugner.“ „Demokratiefeind.“ „Rassist.“ “Querdenker..“ „Aluhutträger.“ Und so weiter, und so weiter.
Umdeutung des Offensichtlichen
Natürlich gibt es echten Extremismus, tatsächliche Hetze und nachweisbare Falschbehauptungen. Aber in unseren bunten, toleranten und vielfältigen Gesellschaft häufen sich die Versuche, berechtigte Kritik durch Etiketten zu delegitimieren, statt sich mit ihr auseinanderzusetzen. Offensichtliches, durch die uns umgebende, erfahrbare Wirklichkeit Gesichertes, wird umgedeutet, kleingeredet oder doch gleich mit einem Bann belegt.
Es wird mehr als deutlich signalisiert, welche gedankliche Piste nicht mehr befahren und welche Gedanken nicht weitergedacht werden werden sollen, weil sie offensichtlich die Narrative gefährden, auf die sich staatliches Handeln abseits jeglicher Realität beruft. Deshalb stelle ich mir bei jeder politischen Debatte eine einfache Frage: Wird hier ein Argument widerlegt – oder nur der Mensch diskreditiert, der es ausspricht?
Narrativschutz durch Verbot der Gegenrede
Eine Demokratie lebt nicht davon, dass alle dieselbe Meinung haben. Sie lebt davon, dass auch unbequeme Meinungen ausgesprochen werden dürfen. Ja, in einer Demokratie darf und soll man sogar gerne mit seinen Aussagen daneben liegen – weil diese mit Argumenten widerlegt werden können. Aber was sagt uns das, wenn es zu staatliche Narrativen keine Gegenrede geben mehr darf? Exakt: Es besagt, dass solche Narrative Argumenten eben gerade nicht standhalten.
Weil man also in der Sache staatlicherseits argumentativ auf verlorenem Posten steht, werden missliebige Äußerungen, Theorien oder Argumente verbannt, indem man denjenigen diskreditiert, der diese hervorbringt. Solche Leute sind für ein System, das aus Andersons Märchen “Des Kaisers neue Kleider” entsprungen scheint, immanent gefährlich. Sie sind für das Narrativ wie das kleine Kind im Märchen, das ruft: „Aber der Kaiser ist ja nackt!“
„Ein Wort der Wahrheit überwindet die ganze Welt“
Lassen wir deshalb nicht zu, dass Etiketten das Denken ersetzen! Prüfen wir Argumente, statt Menschen vorschnell einzuordnen! Beurteilen wie Inhalte statt Gesinnungen! Hören wir auf das, was gesagt wird, statt uns darauf zu konzentrieren, wer etwas sagt! Hinterfragen wir Begriffe, bevor wir sie übernehmen! Denn wer die Sprache kontrolliert, verschiebt die Grenzen des Denkbaren – und wer die Grenzen des Denkbaren verschiebt, verändert am Ende auch die Grenzen der Freiheit.
“Ein Wort der Wahrheit überwindet die ganze Welt“, heißt es. Freiheit beginnt immer dort, wo Menschen den Mut haben, selbst zu denken. Und sie endet dort, wo sie aus Angst vor einem Etikett aufhören, ihre Überzeugung auszusprechen. Sorgen wir dafür, dass dieser Punkt niemals erreicht wird!
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6 Kommentare
,,Drei Dinge können nicht lange versteckt bleiben: die Sonne, der Mond und die Wahrheit.
-Buddha
„Die Wahrheit ist im Anmarsch und nichts wird sie aufhalten. […] Wenn man die Wahrheit verschließt und in den Boden vergräbt, dann wird sie nur wachsen und so viel explosive Kraft ansammeln, dass sie an dem Tag, an dem sie durchbricht, alles, was ihr im Wege steht, fortfegt.“
-Emile Zola, französischer Schriftsteller und Dichter in “J’Accuse“, veröffentlicht in der Zeitung L’Aurore vom 13. Januar 1898
„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!“
-Bertolt Brecht
Wenn in einem Raum alle lügen dann bist du der schlimmste Feind wenn du die Wahrheit sagst- wenn alle sagen dass ein Mann mit Schminke und Kleid eine Frau sei und du sagst das ist ein Mann- dann wirst du bestimmt nicht nur verbal sondern sogar noch körperlich angegriffen
ich glaube langsam NICHTS mehr von dem , was die allgemeine ,,Presse“ schreibt…
Denen ist jede Art von Lüge und verbaler Umformung der Wahrheit zuzutrauen…
Das System ist so korrupt, verlogen und kaputt, die können nicht mehr zurück…
Bluttat in Niedersachsen:
,,Nach Sechsfachmord in Stade – Verdächtiger (TÜRKE) begeht Suizid im Gefängnis…“
https://www.welt.de/vermischtes/article6a5f5ceb0ccc03bfc10bd0aa/stade-nach-sechsfachmord-verdaechtiger-begeht-suizid-im-gefaengnis.html
Missbrauch der Sprache – Mißbrauch der Macht! Ausarbeitung von Herrn Prof. Dr. Pieper!
Das Sprachbild der Politik ist durchsetzt von euphemistischen Floskeln, da hätten die griech. Sophistiker ihre wahre Freude dran gehabt! Die Sprache wird entmündigt damit wir um die Wirklichkeit betrogen werden!
Und ist die Wirklichkeit im Bewußtsein nicht präsent, werden die hieraus resultierenden Entscheidungen das falsche Werkzeug für eine lebensfrohe Zukunft sein!
Danke für den großartigen Literatur-Hinweis.
Habe mir das Buch soeben bestellt !