Die Mullahs rüsten ihre Luftwaffe auf – doch unüberwindbare Schwächen bleiben

Die Mullahs rüsten ihre Luftwaffe auf – doch unüberwindbare Schwächen bleiben

Martialische Militärparaden und Rüstungsschauen der Teheraner Führung können die faktische Ohnmacht nicht kompensieren (Symbolbild:Imago)

Teheran bemüht sich seit Monaten um ein Comeback in der Luft. Nach Jahren der Isolation hat die Islamische Republik nun den offiziellen Erwerb russischer Su-35-Kampfjets bestätigt, die Lieferung älterer MiG-29-Modelle eingeleitet und angekündigt, die Luftverteidigung mit chinesischen HQ-9-Systemen zu ergänzen. Doch trotz dieser ambitionierten Beschaffungspolitik bleibt der Befund nüchtern: Die iranische Luftwaffe ist weit davon entfernt, eine moderne, vernetzte Streitmacht zu sein.

Erstmals seit Jahrzehnten fließt wieder Geld in Flugzeugtechnik und Ausbildung. Russische Quellen sprechen von bis zu 48 bestellten Su-35, teilweise auch zur Endmontage im Iran. Parallel dazu wurden heimische Kowsar-Jets präsentiert, eine Eigenentwicklung auf Basis des alten US-Modells F-5. Die Maßnahmen signalisieren politische Entschlossenheit – und gleichzeitig strukturelle Schwächen. Denn Teherans Luftwaffe kämpft weiterhin mit jahrzehntealten US-Maschinen aus der Schah-Ära, fehlenden Ersatzteilen und einer stark begrenzten industriellen Basis.

Technik ohne System: Die Illusion der Raketenmacht

Selbst modernste Jets bleiben isoliert, wenn sie nicht in ein funktionierendes Gefechts- und Informationsnetz eingebunden sind. Genau daran scheitert der Iran bislang. Es fehlt an AWACS-Flugzeugen, verlässlichen Datalinks und der Fähigkeit, Sensordaten zwischen Luft- und Bodenkräften zu synchronisieren. Die iranischen Versuche, ein eigenes Frühwarnsystem zu entwickeln oder entsprechende Technik aus Russland und China zu erwerben, verliefen bislang im Sande. Die Folge: Neue Flugzeuge könnten zwar starten – aber kaum effektiv kämpfen.

Während Russland und China als mögliche Technologiepartner auftreten, setzt Teheran zugleich auf ein zweites, vermeintlich sichereres Standbein: Atom- und Raketenprogramme. Sie verschlingen Milliarden und dienen innenpolitisch als Symbol nationaler Stärke. Militärisch aber sind sie eine Fehlinvestition. Lang- und Mittelstreckenraketen können schrecken, aber keinen Krieg gewinnen. Sie ersetzen keine Lufthoheit, keine Aufklärung, keine vernetzte Gefechtsführung. Atomtechnologie wiederum ist politisches Druckmittel – keine operative Kriegsressource. Die Lehre aus den jüngsten Konflikten, nicht zuletzt dem „Zwölf-Tage-Krieg“ 2025, ist eindeutig: Israel errang innerhalb weniger Tage die Kontrolle über den iranischen Luftraum, indem es Kommunikations-, Radar- und Führungsinfrastruktur ausschaltete. Diese Schwäche kann auch kein Raketenarsenal kompensieren.

Strategischer Scheideweg

Die strategischen Fehlinvestitionen der Mullah-Führung in Prestige- und Abschreckungsprojekte haben ein Ungleichgewicht geschaffen. Während Nuklearforschung und Raketenentwicklung Priorität genießen, bleibt die Integration der Streitkräfte, die Ausbildung der Piloten und Techniker sowie der Aufbau digitaler Kommando-Netze unterfinanziert. Jeder Schritt in Richtung moderner Luftkampffähigkeit verlangt Know-how, Training und vor allem Zeit – Ressourcen, die durch Sanktionen, Fachkräftemangel und politische Abschottung weiter schrumpfen.

Iran steht an einem strategischen Scheideweg: Die Anschaffung moderner Kampfflugzeuge kann ein Signal sein – mehr jedoch nicht. Ohne die dazugehörige Infrastruktur bleibt die Luftwaffe ein Flickenteppich aus alter Technik, neuen Symbolen und überforderten Systemen. Kurzum: Teheran investiert in das Sichtbare – Flugzeuge, Raketen, Atomprogramme – und vernachlässigt das Unsichtbare, das im modernen Luftkrieg den Ausschlag gibt: Daten, Koordination, Logistik. Die iranische Luftwaffe verschwindet nicht über Nacht. Aber sie wird weiter an Relevanz verlieren, solange sie Technik ohne System betreibt.

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6 Antworten

  1. Vielleicht könnten die Grünen mal anfangen
    fliegende Teppiche zu weben.
    Spinnen können die Grünen ja schon.
    Das wäre der Exportschlager, der uns dann
    wieder auf die Beine helfen würde.

  2. Militätexpertin Helena Bauernfeind und das Pfeifen im Walde…
    Wenn das alles so ist, braucht das auserwählte Volk ja keine Angst zu haben.

  3. Protest gegen Einladung ins Kanzleramt: Kurdische Gemeinde stellt Strafanzeige gegen al-Scharaa
    Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) hat Strafanzeige gegen den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe gestellt. Der Protest richtet sich auch gegen den bevorstehenden Besuch al-Scharaas im Kanzleramt.
    Auf der Plattform X teilte die KGD am Donnerstag mit, sie habe gegen den „Dschihadistenführer Ahmed Al-Shara“ („Abu Muhammad al-Jolani“) wegen Völkermordes und schwerster Kriegsverbrechen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens nach dem Völkerstrafgesetzbuch beantragt. Des Weiteren warf die kurdische Organisation al-Scharaa Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Zugehörigkeit zu einer Terrororganisation vor. Ihr zufolge gilt der auch unter dem Namen al-Dscholani bekannte islamistische Politiker „als einer der Mitveranwortlichen für den Völkermord an den Jesidinnen und Jesiden“ im Jahr 2014. Er sei auch für weitere ethnisch-religiöse Verbrechen in Syrien verantwortlich. Die Anzeige ist durch Mehmet Tanriverdi, den stellvertretenden Vorsitzenden der KGD, erfolgt.

    https://rtde.press/international/261051-protest-gegen-einladung-ins-kanzleramt-kurdische-gemeinde-stellt-strafanzeige-gegen-al-scharaa/

    Und der Trump freut sich, dass die UNO endlich „terrorbezogene Sanktionen“ gegen syrischen Übergangspräsidenten bzw. gegen den syrischen „Schlächter “ aufgehoben hat.
    Unfassbar, ich bin entsetzt!

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  4. @rüsten ihre Luftwaffe auf
    wer solche Sachen nicht selbst entwickelt und baut, bleibt immer Abhängig vom Verkäufer.
    Man erinnere sich an Argentinien und Irak – beide hatten ihre umfassensten Waffensysteme von USA und Europa – und alles versagte, als sie sich gegen die Verkäufer zur Wehr setzen mußten.
    Es ist ja nicht nur so, das nur abgespeckte Versionen in den Verkauf gehen, der Verkäufer kennt ja nicht nur die Schwächen besser als der Käufer, er hat oft genug auch Sollbruchstellen eingebaut, mit denen er das Zeug jederzeit außer Gefecht setzen kann !
    Und wer Rohstoffe oder Verkehrswege zu verteidigen hat, sollte schon einmal nicht in den USA oder Europa kaufen – egal, wie schön das zeug auf den Hochglanzwerbeseiten aussieht !

  5. Selensky verleiht Orden an Soldaten, die SS-Runen an der Uniform tragen
    Wladimir Selensky hat auf seinem Telegram-Kanal Fotos veröffentlicht, auf denen er Soldaten mit Orden auszeichnet, die auf ihren Uniformen SS-Runen tragen.
    https://anti-spiegel.ru/2025/selensky-verleiht-orden-an-soldaten-die-ss-runen-an-der-uniform-tragen/

    Wo bleiben die linken Aktivisten in Europa, die das verurteilen ?
    Wann gibt es Sanktionen gegen das rechtsextreme Schurken-Regime in Kiew ???

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