Die lautlose Revolution

Die lautlose Revolution

Die Freiheit führt das Volk (Gemälde von Delacroix/WikiCommons)

Die friedliche Revolution von 1989 zeigte der Welt, dass tiefgreifende politische Veränderungen in Deutschland nicht zwangsläufig durch Gewalt, Bürgerkrieg oder bewaffnete Aufstände erfolgen müssen. Millionen Menschen stellten sich in der DDR gegen ein politisches System, das sie nicht mehr akzeptierten. Der Widerstand erfolgte nicht mit Waffen, sondern durch Demonstrationen, öffentlichen Druck, gesellschaftlichen Mut und den Willen zur politischen Veränderung. Am Ende führte dieser friedliche Protest zu einem historischen Umbruch. Auch die gegenwärtige politische Entwicklung weist bemerkenswerte Parallelen in ihrer Form auf — nicht hinsichtlich der historischen Dimension, wohl aber hinsichtlich der Art des gesellschaftlichen Widerstands. Wieder entsteht der Eindruck, dass ein wachsender Teil der Bevölkerung mit politischen Entwicklungen, gesellschaftlichen Veränderungen und dem herrschenden politischen Kurs nicht mehr einverstanden ist.

Viele Menschen fühlen sich von etablierten Parteien, großen Teilen der Medienlandschaft und gesellschaftlichen Institutionen nicht mehr vertreten. Bemerkenswert ist dabei vor allem die Art, wie sich dieser Widerstand vollzieht. Während politische Spannungen in vielen Ländern der Welt immer wieder in Gewalt, Unruhen oder revolutionäre Eskalationen münden, verläuft der gesellschaftliche Konflikt in Deutschland bislang weitgehend friedlich. Die Menschen greifen nicht zu den Waffen. Sie organisieren ihren Protest über Diskussionen, öffentliche Debatten, soziale Medien, Demonstrationen und vor allem über ihr Wahlverhalten.

Bewusste Positionierung

Besonders deutlich zeigt sich dies in aktuellen Umfragewerten: Wenn inzwischen rund 38 Prozent der Befragten angeben, die Alternative für Deutschland sicher, eher wahrscheinlich oder potenziell wählen zu wollen, dann ist dies weit mehr als eine gewöhnliche Schwankung innerhalb des politischen Systems. Es zeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung begonnen hat, sich bewusst gegen den bisherigen politischen und gesellschaftlichen Mainstream zu positionieren. Dabei geht es nicht nur um die Unterstützung einer einzelnen Partei. Das Umfrageergebnis steht symbolisch für einen tiefergehenden gesellschaftlichen Prozess: für den wachsenden Wunsch vieler Menschen nach politischer Kursänderung, nach stärkerer Repräsentation ihrer Ansichten und nach einem Bruch mit Entwicklungen, die sie nicht länger mittragen wollen.

Das eigentlich Bemerkenswerte besteht jedoch darin, dass sich dieser tiefgreifende politische Wandel bislang fast ausschließlich über den demokratischen und gesellschaftlichen Diskurs vollzieht. Der Konflikt wird mit Worten geführt, nicht mit Gewalt. Die Veränderung erfolgt über Meinungen, Debatten und Wahlen. Gerade darin liegt möglicherweise eine der auffälligsten Besonderheiten der gegenwärtigen Entwicklung in Deutschland.

9 Kommentare

  1. „Die Veränderung erfolgt über Meinungen, Debatten und Wahlen.“

    Das gefällt den Machthabern aber nicht.
    Deswegen werden Meinungen unterdrückt, Debatten unterbunden und Wahlen rückgängig gemacht.

    Über Algorithmen kann man Informationen, die eigentlich auf die erste Seite von Suchergebnissen gehören, auf die letzten Plätze verschieben, die Reichweite begrenzen und vieles mehr.

    Die vielgepriesene Freiheit im Internet wird schleichend durch neue Verordnungen weiter eingeschränkt und schrittweise abgeschafft. Zur Begründung führt man den Schutz vor Desinformation an.

    Wir leben im Zeitalter des Informationskrieges.
    Wer den gewinnen wird, ist noch unklar.

    Gewalt war schon immer eine Lösung. Die Machthaber haben keine Skrupel diesbezüglich. Eine stille Revolution ist zwar wünschenswert, scheint mir jedoch utopisch zu sein.
    Nur wenn sich die Systemsoldaten auf die Seite des Volkes stellen, haben wir eine reelle Chance, den großen Knall abzuwenden.

    Meine Meinung.

    1. So ist es machbar, eine Revolte mit dem Sturz der Regierung ist erst möglich wenn die Armee und Polizei die Seite wechselt. Aber vermutlich wird das nicht passieren, die Herrscher haben Vorbereitungen getroffen so etwas schon im Keim zu ersticken!!!

  2. …Das eigentlich Bemerkenswerte besteht jedoch darin, dass sich dieser tiefgreifende politische Wandel bislang fast ausschließlich über den demokratischen und gesellschaftlichen Diskurs vollzieht. Der Konflikt wird mit Worten geführt, nicht mit Gewalt. Die Veränderung erfolgt über Meinungen, Debatten und Wahlen. Gerade darin liegt möglicherweise eine der auffälligsten Besonderheiten der gegenwärtigen Entwicklung in Deutschland. “
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    Aber es dauert elend lange, bis entlich was passiert!

    Es sind die Partikularinteressen der Menschen und auch die ethnischen
    Barrieren noch zu ausgeprägt!
    Genau das-> „“Teile und Herrsche““ , wird von den „Internationalisten“ massivst befeuert!

    Hier liegt das wesentliche Problem!!
    Im Osten ging das damals so schnell, weil wir mehrheitlich ethnisch und v.a. kulturell Deutsche waren, die vereint ein gleiches Ziel hatten.

    Weg mit dem Kommunismus sowjetischer Prägung!
    :::
    Zur Ergänzung….
    Passt…!
    :::
    22.05.2026
    Björn Höcke spricht Klartext zum Thüringen-Monitor.

    Der neue Thüringen-Monitor soll erklären, wie es um Demokratie und Vertrauen im Freistaat steht. Doch was er vor allem zeigt: Die Landesregierung redet über Demokratie, während das Vertrauen der Bürger in die Politik dramatisch schwindet.

    Björn Höcke nimmt den Monitor auseinander: seine politischen Vorannahmen, seine blinden Flecken beim Linksextremismus, die millionenschwere Förderung linker Vorfeldstrukturen und die wachsende Kluft zwischen Demokratieunterstützung und Demokratiezufriedenheit.

    Die Thüringer wollen keine Belehrung von oben. Sie wollen Sicherheit, Ehrlichkeit, eine funktionierende Demokratie und eine Regierung, die ihre Interessen endlich ernst nimmt.
    (Text-YT)

  3. diese Regierung wird auch die Bundeswehr gegen die eigenen Bürger einsetzen wenn falsch gewählt wird.Man läßt sich doch nicht von den Korruptionstöpfen verjagen, dafür haben wir doch die Abgeordnetenimmunität

  4. 1989 war keine Revolution – weder eine lautlose noch eine laute!
    Es war eine von den Besatzungsmächten vereinbarte und letztlich geduldete Übernahme der DDR durch – und in – die BRD!
    Eine Revolution bedeutet immer auch einen irgendwie gearteten Systemwechsel. Wo sollte dieser gewesen sein????
    Wo ist das deutsche Volk, dass sich eine Verfassung geben durfte? – Alles Augenwischerei.

  5. @Millionen Menschen stellten sich in der DDR gegen ein politisches System, das sie nicht mehr akzeptierten.
    sie hatten aber das Einverständnis aus Washington und Moskau, wo man diesen Übergang längst abgesprochen hatte !
    Auch in der bunten Republik kann das nur mit dem Einverständnis der Weltmächte und Besatzer passieren, ansonsten werden Militär und Polizei mit dem Einverständnis der Justiz die Kritiker bei Bedarf zusammenschießen.
    Polizei, Militär, Justiz und Politik haben bei Corona gezeigt, das sie dazu bereit sind – es hat nur das Einverständnis aus Washington gefehlt, dem ein Bürgerkrieg in Deutschland/Europa bei dem geplanten Russlandkrieg kontraproduktiv gewesen wäre !
    Wie es heute ist, bleibt abzuwarten – es ist festzustellen, daß bei den bisherigen totalitären Anwandlungen von EU und Landesregierungen aus den USA zwar kritisiert wurde – die Terror-Regimes aber in den Ämtern geblieben sind !
    Es liese sich allerdings auch ablesen, das man aus Washington schweigend und vielleicht lächelnd zusehen wird, wenn die Völker Europas ihre Verräter-Regimes dem notwendigen Finale zuführen.
    Nur eines steht fest – weder die derzeitig führende kommunistische Revolution noch die Gegenbewegung werden noch lange lautlos bleiben ! Die Einschläge kommen schon näher.

  6. Wenn eine Revolution mit freundlicher Unterstützung des Regimes begleitet wird, das sie abzuschaffen plant, dann kann das recht geräuschlos vonstatten gehen. Die DDR-Regierung hat ab dem Frühjahr 89 einfach aufgegeben, ohne sich zu wehren. Das war mit einiger Sicherheit mit der Bundesregierung abgesprochen, Straffreiheit für fast alle mit Übernahme vieler in den Staatsdienst und wer weiß was noch.