Die Lithium-Falle: Warum die Elektromobilität zum Scheitern verurteilt ist

Lithium-Lagerstätte unter südamerikanischer Salzwüste (Foto:Imago)

Wie alles, was zunächst die Merkel-Kabinette und seit letzten Dezember dann die aktuelle Ampel-Regierung angepackt haben bzw. noch anpacken wollen, droht auch die Umstellung auf E-Mobilität in einem einzigen Desaster zu enden: Damit die an sich schon abstrusen und völlig arbiträren Klimaziele irgendwie erreicht werden, muss es in Deutschland bis zum Jahr 2030 rund 15 Millionen Elektroautos geben. Dies ist die staatliche, „ambitionierte“ Vorgabe – und wie üblich hält man sich mit Problemen, die im Detail stecken, nicht lange auf. Dabei zeichnen sich diese schon jetzt überdeutlich ab.

Das beginnt bereits bei der Batterietechnik: Für die Akkus der E-Autos werden nachgerade monströse Mengen an Lithium gebraucht – einem endlichen und knappen Rohstoff, hinter dem neben Deutschland auch noch viele andere Länder her sind. Wie Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zeigen, wird angesichts der steigenden Nachfrage nicht einmal annähernd genug Lithium zur Verfügung stehen, um die „E-Mobilitätswende“ zu realisieren. Michael Schmidt vom BGR erklärte dazu gegenüber dem „Handelsblatt”: „Selbst wenn alle aktuell geplanten und im Bau befindlichen Projekte im Zeitplan umgesetzt werden und wir von einem mittleren Nachfragewachstum ausgehen, werden wir nicht genug Lithium haben, um die weltweite Nachfrage 2030 zu decken.

!function(w,d,a){if(!w[a]){var s=d.createElement('script'), x=d.getElementsByTagName('script')[0];s.type='text/javascript'; s.async=!0;s.src ='//widgets.ad.style/native.js';x.parentNode .insertBefore(s,x);}w[a]=w[a]||function(){(w[a].q=w[a].q||[]) .push(arguments)};}(window, document, '_as'); _as('create',{wi:4458});

Endliche Reserven

Zur Einordnung: 2020 wurden weltweit noch 82.000 Tonnen Lithium produziert. In den nächsten acht Jahren jedoch wachse der Jahresbedarf – vor allem infolge der E-Mobilität – auf zwischen 316.000 und 550.000 Tonnen an. 2030 würden dann im Idealfall „nur“ 90.000 Tonnen Lithium fehlen (immerhin noch mehr als die globale Jahresproduktion 2020), im schlimmsten Fall jedoch bis zu 300.000 Tonnen pro Jahr. Und wenn die EU, was zu befürchten steht, mit ihrem wahnsinnigen Entschluss zum finalen Aus für den Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2035 Ernst machen sollte, wird die Nachfrage noch schneller steigen und noch weniger zu befriedigen sein. Mit gravierenden Folgen: Das britische Advanced Propulsion Centre (APC) rechnet vor, dass 2030, statt der bis dahin weltweit 40 Millionen prognostizierten Elektroautos, aufgrund der Lithium-Lücke allenfalls 25 Millionen Fahrzeuge produziert werden können.

Denn es sei, so Schmidt, einfach nicht genug Lithium verfügbar – und das, obwohl es „geologisch gesehen keine knappe Ressource” sei: Zwar liegen die weltweiten Reserven bei über 21 Millionen Tonnen, die größtenteils in Lagerstätten in Chile und Australien schlummern; aufgrund der von Land zu Land extrem unterschiedlichen Förder-, Umwelt- und Rahmenbedingungen kommt es aber immer wieder zu allerlei Hindernissen – wie technisch bedingten Verzögerungen, langen Genehmigungsverfahren, Infrastrukturdefiziten oder gleich dem kompletten Stillstand von Abbauprojekten. Von den katastrophalen Umweltschäden, die die Fördergebiete in regelrechte Mondlandschaften verwandeln, ganz zu schweigen.

Bedarf übersteigt das Angebot drastisch

Hinzu kommen politische Unwägbarkeiten: In Mexiko wurde die Lithiumindustrie gerade verstaatlicht, und auch in Chile gibt es Überlegungen, die Lithium-Produktion ganz bzw. teilweise zu verstaatlichen. „Grundsätzlich wird schlicht zu wenig investiert“, so Schmidt. Schätzungen gehen von fehlenden Investitionen zwischen 30 und 50 Milliarden Euro aus. Dies hat Folgen für den Weltmarkt: Seit Jahresbeginn hat sich der Lithiumpreis verdoppelt, seit Anfang 2021 sogar versiebenfacht. Der Branchendienst „Fastmarkets” beobachtet eine „limitierte Handelsaktivität bei einem limitierten Angebot.“ Für den chinesischen Markt lagen die Preise für Lithiumkarbonat in Batteriequalität zuletzt zwischen 71.000 und 75.000 Dollar pro Tonne – und damit nur knapp unter dem bisherigen Rekordhoch von rund 78.000 Dollar pro Tonne. Dem chilenische Bergbaukonzern Sociedad Química y Minera de Chile (SQM) droht zudem die Enteignung, weil die Regierung beabsichtigt, die hochlukrative Lithium-Industrie zu deprivatisieren. 27 Prozent der weltweit bekannten Lithium-Vorräte befinden sich in der chilenischen Atacama-Wüste.

Die bis 2030 geplanten globalen Projekte für die Produktion von bis zu 275.560 Tonnen Lithium reichen nicht ansatzweise aus, um den Bedarf zu decken. Die Entwicklung eines Lithium-Projekts dauert fünf bis zehn Jahre. „Man hätte also schon vor zwei Jahren anfangen müssen, um diese Lücke halbwegs abfedern zu können“, kritisiert Schmidt. Kapital für neue Minenprojekte ist kaum vorhanden, die Bergbaukonzerne können die erforderlichen Summen nicht alleine aufbringen. Abhilfe soll ausgerechnet die Autoindustrie bringen, die die E-Wende im Automobilverkehr praktisch umzusetzen hat: Tesla und der chinesische Hersteller BYD stehen offenbar kurz vor einem Investment. Volkswagen setzt hingegen auf die Lieferung von Batteriezellen von deutschen Anbietern und gibt sich ansonsten zweckoptimistisch, den Lithium-Bedarf auch in Zukunft decken zu können.

Deutschland macht sich mal wieder blind von Importen abhängig

Außerdem behauptet der VW-Konzern, durch eine „Recyclingquote von mehr als 75 Prozent“ eine deutliche Reduktion des Bedarfs an Primärmaterial erreichen zu können. Das BGR ist auch hier skeptisch und geht davon aus, dass Recycling bestenfalls zehn Prozent des europäischen Gesamtbedarfs decken könne. „Wir können unseren potenziellen Bedarf aus Europa heraus nicht mal ansatzweise selbst bedienen. Wir sind extrem auf Importe angewiesen und da noch nicht einmal in einer guten Position, wenn man sich den Markt ansieht“, warnt Schmidt, der auch prophezeit, dass Europa in eine gefährliche Preisabhängigkeit schlittern wird: Selbst in den optimistischsten Szenarien wäre man zu 56 Prozent auf Importe angewiesen – vor allem eben von chinesischen Unternehmen, die seit Jahren auch in Mali und dem Kongo investieren (wo sich zwei der größten afrikanischen Lithium-Vorkommen befinden), aber auch in Argentinien und Australien.

Auch die USA haben schneller reagiert als Europa: Präsident Joe Biden hat ein altes Gesetz wieder in Kraft gesetzt, das nationale Unternehmen zur Produktion vorrangig benötigter Güter verpflichtet – konkret fallen darunter auch Lithium, Nickel, Kobalt, Graphit und Mangan. Die Europäer werden also auch hier das Nachsehen haben und mit ihrem Klimairrsinn den eigenen Untergang beschleunigen, wenn sie tatsächlich mit der Abschaffung des Verbrennungsmotors Ernst machen und so eine absehbare weitere wirtschaftliche Katastrophe heraufbeschwören. Die Warnungen des BGR sind übrigens umso ernster zu nehmen, als die Behörde Robert Habecks Wirtschafts- bzw. „Klimaministerium”
untersteht. Dieses hat erst vergangene Woche eine Delegation nach Chile geschickt, um dort gut Wetter zu machen und um Lieferzusagen zu buhlen. Letztendlich aber bleibt es eine mathematische und physikalische Gewissheit: Eventuell Habeck, vielleicht auch einem seiner Nachfolger wird unvermeidlicherweise die Aufgabe zuwachsen, neben dem Zusammenbruch der deutschen Energieversorgung auch noch das Scheitern der Energiewende und das Verfehlen der deutschen Klimaziele verkünden zu müssen. Und: Vom ehemaligen deutschen Wohlstand wird dann endgültig nichts mehr übrig sein.

BITTE BEACHTEN: Klarstellung der Redaktion zu Leserkommentaren

!function(w,d,a){if(!w[a]){var s=d.createElement('script'), x=d.getElementsByTagName('script')[0];s.type='text/javascript'; s.async=!0;s.src ='//widgets.ad.style/native.js';x.parentNode .insertBefore(s,x);}w[a]=w[a]||function(){(w[a].q=w[a].q||[]) .push(arguments)};}(window, document, '_as'); _as('create',{wi:4457});

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann freuen wir uns, wenn Sie unsere Arbeit mit einer Zuwendung unterstützen.

17 Kommentare

  1. Aber die Arbeitsplätze – denken Sie doch an die vielen Arbeitsplätze, die damit in der Zukunft gesichert werden.

    „Die Zukunft gehört der Elektromobilität. So schaffen wir Planungssicherheit, sichern Arbeitsplätze in der Zukunft und bringen die Verkehrswende voran.“ – Ricarda Lang (GRÜNE) am 09.06.2022

    Alleine im Kongo arbeiten 40.000 Kinder im Alter von nur 4 Jahren, um die für Batterien dringend benötigten Rohstoffe aus den engen Minenstollen ans Licht des Tages zu bringen.

    https://www.dailymail.co.uk/news/article-4764208/Child-miners-aged-four-living-hell-Earth.html

    Und irgendwo müssen die fünfundzwanzig Pfund Lithium, sechzig Pfund Nickel, 44 Pfund Mangan, 30 Pfund Kobalt, 200 Pfund Kupfer und 400 Pfund Aluminium für eine durchschnittlich 1.000 Pfund schwere Autobatterie ja herkommen.

  2. Versteht doch endlich! Die Ressourcenknappheit ist kein Hindernis. Denn es ist gar nicht das Ziel, ALLE KFZ duch E-Mobilität zu ersetzen, sondern höchstens 10%. Und dafür reichts. Das Karl Arsch und Lisa Dumm dann kein Auto mehr fahren können, weil sie es sich nicht leisten können, ist kein unbeabsichtigter Nebeneffekt, sondern der beabsichtigte HAUPTeffekt!

  3. Unseren kreativen Polithelden wird sicherlich eine altbekannte Lösung zur „Lithium-Falle“ einfallen oder ihren höchst bezahlten Beratern und deren feudalen Agenturen fällt es auf Kosten und zu Lasten aller Bürger noch ein, dass ein weiteres „Sondervermögen“ des Lösungs- oder „Pudels Kern“ sein muss, um hurtig hurtig weitere Staatsknete auf Schuldenbasis zu den erlauchten Ekeleliten umverteilen zu können. Um das spätere und glasklar absehbare Scheitern können sich dann die nächsten Generationen von kriminellen und korrupten Politikversagern kümmern. Jetzt gilt erst einmal Augen zu und ganz ganz schnelles Taschen voll machen.

    Im Übrigen kann man zur Not das E-Auto gesetzlich vorschreiben und so teuer machen, dass maximal zehn Prozent der heutigen privaten KFZ Lenker sich noch einen derartigen Luxus leisten könnten und alle anderen Antriebsarten werden für private Lenker ganz einfach verboten. Ach so, das haben wir ja schon teilweise bzw. wurde schon teilweise beschlossen für die absehbare Zukunft.

    Ihr werdet nichts besitzen, Wohlstand, natürlich nur euer Wohlstand, wird abgeschafft und Ihr werdet es nicht nur mögen, ihr werdet sogar sehr glücklich sein. Und wenn nicht, dann werdet Ihr glücklich gemacht!

  4. Wir sind mit unseren beiden Diesel, VW Lupo eco + Audi A2 eco, beide aus letzter Serie
    2005, so zufrieden, das wir gar nichts anderes mehr fahren möchten.
    In der Stadt liegen sie bei 3,5 L Diesel und Auf der Bahn sogar unter 3 L Diesel.
    Der eine hat bis dato 370000 und der andere 420000 km a.d. Uhr !!!
    Kaum Reperaturen, nur Verschleißteile wurden neben Selbstinspektionen erneuert !!!
    Günstiger und umweltschonender kann man nicht Auto fahren !!!
    Ein Elektroauto, eine tatsächliche Dreckschleuder, kommt uns nicht ins Haus.
    Lasst Euch nicht von Mulit-Dilettanten verars…. und kauft keine Neuwagen !!!
    Ein Neuwagenkauf ist als Privatperson stets unwirtschaftlich !!!

    • Der monatliche Zahnriemenwechesel bei VW-KdF? Macht jedesmal 1000,- € Werkstattkosten. Sehr „günstig“

  5. „Elektromobilität“ ist nicht zum Scheitern verurteilt, das Programm läuft hervorragend. Leider soll es nicht bewirken, daß Fahrzeuge mit Elektroantrieb für alle zu Verfügung stehen. Das ist ressourcentechnisch nicht möglich. Ziel der „Elektromobilität“ ist eine allgemeine Immobilität. Nur noch die Creme de la Creme, wie zB Grünen Politiker, die dieses auf den Weg gebracht haben, werden ein privates Fahrzeug besitzen. WEF 2016 Leadership Strategy – Welcome to 2030: I own nothing, have no privacy and live has never been better.

  6. @SCHEITERN
    falsch – da werden sie von den Politikern belogen, wenn diese das behaupten. Der zweck ist es, das Land nach Morgenthau in ein Agrarland nach Morgenthau zu zu reorganisieren, mit so 10-20 Mio Einwohnern.
    Die Mobilität ist dann nur noch für die Elite zugelassen – und die dürfen dann noch – der Pöbel kann zu Fuß gehen !
    Die Sache hat einen erheblichen Spaßeffekt – für die globalen Lenker sind dann auch die lokalen Handlanger überflüssig – und in der neuen Weltordnung wird man weder Politiker noch Juristen noch Journalisten benötigen !
    Es wird noch viel zum lachen geben !

  7. Das ganze Ding wird allen, die es huldigen um die Ohren fliegen. Die Menschheit, und gerade der Westen ist im Würgegriff der Großfinanz und willfähriger Politfuzzis, die an eine neue Welt glauben, die es so niemals geben wird.

    Wir leben auf einem Raumschiff und da gibt es nun mal nur begrenzte Recourcen. Nicht nur Lithium, sondern alles andere, und auch Sauerstoff. Wo soll der herkommen, wenn 12 Milliarden atmen wollen, aber der letzte Baum verdorrt ist? Züchtet die Großfinanz und einige Irre weiterhin Menschen als Profitbringer, werden wir die nächsten Hundert Jahre nicht überleben.

    Der Mensch ist ein Auslaufmodell und da hilft auch keine Elektromobilität. Der Planet wird ohne den Menschen weiter durchs Universum ziehen. Der Mensch schafft sich selbst ab, da braucht es keine Katasstrophen. Er ist die Katasstophe!

    • Mit Verlaub, es ist schon krasser Unsinn, den sie hier schreiben!
      A) Sauerstoff wird ja nicht etwa „verbraucht“, sondern bleibt in gleichem Umfang auf der Erde.
      B) Auch in Kohlenstoffdioxid und Wasser ist Sauerstoff enthalten.
      Denken sie einmal darüber nach.

    • Tja… Die Frage ist, ob man an die Wiedergeburt glaubt…
      Und falls ja, als was man dann im nächsten Leben wiedergeboren wird.
      Vllt. wäre dann ihr jetziges Leben ein Highlight.
      🤔

  8. leude leude, wenn’s soweit ist, haben Forscher Batterien entwickelt, die kein Lithium brauchen. Innovation hat schon immer Probleme gelöst. Kein Hahn wird nach dieser Diskussion krähen. gähn.

  9. Also sehr gute Nachrichten. Dann werden wir wieder zu Fuß mit Rucksack und Maschinenpistole in Ferne Länder reisen müssen.

    Euer E. Koslowski II

  10. Primär geht es doch darum, jegliche Individualität auszumerzen. Eigentum zu verringern bzw. wegzunehmen und zu verteilen. Dazu eignet sich der Rohrkrepierer E-Mobilität hervorragend.

Kommentarfunktion ist geschlossen.